Fabula Rasa - Autroin, die ohne Vorurteile eine Lebensgeschichte (Biografie) erzählt
Ich hatte vor langer Zeit eine Doku mit Vea Kaiser gesehen und da hatte ich noch im Kopf, dass sich gerne mit Sprachen beschäftigt, daher habe ich Google geöffnet und mal nach Fabula Rasa suchen lassen. Dabei hat die KI folgendes ausgespuckt: "tabula rasa" bezieht, was „leeres Blatt“ oder „glatte Tafel“ bedeutet. Es wird oft im übertragenen Sinne verwendet, um einen Neuanfang oder einen Zustand ohne Vorurteile und Altlasten zu beschreiben"
Also Vea erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die im zweit berühmtesten Luxushotel Wiens arbeitet und Buchhalterin ist. Diese junge Frau gestaltet ihr Privatleben wild, ist aber fleißig und zielstrebig auf Arbeit, was die Aufmerksamkeit des Hotelchefs weckt. Damit beginnt der kriminelle Lauf, wie im Klapptext beschrieben.
Hat mir die Geschichte gefallen? Die Geschichte ist sprachlich ansprechend und schön zu lesen, auch der wienerische Dialekt zaubert immer wieder ein kleines Lächeln. Aber der Inhalt der Geschichte hat mich nicht überzeugt, an vielen Stellen für mich nicht nachvollziehbar sowie auch zu klischeehaft.
Es ist ein Buch was mich in die Wiener Hotelwelt mit genommen hat. Man bekommst Lust solch ein Luxus Hotel in Wien zu besuchen, auch wenn es nur beim Eingangsbereich bleibt.
In dem Buch geht es um Angelika Moser, diese arbeitet in den 80iger Jahren im Grand Hotel Frohner, in Wien. Dort hat sie einen Job als Buchhalterin. Sie ist auch gleichzeitig eine Partymaus, die gerne trinkt und die Nächte zum Tag macht. Für den Direktor des Hotels, wirkt sie sehr vertrauensvoll und deswegen bittet er sie ein paar Bilanzen zu ändern. Eines Tages wird sie ungewollt schwanger und dann letztendlich auch alleinerziehend. Nachdem sie wieder ins Grand Hotel zurückkehrt, merkt sie das sie finanziell an ihre Grenzen kommt und findet einen Weg sich Geld aus dem Hotel zu ziehen. Durch ihre geschickte Art und Skrupellosigkeit wird es immer mehr und sie kann sich dadurch ein anschauliches Leben leisten. Fragt sich nur wie lange.
Ein rasant geschriebenes Buch. Toll geschrieben, man spürt das Leben in Wien regelrecht. Ich hatte mit Angelika Sympathie und mochte die Geschichte sehr. Durch ihre verschiedenen Lebensphasen mit ihr zu gehen, fand ich super.
Hat Spaß gemacht zu lesen.
▪️Nachtleben ▪️Ingi ▪️Freddy ▪️Buchhalterin ▪️der Direktor▪️Reiche Menschen▪️alleinerziehend▪️es ist nur geliehen▪️Basti▪️Justus▪️nie ankommen
Das Buch war etwas anders als ich es mir vorgestellt habe. Es wurde ja von einem wahren Kriminalfall inspiriert, bei dem eine Wiener Buchhalterin über Jahre mehrere Millionen aus einem Luxushotel unterschlagen hat.
Erwartet habe ich deshalb Intrigen und Spannung - bekommen habe ich eher das Porträt einer Frau, die ihren Betrug mit Lebensumständen rechtfertigt: kranke Mutter, alleinerziehend, der Wunsch nach einem besseren Leben fur ihr Kind. Angelika Moser ist trotzdem irgendwie eine coole Socke. Man mag sie, obwohl sie viel Unsinn macht.
Was mir an dem Buch gefiel, war der Wiener Schmäh, der lockere Schreibstil und die gesellschaftliche Kritik, die leise mitschwingt: wie stark Herkunft den Lebensweg beeinflusst.
Ich persönlich hätte mir weniger Umfang und mehr Fokus gewünscht, vor allem im Hinblick auf eine tiefere innere Entwicklung der Protagonistin. Dennoch kann ich das Buch allen empfehlen, die Hotelgeschichten, viele Nebenschauplätze und einen unterhaltsamen Erzählstil mögen.
Vea Kaiser erzählt in ihrem Roman, angelehnt an wahre Ereignisse, die Geschichte einer Buchhalterin eines großen Wiener Hotels. Die junge Frau, eine alleinerziehende Mutter aus armen Verhältnissen, hat über viele Jahre mehrere Millionen Euro unterschlagen, wurde schließlich gefasst und zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
Die Autorin hat die Inhaftierte mehrfach während der Haft besucht und erzählt neben der eigentlichen Geschichte auch von diesen Begegnungen und ihren Eindrücken.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es hat mich - bis auf einen kleinen Hänger im Mittelteil - bestens unterhalten und die Geschichte hat mich beeindruckt.
Wer einen interessanten Schmöker sucht, ist hier richtig :-)
Toll gelesen, ich konnte mich gut in das Setting und die Personen hineinversetzen und mit ihnen durch ihr Leben gehen. Super erzählt, sicher nichts für jemanden, der Spannung erwartet, aber ein prima Gesellschaftsroman mit Charme.
Die Autorin versetzt mit ihrer Sprache einen zuerst in das Wien der 80er Jahre bis heute. Die Geschichte ist lustig erzählt und die Figuren werden liebevoll charakterisiert.
Vea Kaiser hat einen schönen und kurzweiligen Schreibstil. Wer einen Hotelroman erwartet kommt wohl nicht auf seine Kosten. Mehr steht die langsame Entwicklung der Angelika Moser zur Betrügerin im großen Stil als auch ihr privater und gesellschaftlicher Background im Vordergrund. Trotz der Schwere des Themas kommt der Humor und Gesellschaftskritik nicht zu kurz. Mir hat der Roman gut gefallen. Zwischendurch habe ich einige Seiten im Hörbuch gehört, das ich gut gelesen fand…
Eine außergewöhnliche Geschichte, die auf eine wahren Begebenheit beruht. Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, Charaktere und Begebenheiten, wie sie nur das Leben schreiben kann.
Anfangs fand ich es sehr langatmig und weit ausgeholt. Bis es anfängt zum eigentlichen Plott zu kommen, ist man fast schon bei 50%. Hätte ich es gelesen, hätte ich vermutlich nicht so lange durchgehalten. Aber also Hörbuch hat es mir gut gefallen! Gute Unterhaltung mit viel Dynamik und Charakterentwicklung, ich empfehle es gerne.
Dieses Buch hat bei mir keine Begeisterungsstürme hervorgerufen, LEIDER!
Fabula Rasa von Vea Kaiser
Das Setting: Ein Hotel in Wien, ein Betrug der sich über mehrere Jahrzehnte hinzieht, Wiener Schmäh und das ganze basierend auf einer tatsächlichen Begebenheit. Das hörte sich für mich absolut spannend an.
Leider wurde ich enttäuscht.
Beim Lesen von Fabula Rasa hatte ich immer wieder das Gefühl, dass der Roman mehr sein will, als er ist. Für mich wirkt das Ganze mehr wie ein überambitioniertes Konstrukt als wie eine wirklich durchdachte Erzählung. Statt mich in die Geschichte hineinzuziehen, blieb ich nahezu vollkommen distanziert.
Auch erhält man durch den Klappentext ein anderes Bild. Ich dachte, es geht in erster Linie um die Unterschlagungen, wie sie durchgeführt wurden und wie es dazu gekommen ist, aber die Erzählung drehte sich viel zu viel um andere Dinge. Um Probleme von stillenden Müttern, um Kinder, die zu viel schreien, ums Essen und vor allem um eine Frau, die an anderen Menschen, insbesondere an Kollegen und Kolleginnen, viel zu viel zu kritisieren hat.
