Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist.
"Es sind Verbrecher, die uns regieren! Wann verstehst du das endlich?" Gereon Rath ist im 6. Fall der Reihe dauerhaft im Zwielicht seiner Umgebung als auch wie üblich verdeckt ermittelnd unfreundlich beäugt von seinem ehemaligen Kollegen Gräf, nun bei der Politischen Polizei, erpresst von Unterweltboss Marlow, kritisch behandelt von seiner nun Ehefrau Charly, nicht mehr bei der Kriminalpolizei, und ihrem gemeinsamen Stiefsohn und erst recht von seinem direkten Chef Gennat, diesmal erbost ohne Kuchen im Angebot. Der Kommissar wird in einen Strudel, leider kein Apfelstrudel, sich überschlagender Ereignisse gezogen, an deren Ende er sogar einen unmissverständlichen Mordauftrag erhält. Wieder einmal bin ich begeistert wie Kutscher die beängstigende und brutale Entwicklung des Nationalsozialismus in seinen Krimi nicht nur einfließen lässt, sondern die Zerrissenheit der betroffenen Personen zum greifen nah macht. Es ist die Darstellung der Ereignisse des Jahres 1934, es sind die Gewaltexzesse der SA, die Kämpfe zwischen SA und SS, die Menschenverachtung der Machthaber, der zunehmende Antisemitismus, die Manipulation der Jugend durch das Regime, die Naivität Raths gegenüber dem Terrorregime nach 1933, die jede/n Leser/in betroffenen machen soll.











