30. Nov.
Danke herzlich für diese reizvolle Leseempfehlung:
👍👍👍👍👍
Rating:5

Danke herzlich für diese reizvolle Leseempfehlung: 👍👍👍👍👍

Paul verliebt sich als Neunzehnjähriger beim gemischten Doppel 🎾 in die rund dreissig Jahre ältere, verheiratete und ansatzweise wohlstandsverwahrloste Susan. Und er verliebt sich in die Idee, mit Konventionen zu brechen, das Establishment zu fuchsen. Nur: Aus dem Verliebtsein wird Liebe und die Unbeschwertheit wird schwer und schwerer, auch in diesem Buch trägt der Alkohol das Seine dazu bei (vgl. Mein Bruder von Ueli Mäder und Das Schwarz an den Händen meines Vaters von Lena Schätte). Spannend ist der Wechsel der Erzählerperspektive im Laufe des 300 Seite dicken Buches: Das erste Kapitel ist hauptsächlich in der ersten, das zweite in der zweiten und das dritte in der dritten Person erzählt. Das macht Julian Barnes grossartig und die Geschichte stimmungsvoll und glaubwürdig: Als junger Mann erzählt Paul frisch von sich, im mittleren Alter dieser nicht endenden Coming-of-Age-Geschichte beginnt er (sich) zu reflektieren und im fortgeschrittenen Alter blickt er zurück. Eine grosse Empfehlung - wegen der Gefühlsschwere und dem vielen Traurigen auch eine gute Lektüre für die Zeit, wenn die Tage (endlich!) wieder länger werden.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
17. Sept.
Rating:4

Jeder Mensch hat eine Liebesgeschichte. Jeder. Vielleicht war sie ein Katastrophe, vielleicht ist sie im Sande verlaufen, vielleicht ist sie gar nicht richtig in Gang gekommen, vielleicht gab es sie nur in Gedanken, das macht sie nicht weniger real. […] Jeder Mensch hat eine. Es ist die einzige Geschichte. Barnes, Julian (2020): Die einzige Geschichte Seite 59 Paul ist jung, er lebt in einer langweiligen Vorstadtsiedlung und er ist verliebt. In die 30 jährige Susan, die auch noch verheiratet ist. Aber so einfach ist das Leben eben doch nicht und die Beziehung sieht sich einigen Problemen gegenüber. Hauptcharakter Paul blickt in diesem Buch ein wenig auf seine einzige Geschichte zurück. Auf seine Beziehung mit Susan, der 30 Jahre älteren verheirateten Frau, der er im zarten Alter von 19 Jahren verfallen ist. Dabei beschäftigt er sich auch mit dem Begriff „Liebe“ und seine Auffassung des Konzepts von „Liebe“ verändert sich auch über die Jahre, genauso wie sich auch seine Beziehung ändert. Es ist ganz spannend mitzuerleben, wie aus „himmelhochjauchzend“ auf einmal auch „zu Tode betrübt“ wird und wie Paul die psychischen Probleme von Susan wahrnimmt und auch damit umgeht. Spannend auch, dass sich oft die Erzählperspektive ändert und der Autor so eine gewisse Distanz zwischen Paul und seiner Geschichte schafft. Eine gute Geschichte lebt auch von seiner äußeren Form und hier brilliert Julian Barnes ganz ohne Frage. Auf der anderen Seite macht der ständige Perspektivenwechsel zwar für die Geschichte Sinn, hat mich aber doch einigermaßen im Leseflow gestört und da hat es auch nicht geholfen, dass das Buch lediglich in drei Teile aufgeteilt ist und ansonsten in keinerlei Kapitel. Ich habe beim Lesen ganz gerne mal eine Verschnaufpause und das hatte ich hier eigentlich nicht. „Die einzige Geschichte“ ist auch kein Buch in dem alles Schlag auf Schlag passiert, die Ereignisse kommen eher schleichend und graduell um die Ecke was Sinn macht, allerdings fand ich es teilweise dadurch auch ein bisschen langweilig. Trotzdem ein unglaublich feinsinniger und schlauer Roman, der mir besser gefallen hat, als ich das gedacht hätte. 3,5 von 5 Sterne

