3. Juli
Rating:3

Zwei Brüder und ihre Frauen haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Das mehrgängige Menü ist die Rahmenhandlung. Zwischendurch springt die Handlung in die jüngere und in die weiter zurückliegende Vergangenheit. Die beiden 15-jährigen Söhne, Cousins, haben etwas Schlimmes getan. Das Buch ist aus der Sicht eines der Brüder/Väter geschrieben. Es geht um seine Beziehung zu seinem Sohn und die zu seinem Politiker-Bruder. Es geht um Sexismus und Heuchelei, um Gewalt und Geschwister-Fehden, um die Liebe zum eigenen Kind und um die Bereitschaft, dieses vor allem und jedem zu beschützen. Der Protagonist ist alles andere als fehlerfrei - mehr sei hier nicht verraten… Es ist ein bisschen literarisch und weicht oft vom Hauptthema, der Tat der beiden Jungs, ab. Die Beschreibungen sind sehr detailliert. Die interessanten Gespräche kamen für mich erst nach ugf 75%.

Angerichtet
Angerichtetby Herman KochKiepenheuer & Witsch
27. Dez.
Amüsant, kurzweilig, nachdenklich stimmend und bitterböse - was für eine Geschichte!
Rating:3.5

Amüsant, kurzweilig, nachdenklich stimmend und bitterböse - was für eine Geschichte!

Herman Kochs Roman beginnt einfach: Zwei verschwägerte Paare treffen sich zu einem Abendessen in einem gehobenen Restaurant. Sie haben eine dringlich Angelegentheit bezüglich ihrer jeweiligen Teenage-Söhne zu besprechen. Im Rhythmus eines mehrgängigen Menüs entwickelt uns der Autor die Charaktere und deren sich unerwartet zuspitzende Familiengeschichte. Es bleibt nichts aus: Bis ins Erwachsenenalter angehalten Geschwisterfehden, Heuchelei, Wohlstand-Armut, Übergriffigkeit, Empathielosigkeit, Strafttatvertuschung, Elternliebe, Gewalt... Immer wenn ich dachte, weiter würde Koch nicht gehen, hat er doch noch eins draufgelegt. Das Buch hat mich gefesselt, regelrecht mitgenommen. Auf seichte Passagen folgten schwere ethische Fragen. Kochs Schreibstil ist einzigartig, aber das Ende des Buchs ließ mich irgendwie unbefriedigt und mit einigen offenen Fragen zurück. Gelohnt hat es sich trotzdem.

Angerichtet
Angerichtetby Herman KochKiepenheuer & Witsch
21. Okt.
Rating:2

Aufgebaut wie ein Besuch in einem Restaurant mit mehreren Gängen, kann mich dieser kulinarische Krimi, Thriller oder was es darstellen soll, nicht überzeugen. Leider setzt das Buch auf schwarzen Humor, weshalb es auch gut eine Satire sein könnte. Fakt ist, dass es durch die diversen Spitzen einfach nur in die Länge gezogen wird. Bei jedem Gang wird auf jeden Teller eingegangen und immer wiederholt, wie der Kellner mit dem kleinen Finger dabei agiert. Weder ist es auf den ersten 70 Seiten spannend, noch lustig, noch was anderes. Ein Restaurantbesuch, Anspannung wegen unausgesprochener Probleme und wenig Lust. Erst am Ende zeichnet sich ab, worauf der Abend hinaus soll. Mörderisch, aber im anderen Sinn, denn niemand wird am Tisch erledigt, sondern ihr Kids haben jemanden umgebracht und dadrum geht es. Lesbar aber leider nicht mehr.

Angerichtet
Angerichtetby Herman KochKiepenheuer & Witsch