Die handelnden Personen, insbesondere Angelika Moser sind mir alle richtig unsympathisch. Am Anfang hatte ich noch Mitgefühl mit Angelika, aber nach und nach erweckte sie immer nur den Eindruck etwas sein zu wollen, was sie nicht ist. Auch die Tatsache, dass sie ihrem Sohn, den ich auch mega unsympathisch fand ein besseres Leben ermöglichen wollte, wirkt eher unrealistisch. Denn sie verliert komplett das Maß, ohne das mir beim Lesen klar wurde wie es dazu kam. Die einzigen Personen, die bei mir Sympathiepunkte sammeln konnten waren der Senior- und der Junior-Chef des Hotels und in gewisser Weise der Vater von Sebastian.
Sprachlich hat mich das Buch nur in Ansätzen überzeugt. Der lockere, humorvolle Stil war auf den ersten Blick charmant, für mich aber oft oberflächlich und stellenweise sogar bemüht. Der Humor erscheint mir teilweise konstruiert, fast wie ein Mittel, um inhaltliche Leere zu kaschieren. Statt echter Ironie oder feiner Zwischentöne dominieren Effekte und Überzeichnung.
Thematisch greift der Roman durchaus Motive wie Erinnerung, Identität, Wahrheit und Herkunft sowie schwere Erkrankungen auf, doch ich habe nicht das Gefühl, dass diese Themen wirklich durchdrungen werden. Sie bleiben Schlagworte, die angerissen, aber nicht konsequent ausgearbeitet werden. Mir fehlte psychologische Tiefe, innere Entwicklung und echte Konfliktdynamik. Dies liegt vielleicht auch daran, das manche Phasen besonders lang und ausführlich beschrieben werden und dann wieder ein Zeitsprung von mehreren Jahren stattfindet.
Insgesamt habe ich Fabula Rasa als ein Buch erlebt, das viel erzählt, aber wenig berührt. Es ist laut, bunt und erzählerisch aktiv, aber emotional erstaunlich leer. Was als große Familiensaga gedacht ist, wirkt für mich oberflächlich und eher wie eine lose Aneinanderreihung von Episoden.
Ich habe das Buch nur deshalb zu Ende gelesen, weil ich mir zusätzlich das Hörbuch ausgeliehen habe und dieses wird von der wunderbaren Proschat Madani gelesen. Ihr Wiener Slang hat das Buch hörenswert gemacht. Einen bleibenden Eindruck wird es bei mir dennoch nicht hinterlassen.
Ich habe lange gebraucht, um mit Fabula Rasa warm zu werden. Die ersten etwa 200 Seiten ziehen sich, plätschern vor sich hin und verlieren sich für mein Empfinden zu oft in Details, die der Handlung nicht immer zusätzliche Tiefe geben.
Ab der Mitte ändert sich das spürbar: Der Lesefluss wird besser, die Handlung verdichtet sich, und plötzlich entfaltet der Roman genau die Stärke, die ich mir früher gewünscht hätte. Besonders gelungen fand ich den Mix aus der Erzählung einer alleinerziehenden Mutter und dem Aufstieg – samt unvermeidlichem Fall – innerhalb der Wiener Society.
Sehr treffend – und rückblickend erschreckend – ist die gesellschaftliche Kritik an den 1990er-Jahren: Eine alleinerziehende Mutter wird offen und subtil verurteilt, weil sie arbeiten geht und ihr Kind in Fremdbetreuung gibt. Die Erwartung, gleichzeitig finanziell unabhängig zu sein und dennoch permanent verfügbar, aufopfernd und „richtig“ mütterlich zu handeln, zieht sich wie ein stiller Vorwurf durch den Roman. Dieser Aspekt verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und zeigt, wie eng das gesellschaftliche Korsett für Frauen – besonders für Mütter – geschnürt war (und teilweise noch ist).
Was sich durch das ganze Buch zieht, sind Gegensätzlichkeiten, die manchmal faszinieren, manchmal auch irritieren. Eine Buchhalterin, die beruflich auf jeden Euro achten muss und privat Geld zum Fenster hinauswirft. Aufgewachsen im Gemeindebaubund, lebt sie später im nobelsten Viertel Wiens. Bodenständige Herkunft trifft auf gesellschaftlichen Ehrgeiz, finanzielle Kontrolle auf emotionale Maßlosigkeit, äußerer Status auf innere Orientierungslosigkeit.
Auch andere Spannungen prägen den Roman: Sicherheit versus Freiheit, Mutterrolle versus Selbstverwirklichung, kultureller Glanz versus persönliches Chaos. Nicht jede dieser Gegensätze wirkt immer sauber ausgearbeitet, aber in ihrer Häufung zeichnen sie ein stimmiges Bild einer Figur, die nie ganz ankommt – egal, wo sie gerade steht.
Fabula Rasa ist für mich ein Buch mit klaren Längen, aber auch mit starken Momenten - am Ende möchte man keine davon missen. (K)ein Highlight, das mich durchgehend begeistert hat, aber eines, das sich am Ende doch als lesenswert erweist.
Sie ist mir im Laufe des Romans so ans Herz gewachsen, die Angelika Moser.
Eine Frau, die dem fiktiven Grandhotel Frohner im Herzen Wiens über Jahrzehnte 3,3 Millionen Euro stiehlt. Dort arbeitet sie anfänglich als Buchhalterin und macht dort Karriere zur Verwaltungsleiterin, denn sie ist herausragend in ihrem Fach und kann mit Zahlen umgehen, wie niemand sonst.
Sie hat in ihrem jungen Leben einige Hürden zu überwinden. Im Gegensatz zum Klientel des Grandhotels, wird sie nicht mit einem Golden Löffel im Mund geboren und lernt schnell, dass sie sich ausschließlich auf sich selbst verlassen kann. Als sie schließlich ungeplant schwanger wird und ziemlich bald merkt, dass sie mit der Verantwortung für ihr Kind auf sich allein gestellt ist, fängt sie an Entscheidungen zu treffen, die sie Nachts nicht mehr schlafen lassen. Sie liebt ihr Kind und hat stets sein Wohlergehen im Auge. Sie möchte ihm all das ermöglichen, das sie in jungen Jahren entbehren musste. Ihre Ansprüche und Begehrlichkeiten werden im laufe der der Jahre größer und sie verwickelt sich immer weiter in ein Netzt aus Lügen und Intrigen.
Mit einer atemberaubenden Spannung treibt die Autorin Vea Kaiser ihre Geschichte voran, sodass ich das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen konnte. Bei manchen Entscheidungen der Protagonistin hatte ich das Gefühl, dass der Zweck nicht alle Mittel heiligt. Und trotzdem bewunderte ich sie sehr für ihren Mut und ihre Nervenstärke. Ich mochte ihren Humor, ihren selbst- und gesellschaftskritischen Blick und obwohl der Prolog uns schon verrät, wo Angelika Mosers Reise endet, nämlich im Gefängnis, habe ich mit fortlaufender Geschichte gehofft, dass sie nicht erwischt wird😅
Für mich ein erstes Lesehighlight 🌟 im Jahr 2026
Schwierig - grundsätzlich fand ich das Buch nicht schlecht. Der Wiener Schmäh, sowie das Setting waren mal was anderes.
Aber... Irgendwie hatte ich mir mehr erhofft. Die Geschichte wird extrem ruhig und verdammt langatmig beschrieben. Vielleicht hätte man auf die ein oder andere versch* Windel, sowie durchzechte Nacht verzichten können. Meiner Meinung nach, ist das Buch locker 100 Seiten zu lang.
Alles in allem ok, mehr aber leider nicht.
Ich liebe Vea Kaiser und ihre Bücher - auch wenn mir dieses am Wenigsten gefallen hat, bzw. man am längsten brauchte um rein zu kommen bzw. sich mit den Protagonisten anzufreunden, immer noch 4 Sterne
Die Geschichte einer Hochstaplerin in Wien basierend auf einer wahren Begebenheit ist die Basis für diesen Roman einer allein erziehenden Frau. Immer wieder stellt sich die Frage, wie alles soweit kommen konnte....
Jahre um Jahre hat Angelika Moser ihrem Arbeitgeber Geld gestohlen. Was klein begann, wurde mehr und mehr und mehr. Und ein bisschen erinnert mich die Geschichte an den Fischer un sien Fru...die auch nie genug bekommen konnte.
Zwei Herzen schlagen hier in meiner Brust - einerseits macht man das einfach nicht! Ich hätte das nie können und auch nicht damit leben können. Andererseits- Hut ab! Das muss man sich erstmal trauen!
