Mich hat diese Geschichte total gecatcht. Es geht darum, was mit einer Familie geschieht, wenn furchtbare Entscheidung getroffen werden wenn auch aus guten Absichten. Es geht um Identität und Mutterliebe, um die chinesische Kulturrevolution, und wie die Autorin selbst sagt, letztlich auch um Glück. Die Erzählweise fand ich unglaublich ansprechend; für mich war das Buch wirklich ein Pageturner, so wie es der Buchumschlag verspricht. Definitiv eines meiner Highlights in diesem Jahr.
Das Cover ist wirklich mega - wunderschön 💗Schade allerdings, dass der Inhalt und der Hype rund um das Buch meine Erwartungen an eine besondere Geschichte nicht erfüllt haben. Der Roman hat meiner Meinung nach von der Grundidee her großes Potenzial. Die Geschichte über Herkunft, Identität, Familie, gesellschaftliche Zugehörigkeit und die Frage, wie sehr unsere Vergangenheit unser Leben bestimmt, bietet eigentlich viele spannende Ansätze. Auch den Schreibstil fand ich durchaus angenehm. Leider konnte mich die Umsetzung insgesamt nicht besonders überzeugen. Der Roman ist in mehrere Abschnitte und Perspektiven gegliedert, die zwar interessante Einblicke geben, sich für mich aber oft nicht vollständig ausgearbeitet anfühlten. Viele Handlungsstränge und Figuren hätten deutlich mehr Raum gebraucht, um wirklich Tiefe zu entwickeln. Ich hätte mir entweder ein deutlich umfangreicheres Buch gewünscht oder sogar eine Aufteilung in eine Trilogie vorstellen können, damit jede Generation und jede Perspektive genug Platz bekommt. Ein weiterer Punkt, der mir den Zugang erschwert hat, waren die Charaktere. Sie sind für mich emotional eher blass geblieben, sodass ich keine richtige Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Keine der Figuren hat mich wirklich gecached. Und auch das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Nach der interessanten Ausgangsidee und den vielen angelegten Themen hatte ich auf einen stärkeren, emotionaleren oder überraschenderen Abschluss gehofft. Stattdessen fand ich das Ende eher unspektakulär und es hat mir nicht das Gefühl vermittelt, dass sich die Geschichte wirklich rund oder besonders eindrucksvoll schließt.
"It was a relief, to forget about them. In forgetting, I could feel less guilt for having abandoned them."
Ein ganz tolles Buch über die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen und was diese Zerrissenheit mit Kindern und Erwachsenen gleichermaßen macht. Ich finde, es ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen die familiäre Dynamik aufzuzeigen, die sich aufgrund von Auswanderung/Flucht ergibt. Auch die Missverhältnisse zwischen arm und reich werden gut beschrieben, wie viel Macht Geld mit sich bringt und wie hilflos man dem ausgesetzt ist. Eine wirklich vielseitige Geschichte, die aus den Perspektiven von 3 Generationen erzählt wird. Durch die Perspektivwechsel konnte man einiges besser verstehen und einordnen und hatte so ein wirklich gutes Gesamtbild. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und sehr detailreich und lebendig. Eine klare Leseempfehlung!
Eine ganz besondere Geschichte. Der 3. Teil, aus Sicht der Großmutter, hat mich sehr berührt.

Grossartige Familien- und Herkunftsgeschichte
Dieses Buch dreht sich um zwei Themen die, glaube ich, jeder Mensch je nach Lebensweg unterschiedlich beurteilt. Identität und (DNA) Forschung Was ist Identität? Die Staatsbürgerschaft, die Sprache, das Aussehen, die Familie, Gefühle? Und wie weit darf/ soll die DNA Forschung gehen und umgesetzt werden, damit sie ethnisch und moralisch noch vertretbar ist und hat diese Forschung das Recht, DNA Manipulationen an Menschen vorzunehmen die noch zu klein oder sogar ungeboren sind und nicht selber Entscheidungen treffen können? Denn genau das ist in der Geschichte passiert. Nicks Mutter Lily ist chinesisch, ihre Eltern flohen unter dem Mao Regime aus China in die USA. Nick aber hat äußerlich keine chinesischen Erkennungsmerkmale. Er ist blond, groß, blauäugig, amerikanisch durch und durch. Lily hat ihn alleine großgezogen, ohne Kontakt zu Verwandten und ziemlich abgeschottet auf einer Insel im Westen der USA. Als Teenager will Nick wissen, wer sein Vater ist und kommt dank eines Gentests der Wahrheit seiner Herkunft – der amerikanischen wie auch der asiatischen – immer näher. Eine Wahrheit, die seine Mutter Lily ihm selber nicht sagen konnte, da sie, als Nick geboren wurde eine nicht wiedergutzumachende Entscheidung entdeckt hat, die ohne Ihr Wissen durchgeführt wurde. Ich muss sagen, dass ich vor diesem Buch Respekt hatte, da ich nicht genau wusste, was mich erwarten wird. Das Buch ist jedoch so packend geschrieben, dass ich nach wenigen Seiten schon mitten in der Geschichte steckte. Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. Drei Generationen erzählen ihre Geschichte, Lily im ersten, Nick im zweiten und May, Lilys Mutter, im dritten. Mathew, Nicks Vater ist ebenfalls ein bedeutender Protagonist in der ganzen Geschichte. Jeder Teil endet ziemlich abrupt und erst im letzten Teil des Buches werden Fragen beantwortet. Das Buch bietet viel Gesprächsstoff über Herkunft, Zugehörigkeit, Ethnik und Moral und die Frage, gibt es die «real Americans» überhaupt? Eine großartige Familien- und Herkunftsgeschichte.
30 % read, DnF. Bored to death.
Interessante Materie, erzählerisch nicht überzeugend
"Real Americans" erzählt chinesisch-amerikanische Geschichte aus den Perspektiven dreier Generationen. Die historische und gesellschaftliche, durchaus auch gesellschaftskritische Komponente des Romans war sehr interessant. Erzähltechnisch ist er jedoch eine Herausforderung: einerseits langatmige Handlungsverläufe, die fast schon dazu einladen seitenweise nur zu überfliegen; andererseits irritierende Handlungs-und Zeitsprünge, durch die man beinahe den Faden verliert. Das Ende ist dann für längere Zeit vorhersehbar.
Ein sehr mitreißendes Buch, dass mich total gefesselt hat.
Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt und erzählt nacheinander die Perspektiven von drei verschiedenen Generationen mit vielen Zeitsprüngen. Sie handelt von Familie, Einwanderung, Geschichte, Armut/Reichtum, Biologie, Liebe und vielen Geheimnissen. Am Ende fügt sich die Geschichte der drei Generationen wunderbar zusammen und vieles ergibt Sinn. Teilweise ist es jedoch gewöhnungsbedürftig, dass die Story einerseits sehr ausführlich erzählt wird und andererseits manche Passagen sehr schnell abgehandelt werden. Alles in allem ein absolut lesenswertes Buch!