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
17. Sept.
Rating:4

Jeder Mensch hat eine Liebesgeschichte. Jeder. Vielleicht war sie ein Katastrophe, vielleicht ist sie im Sande verlaufen, vielleicht ist sie gar nicht richtig in Gang gekommen, vielleicht gab es sie nur in Gedanken, das macht sie nicht weniger real. […] Jeder Mensch hat eine. Es ist die einzige Geschichte. Barnes, Julian (2020): Die einzige Geschichte Seite 59 Paul ist jung, er lebt in einer langweiligen Vorstadtsiedlung und er ist verliebt. In die 30 jährige Susan, die auch noch verheiratet ist. Aber so einfach ist das Leben eben doch nicht und die Beziehung sieht sich einigen Problemen gegenüber. Hauptcharakter Paul blickt in diesem Buch ein wenig auf seine einzige Geschichte zurück. Auf seine Beziehung mit Susan, der 30 Jahre älteren verheirateten Frau, der er im zarten Alter von 19 Jahren verfallen ist. Dabei beschäftigt er sich auch mit dem Begriff „Liebe“ und seine Auffassung des Konzepts von „Liebe“ verändert sich auch über die Jahre, genauso wie sich auch seine Beziehung ändert. Es ist ganz spannend mitzuerleben, wie aus „himmelhochjauchzend“ auf einmal auch „zu Tode betrübt“ wird und wie Paul die psychischen Probleme von Susan wahrnimmt und auch damit umgeht. Spannend auch, dass sich oft die Erzählperspektive ändert und der Autor so eine gewisse Distanz zwischen Paul und seiner Geschichte schafft. Eine gute Geschichte lebt auch von seiner äußeren Form und hier brilliert Julian Barnes ganz ohne Frage. Auf der anderen Seite macht der ständige Perspektivenwechsel zwar für die Geschichte Sinn, hat mich aber doch einigermaßen im Leseflow gestört und da hat es auch nicht geholfen, dass das Buch lediglich in drei Teile aufgeteilt ist und ansonsten in keinerlei Kapitel. Ich habe beim Lesen ganz gerne mal eine Verschnaufpause und das hatte ich hier eigentlich nicht. „Die einzige Geschichte“ ist auch kein Buch in dem alles Schlag auf Schlag passiert, die Ereignisse kommen eher schleichend und graduell um die Ecke was Sinn macht, allerdings fand ich es teilweise dadurch auch ein bisschen langweilig. Trotzdem ein unglaublich feinsinniger und schlauer Roman, der mir besser gefallen hat, als ich das gedacht hätte. 3,5 von 5 Sterne

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
7. Sept.
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Rating:3.5

Sehr interessante Geschichte über eine Beziehung zwischen einem anfangs nicht mal 20-jährigen Mann und einer auf die 50 zugehenden Frau und vor allem darüber, wie wahr die eigenen Erinnerungen sind. Vom Stil her weicht Julian Barnes schon recht stark von dem ab, was ich überwiegend lese. Er hat einen eher nüchternen Schreibstil, sodass ich hier nicht so intensive Emotionen gefühlt habe. Dafür stecken aber viele kluge Gedanken in diesem Buch, die sehr zum Nachdenken anregen.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
6. Aug.
Rating:4

Puhh!!! Das war nicht leicht. Dieses Buch hat mich gefordert. Zu Beginn begeistert, dann wurde es zäh, ich habe eine Pause eingelegt und am Ende hat dann doch alles zusammengefunden und einen Sinn ergeben. Besonders ist der Schreibstil. Es gibt viele berührende Momente im Buch. 🙏🏻

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
18. Juli
Rating:3

er liebt eine deutlich ältere, verheiratete frau mit kindern. sie verlässt die familie und sie ziehen zusammen. der druck macht sie süchtig nach alkohol. sie wird dement, als er noch fit ist. was wird aus seinem leben? es geht um liebe, ihre wichtigkeit und vergänglichkeit. es war krass, aber auch zu langwierig und ich mochte susan nicht.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
1. Apr.
Rating:3

