Ein bemerkenswertes Buch! Beeindruckt hat mich die Technik, autofiktionale Texte mit biographischen Gegenüberstellungen zu verbinden. Und immer noch kann ich nicht glauben, wie grausam Eltern zu ihren Kindern sein können. Lesenswert, wenngleich nicht so gut wie "Vierunddreißigster September ".
„Schon damals waren Bücher für mich Heimat, wie später auch das Schreiben. Ich las alles, was mir unter die Finger kam, ich besaß sogar einen Bibliotheksausweis. Ich erinnere mich, wie die Bücher rochen, an ein Wohlgefühl und die Gewissheit, dass mir diese Welt niemand würde entreißen können.“ Dieses Mädchen hat nicht viel zu lachen. Ein schwer verdauliches Buch.
Bedrückend...
Mein Herz 💔
Was ein Kind alles aushalten muss….. Eine Autofiktion der 70er und 80er im „Osten“
Diese autofiktionalen Erzählungen nehmen einen schwer mit. Unglaublich schmerzhaft beschreibt die Autorin ihre Kindheit mit einem Vater, der "ein Trinker und Geschichtenerzähler, einer der sagte, seine Schläge seien ehrlich", ist und einer sadistischen Mutter. Nüchtern und ohne in genaue Details zu gehen, werden Episoden aus diesen frühen Jahren eines Lebens wiedergeben und werden dadurch um so grausamer. Geprägt waren diese Jahre auch durch Armut und Hunger. "Die Scham über die Armut war meine eigentliche Kleidung." Denn in der Schule wurde die namenlose Protagonistin ob ihrer schäbigen und schmutzigen Kleidung gehänselt. Das alles lässt den Vater und als sie später bei der Mutter lebt, auch diese kalt. Und wie traurig stimmt einen dieser Satz eines Kindes : "Nicht mal du kennst all die Schimpfnamen, die sie mir verpassen, und trotzdem habe ich Angst, nach Hause zu kommen. " Keine leichte Kost, die mich sehr bewegt hat!!
Hinterlässt mit zugeschnürter Kehle
Die richtigen Worte kann man für dieses Buch kaum finden. Stellenweise nicht auszuhalten, wie hier Missbrauch und Gewalt einer Kindheit in der DDR beschrieben werden. Ein Kapitel der Geschichte, dass ich in der Form noch nicht gelesen hatte. Die Autorin schreibt nüchtern und doch treffen die Worte mit schmerzhafter Spitze ins Herz. Harter Lesestoff, der erstmal verdaut werden muss.
Erschütterndes Buch über Misshandlung in der Kindheit und durch die Behörden in der DDR. Einzelne Begebenheiten werden in separaten Abschnitten erzählt und sollen für sich allein wirken. Sprachlich uns stilistisch gut aber ebenfalls verstörend.
Puh, keine leichte Kost. Misshandlung, Gleichgültigkeit und Kälte prägen die Kindheit der Erzählerin. Teilweise nur schwer zu ertragen. 

"Risse" von Angelika Klüssendorf ist einer der Romane, den ich im Rahmen des #deutscherbuchpreis gelesen habe, da mich der Inhalt und die Leseprobe sehr ansprechen konnten. In dieser autofiktionale Erzählung begleiten wir ein Mädchen, das nach dem Tod der Großmutter mit Gewalt, Alkoholkonsum und Gleichgültigkeit der Eltern konfrontiert wird. In zehn einzelnen Episoden, die jeweils am Ende mit einem Kommentar der Autorin ergänzt werden, berichtet das Mädchen in einer schonungslosen Erzählweise von ihrem Leid und dem Schmerz, den sie und ihre Schwester im Elternhaus erfahren haben. Für mich war "Risse" sehr brutal zu lesen. Angelika Klüssendorf schreibt sehr nüchtern und sachlich, dennoch löst der Text viele (negative) Emotionen aus. Die Beschreibung der psychische Gewalt durch die Mutter und der allgegenwärtige Schmerz ist kaum auszuhalten. Die Erzählung in der dritten Person und die Kürze des Textes sind ein kleiner Kritikpunkt, sodass ich es ingesamt nur bedingt empfehlen würde.
Ein gewaltiges Werk
„Risse“ von Angelika Klüssendorf erzählt die Vorgeschichte zu dem Buch „Das Mädchen“, welches vor 20 Jahren erschienen ist. Es wird in verschiedenen Episoden die schwere Kindheit in der DDR erzählt. Man muss nicht den ersten Roman kennen, um in dieses Buch einsteigen zu können. Das namenlose Mädchen wächst in einer zerrütteten Familie auf, einziger halt ist die Großmutter und als diese stirbt, muss das Mädchen alle sadistischen Züge ihrer unzufriedenen Mutter und Exzesse ihres alkoholabhängigen, kriminellen und zu Ostern suizidgefährdeten Vaters über sich ergehen lassen. Das namenlose Kind versucht ihre Schwester vor den gnadenlosen Übergriffen der Mutter zu schützen. In den 60er/70er Jahren war die Kindheit des Mädchen geprägt von körperlicher und seelischer Gewalt, Es lernt mit Hunger, Schmerz und Verwahrlosung umzugehen. Es muss sich an die familiären Verhältnisse anpassen, es stiehlt, lügt und betrügt um zu überleben und gerät dadurch in ein Heim. Das Mädchen versucht im Heim, in welchem es weder Geborgenheit noch Fürsorge gibt, nach anfänglichen Schwierigkeiten die Gepflogenheiten zu verstehen und dem größten Ärger aus dem Weg zu gehen. Ihr Rückzugsort sind Bücher und in diese flüchtet sie sich, sooft es möglich ist. Immer wieder gibt es Verweise auf die Autobiografie und die Fikton. Sicher ist jedoch nichts und als Leser ist man hin-/hergerissen. Jedoch macht genau diese Schreibweise und dieses Lesegefühl der Unsicherheit dieses Genre aus. Der Roman ist keine leichte Lektüre, er ist überwältigend und berührend geschrieben. Die Autorin lässt den Leser eintauchen in die trostlose Kindheit und doch schimmert immer wieder Mut und Hoffnung durch die Zeilen. Schlicht und ergreifend erzählt die Autorin die Autobiografie des „namenlosen“ Mädchens. Ein starkes Werk und eine klare Leseempfehlung.