Letztlich fand ich das Buch sehr kurzweilig, habe es sehr gern gelesen und mochte Angelika auch auf eine Art.
Ich habe ‘Fabula Rasa’ als Hörbuch gehört, wundervoll wienerisch gesprochen von Proschat Madani.
Der Roman erzählt die Geschichte von Angelika Moser, einer Wienerin, die sich über Jahrzehnte im Grand Hotel Frohner als Buchhalterin hochgearbeitet und eine beeindruckende Karriere hingelegt hat - bis diese im Gefängnis endete.
Mit viel Witz begleiten wir Angelika durch ihr Erwachsenenleben, durch sämtliche Schwierigkeiten, die ihr das Leben in den Weg wirft: ihre Suchtkranke Freundin, ihre demente Mutter, Gentrifizierung, immer wieder unzuverlässige Männer und dann noch ihren Sohn, der erhebliche Spielschulden mit nach Hause bringt. Doch Angelika weiß sich immer irgendwie zu helfen: nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst die Grenzen der Legalität verlässt und es zur traurigen Berühmtheit schafft.
Die Geschichte von Angelika Moser ist so oder so ähnlich tatsächlich in Wien passiert - und die Autorin Vea Kaiser hat die echte Angelika, die eigentlich anders heißt, mehrfach im Gefängnis besucht. Von diesen Besuchen berichtet sie immer wieder in kurzen Erzählungen, die sie auch selbst im Hörbuch spricht.
Für mich war “Fabula Rasa” eine echte Überraschung. Der Klappentext hat mich nicht so abgeholt, aber das Hörbuch hatte mich nach wenigen Minuten. Vea Kaiser hat nicht nur den Figuren Leben eingehaucht, sondern schafft es, verschiedene Wiener Milieus der letzten Jahrzehnte bildhaft zu beschreiben. Dazu wienert Proschat Madani so wundervoll, dass selbst die grantigsten Figuren liebenswert wirken.
Ganz große Empfehlung für diesen Roman, der Lust auf Wien macht und auf Vea Kaisers großartige Erzählkunst.
CN: Dr0genabhängigkeit, Spielsucht, Demenz, Ras$ismus
Der Einstieg war schleppend, aber ich fand’s doch echt gut!
Man kommt Angelika sehr nah, lernt sie gut kennen und ich sah mich in meinen Gedanken oft von ihr bestätigt.
Vea Kaisers Schreibstil hat mich sehr oft lauthals auflachen lassen.
Die Geschichte, die auf der wahren Geschichte einer ehemaligen Buchhalterin des Hotel Sacher in Wien basiert hat mich aufgrund des Inhalts sofort angefixt. Über Jahre hat sich die Buchhalterin Geld des Hotels auf das eigene Konto abgezweigt und das Hotel Sacher so um 4 Millionen Euro betrogen. 2021 wurde sie verurteilt und Vea Kaiser beschloss die Geschichte niederzuschreiben.
Dazu hat sie die Buchhalterin in ihrer Haft mehrmals besucht und hat die Begegnung mit der realen Frau in ihr Buch als Zwischenkapitel mit den Überschriften "Gespräche in der Josefstadt" einfließen lassen.
Der Schreibstil von Vea Kaiser gefällt mir ausgezeichnet. Sie spielt mit der Sprache, verwendet sehr viel Wiener-Dialekt und lässt ihre Figuren authentische und natürliche Dialoge führen. So wird in dem Buch viel geflucht und teilweise auch sehr vulgär geredet. Wer sich an sowas eher stört, dem empfehle ich die Leseprobe zu lesen und zu sehen, ob man mit derart vielen Kraftausdrücken auskommt.
Nichtsdestotrotz hat mich Vea Kaisers Schreibstil sehr oft lauthals auflachen lassen.
Die Handlung zu bewerten fällt mir etwas schwer. Ich hätte mir mehr Fokus auf das Grand Hotel gewünscht. Stattdessen geht es sehr viel um das Privatleben von Angelika Moser: Drogenabhängige Freundin, demente Mutter, Kleinkind, nichtsnutziger Kindsvater...
Es gibt es auch sehr viele Szenen, die sich um den
Alltag mit Kind drehen, das Kind schreit, das Kind isst, das Kind spielt, das Kind will die vor dreck triefende Plüschrobbe nicht hergeben...
Hier liegt auch mein größter Kritikpunkt. Mir lag der Fokus des Romans viel zu sehr auf den Kindsalltag, sodass mich die Geschichte nicht so mitnehmen konnte, wie ich mir anfangs erwartet habe. Ich habe das Buch schließlich auch weggelegt, weil mir die Kinderthematik zu viel Raum eingenommen hat.
Dennoch bekommt der Roman trotzdem 4 Sterne. Einfach weil der Schreibstil von Vea Kaiser so witzig und unterhaltsam ist.
Vea Kaiser nimmt uns in ihrem neuen Roman "Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" mit in die mondäne Welt eines Wiener Grand Hotels. Es geht allerdings nicht um die Schönen und Reichen, die dort absteigen, sondern um Angelika Moser, die in den 80er Jahren als junge Frau dort als Buchhalterin beginnt und es zur Abteilungsleiterin bringt.
Doch nicht nur das gelingt ihr. Sie schafft es auch, dank ihrer buchhalterischen Kenntnisse einen "Kredit" bei ihrem Arbeitgeber aufzunehmen, um ihren Sohn als alleinerziehende Mutter aufzuziehen, ohne dass es ihm an etwas mangelt. Die kreative Buchführung setzt sie nicht nur für sich selbst ein, sondern auch für ihre Arbeitgeber, so dass lange Zeit nichts bemerkt wird und Angelika sich neben ihrem Sohn auch um die anderen Baustellen in ihrem Leben kümmern kann: ihre demente Mutter, ihre drogensüchtige Freundin Ingi und natürlich die Liebe mit Höhen und Tiefen.
Eine reale Geschichte diente als Vorlage für dieses Buch und Vea Kaiser ist es gelungen, einen gut unterhaltenden Roman zu schreiben, der zwischendurch nicht nur in die Abgründe des menschlichen Zusammenlebens dringt, sondern auch zeigt, was für eine Leistung Angelika erbracht hat, es zur damaligen Zeit zur Abteilungsleiterin zu bringen, dazu noch als alleinerziehende Mutter.
Angelika geht gerne feiern und da ich auch in den 80ern jung war, kam mir vieles in Bezug auf Musik und den Party-Vibes bekannt vor. Und auch sprachlich ist es wieder auf den Punkt, ich mag die Art, wie Vea Kaiser ihre Geschichten erzählt.
Ich habe viel gelacht und empfehle es gerne weiter.
Das Cover mit dem farblich akzentuierten Titel hat mich bei der ersten Betrachtung direkt neugierig gemacht. Auch der Klappentext konnte mich überzeugen, sodass das Buch zeitnah bei mir einziehen durfte. Bereits nach den ersten Kapiteln konnte mich Vea Kaiser mit ihrem humorvollen Schreibstil abholen. Zunächst hatte ich Bedenken, ob ich eventuell Probleme mit dem Wienerischen haben könnte, doch diese Sorgen waren völlig unbegründet. Bereits nach einigen Seiten war ich vollkommen in Wien "angekommen". Falls es doch einmal zu Verständnisproblemen kam, half mir das kleine Wörterbuch im Anhang des Buches weiter. Dort findet sich übrigens auch ein Inhaltsverzeichnis :) Vea Kaiser ist es mit "Fabula Rasa" gelungen, eine Leichtigkeit in die Geschichte zu zaubern, die mit der notwenigen Tiefe verknüpft wurde. Trotz der ernsten Themen, die in "Fabula Rasa" angesprochen werden, wird durch das authentische Wien-Setting und den humorvollen Schreibstil immer wieder die Leichtigkeit zurückgebracht. Dadurch hat sich das Buch beim Lesen auch nicht wie ein Wälzer mit knapp 600 Seiten angefühlt. Auch die Charaktere sind authentisch gestaltet. Vea Kaiser erzeugt innerhalb der Charaktere eine Dynamik, die die Handlung maßgeblich prägt. Im Zentrum der Geschichte steht Angelika Moser. Mit ihr erkunden wir das Wiener Nachtleben und machen Karriere in einem Wiener Hotel. Angelika Moser wird jedoch auch vor einige Herausforderungen gestellt. Sie will sich nehmen, was ihr zusteht - Doch was steht einem zu und was nicht? Wer sollte entscheiden, was einem zusteht? Wo sind die Grenzen und was bewegt sich noch innerhalb einer Grauzone? Wie weit ist Angelika bereit zu gehen? Diesen Gedanken und Gefühlen folgt der Roman. Immer wieder wird die Handlung jedoch von Auszügen einer Unterhaltung mit Angelika Moser aus der Josefstadt unterbrochen. Diese Interventionen durchbrechen die Roman-Struktur und geben Raum, die Geschehnisse zu verorten (zudem sind diese Kapitel eine gute Möglichkeit das Buch kurz zur Seite zu legen ;). Das Tempo hat mir insgesamt gut gefallen und passt sowohl zur Story als auch zum Genre. Nur in der zweiten Hälfte gab es zum Teil ein paar Längen (das ist aber Geschmackssache). Hier wurden mir einige Szenen ein bisschen zu detailliert beschrieben. Die Dynamiken zwischen den Charakteren und auch die Story insgesamt konnten mich jedoch überzeugen. Insgesamt ein gelungenes Buch, welches ich gerne gelesen habe und auch empfehlen kann.