Omnia vincit amor – oder doch nicht? Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich fand vor allem die Leseprobe des Buches sehr vielversprechend, sie machte ich neugierig, was Paul so erleben wird. Cover: Mich hat irgendwie der durchgestrichene Text des Covers irritiert. Ich musste erst zweimal hinsehen, um zu kapieren, dass es identisch der gleiche Text ist nur nicht handgeschrieben. Ich finde es zwar schön, dass es nicht mit Bildern oder ähnlichem überladen ist, aber mir fehlte hinten der Klappentext (auch wenn das Zitat vom Buchbeginn sehr schön ist). Inhalt: »Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden, oder weniger lieben und weniger leiden? Das ist, glaube ich, am Ende die einzig wahre Frage.« Das ist der erste Satz im Buch und beschreibt wunderbar den Kern der Handlung. Paul ist mit seinen jungen 19 Jahren stolz, der Liebhaber der 30 Jahre älteren und verheirateten Susan zu sein. Leider bleibt nicht alles immer nur Sonnenschein. Handlung und Thematik: Die Handlung beginnt gemächlich aber dennoch nicht uninteressant. Im Mittelteil nimmt sie so richtig Fahrt auf. Im letzten Drittel ist leider nur noch wenig Neues dabei, sondern ein Großteil nur noch Wiederholungen und kritische Gedanken. Besonders im zweiten Drittel stellte Julian Barnes gut dar, dass man in der Liebe nicht immer nur profitiert und vor allem, dass es schwierige Zeiten geben kann. Es regte auf alle Fälle zum Denken an, dass nicht immer das kurzfristige Liebesvergnügen die gesamte Zukunft bestimmen sollte. Charaktere: Paul ist fast das ganze Buch über sehr naiv und jugendlich. Ohne an Konsequenzen zu denken setzt er immer nur seinen Willen durch. Als er im Mittelteil Opfer für Susan gebracht hat, hatte er kurz meine Anerkennung. Leider verlor sich das ganze wieder. Susan passte gut zu Paul. Auch sie wirkte jugendlich und naiv, ja fast schon unreif für ihr Alter. Dadurch, dass Gordon ihr erster und einziger Mann war, war klar, dass sie nochmal etwas erleben musste. Leider wurde ich nicht wirklich warm mit ihr. Sie wirkte oft zornig und gefühlskalt. Schreibstil: Ich fand es großartig, wie das Buch begann! Das Buch begann in der ersten Person Singular, also direkt Pauls Ich-Perspektive, in der er sogar den Leser direkt ansprach. Man konnte sich super hineinversetzen und wurde mitgerissen. Ca. ab Seite 150 änderte sich der Erzählstil in die zweite Person Singular, was mich schon ein bisschen störte, da es besonders auffällig war und ich mich im Lesefluss gestört gefühlt habe. Ich konnte keine Verbindung mehr zu Paul empfinden, was es schwieriger machte, da mir der Charakter auch nicht so sympathisch war. Als dann im hinteren Drittel die Perspektive noch in die dritte Person Singular wechselte und auch die Handlung nur noch aus Wiederholungen und kritischen Gedanken dazu bestand, verging mein Lesevergnügen völlig. Ich hätte mir eine größere Ausarbeitung des Mittelteils gewünscht, das Ende hätte man kürzer fassen können. Was mir auf alle Fälle noch gut gefallen hat, waren die Metaphern und Umschreibungen, die der Autor stellenweise gewählt hat. Persönliche Gesamtbewertung: Ein nettes Buch mit einigen wundervollen Metaphern, aber das Ende fand ich anstrengend. Es ging nicht um die typische Liebesgeschichte „Und sie lebten glücklich bis in alle Zeit“, sondern eher um eine wahre Geschichte, die sich bei unseren Großeltern abspielen hätte können. Julian Barnes regte durch die kritischen Elemente sehr zum Denken an. Leseempfehlung, die genug von seichten Liebesschnulzen haben und mit der dritten Person Singular leben können ;-)