Ein grandioses Werk dreier Generationen, das sehr berührt! Authentische Figuren, unerwartete Handlungsentwicklung, spannend und fokussiert.
Pageturner
Gehypten Büchern stehe ich grundsätzlich skeptisch gegenüber. Schon zu oft habe ich erlebt, dass die mehr versprochen wird, als letztendlich gehalten werden kann. Real Americans ist ein solches Hypebuch. Mit einer riesigen Marketingkampagne und der Aktion Deutschland liest ein Buch wurde aus vom Verlag herausgebracht. Der Klappentext klang ebenfalls nach einer Familiengeschichte, wie es sie schon zur Genüge gibt. Als ich dann zu lesen begann, war ich dafür umso überraschte, dass sie die Geschichte so ganz anders zu entwickeln begann. Tatsächlich wollte ich das Buch nach ein paar Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen. Es wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln und Zeitpunkten erzählt. Der erste Teil beginnt 1999 und wird aus Lilys Perspektive erzählt. Danach erfahren wir durch ihren Sohn Nick, wie die Handlung ab 2021 weitergeht. Im letzten Teil schließlich erzählt May, Mutter bzw Großmutter der beiden, die Geschichte zu Ende. Dieser Teil ist Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig. Mit dem Beginn jedes der weiteren Teile hatte ich Sorge, die Geschichte könnte mich nicht mehr interessieren oder ich würde nicht hineinfinden. Doch Rachel Khong schreibt derart gut, dass sich dies als völlig unbegründet herausstellte. Real Americans ist ein absoluter Pageturner und jede der drei Perspektiven war genauso spannend wie die anderen. Ein paar Abers habe ich dennoch. Es waren gar nicht mal so sehr die vielen Zufälle, die mich gestört haben; das Leben schreibt manchmal einfach Geschichten. Vielmehr war es der Mangel an Kommunikation, der sich häufig im Roman findet. Ganz viele Entwicklungen hätten sich vermeiden lassen, hätten manche Personen einfach mehr und besser miteinander gesprochen. Das magische Element mit dem Samen der Lotuspflanze gefiel mir sehr gut. Weniger gelungen fand ich dagegen das genetische Element. Der Zeitpunkt, zu dem die Veränderungen im Buch vorkommen, sind die späten 1970er / frühen 1980er bzw. der Anfang der 2000er. Selbst mit sehr viel Geld und Wissen, wie es hier vorhanden ist, waren gewisse Dinge zu den damaligen Zeitpunkten nicht möglich. Besonders beim ersteren Zeitpunkt scheint die Autorin selbst nicht so genau zu wissen, wie das denn alles funktionieren soll. Ich habe Real Americans wirklich gerne gelesen. Dennoch waren es diese Unstimmigkeiten und die Tatsache, dass ich mir noch mehr zur Aussage erwartet hätte, was denn nun eigentlich Real Americans ausmacht, die mich nicht ganz so begeistert zurücklassen, wie ich es erwartet hätte.

Das Buch konnte ich nicht weg legen.
Das Buch Real Americans von Rachel Khong hat mir wirklich gut gefallen. Ich fand es sehr interessant, schön geschrieben und auch emotional berührend. Besonders spannend ist, dass die Story in drei Teile aufgeteilt ist, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden: Lily, Nick und Mai. Dadurch bekommt man einen viel tieferen Einblick in die Figuren und ihre Gedanken. Im ersten Teil geht es um Lily, die als junge Frau ihren Platz im Leben sucht. Sie hat einen schwierigen Hintergrund und fühlt sich oft zwischen verschiedenen Welten hin- und hergerissen. Als sie Nick kennenlernt, der aus einer wohlhabenden Familie kommt, prallen zwei sehr unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander. Ihre Beziehung ist intensiv, aber auch kompliziert, weil soziale Unterschiede und persönliche Unsicherheiten immer wieder eine Rolle spielen. Der zweite Teil erzählt Nicks Sicht auf die Dinge. Hier versteht man besser, wie er denkt und warum er sich in bestimmten Situationen so verhält. Seine Familie, Erwartungen und sein eigener Druck beeinflussen ihn stark. Dadurch wirkt er als Figur viel greifbarer und nicht mehr so distanziert wie am Anfang. Im dritten Teil steht Mai im Mittelpunkt. Durch sie werden viele offene Fragen geklärt, und die Geschichte bekommt noch einmal eine ganz neue emotionale Tiefe. Man erkennt, wie die Entscheidungen der anderen ihr Leben geprägt haben und wie alles miteinander verbunden ist. Am Ende läuft die Story darauf hinaus, dass die Figuren sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und versuchen, ihren eigenen Weg zu finden. Es gibt kein klassisches Happy End, aber eher ein realistisches und nachdenkliches Ende, bei dem es um Verständnis, Identität und Versöhnung geht. Insgesamt fand ich das Buch sehr gelungen, weil es nicht nur eine Liebesgeschichte ist, sondern auch Themen wie Herkunft, Familie und soziale Unterschiede behandelt. Es regt zum Nachdenken an und bleibt auch nach dem Lesen noch im Kopf.
Ein typisches Hype-Buch
An diesem Buch kam, zumindest in Social Media, nicht vorbei. Eine riesige Aktion mit 'Deutschland ließ ein Buch' war das. Nun könnte man meinen, dass die Erwartungshaltung bei mir entsprechend hoch war. War sie nicht, weil ich solch stark gehypten Büchern grundsätzlich kritisch gegenüber stehe. Aber mein Interesse war groß genug, es lesen zu wollen. Was mit am Hörbuch sehr gut gefallen hat, dass die unterschiedlichen Perspektiven von drei verschiedenen Sprechern gesprochen wurden. Damit ist klar, dass es drei Perspektiven gibt. In der Vergangenheit (90er) lernen wir Lily kennen, in der Gegenwart ihren Sohn Mathew und in der Zukunft trifft Matthew seine Großmutter May, Lullys Mutter. Alle drei erzählen ihre Geschichten, ihre Freuden, ihre Sorgen. Es beginnt als chinesisch-amerikanische Familiensaga und mündet in Hightech und Reproduktion. Was ist ethisch vertretbar, wie viel wollen wir uns Menschen steuern, wie viel Einfluss haben wir auf den Kreis des Lebens? Große Themen werden in dem Buch behandelt. Das ist phasenweise sehr interessant, aber insgesamt für mich immer wieder sehr zäh. Ich habe mich sehr schwer getan. In das Buch hineinzufinden und anfangs störten mich Sätze wie 'Sie war einmal schön, da bin ich mir sicher, aber jetzt war es nicht mehr zu erkennen' oder 'Ich sah Matthew, der bei einer dünnen Frau stand'. Dieses Reduzieren auf Äußerlichkeiten stößt mir bitter auf. Aber im weiteren Verlauf merke ich, wie gut das in das Buch passt. Dennoch halte ich einige Entscheidungen der Protagonist*innen für fragwürdig und bin nur wirklich tief eingetaucht. Ich kann nicht genau festmachen, woran es lag, irgendwas fehlte. Vielleicht die Sympathie für einen der Protagonist*innen, vielleicht die Art zu schreiben. Ich mag mich dem Hype demnach nicht anschließen und doch wirkt das Buch bei mir nach. Denn das Thema ist hochaktuell und wie ich finde, auch brisant. Ich bin (noch) dafür, dass wir nicht zu sehr in unseren Genpool eingreifen, aber ich sehe auch leise positive Aspekte.

