Tania Kambouri ist Polizistin mit griechischen Wurzeln. Aber genau dieser Mikrationshintergrund befähigt sie dazu, genau das auszusprechen, was viele nur denken. Sie nennt das Kind beim Namen, verweißt auf Parallelgesesllschaften und die eigentliche Ohnmacht der Polizei.
Ein leichtes Taschenbuch mit einer sehr augenfreundlichen Seitenaufteilung. Genau genommen habe ich keine zwei Tage gebraucht, um die Lektüre zu beenden. Aber irgendwie kam mir die Schrift auch abnormal groß vor. Hatte ich den Text deswegen so schnell gelesen?! So leicht wie das Buch an sich war, so schwer ist das Thema, welches darin behandelt wird. Fakt ist mal, dass die Polizei mehr und mehr hilflos gegenüber Einsätzen steht, weil sie nicht mehr weiter weiß. Zum Einen ist sie einfach zu schwach besetzt, darf vorhandene Schusswaffen nicht einsetzen und muss doch auf die eigene körperliche Unversehrtheit achten. Und dann beschreibt die Autorin hier noch die Probleme, die speziell bei ihr auftreten, wenn sie als weibliche Polizistin von muslimisch geprägten Menschen zu Hilfe gerufen wird. Die Fallbeispiele, welche hier angebracht werden, hätte ich mir etwas zahlreicher gewünscht, aber die, die da waren, hatten es auch so mächtig gewaltig in sich. Alles ist in einer leicht verständlichen Sprache und ohne Fachchinesisch geschrieben. Was nötig war, wurde erklärt, alles andere hat für sich gesprochen. Trotz dieses doch recht harten Themas habe ich das Buch als Pageturner empfunden. Einmal angefangen, konnte ich von dem Buch kaum noch lassen. Es hat mich einfach nur fasziniert, dass hier jemand mal wirklich ein Problem beim Namen nennen kann, das alles in die Öffentlichkeit trägt und dafür ungestraft bleibt. – Das geht mit Sicherheit auch nur, weil Frau Kambouri selber einen Migrationshintergrund hat. Anders kann ich mir das nicht erklären.