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
14. Nov.
Rating:4

schwieriges Thema, launisch geschrieben, die Handlung ist so desillusionierend ... aber es hat mich trotz seiner Sperrigkeit gepackt und es wird lange nachwirken ----------------------------------------------------------- re-Read wegen einer Wanderbuchaktion Auch beim re-read bin ich sehr hin-und hergerissen, wie mir das Buch gefällt. Ich mag den Schreibstil des Autors sehr, ich mag die Perspektivwechsel, ich finde er hatte teilweise grandiose Sätze und Ausdrücke. Ich mag es, wie er Gefühle vermittelt. Ich mag es, wie streckenweise ich als Leser angsprochen werden. Aber, ich bin seinen Personen nie nah gekommen. Sowohl Paul als auch Susan bleiben mir fern, ich leide nicht mit ihnen, ich freue mich nicht für sie, ich bin eher von ihnen genervt. Obwohl es der Autor schafft, dass ich teilweise Verständnis für ihre Situationen entwickle, habe ich doch genauso oft Handlungen und Entscheidungen in Frage gestellt. Ich weiß nicht, ob das am Schreibstil liegt oder ob das bewusst so aufgebaut ist. Die Geschichte an sich finde ich richtig interessant, diese Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten, die Entwicklung dieser Liebe, die Tragik. Mega. Dieses Melancholie, das Drama, das kommt wirklich gut rüber, sogar so weit, dass ich mich in diesen Strudel , diese Abwärtsspirale von negativen Gefühlen mit rein gerissen fühle. Was aber schon fast wieder ein ngeativer Punkt ist, weil das Buch auch beim Lesen eher negative Gefühle bei mir ausgelöst hat. Ich fand es schwierig zu lesen, herausfordernd. Ich habe mich sehr gefreut dass ihr schon so viel kommentiert habt, so habe ich das Buch noch mal auf einer ganz anderen Ebene erlebt. Die einzige Geschichte wird nicht das letzte Buch sein, was ich von diesem Autor lesen werde. Aber ein bisschen Barnes Pause brauche ich jetzt gefühlt trotzdem

