Mit „Schuld“ hat mich Ferdinand von Schirach tief beeindruckt. Das Buch besteht aus vielen Kurzgeschichten, die mich ab der ersten Seite gefesselt haben. Statt klassischer Krimi-Spannung wird man direkt in menschliche Abgründe gezogen. Jede Erzählung zeigt das Thema Schuld in ganz unterschiedlichen Facetten und lässt die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmen.Die sachliche Erzählweise des Autors sorgt dafür, dass die Schicksale extrem nahgehen. Man fängt automatisch an, das Gelesene zu hinterfragen, was massiv zum Nachdenken über Gerechtigkeit anregt. Für mich steht fest: Das war ganz sicher nicht mein letztes Buch von Ferdinand von Schirach. Eine absolute Empfehlung!
Ferdinand von Schirach hat mit Schuld ein Werk geschaffen, das einen begeistert.
Wie schon in seinen anderen Erzählungen besticht er hier durch einen extrem präzisen, fast schon kühlen Schreibstil, der die Abgründe der menschlichen Natur ohne unnötige Ausschmückungen offenlegt.
Jede Kurzgeschichte wirft moralische Fragen auf, bei denen es kein einfaches Schwarz oder Weiß gibt. Man ertappt sich ständig dabei, wie man das eigene Rechts und Unrechtsbewusstsein hinterfragt.
Stilistisch hat mich das Ganze sehr an das Buch „Momente“ erinnert . Diese kurzen, intensiven Einblicke in entscheidende Augenblicke, die ein ganzes Leben verändern können, sind einfach meisterhaft eingefangen.
Klare Leseempfehlung.
Ich habe das Buch sehr genossen. Die Art und Weise wie von Schirach schreibt, hat mich regelrecht in einen Bann gezogen. Es ist lange her, dass mich ein Buch so fasziniert und gleichzeitig angewidert hat. Kann ich nur empfehlen👍
Absolut genial!
Habe Schuld heute zum 2. Mal beendet und bin immer noch so hin und weg wie beim ersten Mal.
Definitiv mein Lieblings-Schirach. Kann ich jedem nur empfehlen!
✨ Re-Read ✨Recht haben und Recht bekommen sind zwei unterschiedliche Sachen.
Ich bin jedes Mal baff, wie toll der Schreibstil des Autors ist. Ich denke mal, dass seine Tätigkeit als Strafverteidiger viel dazu beisteuert, dass er durchaus nüchtern als auch gewissenhaft und dennoch spannend die Fälle, die er begleitet hat, wiedergeben kann.
Ich denke, dass es auch durchaus interessant ist für Personen, die nichts mit dem Rechtsbereich zutun habe, einen Einblick zu erhalten, was die rechtliche Behandlung von Fällen auswirken kann und behandelt wird.
Wir haben hier tragische, als auch schöne Fälle (davon eher weniger) und auch Fälle, bei denen man schmunzeln kann (damit meine ich den letzten Fall), die die Arbeit eines Strafverteidigers gut darstellen. Ich finde es einerseits interessant, als auch beklemmend, dass ma mit den Tragödien konfrontiert wird. Es ist schrecklich wie böse der Mensch sein kann.
Für mich ist gefühlt jedes Buch von Ferdinand von Schirach ein Highlight.
Jedoch darf man nach wie vor nicht vergessen, dass es sich hierbei um echte Schicksalsschläge handelt und echte Menschen dahinter stecken.
Seine Bücher kann ich jedem empfehlen.
Kühl neutral und förmlich geschriebene Rechtsanwalt Geschichten die sich mit der Schuld Frage beschäftigen - man könnte sogar sagen dass es die ein oder andere plottwists gibt die allerdings sehr kurz und knapp verfasst sind. Erwartet also kein Freida McFadden twist.
Das war mein erstes Buch von Ferdinand von schirach. Es war wirklich richtig cool. Einige Geschichten hatten es echt in sich. Ich mochte den schreibstil sehr gerne. Sachlich, kurz ohne viel hin und her aber hatte eine große Wirkung! Dieses Buch konnte ich nichr so hintereinander weglesen, da ich einige Geschichten erst “verarbeiten” wollte.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen 😍
In diesem Buch schreibt Ferdinand von Schirach mal wieder in unglaublich guter Schrift 15 Kurzgeschichten nieder.
