Bölls "Gruppenbild mit Dame" ist ein scharfkantiges Panorama der deutschen Gesellschaft - während und nach dem Krieg. Leni Pfeiffer ist eine Frau, die sich weigert, nach den Regeln ihrer Zeit zu spielen – erst recht nicht während der NS-Diktatur. Das Besondere ist hier aber nicht nur die Hauptfigur, sondern die Art, wie Böll ihre Geschichte erzählt. Sie ist keine klassische Heldin, die Reden schwingt. Ihre Rebellion ist eher passiv und menschlich. Sie liebt, wen sie will (einen sowjetischen Kriegsgefangenen), und ignoriert gesellschaftliche Konventionen, was sie in dieser Zeit angreifbar macht.Böll nutzt einen fiktiven Berichterstatter („Verf.“), der wie ein Detektiv oder Journalist Zeugen befragt und Akten wälzt. Das gibt dem Ganzen einen dokumentarischen Touch, der die harten Fakten der deutschen Geschichte fast greifbar macht. Böll schreibt hier sehr detailliert; wer einen rasanten Plot erwartet, wird enttäuscht. Der sogenannte „Verfasser“ verliert sich oft in bürokratischen Details und Beschreibungen von Nebenfiguren. Das macht das Buch zeitweise etwas zäh, unterstreicht aber den Anspruch, ein lückenloses „Gruppenbild“ zu zeichnen.
Ein beeindruckendes Panorama über eine Frau, geschrieben als Bericht eines Verfassers, das zusammengetragen ist aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören ihr nahestehende Personen, aber auch Personen, die ihr nicht nahestanden. Dieses Buch umfasst die Zeit vor dem Krieg, während des Krieges und die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Verständlich und sehr gut lesbar geschrieben, eine absolute Weiterempfehlung.
Bölls "Gruppenbild mit Dame" ist ein scharfkantiges Panorama der deutschen Gesellschaft - während und nach dem Krieg. Leni Pfeiffer ist eine Frau, die sich weigert, nach den Regeln ihrer Zeit zu spielen – erst recht nicht während der NS-Diktatur. Das Besondere ist hier aber nicht nur die Hauptfigur, sondern die Art, wie Böll ihre Geschichte erzählt. Sie ist keine klassische Heldin, die Reden schwingt. Ihre Rebellion ist eher passiv und menschlich. Sie liebt, wen sie will (einen sowjetischen Kriegsgefangenen), und ignoriert gesellschaftliche Konventionen, was sie in dieser Zeit angreifbar macht. Böll nutzt einen fiktiven Berichterstatter („Verf.“), der wie ein Detektiv oder Journalist Zeugen befragt und Akten wälzt. Das gibt dem Ganzen einen dokumentarischen Touch, der die harten Fakten der deutschen Geschichte fast greifbar macht. Böll schreibt hier sehr detailliert; wer einen rasanten Plot erwartet, wird enttäuscht. Der sogenannte „Verfasser“ verliert sich oft in bürokratischen Details und Beschreibungen von Nebenfiguren. Das macht das Buch zeitweise etwas zäh, unterstreicht aber den Anspruch, ein lückenloses „Gruppenbild“ zu zeichnen.