Eine Kindheit und Jugend, wie sie deprimierender eigentlich nicht sein kann, wobei vieles zwischen den Zeilen passiert, nicht explizit genannt wird. Gut gefallen hat mir, wie durch die Art des Erzählens Stimmung entsteht -auch wenn es eine eher trostlose ist.
Ich würde dieses Buch weniger als Roman bezeichnen, es ist eher eine Sammlung von Kurzgeschichten. Geschichten über eine sehr unglückliche und gewalttätige Kindheit. Aufgewachsen mit täglicher körperlicher und psychischer Gewalt sucht die Protagonistin, das namenlose Mädchen, nach Ruhe und Struktur im Leben. Nüchtern, schonungslos ehrlich geschrieben wird eine Kindheit beschrieben, die mich teilweise fassungslos und traurig zurücklässt.
Autofiktionale Erzählungen einer Verwahrlosung
Völlig unvorbereitet stürze ich mich in dieses Buch, welches auf der #longlist zum deutschen Buchpreis gelandet ist. Ich habe weder „Das Mädchen“ noch die anderen autofiktionalen Erzählungen von Angelika Klüssendorf gelesen, deshalb fehlt mir jegliche Möglichkeit, das in einen Kontext zu setzen. Aber dieses Buch spielt vor den anderen. Das hat es mir leicht gemacht. Wir begegnen hier einem Mädchen ohne Namen, das in einer unwürdigen Umgebung aufwächst. Das Setting ist die Gegend um Leipzig in den 60er und 70er Jahren. Die junge Mutter lebt ihren Frust und die Überforderung durch das Leben in Form von sadistischen Erziehungsmethoden aus und lässt die Kinder oft Tage lang allein. Der Vater sucht Erfüllung im Alkohol und ist meist abwesend oder mit Suizidversuchen beschäftigt, dabei ist er keine tragische Gestalt, sondern ebenfalls verschlagen und kriminell. Das Mädchen versucht sich in dieser Umgebung einzurichten und muss mit Verwahrlosung, Einsamkeit und Hunger klarkommen. Die kleine Schwester muss beschützt werden doch sie ist dieser Aufgabe nicht gewachsen. In 10 Erzählungen begleiten wir das Mädchen in ihrem Elend und bekommen Einblick in ihre Trostwelt. sie fängt an, sich ihrer familiären Struktur anzupassen, lügt, stiehlt und ergibt sich einer Lethargie die schmerzt. Erst im Jugendheim findet sie Struktur und Aufmerksamkeit. Und Bücher, die sie zu retten scheinen. Am Ende eines jeden Kapitels versucht Klüssendorf den Text in ihre eigene Biografie zu transferieren. So erfahren wir, was möglicherweise wirklich so war und was Fiktion. Das fand ich bereichernd! Viele der Ereignisse wirken absolut grausam und surreal. Die Frage nach dem „Könnte es wirklich so gewesen sein?“ wird also am Ende beantwortet. Ich finde es mehr als erstaunlich welchen Weg Angelika Klüssendorf gehen musste und wie sie es geschafft hat, nicht auseinander zu fallen und letztendlich darauf aufbauend literarische Anerkennung zu bekommen Ein harter Text, der mich oft mit einem Kloß im Hals zurückgelassen hat
Die 10 Geschichten, die Angelika Klüssendorf in diesem Buch über eine (ihre..) Kindheit und Jugend in der DDR der 60er und 70er Jahre, waren bereits vor Jahren in ihren anderen Büchern verarbeitet worden. Nach 20 Jahren und dem Tod ihrer gewalttätigen Mutter nimmt Angelika Klüssendorf sich die Geschichten nochmal vor. Überprüft, ergänzt, wird offener und schonungsloser. Es tut weh und erschüttert, diese Geschichten zu lesen, die Sprache, die sie dafür findet, lässt mich sie bewundern. Ein sehr lesenswertes und zugleich trauriges Buch.
Wer die Autorin noch nicht kennt, sollte besser zu den berühmten Romanen greifen, denn Risse ist mehr komplementär.
Angelika Klüssendorf versucht die Flucht aus ihrer Familie, die von kaputter Ehe und Alkohol geprägt ist. Ein Meisterwerk wie auch schon „Das Mädchen“