Es geht im großen und ganzen um Schuld, die Täter/- Opferrolle. Wer ist der Gute, wer der Böse 😈 Es sind spannende und vor allem erschreckende Geschichten mit dabei, die fast immer ein unbehagliches Gefühl hinterlassen und einem länger im Kopf bleiben.
Fazit: Mal wieder ein interessantes Buch, welches man aber nur lesen sollte, wenn man negative Geschichten und Themen wie Gewalt, Mord und sexuelle Übergriffe gut verträgt ❗📚
Ich sag’s direkt: Ich bin einfach ein von-Schirach-Fan ❤️ Und Schuld hat mir wieder genau das gegeben, was ich an seinen Büchern so schätze: Gedanken 💭, Fragen ❓und Themen die nachwirken.
In 15 kurzen Geschichten geht es um Schuld und Unschuld, um Gut und Böse ⚖️ und vor allem um die vielen Grauzonen dazwischen.
Von Schirach zeigt eindrucksvoll, wie Menschen zu Tätern werden können und dass Schuld oft stark von den Umständen abhängt.
Die Themen sind teilweise schwer und bedrückend: Missbrauch, Folter, moralische Dilemmata.
Seine Sprache ist wie immer knapp, distanziert und unglaublich präzise ✍️. Gerade diese Nüchternheit macht die Geschichten so wirkungsvoll.
Viele Fälle werden aus der Sicht eines Verteidigers erzählt, wodurch man automatisch anfängt über Recht und Gerechtigkeit nachzudenken.
Schnell wird klar: Recht ist nicht immer gerecht und niemand ist nur gut oder nur böse.
Schuld ist kein Buch, das man einfach zuklappt und vergisst 📖➡️🧠.
Es bleibt im Kopf, stellt unbequeme Fragen und zeigt, wie schnell sich Rollen verschieben können. Genau das macht dieses Buch für mich so stark.
Ein kluges, nachdenkliches Buch typisch Ferdinand von Schirach und absolut lesenswert 📚✨
Das Buch lässt sich sehr schnell lesen, man kann praktisch durch fliegen. Gut unterteilt, sehr interessant, alles in einem eine Empfehlung wert.
Ich war zwischen fünf und vier Sternen hin und hergerissen, im ersten Drittel des Buches waren fünf Sterne ganz klar, dann sackte es ab auf ungefähr vier Sterne, und am Ende lief es dann so aus meiner Meinung nach. Der Grund ist wohl, nach den ersten drei oder vier Geschichten habe ich jedes Mal das Buch zugeklappt und mich hinterfragt, wer denn nun die Schuld und die Hauptschuld an dem Ende der Story getragen hat. Nach dem vierten Teil habe ich es dann nicht mehr getan und das Buch so zu Ende gelesen, weil die Stories dann dies nicht mehr gebraucht haben. So fand ich es.
Kurze Stories, knapp erzählt typischer Schirach Erzählstil, warum nicht. Ich habe das Buch jetzt zwischen Fitzek und Strobel als Lücke genutzt, praktisch als Pause, als Puffer.
Wer True Crime gerne liest, sollte hier definitiv reinlesen. Die kleinen Kurzgeschichten werden von einem Anwalt erzählt und sind super für zwischendurch und auch echt spannend! Nicht immer läuft alles so, wie man es sich denkt.
Eine schöne Sammlung spannender Kurzgeschichten. Einige haben mich etwas mehr in den Bann gezogen als andere. Vom Stil hat mich das Buch oft an Jorge Bucay erinnert.
Schuld & Unschuld - manchmal gibt es kein schwarz-weiß
15 Kurzgeschichten, größtenteils sehr fesselnd, aus dem Leben eines Strafverteidigers. Am Anfang hat es mich sehr geschockt, weil es so brutal & ungeschönt war. Zum Glück waren nicht alle Geschichten so heftig...
Krass gut fand ich seinen Schreibstil, der ist ziemlich einzigartig.
Allerdings hätte ich gedacht, dass man noch mehr in moralische Dilemmata eintaucht. Dennoch versteht man die Schwierigkeit mit Gerechtigkeit & Gesetzen etwas besser.