Ein opulenter Roman über eine Hochstaplerin in Wien. Wer es über die ersten 100 bis 150 Seiten schafft, der kommt wahrscheinlich nicht mehr aus und wird Angelika Moser letzten Endes sogar vermissen.
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Basierend auf einer wahren Geschichte, verfolgen wir im fiktiven Roman "Fabula rasa" von Vea Kaiser den Werdegang von Angelika Moser, der obersten Buchhalterin des Wiener Grand Hotels Frohner, die im Laufe von 25 Jahren über 3 Millionen Euro unterschlägt.
Aufgewachsen im Wiener Gemeindebau mit ihrer gestrengen Mutter Erna, der Hausbesorgerin, schafft es die Protagonistin Angelika in die oberste Etage eines Wiener Luxushotels. Als der Direktor sie einmal bittet, die Zahlen zu frisieren - natürlich nicht, ohne sich monetär erkenntlich zu zeigen - merkt Angelika, wie leicht das eigentlich geht. Nach Alkoholexzessen und durchtanzten Nächten wird sie schließlich schwanger. Auf den Kindsvater Freddy ist kein Verlass und so steht sie mit Basti alleine da. Schließlich borgt sie sich durch gefälschte Rechnungen selbst ein wenig Geld vom Frohner aus, doch wie das Schicksal es will, werden die Summen immer größer und die Gründe fürs "Ausborgen" immer abstruser.
Opulent ist nicht nur das beschriebene Wiener Hotel, opulent und ausschweifend ist auch Vea Kaisers Schreiben. Hier wird ausgiebig gefeiert, gesoffen und gev..gelt, dass sich die Balken biegen. Dabei schmeißt die Autorin mit Wiener Ausdrücken um sich, dass es eine wahre Freude ist und beschreibt die einzelnen Figuren sehr detaillreich. Als Österreicher:in hat man seine Hetz an diesen Schilderungen, aber man ja nicht Felix heißen, um Austria zu mögen, oder so.
Gerade dieses opulente Schreiben hat mich vor eine große Herausforderung gestellt. Auf den ersten 100 bis 150 Seiten passiert noch nicht viel, zumindest dauert es sehr lange, bis Angelika Moser endlich dort ist, wo man sie in der Erwartungshaltung aufgrund des Klappentextes haben will. Wenn man den Roman aber bis dahin nicht abgebrochen hat, dann ist man gefangen und kommt nicht mehr aus. Staunend verfolgt man die Protagonistin bei ihren unrühmlichen Taten und entwickelt ein solches Verständnis und eine solche Empathie für diese Figur, dass man gewillt wäre, selbst diese Rechnungen für sie zu unterzeichnen. Sie kann ja nicht anders, die Angelika, die Alleinerzieherin, ihre große Mutterliebe für Sebastian ist Erklärung genug.
Mein Fazit:
Auch wenn ich kürzere Geschichte viel lieber mag, ist mir Angelika Moser so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie nun schmerzlich vermisse. Und das muss ein Roman auch erst einmal schaffen. Wenn das jemand zustande bringt, dann die überaus sympathische und eloquente Vea Kaiser, deren Videos und Interviews ich mir sehr gern anschaue.
Wenn ich mal wieder Ferien habe, könnte es daher sehr wahrscheinlich sein, dass ich mir wieder eine Kaiser vornehme. Welchen Roman der Autorin könnt ihr mir sonst noch empfehlen?
Nette Geschichte, aber 300 Seiten hätten auch ausgereicht.
Es wird die Lebensgeschichte einer alleinerziehenden Mutter erzählt, die sich mit den Widrigkeiten des Lebens auseinandersetzen muss. Die, auf dem Klappentext angeteaserte, Story rund um die Veruntreuung der Gelder wird meiner Meinung nach fast beiläufig eingeflochten. Hier hätte ich mir mehr Spannung und Nervenkitzel vorgestellt. So hatte das Buch doch einige Längen.
"Fabula Rasa" erzählt die Geschichte Angelikas, die aus einfachen Verhältnissen in einem Wiener Grand Hotel landet. Humor und Gesellschaftskritik verbinden sich zu einer unterhaltsamen Geschichte über Aufstieg, Moral und Selbstbestimmung.
Charmant, überraschend und stellenweise herrlich kritisch.
Die Liebe einer Mutter steht im Mittelpunkt. Komplex, ambivalent und emotional erzählt. Besonders spannend, wenn man die wahre Geschichte dahinter kennt und sich im Beruf der Protagonistin wiederfindet 😅
Der Schreibstil ist sehr eloquent, die Themen tiefgehend und klug verwoben. Allerdings gab es für mich auch ein paar Längen und dieses leise Gefühl, dass ich etwas anderes oder mehr erwartet hätte.
Trotzdem: eine faszinierende Geschichte, die im Kopf bleibt und definitiv aus dem Rahmen fällt. 💭📚
🫶 Empfehlung für alle, die literarische Romane mit Wiener Flair und starken Frauenfiguren mögen.
📚 Tropes:
🎭 Schelminnenroman
🏛️ Wien-Setting (inkl. Mundart)
🧠 Gesellschaftskritisch
✨ Eloquent & vielschichtig
🔍 Wahre Begebenheit vibes
Wien, Ende der 80er Jahre: Angelika Moser zieht nachts gerne mit ihrer besten Freundin Ingi um die Häuser, während sie tagsüber ihrer Arbeit in der Verwaltung des Grand Hotel Frohner nachgeht. Sie liebt beides, sowohl das Nachtleben, als auch die Arbeit in diesem altehrwürdigen, glamourösen Hotel, das sich so absolut von dem Gemeindebau, in dem sie aufgewachsen ist, unterscheidet, sehr. Als der Direktor des Frohner sie bittet, einige Zahlen im Rechnungswesen zu verdrehen, um das Hotel zu retten, willigt sie ein - und hat seitdem bei ihm einen Stein im Brett. Nach der Geburt ihres Sohnes Sebastian beginnt sie, Rechnungen zu fälschen, um ihr Einkommen aufzubessern, nicht ohne Folgen...
Wie weit würde eine Mutter gehen, um ihrem Kind ein besseres Leben zu bieten? Und kann man irgendwann aufhören, Geld durch Betrug anzuhäufen, wenn der Betrug niemandem auffällt und das Leben durch die (Luxus-)Güter immer angenehmer wird? Angelehnt an einen realen Wiener Kriminalfall erzählt Vea Kaiser in ihrem neuen Roman "Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" einen Schelminnenroman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten hat und dabei noch unterschwellige Kritik am Patriarchat und der High Society Österreichs übt. Schon als ich Vea Kaiser auf der Frankfurter Buchmesse über ihr Buch habe sprechen hören wusste ich, dass es mich begeistern würde, und genau so ist es auch gekommen. Trotz der vielen Seiten war mir beim Lesen nie langweilig, es steht immer die permanente Angst im Raum, dass Angelika Mosers Betrug auffliegt und gleichzeitig schließt man die Figuren im Buch immer mehr ins Herz. Dieser Roman darf sich entfalten, er entführt die Lesenden in das Wien der 80er Jahre bis heute und wartet mit einer spannenden, manchmal witzigen, manchmal auch rührenden und traurig machenden Geschichte auf. Ich bin mittlerweile Fan der Autorin - "Fabula Rasa" ist eines meiner Lieblingsbücher in 2025!
