Hmm ja, man erwartet noch ein gutes Ende, kam aber nicht
Mädchen für alles von Charlotte Roche Dieses Buch hat mich auf eine sehr besondere Art gepackt, weil es so ungeschönt zeigt, wie Überforderung in der Mutterschaft aussehen kann und wie subtil sich emotionale Abgründe in den Alltag schleichen. Im Zentrum steht Christine, die nach außen ein perfektes Familienleben führt, aber innerlich zunehmend das Gefühl hat, sich selbst zu verlieren. Ihr Alltag ist geprägt von Care-Arbeit, ständiger Präsenz und dem Versuch, allen gesellschaftlichen Erwartungen an eine „perfekte Mutter“ zu entsprechen und genau an diesem Druck beginnt sie langsam zu zerbrechen. Was das Buch so beklemmend macht: Christine entfremdet sich immer stärker von ihrem Kind und ihrem Ehemann. Je mehr sie den Bezug zu sich selbst verliert, desto weniger findet sie Zugang zu ihrer Familie. Stattdessen fixiert sie sich emotional und körperlich immer mehr auf Marie, das neue Kindermädchen. Diese obsessive Nähe wirkt gleichzeitig verstörend, traurig und unglaublich menschlich, weil sie so klar zeigt, wie tief die Einsamkeit sitzt, aus der sie heraus agiert. Toben, trinken, funktionieren - das sind die Muster, in die sie immer wieder zurückfällt. Alkohol spielt eine deutlich erkennbare Rolle, ebenso der verzweifelte Wunsch, den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen und nicht aufzufallen. Das Buch arbeitet stark mit diesem unterschwelligen Druck und zeigt ihn durch viele kleine Momente, die sich wie im Hintergrund zusammenziehen und Christine in eine gefährliche Schieflage bringen. Besonders wichtig zu erwähnen: Mädchen für alles kommt komplett ohne Triggerwarnungen, obwohl sie meiner Meinung nach absolut notwendig gewesen wären. Hier werden sehr viele schwierige Themen äußerst detailliert beschrieben: psychische Instabilität, Selbstverlust, Alkoholmissbrauch, obsessive Fixierungen und sehr explizite sexuelle Szenen. Die Sprache ist mitunter derb, provokant und schonungslos, was die Intensität verstärkt, aber auch überfordern kann. Trotz kleiner Längen und einiger überzeichneter Passagen fand ich die psychologische Genauigkeit beeindruckend. Christine bewegt sich ständig zwischen Sehnsucht, Orientierungslosigkeit, Selbsthass und einem tiefen Bedürfnis nach Nähe. Das macht das Buch so eindringlich und emotional schwer aber auch literarisch spannend. Unterm Strich ist Mädchen für alles ein kompromissloser, bewegender Roman über Mutterschaft, Überforderung und das langsame Gleiten in eine emotionale Abhängigkeit, die sich wie ein Abgrund anfühlt. Kein Wohlfühlbuch, sondern eines, das fordert, provoziert und zum Nachdenken anregt. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Ich weiss gar nicht, wie ich das Buch bewerten soll, da ich selbst alles andere als die Zielgruppe bin, ich denke aber, dass es für manche Leute sehr ansprechend sein kann.
„Desperate Housewive“ trifft „The L Word“? 🤔
Um die Frage zu beantworten: Leider weit gefehlt! Unsere Protagonistin Christine könnte wirklich als Unsympath der Nation durchgehen. Was ich einerseits sogar erfrischend finde (so vereint sie wirklich allerhand schlechte, aber doch menschliche Eigenschaften), führt andererseits letztlich zu einer zähen Geschichte, in der wir uns gedanklich im Kreis drehen und gen Ende ins Verstörend-Groteske abdriften. Der mündlich geprägte Schreibstil erschwert für mich zudem den Lesefluss (im Hörbuch, gesprochen von Jessica Schwarz, etwas leichter zu ertragen). Kurzum: Leider nicht mein Fall!
Unterhaltsam
Die erste Hälfte war ja ganz okay, aber danach wurde es mir wirklich zu seltsam...
0 Sterne… Abgebrochen
Ich wusste das es „skurril“ werden kann, aber für meinen Geschmack waren die Bemerkungen und Gedanken der Protagonistin unter der Gürtellinie. ( Nett ausgedrückt) Rassistische Vorurteile,sexistische Äußerungen, gehässige Handlungen etc. Egal welcher Hintergrund da noch stecken sollte… ich hatte gar keine Lust mehr das Buch weiter zu lesen. Absoluter Fehlgriff
Najaaa. Ich hab auch Feuchtgebiete und Schoßgebete gelesen, wobei ich Feuchtgebiete ganz gut an einem Tag durchgelesen habe, während ich ewig an Schoßgebete hing, weil es sich so gezogen hat. 'Mädchen für alles' ist so eine Mischung aus beiden. Hier steht meiner Meinung nach statt der Versautheit viel mehr Gewalt im Vordergrund. Und das Ende ist einfach nur verwirrend und lässt einem mit einem 'Was sollte dieses Buch jetzt?' Gefühl zurück. Dennoch liest es sich ganz okay, sobald man in Charlottes eigenwilligen Schreibstil mal drin ist, und ist auf jedenfall besser als Schoßgebete. Ich finde das Buch ist auf jedenfall ab 16, arbeitet viel mit verstörenden Gewaltbildern und so richtig empfehlen würde ich es niemanden, der kein Fan von Charlotte ist.
3,5/5 Sternen - aufgerundet für den vorhersehbaren, aber trotzdem gut umgesetzten Plot-Twist am Ende. "People wait all week for friday, all year for summer, all life for happiness" Und ich warte das ganze Buch von Charlotte Roche auf die pervers-eklige Stelle. Macht doch wirklich jeder, man wartet darauf, dass sie etwas abstoßendes schreibt und dann regt man sich darüber auf. Im Gegensatz zu [b: Feuchtgebiete|2914683|Feuchtgebiete|Charlotte Roche|https://d.gr-assets.com/books/1213043857s/2914683.jpg|2941859] und [b: Schoßgebete|11365999|Schoßgebete|Charlotte Roche|https://d.gr-assets.com/books/1327588439s/11365999.jpg|16296809] waren diese Momente hier eher spärlich gesäht. Wenn also jemand nur auf den Ekelfaktor aus ist, ist er bei diesem Buch falsch. "Mädchen für alles" ist ein Gesellschaftsportrait einer überforderten Mutter und Hausfrau, die mit sich selbst, ihrem Leben und ihrem Familienleben nicht zufrieden ist. Ihr neues Mädchen für alles soll da Abhilfe schaffen. Natürlich findet man auch in diesem Buch wieder die wirren Gedankengänge der Protagonistin, die allzu oft ins Leere führen. Dadurch rückt die eigentliche Handlung in den Hintergrund und man erfährt mehr über das Innere der Figur. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Er wirkt flapsig und oft gewollt "cool"; wenn man sich aber einmal eingelesen hat, geht alles sehr schnell. Ich habe das Buch genossen und würde es defintiv weiter empfehlen.
Die ersten beiden Bücher haben mir mehr gefallen. Nicht so einfach Chrissi's Gedanken Zick Zack immer zu folgen.