Das Buch sorgt stets dafür dass man mit der Schuldfrage konfrontiert wird. Sie weist Szenen auf die für den einen oder andern verstörend sein könnten aber sie gibt gleichzeitig den Einblick davon dass die Schuldfrage nicht immer leicht zu beurteilen ist, wie man das zu glauben scheint. Ein gutes Buch und Ferdinand von Schirach enttäuscht mal wieder mit seinem Schreibstil nie
Ferdinand von Schirach entführt uns in seinen Geschichten in die dunklen Abgründe menschlichen Verhaltens. Mit überwältigender Präzision beleuchtet er erschütternde Schicksale – von einem quälenden Ehemann bis hin zu einem internatsgeschundenen Schüler. Jedes Szenario konfrontiert den Leser mit der komplexen Frage nach Schuld und Verantwortung. Schirachs leiser, aber bestimmter Stil schafft eine eindringliche Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt. Ein starkes Werk, das die Grenzen des menschlichen Verhaltens und die moralischen Grauzonen meisterhaft erkundet!
"Schuld" war das erste Buch von Ferdinand von Schirach, das ich gelesen habe. Der Schreibstil war zunächst sehr gewöhnungsbedürftig; einfach, sachlich und nüchtern beschreibt ihn wohl am besten. Subjekt, Prädikat, Objekt. Ich fand beim Lesen jedoch zunehmend, dass das Buch, so wie es geschrieben wurde, genau richtig ist. Keine Wertungen, keine unnötigen Auschmückungen, und dennoch fesselnd. Dem Leser wird zugetraut, sich eine eigene Meinung zu bilden – darüber, wie man Schuld für sich persönlich definiert und wer wann und in welchem Ausmaß schuldig ist – und das hat mir sehr gefallen.
Die Geschichten selbst sind zum Teil ziemlich heftig, besonders mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie allesamt echte Schicksale von echten Menschen behandeln. Sicherlich nicht für jeden geeignet. Ich denke, die erste Geschichte reicht bereits aus, um zu merken, ob das Buch zusagt oder nicht.
Insgesamt kann ich das Buch definitiv empfehlen!
Ein realistische Einsicht in die brutale Wirklichkeit. Fälle die einen zum Rasen bringen und Übelkeit aufsteigen lassen
Schirach hat in diesem Buch die Frage aufgegriffen, inwieweit Menschen Schuld sind. Ob Menschen in humanen Maßstäben schuldlos sind, obwohl sie es in gesetzlichen nicht sind.
Ebenfalls greift er die Verantwortung der Rechtsorgange, Staatsanwälte, Richter und vor allem Strafverteidiger auf.
Das Buch hat mich an vielen Stellen zum Schlucken gebracht, sowohl von Mitleid, als auch Wut über die Ungerechtigkeiten und die Ekelhaftigkeit einiger der beschriebenen Täter.
Dieses Buch brachte mich zum Nachdenken, wen sollte ich verurteilen, wen nicht? Und sollte ich vielleicht weniger urteilend an andere Straffällige herantreten, ohne ihre Geschichte zu kennen?
„Schuld“ von Ferdinand von Schirach ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die reale Fälle literarisch aufbereitet. Der Schreibstil ist knapp, präzise und oft schonungslos – kein Wort zu viel, keine unnötigen Ausschmückungen. Manche Geschichten haben mich tief beeindruckt und lange beschäftigt, andere ließen mich eher ratlos oder distanziert zurück.
Die nüchterne Erzählweise passt zum Thema, kann aber auch emotional auf Distanz halten. Insgesamt ein kluges, teils verstörendes Buch, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet.
Ein leicht zu lesendes, sehr spannendes Buch mit eindrucksvollen Geschichten aus dem echten Leben. Besonders die ruhige, klare Sprache hat mir gefallen. Ich hätte mir nur mehr persönliche Gedanken oder Gefühle des Autors zu den Erlebnissen gewünscht. Trotzdem sehr lesenswert!
Die Geschichten in „Schuld“ sind knapp, sachlich und oft beklemmend aber gerade diese Nüchternheit lässt vieles ungesagt, was dringend hätte benannt werden müssen.
Schirach unterscheidet nicht zwischen den Kategorien von Schuld, obwohl das bei so vielen komplexen Fällen entscheidend wäre. Immer wieder stehen Frauen im Zentrum, die sich nach langem Leiden zur Wehr setzen mussten, doch statt diese Strukturen sichtbar zu machen, bleibt der patriarchale Kontext meist im Hintergrund.
Manche Fälle haben mich tief berührt, andere haben mich wütend gemacht, nicht nur wegen der Ungerechtigkeit, sondern weil Schirach sie erzählt, als wären alle Schuldgeschichten gleichwertig. Dabei geht es oft um Machtmissbrauch, männliche Gewalt, patriarchale Verhältnisse aber ohne echte Einordnung.
