31. Dez.
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Ismael wird Zabor genannt. Er lebt in einem kleinen algerischen Dorf, in dem die Welt stehen geblieben scheint. Kaum jemand kann lesen, ein Fleischer gilt als gemachter Mann und Frauen sind wertlos, wenn sie alleinstehend sind. Zabors Mutter verstarb früh und sein Vater verstieß ihn, denn Zabor ist anders. Er hat eine besondere Gabe, die ihn an das Dorf und alle seine Bewohner*innen sowie Gebäude und Pflanzen fesselt. Zabor erhält die menschen durch Schreiben am Leben. Er tut dies mit einer ihm ganz eigenen und stillen Leidenschaft. Als jedoch sein Vater im Sterben liegt, muss Zabor sich fragen, ob er auch ihn retten will. In einem Dorf voller Hundertjähriger sucht der junge Zabor den Sinn seiner Existenz. Er entdeckt die Bedeutung von Sprache und Schrift und lässt das Herz eines jeden bibliophilen Menschen beim Lesen höher springen. Sprachlich brilliert Kamel Daoud. Tiefsinnige Gedanken sowie Alltagsbeobachtungen sind in wunderschöne und bildhafte Wendungen verpackt. Ein ruhiges Buch, das sich Zeit lässt und den Lesenden die Landschaft und Menschen Algeriens sehen lässt.

Zabor
Zaborby Kamel DaoudKiepenheuer & Witsch