7. Mai
Rating:4

Zwischen Heilung und Herzchaos

„Das sollte ich aufschreiben, einrahmen und mir an die Wand hängen. Henry Barnewelth, vierundzwanzig, ist auch ganz ansehnlich.“ **** Mein Eindruck **** Diese Geschichte steckt voller Schmerz, Heilung und Liebe. Henry und Marlene sind dabei einfach Herz pur – intensiv, ehrlich und emotional greifbar. Dieses Strangers-to-Friends-to-Lovers entwickelt sich auf eine unglaublich natürliche Weise, voller Sehnsucht, Nähe und leiser Zwischentöne. Ich habe ihre Geschichte regelrecht verschlungen und mitgefühlt. Besonders Henry ist dabei eine absolute Green Flag – aufmerksam, verständnisvoll und emotional präsent. Trotzdem wollte das Buch für mich stellenweise etwas zu viel. So gerne ich auch Henrys Perspektive und Vergangenheit kennengelernt habe, wurde seine Geschichte irgendwann fast zu schwer für das Gesamtbild. Das Buch trägt bereits so viel Schmerz in sich, dass ich manche zusätzlichen Entwicklungen emotional kaum noch aufnehmen konnte. Dabei geht es mir nicht darum, dass ihm diese Vergangenheit nicht zusteht – vielmehr fühlte es sich für mich erzählerisch etwas überladen an. Vielleicht hätte die Geschichte einfach mehr Raum gebraucht. Gerade hier hätte ich mir tatsächlich eine Dilogie gut vorstellen können, um einzelnen Entwicklungen mehr Zeit zu geben und die emotionalen Schwerpunkte besser wirken zu lassen. Umso schöner fand ich, dass Marlenes Schmerz nicht ausschließlich auf extreme Dramatik reduziert wurde. Die Entwicklungen zum Ende hin waren überraschend und teilweise intensiv, wirkten innerhalb der Geschichte aber dennoch nachvollziehbar. Manche Konsequenzen brauchen eben große Momente. Für mich war es am letztlich eine schmerzhafte, emotionale Geschichte mit einer starken Liebesgeschichte und viel Gefühl – auch wenn für ein absolutes Highlight vielleicht etwas mehr Balance oder Raum nötig gewesen wäre. **** Empfehlung? ****
Für Leser:innen, die intensive Liebesgeschichten mit emotionaler Tiefe, viel Sehnsucht und Figuren suchen, die gemeinsam heilen und wachsen müssen.

Wildflower Whispers
Wildflower Whispersby Bianka BehrendPiper