In einzelnen Momenten gelingt ihm ein differenzierter Blick, aber oft hatte ich das Gefühl, er steht auf der falschen Seite oder schaut bewusst weg. Wäre er bei der Auswahl konsequenter gewesen, hätte dieses Buch ein kraftvoller Beitrag zur Debatte über strukturelle Gewalt werden können. So bleibt es ein Buch, das viel andeutet, aber wenig Haltung zeigt.
★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)
Eins meiner Lieblingsbücher von Schirach. Die Fälle sind sehr interessant und es regt einen wirklich an selbst nachzudenken , wer die wirkliche Schuld trägt und ob es gerecht ist.
Das Buch besteht aus 15 kurzen Geschichten, die je einen juristischen Fall skizzieren.
Sie basieren auf wahren Rechtsangelegenheiten, die Schirach als Strafverteidiger erlebt hat. Es stellt sich die Frage, ob Schuld wirklich absolut ist. Bereits in der ersten Handlung wird deutlich, dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer Hand in Hand gehen.
Der Schreibstil ist eher sachlich und beschreibend. Man kann - und soll - sich ein eigenes Bild von der Situation machen und seine ethischen Prinzipien überdenken.
Ich war sehr neugierig auf dieses Buch und die einzelnen Fälle sind auch durchaus interessant und schnell zu lesen. Dennoch hat es mich weniger gefesselt als erwartet, was am nüchternen Stil in Kombination mit der Kürze der Geschichten lag. Mir persönlich fehlte die Tiefe. Es fühle sich manchmal so an, als würde ich nur ne knappe Wikipedia-Zusammenfassung lesen 🙈
Andere feiern von Schirach jedoch genau für diesen analytischen und pragmatischen Schreibstil. 🤷♀️
Die Themen, mit denen er sich befasst, sind auf jeden Fall innovativ, aktuell und lesenswert.
„Schuld“ ist ein besonderes Buch, mit großer Wucht und dabei nüchterner Herangehensweise!
Ferdinand von Schirarch schreibt über juristische Fälle aus seiner eigenen Berufslaufbahn und behält dabei einen nüchternen, präzisen, beinahe distanzierten Charakter bei, wie er wohl in der Juristik gängig und nötig ist. Und doch findet sich in dieser Nüchternheit eine tief versteckte Emotionalität wieder, die mich vollkommen überrascht hat.
Denn was Schirach zeigt, ist nicht Schuld im klassischen Sinne. Er zeigt Menschen, gescheiterte, gebrochene, verlorene. Menschen, bei denen ein einzelner Moment ausgereicht hat, um ein ganzes Leben aus der Bahn zu werfen. Und obwohl er nie urteilt oder vielleicht gerade deshalb, bleibt man als Leser/Leserin mit einem Kloß im Hals zurück.
Schirarch schreibt nie mehr als nötig, hat keine geschönten Formulierungen, kein moralisches Fingerheigen und damit die bewegende, fast schon schmerzhafte Ehrlichkeeit in seinen Darstellungen. Er beobachtet. Und genau das macht seine Texte so tief. Weil er uns zwingt, selbst hinzusehen und zu fragen: Was hätte ich getan? Was ist richtig? Was ist gerecht?
So werden wir als Leser/Leserinnen stetig in die Pflicht genommen, nach Recht und Moral zu bewerten, aber können es nicht, da sich viele der Fälle in Dilemmata auflösen und wir ratlos zurückgelassen werden.
Eine besondere Stärke des Buches liegt in seiner literarischen Struktur. Jeder Fall ist wie ein stilles Echo: kurz, reduziert, aber mit Nachklang. Schirach beherrscht die Kunst des Weglassens. Was nicht geschrieben steht, wirkt oft stärker als das, was gesagt wird. Und gerade dadurch bekommen die Geschichten eine universelle, beinahe philosophische Dimension. Es geht nicht nur um Schuld im juristischen Sinne, sondern um Schuld als Zustand des Menschseins.
Ferdinand von Schirarchs „Schuld“ ist ein forderndes Buch, das weniger erzählt, als dass es zum Nachdenken zwingt. Seine Ehrlichkeit ist unbestechlich, seine Menschlichkeit tief verborgen und gerade dadurch umso eindrücklicher. Eine weitere Qualität des Buches ist seine Zeitlosigkeit: Jede Geschichte könnte gestern passiert sein. Oder morgen. Und vielleicht macht genau das „Schuld“ so beklemmend relevant.
