28. Dez.
Rating:3.5

Wertvoll!

Nachdem ich kurz vorher "Leben" von Papst Franziskus gelesen hatte, war dann dieses (viel bekanntere Buch) an der Reihe. Neben sehr detaillierten, klassisch autobiographischen Schilderungen der Leben seiner Vorfahren und seiner engsten Familie haben natürlich zahlreiche theologische und gesellschaftliche Themen einen gewichtigen Platz in diesem Buch. Die Geschichte der unzähligen Auswanderer aus Europa, die in Südamerika ein neues, lebenswertes Leben gesucht haben, ist gewaltig im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Jahre der Diktatur, in denen Franziskus Leid, Ungerechtigkeit, Brutalität und Kampf mit tausenden Menschen gemeinsam durchstehen musste, sind an Wahnsinn kaum zu überbieten und eine immerwährende Wunde für alle in Argentinien. Daneben stehen die Liebe, die er vor allem in seiner Familie erfährt, und sein Glaube, der ihn trägt und hält. Und auch daraus erwachsen Visionen für eine Kirche, die sich wirklich zuallererst um die Armen kümmert. Für mich hatte das Buch einige Längen, was aber daran liegen kann, dass ich schon zwei Filme über ihn gesehen und eben ein anderes Buch gelesen habe. Somit war vieles nicht mehr neu für mich und dann zu detailreich. Was ich aber grundsätzlich an solchen Büchern mag (und allen empfehlen kann): Argumente für Einstellungen, die man definitiv nicht teilt, auf sich wirken lassen, verstehen, auch die Genese dieser ergründen, und sie als anders, aber wertvoll annehmen.

Hoffe
Hoffeby Papst FranziskusKösel
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