26. Apr.
Rating:3

Leider nicht so meins 🦊

Dieses Buch hat mir nicht wirklich gefallen. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung leider nicht. Für mich kamen einfach die Emotionen nicht richtig rüber. Es gibt aber auch gute Momente. (Spoiler folgend) Wie schon gesagt, konnte mich das Buch emotional nicht abholen. Obwohl die Geschichte an sich schon traurig ist. Dadurch, dass Paula schon einmal Krebs hatte und dieser nun zurückkommt und die Chancen auch nicht besonders gut standen, hätte ich erwartet, dass ich mehr fühle. Das ist leider nicht der Fall gewesen. Mich hat auch die Geschichte, die von Paulas Mutter, Katja erzählt wird, eher abgelenkt. Auch hier fand ich die Idee theoretisch gut, konnte mich aber nicht abholen und hat mich immer weniger interessiert, sodass ich sie irgendwann angefangen habe etwas zu überspringen. Ich hätte mir eher gewünscht, dass man durch z.B. Rückblicke mehr über die Mutter-Tochter-Beziehung von Paula und Katja erfährt, da die beiden ja direkt zu Beginn schon ein eher angespanntes Verhältnis haben. Im Schluss war das Buch in Ordnung. Das Ende, bei dem sie wieder zuhause sind, Arm in Arm aus dem Fenster schauen und im Park einen Fuchs sehen, fand ich dann doch sehr passend und schön. 🧡

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
3. März
Rating:3

Ist es Ausweglos oder kann man eben doch aus der 11 eine gerade Zahl machen?

Dies ist eine traurige Geschichte über die Ungerechtigkeit einer Tumorerkrankung. Die 14 Jährige Paula dachte sie hätte den Krebs erfolgreich besiegt bis er wieder zurückkehrte. Ihre Mutter Katja ist am Boden zerstört und weiß sich nicht anders zu helfen und nutzt ihre Gabe zum Geschichten erzählen, um ihre Tochter im Krankenhaus auf andere Gedanken zu bringen. Das Buch schafft es einem schonungslos ehrlich zu zeigen, wie schmerzhaft so eine Diagnose eben auch für die Mitmenschen sein kann und schafft durch das Märchen von Katja dennoch eine gelungene Abwechslung, obwohl mir persönlich die Mutter-Tochter-Dynamik und die Ereignisse in der echten Welt deutlich mehr gefallen haben.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
6. Feb.
»Eine Geschichte ist immer eine Möglichkeit. Seit wann glaube ich nicht mehr daran? Und warum eigentlich nicht mehr?«
Rating:5

»Eine Geschichte ist immer eine Möglichkeit. Seit wann glaube ich nicht mehr daran? Und warum eigentlich nicht mehr?«

Katjas vierzehnjährige Tochter Paula hatte den Krebs besiegt. Eigentlich. So dachten sie beide und hofften. Doch nun, etwa ein Jahr später, wurden wieder Metastasen entdeckt. Vor dieser erneut bevorstehenden Operation setzt der Roman ein. Am Krankenhausbett besinnt sich Paulas Mutter auf das, was beide früher schon miteinander verbunden hat – das Erzählen von Geschichten. So beginnt Katja ihr ein Märchen zu erzählen, von Pola, einem Fuchs und einem Schatten… Bereits nach wenigen Seiten wusste ich, dieses Buch wird besonders. Die bewusste, in Details verliebte Sprache ließ mich beim Lesen sprachlos zurück und tief in beide Geschichten eintauchen. Zudem werden aufgrund der ruhigen Erzählweise der Schmerz und die jeweilige Gefühlszustände der Figuren mit all ihren unaussprechlichen Ängsten und Befürchtungen verstärkt. Oft musste ich mich fragen, wie ein so schmerzliches Buch sogleich so wunderschön erzählt sein kann. „Elf ist eine gerade Zahl“ ist nicht nur ein schmerzender und zugleich tröstender Roman, der Mut schenkt und Wut zulässt, während sich eine eskapistische Welt – in Form des Märchens – zu öffnen scheint. Es ist noch vielmehr eine literarische Antwort auf die vielen, nicht selten schnell in kurzer Zeit verfassten und eher belanglosen Bücher unserer Gegenwart, dem sprachlich sowie inhaltlich kaum ein anderer Roman ebenbürtig erscheint. Während des Lesens erschien es mir manchmal, als könnte es einfach nicht möglich sein, was alles auf etwas mehr als 300 Seiten zwischen diesen beiden Buchdeckeln steckt. Doch das ist es. Und es ist großartig. Falls Martin Beyer in eurer Nähe aus diesem Roman liest, solltet ihr das nicht verpassen. Durch seine ruhige und betonte Art des Vorlesens wirkt der Text nochmal, auf einer anderen Ebene, intensiver.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
30. Dez.
Rating:3