Für mich unspektakulär und überbewertet
💭 M E I N U N G Rachel Khong nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Zeiten und Kulturen indem sie in drei verschiedenen Abschnitten jeweils die Geschichte von unterschiedlichen Personen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Kulturen nacheinander beschreibt (ja, das klingt kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht). Ich bin eher ein ungeduldiger Leser und war zwischenzeitlich mehrfach kurz vor dem Abbrechen des Buches, da inhaltlich für mich einfach zu wenig passiert ist und ich auch nicht so richtig ausmachen konnte, wo die Handlung hinführen soll. Allerdings haben mich dann die positiven Bewertungen und generell der Hype um das Buch dazu gezwungen, es weiter zu lesen. Erst auf den letzten Seiten des Buches hat es für mich Klick gemacht und die Frage nach dem Sinn dieser Erzählung, hat sich geklärt. Trotzdem blieb ich mit einer gewissen Enttäuschung zurück, da die Protagonisten für mich über die gesamte Geschichte hinweg sehr distanziert und flach beschrieben wurden, es kaum an Spannung aufgenommen hat und am Ende auch eher offen bleibt. Das Buch thematisiert wichtige Debatten, unter anderem werden Gentechnik (und dessen Zukunft), Rassismus und Selbstoptimierung, aber auch generelle Identitätsfragen werden gestellt, trotzdem war es für mich nicht rund verpackt, viel zu weitläufig und ausufernd und einfach nicht auf den Punkt gebracht. Auch an Emotionen und Sogwirkung hat es mir gefehlt, ich hätte das Buch problemlos weglegen können. Schade, die Grundidee hat mir wirklich gut gefallen und auch die drei Zeitebenen waren stimmig miteinander verknüpft. Die Größe Schwachstelle liegt für mich in der fehlenden Tiefe - sowohl bezüglich der Charaktere, als auch im Ganzen. ⭐️ F A Z I T Ein Roman über Identität und Rassismus, der in Form einer Familiengeschichte voller Irrungen und Wirrungen erzählt wird und sich erst am Ende auflöst, wenn auch nicht in Gänze. Von mir gibt’s 2 ⭐️ !
Ein Buch, dass einem zum Nachdenken anregt...auch über das eigene Leben nachzudenken.
Interessante Skizze darüber wie sehr Vergangenheit ihre Kreise zieht und von Generation zu Generation Muster und Verhalten weitergibt, wenn diese nicht unterbrochen und bearbeitet werden können. Wobei sich hier auch die Frage stellt, wie das gehen kann? Auf jeden Fall nicht durch Abbruch und Weglaufen. Rachel Khong geht zurück bis zum Machtregime der Roten Armee und wie diese Schreckensherrschaft auch weitere Generationen beeinflusst, wie sie wortwörtlich in den Genen stecken bleibt. Zudem legt sie den Finger auf Alltagsrassismus und -Klassismus, um bei Lesenden den Blick dafür zu öffnen. Zu schärfen in welchen Facetten Nationenübergreifend Abwertung und Machtungleichheit genutzt wird. Hier und da hat mich die Autorin etwas verloren. An manchen Stellen ist der Hergang von so vielen Zufällen geprägt, dass es doch sehr konstruiert wirkt. Trotzdem verfehlt der Roman seine eindringliche Wirkung nicht.
Wenn jede Entscheidung weiterwirkt💭
Real Americans von Rachel Khong habe ich durch die Initiative „Deutschland liest ein Buch“ angefangen zu lesen. Insgesamt fand ich das Buch ganz okay & gut geschrieben, angenehm zu lesen und ich war auch relativ schnell durch. Der Schreibstil ist definitiv eine Stärke, weil er ruhig, klar und unaufgeregt durch die Geschichte führt. Was ich aber wirklich interessant fand, ist die Art, wie persönliche Schicksale mit größeren gesellschaftlichen Themen verknüpft werden. Klasse, Herkunft, Migration, Wissenschaft – alles hängt irgendwie miteinander zusammen und wirkt wie ein größeres Konstrukt, das sich durch die ganze Familie zieht. Dabei hatte ich oft das Gefühl, dass jede Entscheidung nicht nur eine einzelne Person betrifft, sondern sich wie eine Kette durch die nächste Generation zieht. Das macht die Geschichte auch irgendwie emotional schwer, weil niemand in dieser Familie einfach nur für sich selbst existiert. Am Ende habe ich mich gefragt, ob Fortschritt, Ehrgeiz oder sogar Liebe manchmal eher Dinge sind, die mehr zerstören können, als dass sie wirklich retten. Insgesamt ein interessantes Buch mit starken Themen, das mich gedanklich beschäftigt hat, aber emotional eher ruhig geblieben ist.
Ein richtig gutes Buch
Real Americans – Rachel Khong Wann ist man eigentlich ein Real American? Wie viele Generationen muss die eigene Familie schon im Land leben? Wie weiß muss man sein? Auf welchem College muss man studiert haben? Die USA sind ein melting pot und die Einwanderungsgeschichten der Amerikaner*innen so vielfältig wie das Land selbst. Rachel Khong erzählt eine dieser Geschichten. Sie erzählt von einem Sohn, der seiner Familiengeschichte auf den Grund geht. Die Wurzeln seiner Mutter Lily liegen in China, doch im Gegensatz zu ihr, sieht er mit seinen blauen Augen und seinem hellen Haar so gar nicht nach chinesischen Vorfahr*innen aus. Er kennt seinen Vater nicht und seine Großmutter ist angeblich tot. Doch Nick ist sehr intelligent und so deckt er die Geheimnisse seiner Familie nach und nach auf. Neben Nicks Perspektive, erzählt das Buch auch aus Lilys Sicht, die in den USA geboren wurde und lange nicht mal der Sprache ihrer Vorfahr*innen mächtig war und aus der Sicht von Nicks Großmutter May, welche als junge Frau vor der Kulturrevolution Chinas in die USA flüchtete. …Und das war so interessant! Wenn ihr euch für die Geschichte Chinas interessiert, werdet ihr hier auf jeden Fall auf eure Kosten kommen, auch wenn diese nur einen ganz kleinen Teil des Buches einnimmt. Es geht um Migration, um Wissenschaft, um Bildung, um Familie, um die USA,…ich könnte ewig so weiter machen, denn dieses Buch ist wirklich voll von wichtigen Themen. Dabei ist der Plot einfach gut erzählt und die verschiedenen Perspektiven wirken sehr authentisch. Ein fast schon episches Buch, welches mich sehr gut unterhalten hat und dessen ich, trotz seiner Dicke, nicht überdrüssig wurde.