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
25. Sept.
Rating:4

Ach, ich bin echt dankbar für unsere Wanderbuchrunde. Wenn ich selbst gewählt hätte, wäre es wohl erst einmal ein anderes Buch von Julian Barnes geworden - zumindest hätte mich ein anderes Buch des Autors mehr gereizt. Aber genau wie Danielas Wanderbuch hat mich auch "Die einzige Geschichte" überzeugen können. Und ich finde sogar, dass beide Bücher einen ähnlichen Ansatz verfolgen, es aber auf unterschiedliche Art und Weise tun. Julian Barnes hat mich mit seiner Sprache von der ersten Seite an begeistern können, auch wenn sie stellenweise anstrengend zu lesen war, aber halt auch einfach toll. Der Autor regt mit seiner Geschichte zum Nachdenken an und wirft sogar Fragen auf, die auch Carrie Bradshaw aus Sex and the City in ihrer Kolumne hätte besprchen können. Ansonsten hat das Buch aber nix mit SatC gemeinsam :-). Dass ich den Sprachstil auch stellenweise als anstrengend empfunden habe, zeigt sich darin, dass ich immer das Gefühl hatte, hellwach sein zu müssen, um manche Sätze nicht doppelt und dreifach lesen zu müssen. Es ist auf jeden Fall ein Buch für mich, bei dem ich dran bleiben musste, denn nur so konnte es seine Magie für mich entfalten. Es ist kein Buch, dass ich kleinstteilig gestückelt hätte lesen wollen (hier mal 5 Minuten, da mal 10 Minuten). Dieses Buch erzählt eine tragsiche, traurige Geschichte, eine Art Liebesgeschichte, die ohne Liebesgedöns auskommt und im Endeffekt vermutlich sogar ein Coming-of-Age-Roman, aber einer der anderen Art, der vermutlich auch gar kein Coming-of-Age-Roman sein sollte. Ich hatte Daniela gegenüber der Vorteil, dass ich wusste, worauf ich mich bei dem Buch einlasse. Ich wusste, was ich NICHT zu erwarten hatte, nämlich rosa-roten Kitsch und für dieses Vorab-Wissen war ich dankbar. Je länger ich über die beiden Protagonisten Susan und Paul nachdenke, desto faszinierender finde ich sie. Eigentlich kann ich beide nicht wirklich greifen, sie sind sperrig, aber gerade das macht sie aus. Und ich kann trotz der Sperrigkeit mitleiden, sowohl mit Susan und was der Alkohol aus ihr gemacht hat, aber auch was diese toxische Beziehung aus Paul gemacht hat, denn seine Beziehung zu Susan hat sein weiteres Leben für immer geprägt. Für mich hat ihn auch Susans Tod nicht frei machen können. Die Beziehung zu Susan und ihre Alkoholsucht hat ihn zu sehr geprägt, als dass er noch mal das Leben und die Liebe so bedingungslos und unkompliziert hätte erleben/ leben können. Schwierig fand ich die Erzählperspektive im 2. (von 3) Teilen, in dem Paul vom Erzähler mit "Du" angesprochen wird (oder erzählt Paul und sprich den Leser mit "Du" an?). Ich bin schon nicht der größte Freund der Ich-Perspektive (1. Teil), die dritte Person als (allwissender) Erzähler (im 3. Teil) ist mir immer lieber, auch wenn die Ich-Perspektive zumindest in diesem Buch am besten funktioniert hat. Großer Pluspunkt ist für mich immer, wenn ich mir Fragen zum Inhalt, zum Plot stelle und der Autor mir da kurze Zeit später die Antwort darauf gibt. Julian Barnes hat das hier gemacht. Ich mag das, denm das fühlt sich für mich immer so an, als ob ich den Autor und das, was er mir vermitteln will, verstanden hätte.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
30. Okt.
Rating:3

• DIE EINZIGE GESCHICHTE • Endlich gibt es den hoch gelobten Roman von Julian Barnes im Taschenbuch-Format. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da mich die Handlung des Klappentextes direkt überzeugen konnte. Es geht um eine verbotene und gesellschaftlich verschmähte Beziehung zwischen dem 19-jährigen Paul und der 48-jährigen Susan. Sie lernen sich bei einem Tennis-Matches ihres Tennisklubs kennen und beginnen eine Affäre. In drei Kapiteln wird der Verlauf der Beziehung zwischen Paul und Susan aus der Sichtweise Pauls geschildert. Dabei kann man sich auf einige Höhen und sehr viel en Tiefen gefasst machen. Leider beginnt das Buch fast direkt mit der Beziehung der beiden und das Kennenlernen und Annäherungsversuche werden ausgelassen. Stattdessen ist es eher eine Abfolge von Situationen, die in einer Art Monolog durch Paul geschildert werden. Punkte, wie der Umgang des Ehemanns mit der frischen Beziehung oder auch das Verhältnis zwischen Paul und seinen Eltern werden nur am Rande erwähnt. Die Beziehung und vor allem die unfassbare Liebe der beiden, bleiben für mich bis zum Schluss ein Rätsel.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
22. Sept.
Rating:5

Dieses Hörbuch hat mich schwer berührt. Der nüchterne Schreibstil war so klar und treffend. Es erinnerte fast an Tagebucheintragungen. Mehrmals im Buch wurde die Erzählperspektive von ich zu du und am Schluß zu er gewechselt, was für mich gut die Gefühle transportierte. Eine sehr realistisch beschriebene Liebesgeschichte der anderen Art. Große Leseempfehlung.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
11. Juli
Rating:4