Kühl, präzise, verstörend: Schuld stellt unbequeme Fragen über Recht, Moral und Menschlichkeit – und bleibt lange im Kopf.
Ferdinand von Schirach beweist mit Schuld einmal mehr, dass große Wirkung nicht laute Worte braucht. Sein Erzählstil ist kühl, präzise, fast protokollartig – und gerade deshalb so eindringlich. Die emotionale Zurückhaltung wirkt nicht distanziert, sondern schafft Raum für Reflexion. Leser:innen sind gezwungen, selbst Position zu beziehen, statt einer moralischen Leitlinie zu folgen. Schirach manipuliert nicht – er konfrontiert.
Besonders berührt hat mich die Geschichte einer misshandelten Frau – nicht durch drastische Darstellung, sondern durch das stille Grauen, das zwischen den Zeilen spürbar ist. Generell sind die Figuren in diesen Erzählungen vielschichtig. Kaum jemand ist klar Täter oder Opfer. Meist sind sie beides zugleich. Diese Ambivalenz ist unbequem, aber zutiefst menschlich – und wohl die stärkste Qualität des Buches.
Das Rechtssystem in Schuld erscheint bemüht, aber nicht allmächtig. Paragrafen stoßen an ihre Grenzen, wenn das Leben dazwischenkommt. Immer wieder zeigt Schirach, dass juristische Lösungen nicht immer moralische sind – und dass manchmal der Zufall über Schuld oder Unschuld entscheidet. Er wird in diesen Geschichten zum unsichtbaren Richter: mal grausam, mal seltsam gnädig.
Besonders beeindruckt hat mich, wie respektvoll Schirach mit sensiblen Themen wie Missbrauch, häuslicher Gewalt oder seelischem Verfall umgeht. Er beschönigt nichts, er dramatisiert nichts – und dennoch trifft jede Geschichte tief. Man spürt, dass der Autor selbst aus der juristischen Praxis kommt und das Grauen des Alltags nicht bloß beobachtet, sondern verstanden hat.
Schuld ist kein Buch, das Antworten gibt. Es stellt Fragen – leise, aber eindringlich. Es zwingt Leser:innen, sich mit ihrer eigenen Moral auseinanderzusetzen. Was bedeutet es, schuldig zu sein? Reicht eine Tat? Oder braucht es die Absicht dazu?
Die Lektüre hinterlässt kein Gefühl der Klarheit, sondern eines der Beklemmung, der Ratlosigkeit, der Fassungslosigkeit. Und genau das ist ihre Stärke.
Fazit: Schuld ist ein anspruchsvolles, unbequemes Buch. Für alle, die sich für Recht, Ethik und das menschliche Dilemma zwischen Gut und Böse interessieren – und bereit sind, in Grauzonen zu lesen. Keine leichte Kost. Aber eine notwendige.
Wie schon bei meinem ersten „Schirach“ hat mich auch „Schuld“ wieder sofort in den Sog der Kurzgeschichten gezogen. Präzise, unaufgeregt und doch eindringlich erzählt Ferdinand von Schirach von Menschen, Entscheidungen – und der oft schwer fassbaren Grenze zwischen Recht und Gerechtigkeit.
Ab wann trägt man Schuld? Ist man schuldig, wenn man selbst Gewalt erfahren hat? Kann man einem anderen die Schuld nehmen – oder sie tragen? Nicht jede Geschichte bleibt gleichermaßen im Gedächtnis, aber viele hallen nach. Sie bringen einen zum Nachdenken, zum Zweifeln, vielleicht sogar dazu, sich selbst zu fragen: Hätte ich genauso gehandelt? Könnte ich jemand sein, der verteidigt?
Ein eindrucksvolles, ruhiges Buch, das lange nachwirkt.
Mein erster Schirach, bestimmt nicht mein letzter.
Der sachliche Schreibstil war anfangs gewöhnungsbedürftig für mich, passt aber gut zu den Geschichten. An einigen Stellen fragte ich mich, was für ein ungerechtes Rechtssystem wir haben und wie Rechtsanwälte sich fühlen mögen, wenn sie wissentlich einen Straftäter verteidigen (müssen). Die Schuldfrage scheint oft abgekoppelt von den Verfahren. Dass es noch Richter gibt, die die Situation hinter der Tat berücksichtigen, gibt Hoffnung. Insgesamt ein sehr interessantes Buch und gut zu lesen, auch wenn es manchmal verstörend wirkte.
