Respekt, dass sich jemand überhaupt an das Projekt wagt, ein Lexikon zu lesen. Und dann auch noch DAS Lexikon. Die Geschichten und Anekdoten rund um das Lesen der Britannica an sich sind recht amüsant. Aber mitunter nervt es ein wenig. Ein ganz netter Zeitvertreib mit einigen Stellen, bei denen ich durchaus schmunzeln musste, aber das Fazit bleibt am Ende, dass ich irgendwie mehr erwartet hab. Auch das Ende ist doch irgendwie sehr amerikanisch gestaltet; mit einem hübschen pathetisch- moralischen Schlussabsatz, der schon ein wenig schmalzig anmutet. Aber ich will niemandem die Lektüre verhageln :)

Eigentlich ein Buch, zu dem ich unter für mich normalen Umständen wohl nie gegriffen hätte. Aber ich hatte von dem Autor im Rahmen meines Studiums bereits Die Bibel und ich gelesen und war fasziniert vom Einfallsreichtum und ja - auch von der Sturheit des Autors sich voll und ganz auf ein Experiment einzulassen. In Britannica und Ich geht er hin und ließt die gesamte Enzyklopädie (die im englischen Original aus mehreren dicken Bänden besteht) von A-Z durch und berichtet über seine Erfahrungen damit ein Lexikon zu lesen. Berichtet davon, wie viel von dem Gelesenen tatsächlich hängen bleibt und ab und zu gibt er verrückte, seltsame oder besondere Fakten wieder, die er erfahren hat. Ich fand die Grundidee ziemlich großartig, aber auch die Art und Weise daraus ein Buch zu machen und dieses Experiment den Lesern auf witzige, interessante und wissenswerte Art widerzugeben. Ich kann das Buch nur empfehlen für all jene, die mal etwas anderes lesen wollen, für zwischendurch, abseits der gewohnten Biografien, Sachbüchern oder Romanen.