Schöner Schmöker!
Deutschland liest ein Buch - und es hat sich gelohnt! Der Roman erzählt eine amerikanisch-chinesische Familiengeschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Die Geschichte ist so gut geschrieben, dass ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte. Allerdings ist mir das Thema der Genmanipulation an den meisten Stellen zu flach geblieben und es wirkte eher wie ein Randthema als das entscheidende Schlüsselelement, das es eigentlich war. Dennoch eine absolute Leseempfehlung von mir.

Identität aus der Petrischale
Es ist Silvester 1999, als Lily Matthew auf einem Firmenevent kennenlernt. Sie ist Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin, er Erbe eines millionenschweren Pharmaunternehmens. Sie scheinen nicht zusammenzupassen, kommen aus verschiedenen Welten und doch wollen sie ihren Lebensweg gemeinsam beschreiten. Doch es verbindet die beiden mehr als sie ahnen. Zwanzig Jahre später sucht Lilys Sohn Nick nach seiner Vergangenheit, nach dem Vater, den er nie kannte. Aber kann er auch mit dem leben, was er aufdecken wird? Rachel Khong nimmt den Leser mit „Real Americans“ mit auf eine Reise durch die Zeiten und Kulturen. Es beginnt mit Lily und Matthew, die gemeinsam das Millennium erleben, geht weiter mit Nick im Hier und Jetzt und zu guter Letzt ins China der Sechziger und sogar ein wenig in die Zukunft. Lange darf man sich beim Lesen fragen, was genau die Autorin mit diesem Buch eigentlich thematisieren wollte, vom Offensichtlichen, also Einwanderung, Herkunft und Rassismus, einmal abgesehen. Erst auf den letzten Seiten schließt sich der Kreis dieses Buches, das letztendlich vor allem eine unwahrscheinliche Familiengeschichte voller Irrungen und Wirrungen erzählt, gespickt mit den Hindernissen des Lebens in den USA für alle, die nicht der absurden Norm entsprechen. Der Stil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig distanziert. Ihr Fokus liegt eindeutig nicht darauf, dem Leser die Protagonisten besonders sympathisch zu machen. Es stellt sich beim Lesen eher wenig Nähe zu den handelnden Figuren ein. Besonders im ersten Teil bleibt man auf Abstand zu Lily und Matthew, lernt etwas über ihr Aussehen und ihr Verhalten, ihre Gefühle bleiben jedoch fremd, die Charaktere wirken beinahe flach oder zweidimensional, reduziert auf die Elemente, die für das Storytelling wichtig sind. Daran muss man sich gewöhnen können, außerdem muss man Geduld mit dem Buch haben. Nicks Geschichte steht zum Beginn in starkem Kontrast. Ihm kommt man auf persönlicher Ebene etwas näher, auch wenn er ebenfalls kein besonders liebenswerter Protagonist ist. Seine Geschichte beginnt als klassisches Coming of Age, mit Sinnsuche und seinem Versuch, Gleichgewicht in seiner Herkunft und seinen Wurzeln zu finden, was ihn aber natürlich nur immer tiefer in ein Geflecht aus Verstrickungen, Fragezeichen und moralischen Fragwürdigkeiten führt. Im letzten Teil begegnen wir ihm dann als Erwachsenen, der versucht, aus dem Kreislauf, dem seine Familie seit Generationen folgt, auszubrechen. Über den Erfolg dessen lässt sich streiten. Lange Zeit war beim Lesen für mich die vorherrschende Emotion Skepsis, einfach weil das Buch so lange braucht, um klarzustellen, welche Geschichte es eigentlich erzählen möchte. Dazu kommt dann der eigenwillige, unpersönliche Stil mit den teils flach wirkenden Charakteren. Dennoch übt das Buch auf lange Sicht eine Faszination aus, möchte man doch endlich wissen, welche Verbrechen von den Reichen und Mächtigen begangen wurden, im Namen von Moral und Wissenschaft. Diesen Aspekt, der ja beinahe schon philosophisch ist, hat das Buch unter dem Strich auch sehr authentisch eingefangen und liefert somit auch einen bemerkenswerten Beitrag zur aktuellen Debatte über die Zukunft der Medizin, speziell der Gentechnik, und der Frage, wie weit Selbstoptimierung gehen darf. Das alles verbindet die Autorin dann mit ihrem (zugegebenermaßen eher schrägen) Familienepos und thematisiert auch den Irrsinn der amerikanischen Identität und den ständigen, unterschwelligen Rassismus, mit dem so viele Menschen täglich zu kämpfen haben. Auf einen ganz klaren Schlusspunkt kommt sie am Ende nicht und es scheinen auch einige Fragen zu den verschiedenen Zeitebenen offen zu bleiben, doch am Schluss siegt die Faszination, die dieses Buch trotz seiner Mängel auf jeden Fall ausgeübt hat.
Drei unterschiedliche Perspektiven, drei unterschiedliche Leben, eine Familie. Schönes Buch für nebenher.
Familiengeschichte aus der Sicht von drei Generationen, eintauchen in die Geschichte China, Genetik und Schicksal.....
Mir fasst zu viele Themen, die dieses Buch anreisst. Die Sprünge zwischen den Generationen mir manchmal zu verwirrend, die Geschichte gerade am Anfang nicht sehr realistisch. Das Buch lässt mich insgesamt nachdenklich zurück.
Manchmal etwas langatmig aber trotzdem schön zu lesen. Inhalt regt zum nachdenken an.
Ich fand die Geschichte in den verschiedenen Zeitebenen und aus Sicht von den verschiedenen Protagonisten gut erzählt …
ich konnte mich gut hineinversetzen und lernte mit der Zeit zu verstehen warum und weshalb die Personen so handelten wie sie es taten …. auch wenn es nicht die besten Entscheidungen waren …. es waren auch gute Gedankenansätze dabei …. alles in allem hab ich es gerne gelesen …. jedoch kann ich den großen Hype um das Buch nicht ganz verstehen…. ich finde es gibt viele vergleichbare Bücher die mir teilweise besser gefallen haben 🙃
Ganz anders als ich erwartet hatte. Ich kann’s tatsächlich auch nur schwer für mich einordnen. Zwischendurch hatte es mich ein wenig verloren, am Ende wieder mehr gewonnen.
Unterhaltsamer Generationenroman!
Tolles Hörbuch, sehr gut und abwechslungsreich gelesen. Der Plot gefällt mir, obwohl ich die ersten Kapitel eher abschreckend fand. Die Beziehung zwischen Mathew und Lilly wurde mir etwas zu kitschig und klischeehaft dargestellt. Zum Glück habe ich weiter gehört! Die Teile aus Nicks und Mays Sicht haben mich überzeugt.

