3,75 Sterne - Ein facettenreiches Buch aus dem man viel lernt, zum Schluss braucht man da aber doch einen langen Atem.
Zu Ilse Aichinger hatte ich während des Lesens notiert: *Das Kapitel über Ilse Aichinger war besonders nachdenklich in Kombination damit, wie ich "Schwebende Lasten" nun für mich bewerte, was ich erst vor Kurzem beendet habe.* In "Einige Herren sagten etwas dazu" wird nicht einfach nur die Diskriminierung der Frauen in der Literaturgeschichte thematisiert, sondern auch Kritik am Umgang mit dem 2. Weltkrieg Nachkriegszeit. Wie verschwiegen und abgelenkt wurde. Die Frage, wer wirklich Opfer war des 2. Weltkrieges, und wie das verwässert wird, ist absolut wichtig. Als jemand, dessen Volksgruppe ebenfalls verfolgt, vergast usw. wurde, war es für mich eine wichtige Erinnerung. Leider habe ich zum Ende des Buches immer mehr den Überblick über die einzelnen Autorinnen verloren. Ich muss gestehen, das es doch immer mehr eine große ganze Geschichte wurde. Zu Gisela Eichner habe ich noch folgenden Vermerk: *Der Kritik an Gisela Elsners Buch ist etwas schwer zu folgen, wenn man das Buch nicht kennt. Vorab ein etwas ausführlicheres Bild der Geschichte, oder Zitat des kritisierten Teils würde helfen, das man sich erst selbst ein Bild machen kann, um sich dann mit der ((un-)berechtigten) Kritik auseinanderzusetzen.* Hier begebe ich mich jetzt in einen großen Widerspruch, und hoffe man kann es irgendwie nachvollziehen: Während mir an manchen Stellen eine nähere Ausführung zu den Inhalten fehlte, die von den Medien kritisiert wurde, waren die oft zitierten Gedichte zu schwer für mich. Die letzten Gedichte die ich gelesen habe, waren zur Schulzeit und tat mich da immer schwer. Das war hier nicht anders. Ich habe die Gedichte ehrlicherweise nicht verstanden, und konnte der Diskussion drumherum deswegen leider auch nur sehr schwer folgen. Insgesamt ein Buch das sich absolut lohnt, wichtige historische Blickwinkel liefert. Und darauf aufmerksam macht, das was wir heute erleben mit den beiden Gewinnerinnen des deutschen Buchpreises, oder Caroline Wahl nicht neu ist, sondern ein immer währendes Problem.

















