Viele starke Themen, aber emotional nicht angekommen
„Next to Me“ greift grundsätzlich eine Vielzahl wichtiger und gesellschaftlich relevanter Themen auf, die ich zunächst positiv hervorheben möchte. Besonders gelungen fand ich die Triggerwarnung am Anfang, die sensibel auf die belastenden Inhalte vorbereitet. 😌 Inhaltlich versucht die Autorin sehr viele schwere Themen in einer einzigen Geschichte zu vereinen: eine suchtkranke Mutter, ein Kind mit Fetalen Alkoholsyndrom, sowie eine weitere familiäre Konstellation rund um einen Mitbewohner, der für das Sorgerecht seines gehörlosen Bruders kämpft. Dabei wird auch Gebärdensprache bzw. nonverbale Kommunikation eingebunden, was ich als grundsätzlich wertvollen Aspekt empfunden habe. 👍🏻 Allerdings entsteht genau dadurch das Problem: Es wirkt, als hätte das Buch zu viele Themen gleichzeitig abbilden wollen, ohne ihnen ausreichend Raum zur Tiefe zu geben. Die einzelnen Schicksale bleiben dadurch eher oberflächlich und konnten bei mir emotional kaum Wirkung entfalten. Auch die Liebesgeschichte zwischen den Protagonist:innen entwickelt sich für mich zu schnell und wenig nachvollziehbar. Der erste Kuss kam äußerst abrupt, wodurch die Beziehung insgesamt unplausibel und unorganisch wirkte. Trotz der eigentlich sehr ernsten und belastenden Inhalte blieb die emotionale Wirkung insgesamt schwach. Ich hatte nicht das Gefühl, wirklich „mitgenommen“ oder berührt zu werden – möglicherweise lag das auch an der Hörbuchversion. Die Sprecherleistung wirkte für mich eher monoton und trocken, wodurch der emotionale Vibe der Geschichte zusätzlich verloren ging. 😕
































