Fabula Rasa hat mich von der ersten Minute an gepackt – nicht nur wegen seiner Grundlage einer wahren Begebenheit, sondern vor allem wegen der einzigartigen Art, wie die Geschichte erzählt wird.
Der Fokus liegt klar auf den Protagonisten, und gerade dass die Journalistin nur selten zu Wort kommt, macht den Erzählfluss intensiver.
Die Ereignisse wirken dadurch unmittelbarer und persönlicher, fast so, als würde man direkt neben den handelnden Personen stehen.
Für mich verleiht das der Erzählung eine besondere Tiefe und Fülle.
Vea Kaiser zeichnet das Porträt einer bemerkenswert starken Frau: Angelika Moser, die in einem Wiener Traditionshotel Karriere macht – und das in einer Zeit, in der beruflicher Aufstieg für junge Mütter (Frauen ) alles andere als selbstverständlich war.
Mit einer Mischung aus Zielstrebigkeit, Mut und einer gewissen Unerschrockenheit geht sie ihren eigenen Weg und nimmt sich, was sie braucht.
Ich habe selten eine weibliche Hauptfigur erlebt, die so kraftvoll und zugleich so nahbar wirkt.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört, was sich als absoluter Glücksgriff herausgestellt hat. Die Sprecherin verleiht den Figuren nicht nur Stimme, sondern auch Emotion und Präsenz. Ich hatte das Gefühl, mitten in der Handlung zu stehen, als würde sich die Geschichte direkt um mich herum entfalten. Dieses Hörbuch gehört zu denjenigen, die man nicht einfach abspielt – man erlebt sie.
Fabula Rasa ist für mich ein eindrucksvolles, fesselndes und warmherzig erzähltes Stück Zeit- und Frauengeschichte, das zeigt, wie viel Kraft in einer einzelnen Lebensgeschichte stecken kann. Wow.
Wann hat euch zuletzt ein Buch so richtig positiv überrascht? Fabula Rasa sprach mit inhaltlich zunächst gar nicht an. Nachdem es nun aber einmal dalag, warf ich doch einen Blick hinein. Völlig überzeugt hat mich dann das dazugehörige Hörbuch. Und was war das ein Spaß! Die Unterhaltungen der Charaktere sind meist in einem oft recht derben Wienerisch geschrieben. Auch die übrige Handlung ist mit vielen österreichischen Begriffen gespickt. Für Unkundige gibt es dazu ein eigenes kleines Wörterbuch am Ende des Romans (das meiste kannte ich, nur bei dem Begriff „Pudern“ hatte ich erst an koksen gedacht 😅)
Aber nicht nur sprachlich ist Fabula Rasa ein Highlight. Auch die Personen und die sich daraus ergebenden Situationen sind grandios: Freddy ist einfach eine Type und die Geschichte mit Eugen unglaublich. Angelika fand ich ziemlich sympathisch. Als sie sich das erste Mal Geld „ausborgt“, konnte ich sie sogar verstehen. Die späteren Male dann nicht mehr, höchstens noch, wenn Basti in Schwierigkeiten steckte. Alles andere waren Situationen, in denen sie das Geld nicht gebraucht hätte.
Zunächst störten mich die Einschübe der Autorin ein wenig, gegen Ende fand ich sie aber sehr gelungen.
Fabula Rasa ist ein rundum gelungenes Buch und zeigt, dass man manchmal auch etwas lesen sollte, was einen auf den ersten Blick nicht ganz überzeugt. Manchmal erlebt man dabei eine wunderbare Überraschung.
Ich hab den Wiener Schmäh geliebt. Das Auf und Ab im Leben der Angelika Moser ist lesenswert. Was sie in ihrem Leben erlebt (hat), wie sie es geschafft hat, ihr Leben zu meistern und ihre Unterschlagungen zu kaschieren.
Doch diese letzte wirre Kapitel? Wie kam man ihr jetzt wegen der einen letzten Zahlung auf die Spur?
Und dieser Epilog.... schade, dass der Schluss ein wenig unbefriedigend ist. Dass sie einfach so aus der Haftanstalt verschwunden ist, ist doch recht merkwürdig ....
Schmälert aber nicht die vorherigen 450 Seiten, an die ich mich gerne erinnern werde 😁
Was für ein cooles Buch. So richtig wie aus dem Leben geschrieben. Ich hab es von einer Fremden im Buchladen empfohlen bekommen und so kam es zu mir auf die Couch. Leute, Lest es. Absolute Empfehlung von mir.
Vea Kaiser ist da ein absolutes Schmuckstück gelungen. 🤩🤩🤩
Die Antiheldin bewegt sich durch diesen Roman, begleitet von den unterschiedlichsten Zeitgenossen aus allen Schichten der Gesellschaft - jede und jeder auf seine Art einflussreich, zumindest im Bezug auf das Leben der Angelika Moser. Es ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Schicksalsschlägen, ebenso wie von Entscheidungen und Richtungsänderungen. Und es bleibt die Frage, was wir bereit sind zu tun, wenn es um das Wohl unserer Lieben geht.
Wie alle anderen Bücher der Autorin konnte ich auch dieses kaum weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Es war für mich äußerst interessant, dass ich bei offensichtlich falschem Verhalten der Protagonistin trotzdem so viel Verständnis aufbringen kann.
Für mich nicht ganz so gut wie die anderen Bücher von ihr, aber das ist auch eine hohe Messlatte.
Klare Empfehlung!
Vea Kaisers „Fabula Rasa oder die Königin des Grand Hotels“ ist ein ebenso unterhaltsamer wie tiefsinniger Gesellschaftsroman, der mitten ins Wien der späten 1980er- und 1990er-Jahre führt. Schauplatz ist das fiktive „Grand Hotel Frohner“, ein Traditionshaus voller Glanz, Eitelkeit und Wiener Schmäh – und im Zentrum steht eine Frau, die sich zwischen Ehrgeiz, Mutterliebe und moralischem Abgrund verliert.
Im Zentrum steht Angelika Moser, die als Tochter einer Hausbesorgerin im Wiener Gemeindebau aufwächst. Das schöne Leben scheint für sie unerreichbar – bis sie als Buchhalterin im Grand Hotel Frohner Fuß fasst. Dort, wo sich die Schönen und Reichen Wiens die Klinke in die Hand geben, findet Angelika Anerkennung und ein Stück Selbstbestimmung. Fleißig, loyal und mit einem Hang zur Perfektion arbeitet sie sich hoch und gewinnt das Vertrauen des Hoteldirektors, der ihr immer mehr Verantwortung überträgt – und irgendwann auch moralisch zweifelhafte Aufgaben. Als alleinerziehende Mutter kämpft Angelika um ein gutes Leben für sich und ihren Sohn. Sie beginnt, Rechnungen zu manipulieren, verschiebt Gelder – erst aus Loyalität, dann aus Not, schließlich aus Routine. Jahrzehnte geht das gut, bis alles auffliegt
Gekonnt zeigt die Autorin, wie leicht Integrität ins Wanken geraten kann, wenn Verantwortung, Einsamkeit und materielle Verlockungen aufeinandertreffen. Dass die Geschichte auf einem wahren Fall beruht – einer Wiener Hotelbuchhalterin, die aus „Mutterliebe“ Millionen veruntreute – verleiht dem Roman zusätzliche Brisanz. Dabei schafft Kaiser es, Angelika weder als naive Täterin noch als kaltblütige Kriminelle zu zeichnen, sondern als vielschichtige Frau, deren moralisches Abrutschen fast zwangsläufig erscheint.