Ein Thema, das berührt

Mich hat das Thema angesprochen und ich wollte durch die Augen anderer vielleicht nochmal die Zeit am Krankenbett eines Krebskranken erleben. Die Geschichte ging aber in eine andere Richtung als ich erwartet hatte und bestand zu gut einem Drittel aus einer anderen, eher Fantasy-lastigen Geschichte. Damit konnte ich nicht wirklich viel anfangen und ich bin immer koch skeptisch, wie man so eine Geschichte aus dem Stegreif entstehen lassen kann. Das schien mir zu unrealistisch. Die Botschaft der Geschichte innerhalb der Geschichte wurde mir leider auch nicht ganz klar. Obwohl mir das Buch also über Strecken inhaltlich nicht ganz so gut gefallen hat, hat es mich trotzdem berührt. Der Autor schafft eine Atmosphäre, die sehr nah und umfassend wirkt. Somit war es zwar nicht meine Art von Lieblingslektüre, aber ich gehe trotzdem einigermaßen zufrieden aus dem Buch heraus.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
22. Dez.

Die 14-jährige Paula lebt zusammen mit ihrer Mama Katja. Paula hat Angst. Der Krebs ist zurück. Alles geht wieder von vorn los. Eine schwere Operation hat sie vor sich und keine Ahnung was danach ist. Katja will stark sein für ihre Tochter, ihr beistehen. Sie macht sich Vorwürfe, hat Angst aber auch Hoffnung. Um Paula zu unterstützen, erzählt sie ihr eine Geschichte. Es geht um ein Mädchen und einen Fuchs. Sie schafft eine Parallelwelt um Paula Mut und Zuversicht zu geben. Eine sehr nachdenkliche Geschichte erwartet uns in diesem Buch. Eindringlich wird uns erzählt wie stark die beiden Frauen die Krankheit belastet. Das wirkt sehr authentisch, ohne große Dramen und Übertreibungen. Parallel dazu lesen wir die Geschichte, die Katja ihrer Tochter erzählt. Diese Geschichte hat mich leider nicht so ganz abholen können. Die Idee finde ich klasse aber irgendwie ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Die Abschnitte über Katja und Paula waren für mich sehr bewegend. Die Gefühle der Beiden waren sehr feinfühlig eingefangen. Katja reflektiert viel, denkt über vieles nach. Hier wird wunderbar erzählt wie Geschichten helfen können, sich Ängsten und Sorgen zu stellen.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
21. Dez.
Rating:5

„11 ist eine gerade Zahl“ von Martin Beyer ist ein Roman über eine Mutter, Katja, und ihre 14-jährige Tochter, Paula. Paula hat vor etwas über einem Jahr eine schwere OP und anschließende Chemotherapie wegen eines Osteosarkoms – Knochentumor – hinter sich gebracht. Nun wurden Metastasen in der Lunge entdeckt – der Krebs ist zurück. Für Katja und Paula ein Schock, wie man sich vorstellen kann. Doch beide gehen damit sehr unterschiedlich um, weshalb sich langsam ein Graben durch die Mutter-Tochter-Beziehung zieht. Katja hat das Gefühl, ihre Tochter nicht mehr zu erreichen und keine Sprache zu finden, in der sie mit ihr über die Situation sprechen kann. Doch dann findet sie das Erzählen als Brücke zu ihrem in sich gekehrten Kind. Man begleitet Katja und Paula in diesem Buch knapp 2 Wochen, es ist die Zeit, in der Paula wegen der Metastasen im Krankenhaus ist und an der Lunge operiert wird. Katja ist jeden Tag bei ihrer Tochter und erzählt ihr eine Geschichte, die den Lesenden parallel zur eigentlichen Handlung ebenfalls geschildert wird. Diese Geschichte hat zunächst wenig mit der Realität zu tun, sie scheint in einer Art Dystopie zu spielen, es gibt aber auch Elemente, die man als fantastisch bezeichnen könnte. Es geht um ein junges Mädchen und ihren Kampf gegen ‚das Böse‘, die Geschichte lässt sich letztlich als Metapher für Paulas Kampf gegen den Krebs lesen. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, zugleich hat das Thema viel Schmerz hervorgerufen. Für mich eine gute, heilsame Art von Schmerz. Dazu ist es sprachlich wirklich schön und beinhaltet diese Sätze, die man immer wieder lesen muss, weil sie die eigenen Emotionen so gut ausdrücken oder eben einfach so wahr sind. In die Parallelgeschichte von Pola und dem Fuchs bin ich anfangs nicht so gut reingekommen. Vielmehr interessierte mich, wie es mit Paula und Katja weitergeht. Man muss sich auf diese Parallelgeschichte vielleicht ein bisschen mehr einlassen, später hat sie mir doch ganz gut gefallen. Insgesamt ein sehr schönes Buch, das ich tatsächlich nur schwer aus der Hand legen konnte.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
15. Dez.
Rating:3