Anders als erwartet aber sehr sehr gut
Man hätte so viel mehr draus machen können☹️ Der Roman der amerikanischen Autorin Rachel Khong spielt in drei Zeitebenen. Zunächst befinden wir uns in den Jahren 1999 bis 2001 und erfahren mehr über Lily, die Tochter eines chinesischen Einwandererpaares, und ihre (unmögliche) Liebesgeschichte zu Matthew, einem Sohn aus reichem Hause. Die Geschichte hört abrupt auf, wir springen in das Jahr 2021 und erfahren mehr über Nick, Lilys Sohn, der ohne Vater aufgewachsen ist. Der dritte Teil spielt in der Zukunft im Jahr 2030 und wird aus der Perspektive von May, Lilys Mutter, erzählt. Dieser enthält viele Rückblenden und man erfährt endlich die Umstände der Einwanderung. Das Buch handelt von Migration, sich fremd fühlen, von schwierigen Familienverhältnissen und dem Eingriff in die Genetik des Menschen, kratzt aber bei allen Themen nur an der Oberfläche. Man denkt jeden Moment, da kommt jetzt mehr, aber es plätschert weiter so vor sich hin. Auch die Gefühle der Protagonistinnen bleiben seltsam abstrakt und unklar. Da das Buch unter dem #Deutschland liesteinBuch vom Verlag vermarktet wird, war meine Erwartungshaltung doch deutlich höher. Was aber positiv ist, ist, dass sich das Buch relativ schnell und flüssig liest, und der dritte Teil es in Teilen doch herausreißt. Dieser ist ziemlich ausführlich geschrieben. Man erfährt einige Details über das Leben in China in den 1960er und 70er Jahren unter Mao Tse-tung, über die Umstände der Flucht aus China und das Fußfassen in den USA in den ersten Jahren. Aber in Summe bleibt das Gefühl, dass das Potenzial nicht ausgeschöpft wurde.
Einfach ein richtig gutes Buch!
REAL AMERICANS Autor*in: Rachel Khong Übersetzer*in: Tobias Schnettler Verlag: Kiepenheuer & Witsch Seitenzahl: 528 ET der deutschsprachigen Ausgabe: 12.02.2026 Worum geht´s? Es geht um viel in diesem Buch, u.a. um Familie und Zugehörigkeit, Herkunft und Identität, Privilegien und Klassismus, sowie zwei sehr große Fragen: Was bedeutet es, Amerikaner*in zu sein? Und was macht uns zu dem, was wir sind? Rachel Khong erzählt anhand von drei Generationen einer Familie, wie sehr sich das Leben ändern kann – je nachdem, welche Entscheidungen man trifft. Khong teilt das Buch in drei große Kapitel ein. Zunächst lernen wir Lily kennen. Ihre Geschichte behandelt die Jahre 1999 - 2003: Lily Chen, Tochter chinesischer Einwanderer, 22 Jahre alt und unbezahlte Praktikantin einer Werbeagentur. Durch Zufall trifft sie auf Matthew und die Geschichte nimmt zunächst ihren sehr vorhersehbaren Verlauf. Er ist nicht nur sehr gutaussehend, sondern auch sehr reich und dazu scheinbar auch sehr nett. Nach einer kurzen Trennung finden sie wieder zusammen, heiraten und bekommen ein Kind. Dieses Kind, Nick, ist der Protagonist des zweiten Teils, der im Jahr 2021 beginnt. Lily und Matthew haben sich getrennt, als er noch ein Kleinkind war. Er wächst mit Lily als alleinerziehender Mutter in bescheidenen Verhältnissen auf, hat einen besten Freund, Timothy, und steht kurz davor, die Highschool zu beenden. Sein größter Schmerz im Leben ist, nicht zu wissen, wer sein Vater ist, denn Lily hat es nie verraten und weigert sich standhaft, es jemals zu tun. So forscht er auf eigene Faust und findet die Wahrheit mittels eines Gentests tatsächlich heraus. Er trifft sich heimlich mit Matthew und dieser ebnet ihm aufgrund seiner elitären Verbindungen die Aufnahme in Yale. Zusammen mit Timothy tritt er sein neues Leben als Student an und muss gleichzeitig mit vielen Enttäuschungen klarkommen, die dazu führen, dass er sich sowohl mit seiner Mutter, und seinem Vater, als auch mit Timothy überwirft und die Kontakte fast gänzlich abbricht. Das letzte Kapitel spielt in der Zukunft, im Jahr 2030, und handelt von Mai, Mutter von Lily und Großmutter von Nick. Dies ist aus meiner Sicht das beste Kapitel des gesamten Buches, denn wir erfahren dort einiges über die Herkunft und den Werdegang von Mai. Sie wächst als Tochter von armen Reisbauern in einem kleinen Dorf mitten in China, im südlichen Delta des Jangtse, auf. Geboren im Jahr 1945 erlebt sie die Gründung der Volksrepublik China durch Mao – mit all ihren Folgen. Im Fall von Mai bedeutete es, dass die Bauern aufhörten, Reis anzubauen, sondern Stahl für Mao sammeln und produzieren mussten. Sie hasst die harte Arbeit, die Armut und die Brutalität der Männer in ihrer Familie und will unbedingt das Dorf und dieses Leben hinter sich lassen. Durch eine staatlich angeordnete Prüfung aller Schüler*innen bekommt sie als eine der besten Prüflinge in ihrer Provinz tatsächlich die Chance und kommt 1965 zum Studium nach Peking. Sie ist fasziniert von Biologie und Genetik und wird eine erfolgreiche Wissenschaftlerin. In den Jahren der sog. Großen Kulturrevolution und der damit verbundenen massiven Repressionen, gelingt Mai die Flucht nach Amerika. Nick lernt sie erst als alte Frau kennen, denn auch Lily und Mai haben keinen Kontakt zueinander. Durch sie lernt er sich selbst besser kennen und verstehen, denn Nick trägt als Kind eines weißen Amerikaners und einer chinesischstämmigen Mutter offensichtlich keinerlei Gene in sich, die auf seine chinesischen Wurzeln hindeuten. Diese Diskrepanz zwischen Genetik und Physiologie ist ein weiteres, großes Geheimnis seines Lebens und wird erst zum Schluss aufgelöst. Wie war´s? Spannend! Gut lesbar, interessant und sehr vielschichtig. Was als vermeintlich simpel gestrickte Lovestory mit den Tropes „millionaire romance“ und „opposites attract“ beginnt, entpuppt sich als Pageturner mit sehr viel Tiefgang. Was macht das Buch für mich nicht nur interessant, sondern feministisch? Rachel Khong, Jahrgang 1985, wächst als Sohn einer malaysisch-chinesischen Einwandererfamilie in Kalifornien auf. Inzwischen wird sie sicherlich weiblich gelesen und hat in San Francisco „The Ruby“ gegründet, einen Arbeits- und Veranstaltungsraum für Frauen und nicht-binäre Schriftsteller*innen. Mit der Arbeit an diesem Roman hat sie 2016 