Vea Kaiser schreibt mit Witz, Tempo und Empathie. Ihr Ton ist mal heiter, mal melancholisch, oft ironisch gebrochen – typisch für ihren unverwechselbaren Stil, der zwischen Wiener Schmäh und literarischer Feinsinnigkeit pendelt. Der Roman ist detailreich, manchmal fast üppig erzählt – 550 Seiten, die sich nicht immer leichtfüßig lesen, aber doch fesseln. Kaisers Sprache sprüht vor Leben: Dialektausdrücke, pointierte Dialoge und atmosphärisch dichte Milieubeschreibungen machen das Buch zu einer lebendigen Hommage an Wien und seine Menschen. Gelegentlich verliert sich die Autorin etwas in Episodenreichtum – nicht jede Nebenfigur trägt gleich viel zum Gesamtbogen bei –, doch insgesamt bleibt das Erzähltempo hoch und die Figurenzeichnung stark. Die Kapitel, die in der Justizanstalt spielen, geben der Geschichte einen dokumentarischen Rahmen – und zugleich eine leise Melancholie.
Was mir besonders gefallen hat, ist die emotionale Ehrlichkeit des Romans. Kaiser schreibt über Mutterschaft, Überforderung, Schuldgefühle und den Wunsch, alles richtig zu machen – und trotzdem zu scheitern. Diese Passagen sind so eindringlich, dass sie fast wehtun. Und gleichzeitig ist da dieser typische Kaiser-Humor, der alles wieder leichter macht: bissig, liebevoll, manchmal absurd, aber nie zynisch.
„Fabula Rasa“ ist ein Roman über Moral und Milieu, über Mutterschaft und Macht, über Wien und die kleinen und großen Verführungen des Lebens. Ein Buch, das sich Zeit nimmt, seine Figuren liebt und das Leben in all seinen Widersprüchen ausleuchtet – mit Witz, Herz und einer gehörigen Portion Wiener Schmäh. Vea Kaiser gelingt eine kluge, warmherzige und zugleich gesellschaftskritische Erzählung, die unterhält und nachdenklich stimmt. Wer ihre früheren Bücher mochte, wird auch hier den typischen „Kaiser-Zauber“ wiederfinden – Humor, Empathie und ein feines Gespür für die Absurditäten menschlicher Existenz.
Angelika Moser wächst in eher bescheidenen Verhältnissen in Wien auf. Sie startet im „Grand Hotel Frohner“ durch und arbeitet sich hoch. In der Liebe läuft es nicht ganz so gut. Als alleinerziehende Mutter ist sie stark gefordert um Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Finanziell ist das auch nicht ganz so einfach und so beginnt sie, Gelder vom Hotel auf ihr privates Konto zu lotsen. Das ist erstaunlich einfach und sie bedient sich an immer größeren Summen. Die Angst, erwischt zu werden, ist da aber die Verlockung ist einfach zu groß.
Feinster Wiener Schmäh wird uns in diesem Buch geboten, dazu eine ganz klare Millieustudie. Angelika will hoch hinaus, will ihrem Buben was bieten können. Zeit für ihn hat sie wenig. Sie selbst litt in ihrer Kindheit unter dem sozialen Status. Als Kind ohne Vater hatte sie es da nicht leicht.
Die Atmosphäre im Luxushotel und auch in ihrem ehemaligen Zuhause (ein Gemeindebau) sind richtig gut gelungen. Ich hab viel gelacht. Es gibt herrliche Abschnitte, die einfach urkomisch sind. Angelika ist toll gezeichnet, sie ist sehr diszipliniert und selbstständig. Weiß allerdings auch, dass es nicht richtig ist, was sie da tut. Sie sieht immer wieder, wie die Familie, der das Hotel gehört, sich großzügig aus der Hotelkasse bedient. Da sind die Schuldgefühle von ihr nicht mehr ganz so groß. Die Geschichte zieht sich über viele Jahrzehnte. Da gibt es ordentlich viele Nebenfiguren, die ich wahrscheinlich nicht mehr alle im Kopf habe.
Insgesamt ein Roman, der mich am meisten durch den Wiener Schmäh überzeugen konnte. Das in Verbindung mit dem Luxushotel war schon toll. Könnte man auch direkt verfilmen. Empfehle ich euch gern weiter.
Dieser tolle Roman wurde mir von einer befreundeten Mitarbeiterin eines Verlags empfohlen und was soll ich sagen!? Ich könnte ihr dafür wöchentlich Blumen schicken, so dankbar bin ich.
Welche Mutter ist nicht bereit, alles für ihr Kind zu tun, damit es den Kleinen gut geht?
Alles? Auch Verbotenes oder Kriminelles? In einem Interview, das ich über Vea Kaiser gelesen habe, gibt sie uns Lesern selbst die Möglichkeit darüber zu entscheiden, ob Angelika Moser moralisch korrekt gehandelt hat.
Ich als alleinerziehende Mama war total gefesselt von dieser Geschichte! Morgens bin ich mit Angelika zur Arbeit gegangen, hatte Gespräche mit dem Herrn Direktor und war überfordert vom Sohnemann…
Einfach ein GRANDIOSER Roman!!
Na, wie hättet ihr entschieden und gehandelt? ;-)
In meiner Bachelorarbeit habe ich damals über die Figur der Antiheldin oder des Antihelden in der Literatur geschrieben und als Beispiel den Charakter 'Tyron Lannister' aus der Game of Thrones Buchreihe in die Arbeit eingeflochten. Hätte es da allerdings schon das Buch "Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" von Vea Kaiser gegeben, dann wäre das literarische Beispiel sicherlich ein anderes geworden.
Ich liebe Podcasts und höre mit am liebsten die Geschichten, in denen etwaige Betrüger:innen ihr Lügengespinst beginnen ganz zart zu weben, bis es so dicht ist, dass es irgendwann zusammenbrechen muss. Des öfteren habe ich aber dabei beobachtet, wie ich unweigerlich ein klein wenig Bewunderung empfand, denn man muss schon einiges an Kreativität und Köpfchen mitbringen, um so etwas auf die Beine zu stellen. Das klassische Antiheld:innenparadox zeigt sich: man fiebert mit- mit den eigentlich Bösen der Geschichte- Filme, wie die Oceans Reihe machen daraus ein cooles hollywoodmäßiges Spektakel, doch es geht auch anders, es geht authentischer, naher- aber doch genauso cool, all das macht Vea Kaiser in ihrem Roman "Fabula Rasa". Denn es ist unmöglich die Antiheldin- oder für mich auch einfach die Heldin des Romans Angelika Moser nicht zu bewundern und vielleicht noch etwas darüber hinaus. Denn hier wird nicht nur ein unglaublich starker, menschlicher Charakter präsentiert, sondern auch eine kluge, willensstarke Frau porträtiert, die von denen stehlt, die so reich sind, dass sie es sowieso nicht bemerken und die alles für die Menschen tut, die sie liebt- obgleich der Konsequenzen. Aber worum geht es eigentlich?
Angelika Moser fristet ihren Job in der Buchhaltung des berühmten Grand Hotels Frohner in Wien. Auf ihrer Position kommt sie irgendwie nicht weiter und auch privat hat sie allerlei Sorgen mit ihrer besten, drogenabhängigen Freundin und einer Mutter, die sie starr und mit wenig Liebe erzog und die nun mit einer beginnenden Demenz zu kämpfen hat. Nachdem Angelika ihr erstes Kind zur Welt bringt, bekommt sie im Grand Hotel die einmalige Chance als Abteilungsleiterin der Buchhaltung endlich auf der Jobleiter nach oben zu klettern. Zudem steigt sie im Ansehen des Direktors, als sie wahrscheinlich durch einen kleinen nicht ganz legalen Gefallen die Zukunft des Hotels sichert. Als Abteilungsleiterin erhält Angelika immer mehr Einsicht in die enormen Geldmengen, die das Hotel quasi zum Fenster hinauswirft und aus diesem Grund und allerlei privaten Geldsorgen beginnt sie sich mit Hilfe ihres enorm guten Zahlenverständnisses und Kreativität regelmäßig Beträge vom Grand Hotel heimlich auf ihr Konto auszahlen zu lassen. Was als Phase deklariert wurde, beginnt zur Regelmäßigkeit zu werden und durch ihr verbessertes Privateigentum und durch ihren Job steigenden Prestige wird Angelika immer mehr zu einer Lady der Wiener Society. Doch ihr Lügengespinst stand immer auf einem wackeligen Kartenhaus und irgendwann bricht auch jenes zusammen.
