
Der Kangchenjunga. Es trifft mich mitten ins Herz, sodass ich nach Luft schnappe. Wie habe ich das nicht spüren können!
Wir schreiben 1935: Eine Expiditon auf den dritthöchsten Gipfel der Welt, den Kangchenjunga im Himalaya. Fünf Engländer wollen das wagen, woran eine andere Gruppe aus 7 Personen im Jahre 1906 gescheitert ist, denn von den 7 Männern kamen nur zwei lebend zurück, ohne jemals ganz auf dem Gipfel gewesen zu sein. Die gegenwärtige Gruppe im Jahr 1935 könnte unterschiedlicher nicht sein! Allen voran zwei Brüder: Kits, der Ältere, erfolgsverwöhnt, reich durch Familienerbe und Heirat, arrogant und fast missgünstig seinem jüngeren Bruder Stephen gegenüber, der als Arzt seinen Lebensunterhalt immer schon alleine bestreiten musste. Kits will den Erfolg für sich alleine verbuchen und deswegen verhindern, dass sein jüngerer Bruder bis auf den Gipfel mitkommt. Eine schlechte Voraussetzung für eine Bergbesteigung, wo man sich blind aufeinander verlassen muss. Hinzu kommen Geistergeschichten und seltsame Vorkommnisse sowie der Aberglaube der Sherpas, welche als Kulis die Expedition mehr und mehr widerwillig begleiten. Das unberechenbare Wetter und die Höhenkrankheit machen den Bergsteigern zu schaffen, Tag für Tag ein Kampf bei Temperaturen bis zu -40 Grad in den Nächten. Michelle Paver erzählt hier eine eindrucksvolle Geschichte, die einen unversehens in Eis und Kälte versetzt. Ihr Schreibstil ist leicht und flüssig, es kommen keine langatmigen Erklärungen auf, die Spannung bleibt konstant. Mit seinen 300 Seiten kann man dieses Buch wunderbar mal zwischendurch lesen, mir hat es ausgesprochen gut gefallen. Absolut zu empfehlen 👍🏻☺️.