Sehr interessante Kurzgeschichten, wenn auch mMn etwas schwächer als "Verbrechen"
Nachdem mich "Verbrechen" absolut begeistern konnte, habe ich mich schon sehr auf diesen Band gefreut.
Leider wurde ich minimal enttäuscht. Von Schirach hat hier definitiv auch wieder äußerst packende Geschichten erzählt, jedoch hat "Verbrechen" mich mehr zum Nachdenken angeregt und auch gefühlsmäßig nicht nur stärker auf mich gewirkt, sondern viel facettenreicher.
In der zweiten Hälfte ist das Buch auch wieder ähnlich stark geworden wie "Verbrechen" und hat mich wieder gepackt.
Auch diese Sammlung von echten Kriminalfällen, verpackt und toll erzählt als Kurzgeschichten, decken alle Bandbreiten des Möglichen ab. Auch in diesem Buch werden meist beiden Seiten, Täter und Opfer, gut erleuchtet und die Handlungen nachvollziehbar dargelegt; mal brutal, mal skurril, aber immer spannend und auch unterhaltsam ( ich meine der Hund im Maserati🙈)
Die Geschichten haben mich zum Teil schon ergriffen und mitgenommen, nur leider finde ich seinen Schreibstil persönlich nicht sehr gut.
Alles in allem war es lesenswert.
Ich mag die Schirach Bücher einfach super gerne.
Es ist einfach zu verstehen und gleichzeitig kann man sich in jeden Fall sofort reinfühlen. Immer wieder interessant zu lesen.
Liebe den Schreibstil! Auf das Wesentliche fokussiert, wie bei vielen japanischen Autoren, ohne unnötig lange detaillierte Beschreibung. ☺️ Thematisch auch super interessant.
Ich fand „Verbrechen“ etwas besser, die Fälle in diesem Teil aber ähnlich spannend! Teilweise etwas unbefriedigend, aber passt ja auch irgendwie zur Frage der Schuld..
Geschichten, die mich nicht loslassen - Sie spuken in meinem Kopf weiter – doch ich bin mir nicht sicher, ob als Poltergeister, die mich bedrängen, oder als frische Winde, die neue Gedanken anstoßen. Faszination bleibt.
Dieses Buch entfaltet mit sprachlicher Präzision die dunklen Abgründe der menschlichen Psyche – fesselnd und verstörend zugleich. Die Geschichten sind knapp, treffend und schmerzhaft eindringlich. Sie werfen Fragen über Schuld und Moral auf, doch bleibt ein bitterer Beigeschmack: Ist das noch kluge Gesellschaftsanalyse oder bereits stilistisch raffinierter Voyeurismus?
Während einzelne Passagen eine menschliche Tiefe zeigen, die zum Nachdenken anregt, verstärkt das Buch zugleich stereotype, frauenfeindliche und rassistische Narrative. Fast alle Frauenfiguren sind Opfer – ein Blickwinkel, der mich frustriert zurücklässt. In Zeiten von Fremdenfeindlichkeit und Hass sehne ich mich nach Literatur, die nicht nur Abgründe offenlegt, sondern auch Hoffnungsperspektiven bietet.
Ein Buch, das bewegt, das schockiert - vorallem aber ein Buch, das nachwirkt.
"Schuld" ist mein erstes Buch von Ferdinand von Schirach und hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Die (Kurz-)Geschichten aus der Sicht des Strafverteidigers sind nüchtern und knapp erzählt; an diesen Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen. Das Ungeschriebene verleiht hier enormen Ausdruck.
Das Buch lässt mich mit Wut, Trauer und auch Zweifel an der Menschlichkeit zurück..aber es regt mich enorm zum Denken an.
Habe es aber wirklich verschlungen und bin froh, es aufgrund der guten Rezensionen zur Hand genommen zu haben - daher auch von mir eine klare Leseempfehlung.
Wer trägt die Schuld und ist gut und böse immer so einfach? Von Schirach zeichnet simpel Geschichten, bei denen das einfache Urteil nicht umsetzbar sind. Große klasse!
Ich war wütend, schockiert, fassungslos, gebannt. Jedes Kapitel erzählt eine andere, oft grausame Geschichte.
Harter Tobak, ich mag Menschen jetzt noch weniger als vorher.
Meine Nachbarin vom Haus nebenan hats mir empfohlen. Die mag ich jetzt noch mehr als vorher.