Herausfordernd und zum Großteil leider langweilig

Dieses Buch hat mich herausgefordert. Nach der Leseprobe wollte ich unbedingt weiterlesen, weil mich die Nähe zur Protagonistin Katja, deren 14-jährige Tochter zum zweiten Mal an Krebs erkrankt ist, gefesselt hat. Durch Beyers Schreibtechniken habe ich jedes Wort, jedes Gefühl miterlebt und ich hätte mich gefreut, wenn es so geblieben wäre. Die Art und Weise wie die Geschichte, die die Mutter ihrer Tochter erzählt, geschrieben ist, hat mich allerdings überhaupt nicht gefesselt. Ich habe beim Lesen jegliche Lust verloren, weil ich weder Zugang zu den Gefühlen der Figuren hatte, noch etwas wie Spannung oder Sinn hinter der langatmigen Erzählung finden konnte. Inzwischen weiß ich, dass die eingewebte Geschichte neben der realen Ebene durchaus Sinn ergibt – es geht um die Kraft des Erzählens. Aber ich musste mich zwingen, weiterzulesen. Ich war schlicht von Langeweile geplagt und habe eine ganze Weile gebraucht, diese Kraft zu erkennen– und ausgerechnet diese Erzählung nahm mehr Raum ein als die einfühlsam und bewegend geschriebene Ebene, in der wir Katja und ihre Tochter im (Krankenhaus -) Alltag begleiten. Sicher hatte der Autor Gründe, es so zu machen, wie er es gemacht hat, mich hat er damit allerdings nicht abgeholt, was ich schade fand, denn wie gesagt, war die reale Ebene unglaublich gut geschrieben und nachvollziehbar.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
15. Dez.
Rating:3

Herausfordernd und zum größten Teil leider langweilig

Dieses Buch hat mich herausgefordert. Nach der Leseprobe wollte ich unbedingt weiterlesen, weil mich die Nähe zur Protagonistin Katja, deren 14-jährige Tochter zum zweiten Mal an Krebs erkrankt ist, gefesselt hat. Durch Beyers Schreibtechniken habe ich jedes Wort, jedes Gefühl miterlebt und ich hätte mich gefreut, wenn es so geblieben wäre. Die Art und Weise wie die Geschichte, die die Mutter ihrer Tochter erzählt, geschrieben ist, hat mich allerdings überhaupt nicht gefesselt. Ich habe beim Lesen jegliche Lust verloren, weil ich weder Zugang zu den Gefühlen der Figuren hatte, noch etwas wie Spannung oder Sinn hinter der langatmigen Erzählung finden konnte. Inzwischen weiß ich, dass die eingewebte Geschichte neben der realen Ebene durchaus Sinn ergibt – es geht um die Kraft des Erzählens. Aber ich musste mich zwingen, weiterzulesen. Ich war schlicht von Langeweile geplagt und habe eine ganze Weile gebraucht, diese Kraft zu erkennen– und ausgerechnet diese Erzählung nahm mehr Raum ein als die einfühlsam und bewegend geschriebene Ebene, in der wir Katja und ihre Tochter im (Krankenhaus -) Alltag begleiten. Sicher hatte der Autor Gründe, es so zu machen, wie er es gemacht hat, mich hat er damit allerdings nicht abgeholt, was ich schade fand, denn wie gesagt, war die reale Ebene unglaublich gut geschrieben und nachvollziehbar.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
14. Dez.
Rating:3

