11. Mai
Rating:5

Spannend auch für Menschen, die keine Kinder haben oder Pädagog*innen sind - für die aber ganz besonders :)

*Werbung da Rezensionsexemplar* Jessica Wawrzyniak ist Medienpädagogin, Datenschützerin und - Überraschung - mit mir verwandt ❤️ Daher weiß ich natürlich, dass sie sich schon seit Jahren beruflich sehr intensiv mit dem Thema Mediennutzung von Jugendlichen beschäftigt, u.a. gibt sie Workshops in Schulen, halt Vorträge auf Fachmessen und schreibt Blogbeiträge sowie Broschüren über neue Trends, Gefahren und Chancen in der Medienwelt mit dem Blick auf Kinder und Jugendliche. In diesem Buch fasst sie die relevantesten Aspekte zusammen, die Eltern wissen und beachten sollten, wenn ihre Kinder ins digitale Leben starten. Neben allgemeinen Erklärungen von Begriffen wie Cookies oder Lootboxen, zeigt sie auf, warum Kinder zu bestimmten Apps oder Verhaltensweisen im Netz greifen, wie Cybermobbing entsteht und - noch wichtiger - wie man damit umgehen kann, wenn das Kind betroffen ist (sowohl auf aktiver als auch passiver Seite). Zu jedem Thema gibt es Checklisten, die Hilfestellung geben, wie Eltern in bestimmten Situation vorgehen oder Hilfe finden können (z.B. auch, wenn das Kind Nacktfotos produziert und diese in falsche Hände geraten). Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass Jessica bei allen Themen nicht nur die Risiken aufzeigt und erst recht nichts verteufelt, sondern immer wieder klar macht, warum Mediennutzung für Kinder und Jugendliche identitätsstiftend ist - auch, wenn Eltern, die in einer Zeit ohne Internet aufgewachsen sind, das in dem Maße vielleicht nicht nachmepfinden können. Jessica betont, dass es wichtig ist, aufmerksam zu sein, den Kindern aber auch zu vertrauen, und gibt immer wieder Tipps, wie sie an bestimmte Gefahrenquellen rangeführt werden können, ganz ohne moralischen Zeigefinger oder Verbote. Obwohl ich weder Kinder habe noch im pädagogischen Bereich arbeite, hatte ich viel Spaß dabei, das Buch zu lesen und habe immer wieder neu dazugelernt - z.B. dass TikTok alle Tasteneingaben, auch Passwörter, mitliest, die man über den in der App integrierten Browser tätigt. Somit denke ich, dass "Screen Teens" ein hervorragendes Buch für Eltern ist, aber auch Nicht-Eltern, die sich selbst auf Social Media rumtreiben, einiges mitnehmen können.

Screen Teens
Screen Teensby Jessica WawrzyniakKösel