Das, was mich am meisten an der Figur Angelika Moser beeindruckt hat, ist natürlich erst einmal ihre Stärke. Allen Widrigkeiten ihrer von der gefühlskalten Mutter geprägten Kindheit und auch des teils turbulenten Erwachsenenlebens stellt sie sich entgegen. Dabei werden auch die vielen feministischen Aspekte in Mosers Lebensweg beleuchtet, denn sie hatte auch die Möglichkeit es sich einfach in ihrem Leben zu machen, entscheidet sich dann aber bewusst dagegen. Auch ihre unbändige Liebe zu ihrem Kind nimmt ein großen Teil ihres Lebens ein, was am Ende leider auch ein bisschen tragisch anheim mutet. Ohne zu viel verraten zu wollen. Aber das Zweite, was ich ebenfalls hervorheben möchte, ist Mosers unglaublich stabil bleibende Reflexionsfähigkeit. Immer kann sie die Lage komplett nüchtern einschätzen und sich selbst natürlich auch. Dabei bleibt sie aber auch menschlich, denn obgleich ihres Betrugs an ihrem Arbeitgeber lastet dieses Vergehen auf ihre mentale Gesundheit, weswegen auch an manchen Stellen des Romans möglicherweise offen gelegt wird, dass sie zu den Verbrecher:innen gehört, die vielleicht irgendwann einfach geschnappt werden wollte.
Die Figuren dieses Romans und allen voran Angelika Moser sind übrigens komplett fiktiv, das musste ich mir mehr als einmal während des Lesens deutlich machen, denn Vea Kaiser schreibt so realitätsnah, dass man des öfteren geneigt ist den ein oder anderen Namen in den Weiten des Internets finden zu wollen.
Ihr findet dort nichts außer eine Angelica Moser, die Stabhochspringerin ist.
Fest steht, dass "Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" eine intensive, unterhaltsame, kluge und sehr spannende Geschichte geworden ist, die man so sicherlich nicht so oft finden wird.
Unbedingt lesen!
Das Buch habe ich vor meiner Reise nach Wien angefangen. Ich muss zugeben, dass sich die ersten hundert Seiten gezogen haben, doch ich bin froh, dass ich durchgehalten habe, denn nach dem holprigen Anfang wurde ich bestens unterhalten.
Vea Kaiser erzählt die Geschichte der Angelika Moser, die als Buchhalterin des Grand Hotel Frohner 3,3 Millionen Euro unterschlagen hat.
Angelika stammt aus einfachen Verhältnissen, ihre Mutter ist Hausmeisterin in einem Gemeindebau. Jedes Jahr schauen sich Mutter und Tochter die Eröffnung des Opernballs im Fernsehen an, niemals wäre Erna Moser auf die Idee gekommen, dass ihr Enkel eines Tages zu den Debütanten gehören wird, die den Opernball eröffnen.
Angelika tritt ihre erste Stelle als Buchhalterin im Hotel Frohner an. Nach einem delikaten Vorfall hat sie beim Direktor einen Stein im Brett, er schließt sie ins Herz und beauftragt sie damit, seine privaten Ausgaben über die Hotelbuchhaltung abzurechnen, dabei darf sie auch für sich etwas abzweigen.
Angelika wird Mutter eines Sohnes, ihr Freund Freddy ist ein „Filou“, wie der Wiener sagen würde. Er will sich nicht binden, und kümmert sich nur, wenn ihm gerade danach ist, um seinen Sohn Basti.
Angelikas Mutter Erna leidet an fortschreitender Demenz und kann auch nicht bei der Kinderbetreuung aushelfen. Angelika muss für die Betreuung ihrer Mutter und ihres Sohnes sorgen, und fängt an, fingierte Rechnungen zu erstellen, die der Direktor unterschreibt.
Als Basti in die Pubertät kommt, muss sie ihm finanziell mit zwanzig Tausend Euro aus der Patsche helfen.
Ich denke, dass jede Mutter für Angelika Verständnis hat, mir war sie sehr sympathisch. Ursprünglich wollte sie sich das Geld nur ausleihen, sie ist nur nicht dazu gekommen, es zurückzugeben. Ich konnte nachvollziehen, dass es für sie verlockend war, sich aus der Hotelkasse zu bedienen, zumal sie den Überblick über die persönlichen Ausgaben der Hotelierfamilie hatte. Allein für die Loge beim Opernball wurden mal eben sechzehn Tausend Euro ausgegeben und eine der zweiundzwanzig von den Frohners dort bestellten Flaschen Champagner kostete so viel wie Bastis Kinderbetreuung für einen Monat.
Beim Lesen habe ich mich oft köstlich amüsiert, am meisten über die Sprüche des alten Direktors, aber auch über seine Schwiegertochter Lizzy und Bastis Freundin Jenny, und last but not least über Angelikas Lebensabschnittsgefährten. Sehr unterhaltsam fand ich die Eskapaden der Gäste, Angestellten und der Hotelierfamilie.
Das Buch enthält viel Wien-Lokalkolorit, am Ende gibt es sogar ein kleines Wienerisch-Wörterbuch. Der Junior bewohnt eine Suite mit Blick auf den Stephansdom, in New York vermisst er das Kunsthistorische Museum und die Peterskirche. Erna Moser zündet in der Karlskirche eine Kerze an, Basti jobbt im Billa und einer von Angelikas Lebensgefährten ist Zuckerbäcker. Von mir eine große Leseempfehlung für diesen Wiener Leckerbissen, den ich mit viel Vergnügen verschlungen habe.
“Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels” von Vea Kaiser, die Geschichte einer “Betrügerin aus Mutterliebe”, hat mich restlos begeistert und wunderbar unterhalten. Ganz besonders schön finde ich, dass der Verlag hier mal wieder einem umfangreichen zeitgenössischen Roman von 556 Seiten eine Bühne bereitet hat. Schön, dass Autor*innen mal wieder episch werden dürfen in unserer schnelllebigen Tik-Tok-Zeit, dass man auch mal die kleinen Details erwähnen kann, die das Leben ausmachen. Die Geschichte von Frau Moser wird ausführlich beschrieben und sie braucht diesen Raum, um die Lesenden auf ihre Seite zu ziehen.
Es geht eben um Angelika Moser, die wir im Wien der Achtziger Jahre kennenlernen, wo sie im Grandhotel Frohner als Buchhalterin anfängt. Sie ist Ende zwanzig, als wir sie zum ersten Mal während der Haupthandlung “treffen” und in ihren 60ern, als wir sie wieder verlassen. Wir erleben sozusagen Angelikas Aufstieg und Fall in der “Rushhour ihres Lebens”, in der Zeit, in der das Leben in die entscheidenden Bahnen gelenkt wird, hautnah mit. Eine wichtige Rolle spielen dabei ihre “Männergeschichten”, mal mehr mal weniger relevant - vom langweiligen Apotheker Berti über die Liebe ihres Lebens Freddy, künstlerischer Freigeist und Vater ihres Sohnes bis hin zu Julius Frohner, dem Jüngeren und Thomas, dem agilen Augenarzt. Konstanten in ihrem Sozialleben sind natürlich die Mutter Erna Moser, die sie als strenge Alleinerziehende im Gemeindebau (dem Veza-Canetti-Hof) großgezogen hat und natürlich die liebevolle Beziehung zu ihrem Sohn Sebastian, der schließlich der Grund ist, warum sie zur Verbrecherin wird.
