Krimi trifft Beziehungsdrama
Mörderisches Ufer ist für mich nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern vor allem auch ein intensiver Blick auf das Privatleben der Figuren. Besonders das Verhältnis zwischen Thomas und Pernilla hat mich bewegt. Während Pernilla jahrelang zurückgesteckt hat – immer verständnisvoll, wenn Thomas von Einsatz zu Einsatz hetzte, ob nachts, am Wochenende oder sogar im Urlaub – verändert sich die Dynamik, sobald sie selbst beruflich stärker eingespannt ist. Plötzlich wirkt Thomas überfordert, ja fast ungerecht, und eskaliert viel schneller, als ich es erwartet hätte. Auch die Beziehung von Nora und Jonas ist eine absolute Achterbahnfahrt. Das hat die Geschichte für mich sehr lebendig, aber auch emotional anstrengend gemacht. Ich konnte Pernilla und auch Nora gut verstehen und fand Thomas oft schwer erträglich. Jonas war trotzdem immer der „gute Kerl“ in der Geschichte. Gerade dieser Kontrast macht aber die Stärke des Romans aus: Viveca Sten gelingt es, neben dem eigentlichen Krimiplot die Beziehungen so realistisch zu schildern, dass man beim Lesen mitfühlt, ärgert und Partei ergreift.


