31. Mai
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Erwartet hatte ich eine locker leichte, amüsante Geschichte über das Leben und die Liebe auf dem Land. Gerade das sehr spaßig gestaltete Cover brachte mich auf diese Idee (...obwohl eine Kuh doch keine Haare auf der Nase hat, oder ;) ?!) Nach den ersten Seiten vermutete ich, dass es dann gleich von der Stadt aufs Land geht...und das tat ich dann auch das ganze Buch über, ein kleines bisschen vergeblich. Es geht im Großen und Ganzen um Rob/Robbie/Robert, der als Jugendlicher von seinem Dorf in die große Stadt geflüchtet ist. Er brach jeglichen Kontakt zu seinem früheren Leben ab, nur mit Golo, seinem Jugendfreund, mit dem er gemeinsam türmte, trifft er sich regelmäßig. Nach Jahren ist Robert der stolze Besitzer einer gut laufenden Werbeagentur, erfolgreich, gutaussehend und mit einer hübschen Vorzeigefrau an seiner Seite. Als diese dann aber mit ihm Schluss macht, fällt er in ein tiefes Loch und holt sich Rat in seiner früheren Stammkneipe: Ist doch ganz klar, er braucht eine Frau, die zu ihm passt, eine mit den gleichen Wurzeln, eine vom Land! Und so beginnt die Reise in die Vergangenheit, die Suche nach dem Selbst, nach dem Sinn und der Liebe in Roberts Leben. Diese beginnt damit, dass er den Kontakt zu ehemaligen Schulkameraden sucht. Von Bernd hat er eine Telefonnummer und er ist es auch, der Robbie in den Kreis der Landeier einführt. Dort wird dann erst einmal die Kompatibilität zwischen ihm und einer Jugendschwärmerei getestet, bis Gabi auftaucht, in die er sich wahrhaftig verliebt, obwohl sie so gar nicht sein Stil ist. Bis hierher alles irgendwie nachvollziehbar und ganz okay, doch dann beginnt eine Odyssee der Art „Das bin ich, mit einem Landei fühle ich mich wohl” vs. „Oh Gott, ein Landei! Bäh!”, die Robert sogar in eine Sexkommune führt. Das ewige Hin und Her und Auf und Ab hat den Roman meiner Meinung nach aber nur unnötig in die Länge gezogen, ich musste mich teilweise sehr überwinden, dranzubleiben. Auch die immer mal wieder auftretenden pseudophilosophischen Monologe fand ich unpassend. Das hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass mir Robert sympathischer wurde. Irgendwie konnte ich mit der Hauptfigur nicht so richtig warm werden, aber nicht auf eine so gute Art wie z. B. bei „1984”. Da war ich schon ein bisschen enttäuscht. Das Buch hätte mir definitiv besser gefallen, wenn das Finale auf dem Land eher gekommen wäre, die Personen etwas tiefgründiger gezeichnet worden wären und ich nicht immer aufgrund des Covers bzw. des Titels auf etwas Lustiges gewartet hätte :)

Das Landei
Das Landeiby Florian BeckerhoffList Verlag