begonnen, direkt nach der Amtseinführung von Donald Trump, und sieben Jahre daran geschrieben. Das Buch hat zwei Protagonistinnen, deren Mutter-Tochter-Konflikt und die jeweiligen Erwartungen und Wünsche an ein Leben als Frau weit auseinanderklaffen. Das Leben von Mai wird detailliert und komplex beschrieben, während Lily eher blass und fast langweilig wirkt. Außer Nick spielen die Männer nur eine Nebenrolle im Roman. Jede der beiden Frauen möchte das Allerbeste für ihr Kind und macht aber scheinbar alles falsch, was man als Mutter falsch machen kann. Der Roman strotzt nur so von intersektionalen Perspektiven, denn abgesehen vom offensichtlichen anti-asiatischen und sonstigem Rassismus, der Misogynie, Sexismus und Klassismus, erfahren wir als Leser*innen viel über die Wirkungsweisen des Patriarchats. Fazit: Ich bin von diesem Roman tief beeindruckt, denn diese vielschichtigen Aspekte sind auf über 500 Seiten verdichtet, niemals langweilig und sehr intelligent eingesetzt. Ihre Prosa ist eher sachlich, sehr gut lesbar, und die Spannung steigt kontinuierlich. Zunächst war ich skeptisch, einen Roman mit diesem Titel zu lesen, denn eigentlich interessiert es mich nicht, was einen „echten Amerikaner“ ausmacht. Aber die Aktion „Deutschland liest ein Buch“ und die extrem groß angelegte Werbekampagne haben mich neugierig gemacht. Das Buch hat auf jeden Fall die Aufmerksamkeit verdient, denn es ist neben den bereits erwähnten Aspekten auch eine Absage an den amerikanischen Glauben, die Welt verändern und vermeintlich verbessern zu müssen und dabei mehr als unmoralische Wege und Mittel zu benutzen. Freiheit, Selbstverwirklichung und Erfolg - diese amerikanischen Versprechen, werden als Lügen enttarnt, und auch wenn der Roman keine direkte Kritik an MAGA äußert, strotzt jede Zeile davon. Ich danke Melanie für den Austausch im Buddy-Read, der mir sehr geholfen hat, die vielen verschiedenen Aspekte zu entdecken.
„Real Americans“ von Rachel Khong hat mich auf eine sehr leise, aber eindringliche Weise berührt und lange nach dem Lesen nicht mehr losgelassen. Es ist eines dieser Bücher, das nicht durch große Dramatik wirkt, sondern durch seine Tiefe, seine Figuren und die Art, wie es unterschiedliche Lebensrealitäten miteinander verwebt. Was mich besonders fasziniert hat, sind die drei Perspektiven, durch die die Geschichte erzählt wird. Jede einzelne fühlt sich für sich genommen vollständig an – und doch entfaltet sich die eigentliche Stärke erst im Zusammenspiel. Stück für Stück setzt sich ein größeres Bild zusammen, das zeigt, wie sehr Herkunft, Entscheidungen und Zufälle ein Leben prägen können. Die Entwicklung der Protagonisten habe ich als sehr authentisch empfunden. Man begleitet sie über verschiedene Lebensphasen hinweg, erlebt ihre Zweifel, Hoffnungen und inneren Konflikte. Gerade diese Nähe zu den Figuren macht das Buch so emotional – man versteht ihre Beweggründe, auch wenn man sie nicht immer teilt. Besonders berührt hat mich die leise Art, mit der das Buch große Themen behandelt: Identität, Zugehörigkeit, Familie und die Frage, was ein „gelungenes“ Leben eigentlich ausmacht. Es wird deutlich, wie unterschiedlich Lebenswege verlaufen können – und wie viele Emotionen damit verbunden sind, die oft unausgesprochen bleiben. Der Schreibstil ist ruhig und klar. Es gibt keine unnötigen Ausschmückungen, sondern eine präzise, fast schon beobachtende Erzählweise, die Raum lässt für eigene Gedanken und Gefühle. Genau das macht die Geschichte so wirkungsvoll. „Real Americans“ ist für mich ein Buch, das weniger durch Spannung als durch seine emotionale Tiefe überzeugt. Es regt zum Nachdenken an, lässt einen innehalten und zeigt auf eine sehr menschliche Weise, wie komplex und vielschichtig Lebensgeschichten sein können. *Mein Ranking* Storyline 4/5 Schreibstil 4/5 Atmosphäre & Spannung 3,5/5 Charaktere 4,5/5 "Noch ein Kapitel"-Faktor 4/5
Bin ein bisschen gespalten…
Der Anfang hat mir ziemlich gut gefallen aber etwa nach dem ersten Drittel wechselt die Perspektive und ab da hat sie mich so ein bisschen verloren. Am Ende fühlte es sich an als hätte ich drei Bücher in einem gelesen, weil nach dem zweiten Drittel nochmal die Perspektive wechselt und obwohl der dritte Teil klar zur Geschichte gehört, hatte ich doch das Gefühl, das hätte auch ein eigenes Buch sein können. Bleibt zu sagen, dass das eigentliche Thema, nämlich was es heisst, ein richtiger Amerikaner zu sein, bestenfalls oberflächlich abgehandelt wurde. Wir erfahren nicht so richtig wie Lily sich als asiatisch gelesene Person fühlt und wie das ihr Leben beeinflusst.
Ein Buch, das von Familie, von Genetik und vom glücklichen Zufall erzählt.
Emotional und sehr eindrücklich
Das Buch Real Americans hat mir sehr gut gefallen. Besonders eindrücklich fand ich die Geschichte rund um China, die emotional und gleichzeitig sehr anschaulich erzählt ist. Die drei unterschiedlichen Perspektiven machen die Handlung abwechslungsreich und geben dem Roman viel Tiefe. Dadurch versteht man die Figuren besser und kann ihre Entscheidungen nachvollziehen. Insgesamt ein bewegendes und klug aufgebautes Buch, das lange nachwirkt!

48/2026 Real Americans
Ich hatte einen schweren Einstieg. Lange fand ich das Buch belanglos. Gerade im ersten Teil erschoss sich mir nicht, worauf es überhaupt hinauslaufen sollte. Am Ende wird natürlich ein Schuh draus und besonders Meis Geschichte fand ich durchaus spannend. Aber insgesamt bleiben trotzdem gemischte Gefühle. Vielleicht ergänze ich das Gefühl noch, wenn es sich gesetzt hat. Bookbeat
Lang und zäh
Ich habe es als Hörbuch gehört und wenn ich es nicht in einem Lesekreis besprechen würde, hätte ich es nicht zuende gehört. Es stehen zwar ein paar ausgehe Themen und Geschichten in den Buch, allerdings wird es soooo unendlich in die Länge gezogen und detailliert erzählt, dass für mich jeder Spannung verloren gegangen ist. Absolut nicht meins.
Kulturgut überschätzt? Große Bühne trifft auf flache Figuren… und trotzdem funktioniert es.