Gefühle so groß, dass sie kaum in Worte passen

Es gibt Situationen im Leben, in denen ist Elf eine gerade Zahl. Schlägt das Schicksal einmal zu, dann ist alles was wir bisher glaubten zu wissen völlig egal. So ergeht es auch Katja, welche dabei zusehen muss, wie ihre Tochter zum zweiten Mal an Krebs erkrankt. Im Fokus steht in "Elf ist eine gerade Zahl" dabei nicht die Krebserkrankung, sondern was diese mit einer Mutter-Tochter-Beziehung macht und was für eine Kraft Geschichten dabei haben können. Das Buch war definitiv etwas völlig anderes. Neben der intensiven und bedrückenden Stimmung der Realität von Katja und ihrer Tochter Paula schwebte auch immer das Phantastische der Geschichte mit, die Katja ihr erzählt. Gerade diese Geschichte hat für mich dieses Buch besonders gemacht. Der Teil ist (ohne das zu werten) unscharf geschrieben und erfordert vom Lesenden Mitdenken. Sie ist vermutlich auf so unendlich vielen Weisen deutbar, dass es mit Sicherheit Spaß macht, sich über das Buch auszutauschen. Der Schreibstil ist jedoch etwas ungewöhnlich, aber nicht schwer zu lesen. Gerade die Stimmungen und Gefühle, für die es oft keine Worte gibt, werden hier durch die Satzstrukturen deutlich. Da muss man wirklich auch einmal sagen - das ist eine bewundernswerte Arbeit! Jedoch fiel es mir schwer wirklich einen richtigen Zugang zu dem Buch zu bekommen. Ich konnte die Stimmungen und Gefühle zwar sehen, hab mich jedoch stets wie eine Beobachterin von Außen gefühlt, als ob diese Welt unter einer Glaskuppel gefangen wäre. Vielleicht soll das auch genau so sein, doch damit es für mich ein wirklich gutes Buch gewesen wäre, hätte sich die Glaskuppel irgendwann öffnen müssen. Trotzdem ist es natürlich ein gutes Buch, keine Frage. Es bietet vor allem einen intensiven Einblick in ein Schicksal, welches so viele Familien trifft. Und das macht diese Geschichte schlussendlich so besonders und vorallem lesenswert!

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
11. Dez.
Rating:4

Die Kraft des Erzählens

Puh, eine Rezension zu dem Buch "Elf ist eine gerade Zahl" von Martin Beyer fällt mir nicht leicht. Dies liegt definitiv an der Schwere des Themas. Paula, ist ein 14-jähriges Mädchen, das schwer erkrankt ist. Der Autor erzählt von dem Krankenhausaufenthalt, den Schmerzen, denen Paula ausgesetzt ist, vom Hoffen und Bangen. In dieser schweren Zeit wird Paula von ihrer Mutter Katja unterstützt und begleitet. Vor allem erfährt man als Leser, wie es in Katja aussieht. Die Hilflosigkeit und die seelische Belastung, die mit der tückischen Krankheit einhergehen, schildert Beyer authentisch und menschlich. Das Innenleben Paulas kommt, meiner Meinung nach, etwas zu kurz. In aller Unbegreiflichkeit dieses Schicksals fängt Katja an, eine Geschichte zu erzählen, um ihrer Tochter Trost und Hoffnung zu spenden und wieder einen Zugang zu ihr zu finden, da sich beide durch die Krankheit und die einhergehende Pubertät immer mehr voneinander entfernt haben. Diese fantastische Parallgeschichte nimmt die zweite Erzählebene ein. Es sind dann quasi zwei Geschichten in einem Buch. Der Roman verbindet somit die harte Realität mit einer fantastischen Parallelgeschichte, die Trost und Hoffnung spendet. Alle Gefühle und Gedanken sind so menschlich beschrieben und nachvollziehbar. Martin Beyer zeigt in dem Roman, wie stark, aber auch zerbrechlich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sein kann. Zugleich wird man mit den Fragen konfrontiert, wie viel Last man als Elternteil tragen kann und wie viel ein Kind ertragen muss. Wie kann man so etwas Unbegreifliches überhaupt aushalten? Wie würde man nach einem so schweren Verlust weiterleben? Der Roman ist keine leichte Kost. Er ist vor allem für Leserinnen und Leser geeignet, die emotionale und authentische Geschichten mögen. Auf gar keinen Fall ist das Buch für jemanden geeignet, der bedrückende Themen wie "Krankheit" oder "Verlust" nur schwer ertragen oder verkraften kann. Auch die märchenhafte Parallelgeschichte ist bestimmt nicht für jedermann. Da ich überhaupt nicht gern Fantasy o.ä. lese, empfand ich die Parallelgeschichte als zu langatmig. Dennoch ist die Idee gut umgesetzt und zeigt, was für eine Kraft im Erzählen steckt.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
5. Dez.
Rating:4

Ein eindringlicher Roman über Familie, Verantwortung und die Frage, ob man Geschichte wieder gut machen kann.

