Nachhallender und bedrückender historischer Roman
Lucrezia ist das typische Kind in der Mitte - zu jung für die älteren Geschwister, zu alt für die jüngeren. Hinzu kommt, dass sie etwas anders ist, verträumt, sehr intelligent und künstlerisch begabt. Nur Sofia, ihre Kinderfrau, gibt ihr die Wärme, die sie von ihren Eltern nicht bekommt. Hach, am liebsten hätte ich sie mal so richtig in den Arm genommen. Doch als Mitglied der Familie de' Medici muss man funktionieren und seine Pflicht erfüllen und als weibliches Familienmitglied bedeutet das, möglichst prestigeträchtig zu heiraten. Und da kommt Alfonso, der Herzog von Ferrara, ins Spiel. Lucrezia ist erst 12, als sie mit dem 27-Jährigen verlobt wird und 15, als die beiden heiraten. Die historische Notiz zu Beginn des Romans verrät bereits das tragische Ende, trotzdem hatte ich während des Lesens die leise Hoffnung auf ein Happy-End. Die Figuren des Buches und ihre Eckdaten sind historisch belegt, doch die Geschichte ist fiktional. Zu Beginn habe ich mich mit der bildlichen, teilweise ausufernden Sprache schwergetan, doch bald war ich drin in der schönen, aber auch düsteren Welt der italienischen Renaissance.




























