„Real Americans“ fühlte sich beim Lesen an, als würde ich mich durch verschiedene Genres bewegen (New adult - Jugendbuch - Schicksalsroman). Die Figuren von Lilly und Matthew, ebenso wie ihre Geschichten, wirkten auf mich zunächst eher oberflächlich und klischeehaft. Bedeutende Ereignisse bleiben oft auf einer reinen Unterhaltungsebene und konnten mich emotional erst wenig erreichen. Die Eindimensionalität vieler Charaktere war stellenweise frustrierend, besonders angesichts des hohen kulturellen Stellenwerts, der dem Buch mit „Deutschland liest ein Buch“ vom KiWi-Verlag zugeschrieben wird. Nicks Geschichte hat mich deutlich mehr abgeholt, auch wenn sich hier zeitweise das Gefühl einer eher durchschnittlichen Coming-of-Age-Erzählung einschlich. Erst mit Mays Perspektive entstanden für mich wirklich berührende Verbindungen zur Gesamtgeschichte, die im Nachhinein die ersten zwei Drittel etwas aufwerteten. Die großen Themen sind durchaus vorhanden und entfalten nur stellenweise Tiefe und werden wieder eher eindimensional ausgeschöpft. Vieles bleibt angerissen. Insgesamt liest sich das Buch streckenweise wie ein Überblickswerk. Ereignisse von enormer Tragweite im Leben der Figuren verlieren sich wieder schnell und gänzlich ohne Nachhall im späteren Leben, sei es der 11. September, der sich fast in der Nebenstraße abspielte, wird fast beiläufig geschildert, die Corona-Krise, die auf so vielen Ebenen wirkte, kommt hier auch mit gänzlich banalen Schilderungen aus oder Mays Flucht aus China, die halt irgendwie gelang. Man hätte erwartet, dass solche Momente nachhaltiger auf die Figuren selbst Einfluss nehmen. So sehr mich das Buch an einigen Stellen gelangweilt hat, so sehr konnte es mich an anderen Stellen auch unterhalten. Der Plot entwickelt gegen Ende eine Faszination, bleibt jedoch auch vage auserzählt. Trotzdem hinterlässt das Buch aufgrund des Plots und vieler bildhafter und einiger tief empörender Szenen ein überraschend zufriedenes Gefühl bei mir. Rational würde ich etwa drei Sterne vergeben, für ein Werk, das eher unterhält als wirklich überzeugt. Und doch: Am Ende mochte ich es.
Ein Bewegender und Tiefgründiger Roman über Familie
Ein Roman über Familie und Identität, und doch auch so viel mehr. Wir begleiten eine Familie in drei Generationen. Das Buch ist unfassbar tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Im ersten Teil begleiten wir Lily auf ihrem Weg. Sie ist eine junge Frau im New York, die ihren Weg sucht. Sie hat viele Selbstzweifel, die zum Teil durch ihre Kindheit geprägt sind. Lily ist in Amerika geboren und aufgewachsen und fühlt sich als Amerikanerin, ihre Eltern sind beide aus China nach Amerika gekommen. Lily wird oft als Chinesin gesehen, obwohl sie nichts über China weiß und auch kein Kantonesisch spricht. Wir alle kennen diese Zeit, wo wir auf der Suche nach uns selbst sind. Was wollen wir im Leben, wohin gehören wir, was ist uns wichtig, an welchen Werten wollen wir uns orientieren? Und selbst wenn wir uns gefunden haben, dann kann sich das immer und immer wieder verändern. Der Erzählstil ist recht rasant, da wir drei Generationen über Jahrzehnte begleiten. Es ist auf einige wichtige Momente reduziert. Am Anfang benötigt man etwas, um sich daran zu gewöhnen. Schnell ist man aber im Buch drin und dann lässt einen die Geschichte nicht mehr los. Der Aufbau hat mir sehr gut gefallen und besonders der dritte Teil hat viele offene Fragen beantwortet und auch vieles erklärt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung, nehmt euch Zeit, das Buch wirken zu lassen ☺️
Zu Beginn sehr einnehmend, aber ab der Mitte einige Längen und keine richtige Idee, wo die Reise hingeht. In meinen Augen zu sehr gehyped.
Hat nicht viel mit mir gemacht
Also, ich kann schon anerkennen, dass es ein gutes Buch ist und sein ‚Versprechen‘ einhält (die Idee mit der Gen-Manipulation ist wirklich cool und einzigartig). Man merkt, dass die Autorin lange an diesem Buch geschrieben und sich wirklich viele Gedanken gemacht hat. Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch irgendwie nichts mit mir gemacht hat? Und das, obwohl ich solche Geschichten eigentlich total mag, also komplexere Familiengeschichten und auch kombiniert mit Einwanderung und den damit verbundenen (intergenerationalen) Traumata. Insgesamt habe ich mich einfach zu sehr in der Außenperspektive wahrgenommen, schätze ich.
Es bringt einem zum Nachdenken
Über 3 Generationen erleben wir verschiedene Geschichten und verfolgen mit, welche Entscheidungen zu welchen Abzweigungen führen. Wie erleben die Zeit von Moa in China - wo man als Frau und Wissenschaftlerin nicht sicher war - wir erleben die Zeit als Einwanderer in Amerika und wir erleben, was Menschen anstellen, wenn sie die Möglichkeit haben mit den Genen zu spielen. Absolut spannend und lesenswert

Roman über Herkunft, Identität und Erwartungen 🇨🇳🇺🇸💸
Real Americans ist ein vielschichtiger Roman, der in drei Teilen Identität, Herkunft und gesellschaftliche Erwartungen beleuchtet – mit deutlichen Unterschieden in der Wirkung. Während der erste Teil zwar solide einführt und der dritte etwas an Schwung verliert, sticht besonders der zweite Abschnitt hervor: Hier wird die Geschichte emotional greifbarer, die Figuren wirken komplexer und die Themen entfalten endlich ihre volle Tiefe. Gerade dieser Mittelteil trägt das Buch und zeigt, welches Potenzial insgesamt darin steckt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich das Buch ohne das Rezensionsexemplar wahrscheinlich nicht komplett gelesen hätte – interessant, aber nicht durchgehend fesselnd.

Eine bewegende Familiengeschichte ✨
Stellenweise hat mir etwas Tiefe gefehlt und es hat sich etwas gezogen. Die Schreibweise hat etwas ruhiges. Ich hab's gern gelesen.
Einfach wunderbar!!
Oberflächlich ohne Persönlichkeit
Das Buch an sich gefällt mir gut. Ein hochwertiges Hardcover mit Lesebändchen und Schutzumschlag. Auch das Cover gefällt mir gut. Bei dem Inhalt sieht es leider anders aus. Die Geschichte von Lily, einer chinesisch-Stämmigen Amerikanerin, hat mich absolut nicht gepackt. Es war eine Aneinanderreihung von Situationen, ohne Tiefgang. Den Hauptcharakteren fehlt es an Persönlichkeit, die Geschichte hat mich schlicht und einfach gelangweilt. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde lesen “müssen”, hätte ich es vermutlich bereits nach ca. 150 Seiten abgebrochen. Ich persönlich würde es weder empfehlen noch ein zweites Mal lesen.
