2,5 Sterne Aufgrund des schönen Covers hat es mich schon ewig angelacht und die klassische Geschichte des Aussenseitermädchens, welches Magie entdeckt, konnte ja so falsch nicht sein. Ist es auch nicht, aber leider konnte der Zauber mich nicht richtig packen. Die Greifengeschichte wirkt unausgegoren und die Teile, die in der Schule spielen, sind zu lang. Auch sind die Charaktere neben Melody ziemlich blass, speziell in der Geschichte um die Grossmutter wäre mehr drin gewesen. Dadurch, dass sehr viele Dialoge vorkommen, eignet es sich auch nicht besonders zum Vorlesen. Trotzdem liest es sich recht schnell weg und das schottische Setting ist schön stimmig. Ich würde es für Kinder ab 10 empfehlen, für Erwachsene eher nicht.
Im Prolog wird man als Leser Zeuge des Verrats. Der Greifenritter und der Drachenkrieger stoßen für Verhandlungen um den Frieden aufeinander. Aber der Drachenkrieger hat einen Hinterhalt geplant und der Greifenritter ist hineingetappt. Dann gehts mit Kapitel 1 weiter und man lernt Melody kennen, die mit Ihrer Großmutter in einer Pension wohnt. Es könnte alles so idyllisch sein ,wenn die Familie McLusky nicht wäre. Die Tochter Ashley macht Melody das Leben in der Schule zur Hölle und nun hat ihr Vater es auch noch auf die Pension abgesehen und versucht alles um Melody und ihre Großmutter zu vertreiben und zum Verkauf zu zwingen. Dann bekommt Melody zu ihrem Geburtstag einen Ring geschenkt, der plötzlich zu glühen anfängt. Sie wird zu einem Ei geführt und daraus schlüpft Agravain, der Greif. Und damit beginnt das Abenteuer auf zwei Ebenen, einmal die private Ebene und der Kampf um die Existenz und dann ist da noch die Männer vom Orden, die sich auf Melodys und Agravains Fersen geheftet haben und sie verfolgen. Können Melody und Agravain entkommen? Was steckt dahinter? Welches Geheimnis birgt die Vergangenheit? Der Einstieg ins Buch ist mir sehr leicht gefallen und man kann direkt ab dem Beginn mitfiebern. Melody ist ein tolles Mädchen, dem die Familie und die Freunde viel bedeuten. Roddy ist ihr bester Freund und gemeinsam stehen sie dieses Abenteuer durch. Der Schreibstil ist genau richtig um die angepeilte Altersgruppe und auch ältere Leser ans Buch zu fesseln. Einige Wendungen in der Handlung sorgen für Spannung bei Jungs und Mädchen. Denn auch wenn die Hauptprotagonistin ein Mädchen ist, so denke ich werden auch Jungs an dem Buch viel Freude haben. Neben der Haupthandlung geht es hier auch um wichtige Themen wie Freundschaft, Vertrauen und Familie. Diese Themen werden in kindgerecht und fantasievoll verpackt und zu einer spannenden Geschichte geschnürt. Die Zeichnungen von Helge Vogt, den man als Illustrator bei Disney und einigen Verlagen kennt, unterstreichen die Geschichte ganz wundervoll und sind sehr gelungen. Das Cover hat eine zusätzliche besonderheit, weil es schimmert, wenn man es hin und her dreht. Das finde ich auch sehr schön. Dies ist der erste Band von Gryphony und obwohl einer der Handlungsstränge erst einmal zu einem Ende findet, lässt der Autor natürlich einige Fragen unbeantwortet. Wir freuen uns schon auf den zweiten Band und sind sehr gespannt wie es mit Melody und Agravain weitergeht.
Inhaltlich geht es hier um ein Mädchen namens Melody. Sie lebt mit ihrer Oma zusammen, die eine Pension führt. Leider haben sie Geldprobleme und ein schmieriger Großunternehmer will sie zwingen ihnen die Pension zu verkaufen. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, so macht auch die Tochter dieses Unternehmens Melody in der Schule ihr Leben schwer. Melody ist wirklich ein toller Charakter für Kinder, um sich mit ihr zu identifizieren. Allerdings hat sie keine Ecken und Kanten, aber für ein Kinderbuch ist das okay. Sie hat nur einen besten Freund, aber der ist dafür mehr wert als tausend andere. Die beiden finden ein Ei und aus dem schlüpft ein Greif. Das wird super süß beschrieben und man merkt die Bindung die Melody und der Greif eingehen. Schnell wird klar, dass auch der Greif in Gefahr schwebt und nun müssen die drei zusammenhalten. Das ganze wird für Kinder recht spannend, aber doch eher gefühlsbetont, beschrieben. Allerdings ist es kein All-Age-Buch. Dafür wird alles zu leicht aufgelöst und ist zu einfach strukturiert. Allerdings wird auch nirgends behauptet es sein ein All-Age-Buch und daher ist das völlig in Ordnung. Es gibt keine zu brutalen Szenen, also völlig in Ordnung für ein Kinderbuch. Das Cover stellt eine Szene aus dem Buch dar und ist daher wirklich gut gewählt. Ich finde, dass sogar die tiefe Verbindung zwischen Melody und Agravain darauf perfekt zur Geltung kommt. Helge Vogt hat mich mit dieser Zeichnung so beeindruckt, dass ich überlege mir doch die gedruckten Bücher der Reihe zuzulegen. Der Hörbuchsprecher Stefan Kaminsky ist ja eh einer der besten und auch hier machte er seine Arbeit wieder unglaublich gut. Seine Stimme passte perfekt. Man konnte die einzelnen Personen gut auseinander halten und Emotionen wurden gut vermittelt. Etwas gestört hat mich, dass einige Fragen total offen blieben, ohne das es Sinn ergab. Vielleicht lag es an der Kürzung. Also ich habe keinen direkten Hinweis darauf gefunden, dass das Buch für die Hörbuchfassung gekürzt wurde, aber ich vermute es sehr stark. So wurde das Verschwinden einer Person überhaupt nicht erklärt, was ich sehr merkwürdig fand. *Fazit:* 4,6 von 5 Sternen Dies ist ein wirklich tolles Kinderbuch mit sympathischen Charakteren. Für Kinder ist die Handlung sicher auch sehr spannend, aber vor allem können sie sich mit den Charakteren identifizieren. Das Buch ist kein All-Age- Buch, aber ein fantasyreiches Kinderbuch.