Beim Stöbern auf Spotify stieß ich auf „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes. Von der Handlung war mir zwar nichts bekannt, aber ich hatte über den Autor schon Lobendes gehört. Der angenehme Erzählton dieses Buches und die hervorragend dazu passende Stimme von Frank Arnold brachten mich dazu, anstatt ‚einfach mal reinzuhören‘ bis zum Schluss an diesem Hörbuch dran zubleiben. Das liegt nicht daran, dass diese Geschichte besonders spannend ist, sondern vielmehr an der feinen Beobachtungsgabe und dem Gespür, das der Autor bei der Schilderung dieser Liebesgeschichte an den Tag legt. Es geht um eine Liebe gegen alle Konventionen, die irgendwann in den 1960er Jahren beginnt und die man als Leser bis in die Gegenwart verfolgt. Julian Barnes lässt seinen Protagonisten aus großer Distanz, vom anderen Ende seines Lebens her erzählen, wie er mit 19 Jahren, die verheiratete Susan kennen und lieben lernt. Obwohl Susan fast 30 Jahre älter ist, beschreibt er aber keine Affäre, sondern versucht der Einzigartigkeit dieser Beziehung, einer ebenso blauäugigen wie absoluten Liebe, gerecht zu werden. Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, aber davon hat Paul im Alter von 19 Jahren noch keine Ahnung. Mit 19 ist er stolz, dass seine Liebe zur verheirateten, wesentlich älteren Susan den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht spuckt. Er ist sich ganz sicher, in Susan die Frau fürs Leben gefunden zu haben, alles andere ist nebensächlich. Erst mit zunehmendem Alter wird Paul klar, dass die Anforderungen, die die Liebe an ihn stellt, größer sind, als er es jemals für möglich gehalten hätte. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen Paul im ersten Teil als Ich-Erzähler auftritt, im zweiten zum Du wechselt um im dritten aus der distanzierten dritten Person zu erzählen. Durch diese wechselnde Erzählerperspektive wird die zunehmende Entfremdung von Susan noch greifbarer. Die Mischung aus Alltagsgeschichten und Beleuchtung des spießigen Bürgertums mit Ausflügen in philosophische Gedankenwelten sind es, die diesen Roman zu etwas Besonderem machen. „Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden, oder weniger lieben und weniger leiden? Das ist, glaube ich, am Ende die einzig wahre Frage.“ Es handelt sich hierbei nicht um eine verklärte Schönwetter-Liebesgeschichte, sondern eine der Liebesgeschichten, die zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Die nach und nach enthüllende Leere zwischen dem Paar lässt keine Hoffnung keimen. Am Ende erfahren wir eine resignierte Weltsicht, nüchtern und ohne Zukunftsvision oder Hoffnung. Und doch ist es nicht die Desillusionierung, die als Nachgeschmack dieses Buches zurück bleibt. Als Leser wird man Zeuge einer nicht einfachen Liebes- und Lebensgeschichte für die die Protagonisten zwar ihren Preis zahlen, vielleicht einen zu hohen, aber der es dennoch letztlich wert war, weil die Intensität ihres gleichen sucht. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass hier ein Autor wirklich viel vom Leben und von seinen Höhen und Tiefen versteht und dieses Wissen dem Leser zu vermitteln weiß. Mich hat dieses Hörbuch angenehm überrascht, da mich Liebesgeschichten in Romanen oftmals langweilen oder sogar nerven. Von Julian Barnes möchte ich künftig hingegen gern noch mehr lesen. Auch könnte ich mir bei diesem Buch vorstellen, dass es noch besser ist, wenn man es selbst liest anstatt es sich anzuhören. Denn dieses Buch bietet viele Gelegenheiten, die sich zum Innehalten und Nachdenken, zum Erinnern und Sätze auf der Zunge zergehen lassen anbieten. Darüber hinaus kann ich „Die einzige Geschichte“ Lesern empfehlen, die schon über eine gewisse Lebenserfahrung verfügen – also eher Menschen in Susans als in Pauls Altersgruppe.

Die einzige Geschichte
Die einzige Geschichteby Julian BarnesKiepenheuer & Witsch