Eine gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, Familiendrama und historischem Rückblick.
"Real Americans" von Rachel Khong ist eine Familiengeschichte über drei Generationen, die mich berührt und zum Nachdenken angeregt hat: wer sind wir wirklich und liegt unsere Zukunft in unseren Genen? Das Buch ist in drei Teile gegliedert, was mir persönlich sehr gefallen hat. Auf diese Weise erfährt man wie schwer das Leben von May während der Kulturrevolution in China war, wie schwer sich ihr Leben als Einwanderin in Amerika gestaltet. Es wird uns von einer Liebesgeschichte in den 90er Jahren in New York erzählt, die von Lilly (Tochter von May) und Matthew (der Sohn einer wohlhabenden und einflussreichen amerikanischen Familie) handelt. Und dann ist da noch Nick, der Sohn von Lilly und Matthew, der auf der Suche nach seinen Wurzeln und seiner Identität ist. Themen mit den sich Rachel Khong in ihrem Roman auseinandersetzt sind Identität + Herkunft, Gesellschaftsklasse + Privilegien, Genetik + Schicksal und Familiengeheimnisse. Ich habe dieses Buch dank NetGalley lesen können und es hat mir richtig gut gefallen. Wer Interesse an einer gelungenen Mischung aus Liebesgeschichte, Familiendrama und historischem Rückblick hat, sollte es auch unbedingt lesen.
Leider konnte mich der Roman erst gegen Ende einfangen
Ich hatte schon viel über "Real Americans" von Rachel Khong gehört. Das hat mich veranlasst, zu diesem dicken Wälzer zu greifen. So ganz überzeugen konnte er mich allerdings nicht. Der Dreigenerationenroman wird in drei Teilen erzählt, jeweils aus der Perspektive von 3 Personen. In Teil 1 im Jahr 1999 lernen wir Lily kennen. Sie ist eine ABC (American Born Chinese), arbeitet als Praktikantin ohne Bezahlung und lernt auf einer Firmenfeier Matthew kennen und die beiden verlieben sich. Erst später erfährt Lily, dass Matthew der Sohn einer der reichsten Familien Amerikas ist. Teil 2 erfahren wir aus der Perspektive von Nick, dem Sohn von Lily. Dieser Teil spielt im Jahr 2021. Nick will von seiner Mutter wissen, wer sein Vater ist. Sie verweigert ihm allerdings jede Auskunft. Sein einziger Freund Timothy bringt ihn auf eine Idee und damit auch in einen Gewissenskonflikt. Im Jahr 2030 und damit aus der Perspektive von Lilys Mutter Mei fügen sich die Stränge zusammen. Ich habe mich schwer getan mit diesem Roman. So richtig eingefangen hat mich die Handlung erst im dritten Teil um Lilys Mutter Mei. Bis dahin ist für meinen Geschmack die Handlung zu sehr dahingeplätschert. Der Roman ist von der Sprache her leicht lesbar, der Tiefgang der Handlung zeigt sich allerdings erst im dritten Teil, der auch zum Nachdenken anregt. Das war für mich eindeutig zu spät. Die beiden ersten Teile werfen zwar Fragen auf, diese erklären sich aber zum Teil erst gegen Ende des Romans . Die Probleme der Einwanderer aus China nach Amerika, ihre Identitätssuche über Generationen und der Rassismus sind gut dargestellt. In Teil 3 um Mei erfahren wir endlich mehr. Hier wird es dann auch wissenschaftlich und die Hintergründe offenbaren sich nach und nach. Dieser Teil hat mir eindeutig am besten gefallen. Warum Deutschland dieses Buch lesen muss, hat sich mir allerdings nicht wirklich erschlossen. Meine 3 Sterne gibt es für die Handlung um Mei, wäre der Roman ein Dreiteiler gewesen, hätte ich wohl nach Teil 1 abgebrochen. So habe ich durchgehalten und war am Ende des Romans froh darüber. Der Denkanstoß über das, was Wissenschaft bewirken kann, hat dem Roman gut getan. Also durchhalten lohnt sich in diesem Fall tatsächlich. Allerdings dauerte es im Ebook knapp 300 von 460 Seiten, bis die Story für mich wirklich spannend wurde. Daher kann ich den Roman auch nur eingeschränkt weiterempfehlen. Keine Frage: der Roman wird seine Leser*innen finden, mich konnte er nicht überzeugen.
Toller, vielschichtiger Roman über Identität und Zugehörigkeit. Vielschichtig und authentisch. Trotz der eher ruhigen Erzählweise spannend zu lesen.
„Real Americans“ von Rachel Khong hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es geht um die Suche nach der eigenen Identität, Herkunft und Zugehörigkeit. Die Geschichte ist dabei sehr klug und vielschichtig geschrieben. Besonders gut hat mir die Einteilung des Romans in drei Teile gefallen. Jeder für sich trotz der eher ruhigen Erzählweise sehr spannend und schnell zu lesen. Jede Figur für sich sehr interessant und authentisch beschrieben. Ein sehr empfehlenswerter, thematisch aktueller Roman, der nach dem lesen noch länger nachhallt und zum nachdenken anregt. Empfehlenswert für Leser:innen, die sich für Themen rund um Identität und kulturelle Prägung interessieren.
The American Dream..
Über drei Generationen hinweg verflechtet Khong hier Schicksals- und Schuldfragen während thematisch Rassismus, Familie und wissenschaftliche Ethik aufeinandertreffen. Der Aufbau in drei Teilen ist dabei in meinem Augen perfekt gelungen und bietet von einem unwirklichen amerikanischen Traumzustand bis zur chinesischen Schreckensherrschaft Mao Zedongs eine große Bandbreite, die zwar zeitlich manchmal auf leicht fantastische Weise zum Stillstand kommt aber niemals langweilt.

Sogwirkung! Ein ganz tolles Buch über eine in Amerika eingewanderte asiatisch-stämmige Familie. Dieses Buch ist in drei Abschnitte unterteilt und erzählt die Geschichte aus der Perspektive von drei unterschiedlichen Personen und drei Generationen. Die Autorin hat wirklich einen sehr tollen Schreibstil. Ich hab bei vielen anderen Büchern oft das Problem, dass meine Gedanken schnell abschweifen. Das war hier überhaupt nicht der Fall! Im Gegenteil. Ich kann auch den Buddyread vom KiWi-Verlag hierzu sehr empfehlen 😉
Gutes und wichtiges Buch, tolle Charaktere ich fand die Geschichte in Teil drei interessant.


















