In Elf ist eine gerade Zahl verwebt Martin Beyer persönliche Schicksale mit den dunklen Kapiteln der deutschen Geschichte auf eindrucksvolle Weise. Der Protagonist versucht, sich mit der Schuld seines Großvaters auseinanderzusetzen – einem SS-Richter – und findet sich dabei in einem inneren Kampf zwischen Distanz und Nähe, Vergangenheit und Gegenwart. Beyers Schreibstil ist klar, reflektiert und zugleich emotional. Die Stärke des Romans liegt vor allem in seiner leisen Intensität: Er klagt nicht an, sondern fragt, zweifelt, tastet sich vor – und genau das macht ihn so stark. Einige Passagen wirken fast essayistisch und fordern Aufmerksamkeit, was den Lesefluss stellenweise verlangsamen kann, dafür aber auch zum Mitdenken anregt. Ein kluges, wichtiges Buch für alle, die sich mit Erinnern, Erben und ethischer Verantwortung beschäftigen wollen – generationsübergreifend und hochaktuell.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag
30. Nov.
Rating:4

Dieses Buch zeigt, wie Liebe trägt und wie Fantasie Räume schafft, in denen Schmerz ein wenig weniger schneidet. Ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und noch lange nachwirkt.

Martin Beyers Roman "11 ist eine gerade Zahl" gehört zu den Büchern, die für mich persönlich schwer zu bewerten sind, weil sie auf sehr persönlichen Erfahrungen beruhen und eine Thematik berühren, die kaum schwerer sein könnte. Es geht um Krankheit, Hoffnung, Verlust und darum, wie man inmitten eines solchen Schicksals überhaupt weiterlebt. Im Zentrum stehen die Jugendliche Paula, die an Krebs erkrankt ist und ihre Mutter Katja. Paula kämpft sich durch Krankenhausaufenthalte und eine erneute Chemotherapie. Begleitet wird sie von ihrem Kuschelfuchs, der eine Art emotionaler Anker für sie ist. Um ihrem Kind Halt zu geben, beginnt Katja eine fantastische Parallelgeschichte zu erzählen. Diese Fantasiewelt läuft neben der realen Handlung her und spiegelt sie als düstere Metapher. Paula wird damit ein Zugang geboten, mit der eigenen Angst und Ohnmacht umzugehen. Was besonders beeindruckt, ist der authentische, sorgfältig recherchierte Blick auf den Krankenhausalltag und auf das Erleben einer schwerkranken Jugendlichen. Im Nachwort wird deutlich, wie intensiv Beyer mit Fachpersonal gesprochen hat. Entsprechend echt, respektvoll und berührend liest sich die reale Ebene. Diese wird getragen von einem warmen, präzisen und poetischen Schreibstil. Für mich lag die Stärke des Romans auch klar in dieser realen Geschichte. Gerade die Beziehung zwischen Paula und Katja ist so einfühlsam und echt beschrieben, dass sie noch lange nachhallt. Die Parallelwelt hingegen rückte im Verlauf des Buches immer stärker in den Vordergrund und verlor für mich etwas von ihrer anfänglichen Kraft. Stellenweise empfand ich sie als langatmig. Sie nahm Raum ein, den ich lieber weiter bei Paula und ihrer Mutter verbracht hätte. Vor allem, weil auch deutlich wird, wie sehr Katja mit ihrem Alltag zu kämpfen hat. Dennoch erfüllt diese Fantasieebene eine wichtige Funktion. Sie zeigt, wie Geschichten Trost spenden können, wie sie Eskapismus ermöglichen dürfen und wie sehr sie Eltern wie Kindern Kraft geben können, um Unbegreifliches auszuhalten. Der Fuchs wird schließlich zum Symbol für Hoffnung, Wille und Verbundenheit - ein stiller Begleiter in beiden Welten. Der Titel des Romans ist schön gewählt und wird immer wieder aufgegriffen; für meinen Geschmack etwas zu häufig. Weniger hätte hier mehr sein können. Trotz kleiner Kritikpunkte bleibt "11 ist eine gerade Zahl" ein tief bewegender, feinfühliger Roman.

Elf ist eine gerade Zahl
Elf ist eine gerade Zahlby Martin BeyerList Verlag