Ich habe selten - eigentlich noch nie so realistisch - die Beschreibung der Mühsal gelesen, die es neben dem übervollen Tank an Liebe auch bedeutet, einen Säugling und später ein Kind zu haben. Die Problematik der frühen - also der gerade eben erst geschehenen - Mutterschaft - all die Schmerzen, all die Schlaflosigkeit, all die Selbstaufgabe und schließlich all die “großen Sorgen”, wenn die Kinder älter werden. Sehr gut gefallen haben mir auch die “autofiktionalen” Passagen, in denen Vea Kaiser wie ungefiltert über ihren langwierigen Schreibprozess am Roman berichtet bzw. über den der nicht namentlich genannten Autorin. Sie reflektiert darin auch über die Problematik schreibender Mütter, für die das Freischaufeln von schriftstellerischer Arbeitszeit mit einem Balance- und Kraftakt gleichzusetzen ist: “Wie soll man mit einem Kleinkind unauffällig recherchieren? Wo bringt man ein Kleinkind unter, um drei Monate lang im Rahmen eines Aufenthaltsstipendium konzentriert zu schreiben? Wie vereinbart man Schulpflicht mit Lesereisen?” (S.117)
Ein Roman wie das Leben, ein Roman voller Wiener Lebenslust und Todessehnsucht. Voller fetttriefender Debreziner, “Opernballleichen” und Wirtschaftskriminalität. Beeindruckend, welches Finanzwissen Vea Kaiser an den Tag legt. Beeindruckend, wie satt und schön und unterhaltsam sie erzählt. Hier muss wirklich kein/e Leser*in Hunger leiden. Absolute und uneingeschränkte Empfehlung.
Angelika stammt aus einfachen Verhältnissen und arbeitet als Buchhalterin im Hotel Frohner. Sie liebt Ordnung und Zahlen.
In ihrer Freizeit zieht sie mit Freunden um die Häuser, schläft zu wenig und trinkt zu viel. Doch im Gegensatz zu ihren Freunden entwickelt Angelika sich weiter. Sie will ein geordnetes, seriöses Leben ohne Exzesse, dafür beruflichen Erfolg.
Als Angelika schwanger wird, geht sie in Elternzeit, um danach mit neuem Schwung ihre Karriere anzutreten.
Doch ihr Sohn ist kein einfaches Kind und stellt sie vor manche Herausforderung, die Angelika viel Kraft kosten. Dabei ist das Geld immer knapp und so kommt es, dass das Hotel Frohner ihr den ein oder anderen "Kredit " gewährt.
Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und wird von Vea Kaiser hervorragend erzählt. Das macht sie mit viel Empathie, Humor und in einer angenehmen Sprache. Der Wiener Schmäh sorgt für die richtige Atmosphäre.
Eines der Bücher, bei dem ich traurig war, als ich die letzte Seite gelesen habe.
Wo soll ich anfangen? Das Buch war echt harte Kost für mich, da es extrem anstrengend zu lesen war.
Aber beginnen wir einmal mit dem Inhalt. "Fabula Rasa" erzählt die Geschichte von Angelika Moser. Diese arbeitet als Buchhalterin im Nobelhotel Frohner und lebt in eher ärmlichen Verhältnissen. Partys und wechselnde Bekanntschaften bestimmen ihr Privatleben. Als sie unerwartet schwanger wird und ein Kind bekommt, gerät sie in eine finanzielle Notlage und beginnt sich kreativ damit auseinander zu setzen, wie sie an Geld kommen könnte. Dies tut sie dann nicht in dem sie sich einen besseren Job sucht oder ähnliches, sondern in dem sie Geld von ihrem Arbeitgeber veruntreut. Über Jahre hinweg lebt sie mit der Angst erwischt zu werden und lebt dabei in einer finanziellen Blase, mit der sie selbst so nie gerechnet hätte.
Was vom Inhalt her eigentlich ganz interessant klingt, ist es leider so gar nicht. Anhand des Klappentextes ging ich davon aus, dass die Veruntreuung eine sehr große Rolle spielen würde. Ich war gespannt, wie sie das machen würde, was genau die Hintergründe sind. Und doch ist dieses Thema über weite Strecken lediglich eine Randnotiz in dieser Geschichte. Auf über 550 Seiten passieren allerlei Dinge. Aber die finanziellen Machenschaften werden immer wieder nur in Nebensätzen erwähnt. Das enttäuschte mich sehr, da ich mir hier viel mehr erwartet hatte.
Gefüllt wird die Geschichte mit Belanglosigkeiten, die dazu führten, dass ich mich zum Lesen zwingen und aufpassen musste, dass ich nicht querlese. Meine Aufmerksamkeit konnte das Buch nur in wenigen Fällen auf sich ziehen. Die Sogwirkung blieb über die komplette Zeit aus und ich kann nur wenige positive Punkte an dieser Geschichte finden.
Ich bin mir durchaus bewusst, welche Art von Geschichte Vea Kaiser erzählen wollte. Da ist eine Frau, die der Meinung ist, dass das Leben es nicht gut gemeint hat mit ihr und die damit rechtfertigt Dinge zu nehmen, die ihr nicht gehören. Da ist eine Frau, die ihr Leben lang bei den Männern daneben gegriffen hat und nie richtig angekommen ist, nie ein richtiges Zuhause hatte. Da ist eine Frau die relativ kalt aufgewachsen ist, alles besser machen möchte und es doch nicht schafft, ihr Leben in geregelte Bahnen zu lenken.
Leider habe ich es über die komplette Zeit nicht geschafft Sympathien für Angelika zu empfinden. Sie trifft so viele merkwürdige Entscheidungen, die andere verletzen oder die anderen schaden. Ich konnte so viel nicht nachvollziehen und im Verlauf der Geschichte machte sie sich bei mir immer unbeliebter. Dies blieb auch bis zum Ende so.
Ich bin schon der Meinung, dass Vea Kaiser schreiben kann. Sie kann total gut mit Worten umgehen und schafft es auch das Österreichische sehr gut in die Geschichte zu integrieren. Ich habe nur leider keinen Gefallen an den sehr ausschweifenden Beschreibungen und den vielen Nebenschauplätzen gefunden. Viele davon waren für mich nicht zuträglich zur Geschichte. Bei vielen hätte es gereicht, wenn sie kurz Erwähnung gefunden hätten. Und genau das machte die Geschichte dann so unfassbar anstrengend für mich.
Ich würde schon auch behaupten, dass durch den Klappentext falsche Erwartungen geschürt werden. Wenn ich überlege, dass der Betrug erst nach ungefähr der Hälfte der Geschichte zur Sprache kommt bzw. beginnt und davor eigentlich nur Angelikas Liebes- bzw. Partyleben beleuchtet wird, dann ist das doch sehr enttäuschend. Das ist zumindest das, was bei mir hängen geblieben ist.
Interessant fand ich die Einschübe der Autorin, wie sie Angelika Moser interviewt hat und so auf realen Tatsachen die Geschichte aufgebaut hat. Wobei ich auch finde, dass diese im Verlauf des Buches immer merkwürdiger formuliert worden sind und ich mir dann nicht mehr sicher war, ob das Fiktion oder Realität war.
Für mich war es auf jeden Fall für sehr lange Zeit das letzte Buch der Autorin. Wie schon erwähnt, mag ich es sehr, wenn Autorinnen mit Sprache umgehen können. Und das kann Vea Kaiser auf jeden Fall. Ich mag es aber gar nicht, wenn ein Buch mich so sehr langweilt, dass ich ständig zu meinen anderen Büchern, die auf mich warten, schiele und mich frage, wann das Buch denn endlich zu Ende ist. Hätte ich es nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen und nicht zu Ende gelesen.
Am Ende bleibt für mich auch nicht viel vom Buch hängen, außer ein enttäuschtes Gefühl. Ich weiß nicht, was ich aus der Geschichte mitnehmen soll. Sie endet zwar nicht offen, aber doch vorhersehbar. Was in diesem Fall auch gar nicht so schlimm ist. Dennoch bleibt für mich keine tiefere Botschaft zurück, nichts, was mir einen Mehrwert bietet und daher bin ich froh, wenn ich nun zu einer anderen Geschichte greifen kann.
Ich bin ein großer Fan von Vea Kaiser seit ihrem ersten Roman und habe mit Sehnsucht auf das Erscheinen ihres neuen Buches gewartet. Vea Kaiser bleibt ihrem Stil treu und fabuliert eine wunderbar geschriebene Geschichte über eine starke Frau, die den Aufstieg schafft aus ärmlichen Verhältnissen in die Wiener Society. Wiener Schmäh, starke Charaktere und skurrile Wendungen sind die Zutaten für diesen Roman. Für mich ein Lesehighlight dieses Jahres!