
Dieses Buch hat mich zwischendurch erschöpft und trotzdem berührt. "Sita" ist keine leichte Lektüre. Kate Millett schreibt über eine Liebe, die sich festbeißt, die weh tut und die nicht loslässt. Es ist ihre eigene Geschichte, roh und schonungslos. Ihr Stil ist faszinierend. Mal schreibt sie knapp, dann wieder ausufernd. Es fühlt sich an, als würde sie in Echtzeit denken und verzweifeln. Ich mochte das teilweise sehr, auch wenn es mich zu oft angestrengt hat. Es geht um eine suchthaft liebende Frau, die alles gibt, obwohl sie weiß, dass sie verlieren wird. Die ständigen Beschreibungen von Sitas Körper hätten für mich nicht so häufig sein müssen, aber die emotionale Ehrlichkeit dieses Textes hat mich wirklich gepackt. Ich liebe, wie selbstverständlich weibliche Erotik hier erzählt wird, ohne Scham und ohne den Blick von außen. "Sita" ist ein Buch über Sehnsucht, Verlust und das Chaos, das Liebe in uns hinterlässt.
