Der Jugendliche Marek ist nach einer Kampfhundattacke entstellt. Da er sich komplett von der Außenwelt zurückgezogen hat, schickt seine Mutter ihn zu einer Selbsthilfegruppe. Schade, da ich vor ein paar Wochen von "Barbara stirbt nicht" so begeistert war, habe ich mich auf einen weiteren Roman von Alina Bronsky gefreut. Leider war "Nenn mich einfach Superheld" nichts für mich. Wenn ich die Figuren zwar von Anfang an unglaubwürdig und nervig fand, da sie andauernd ihr Verhalten und Ansichten grundlos ändern (keine Ahnung, ob das die auf dem Buchdeckel angepriesende "rasende Komik" sein soll...), waren die ersten Seiten für mich noch ganz interessant. Aber ein großer Szenenwechsel ca. in der Mitte fühlt sich wie ein Bruch an, da dort ganz andere Themen aufgemacht werden. Für mich fühlte es sich plötzlich wie ein ganz anderer Plot an. Der große Twist am Ende war für mich dann wirklich nur noch blöd. Sehr schade, mal sehen, ob "Barbara stirbt nicht" für mich ein One-Hit-Wonder bleibt oder ob mich Bronsky noch einmal überzeugen kann.
Langatmig, zäh und unglaubwürdig... Insbesondere das Ende war dermaßen konstruiert, dass ich nur noch mit den Augen rollen konnte. Außerdem ging mir der unsympathische Protagonist unfassbar auf die Nerven... War nicht mein Fall. Schade, weil ich "Scherbenpark" sehr gemocht habe...
Der Superheld, der keiner sein möchte, erlebt nach einem Rottweilerangriff einen Sommer, in dem er ganz langsam ins Sozialleben zurückfindet. Das Zurückschrecken vor den Bindungen, die sein Leben für ihn bereithält, finde ich super gelungen dargestellt! Zwei, drei Wendungen der Erzählung hätte ich jedoch nicht gebraucht und fand sie etwas drüber- so als müsste noch was für den Plot getan werden. Schade… 🐾
Nenn mich einfach Superheld ist der Titel aus meiner vierten Leserunde bei LovelyBooks. Alina Bronsky ist kein unbeschriebenes Blatt in der Buchbranche. Ihr Debütroman Scherbenpark erregte 2008 großes Interesse, wurde für diverse Preise nominiert und von Bettina Blümner verfilmt (ab 21.11.13 im Kino). Auch mit Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche feierte sie Erfolge. Nach der (noch nicht beendeten) Spiegel-Trilogie, erschien nun Nenn mich einfach Superheld. In Nenn mich einfach Superheld begleiten wir Marek. Äußerlich entstellt, durch eine Rottweiler-Attacke, und unter Vortäuschung falscher Tatsachen seiner Mutter, findet Marek sich in einer Therapie-Gruppe für "Krüppel" wieder. Er wollte gerade kehrt machen, als er Janne entdeckt - das schönste Mädchen der Welt, gebunden an einen Rollstuhl. Schon ist er mitten in der Selbsthilfegruppe, nachdem er sich ein Jahr lang vor der Welt versteckt hatte. Von der ersten Seite an, habe ich diesen Roman ins Herz geschlossen. Und ich habe ihn verschlungen, weil ich ihn unmöglich aus den Händen legen konnte. Mareks Sicht auf die Welt kommentiert er voller Sarkasmus, was ihn unglaublich dreist, aber zugleich auch ehrlich und liebenswürdig macht. Die Charaktere wurden so zu Papier gebracht, dass sie völlig unberechenbar scheinen. Man kann sich nie sicher sein, wie jemand in einer bestimmten Situation reagiert. Das, gepaart mit Mareks sarkastischen Bemerkungen, ergibt die Komik in diesen Roman. Auch bei dem Verlauf der Geschichte sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen. Gerade wenn man denkt, man wüsste wie der Roman endet, wird man in eine andere Richtung geschupst. Alina Bronsky hat das schwierige Thema durch ihren nüchternen und deutlichen Schreibstil aufgelockert, ohne das es dabei an Ernsthaftigkeit einbüßt. Der Roman regt zum Nachdenken an, ist witzig und mitreißend. Ich bin versucht ihn jedem auf den Schoß zu knallen, weil er einfach so toll ist!



