Spaß bei Seite. Wirklich und ehrlich und echt und auch erschütternd und die Hoffnung stirbt zu letzt. Oder? Ich mag den Schreibstil, unverblümt. Rau. Ganz nah an unserem Protagonisten und mitten drin.
Stuckrad- Barre kann beobachten, aber er kann keine Gefühle. Liebeskummer und Verlassenwerden sind wenig geeignet für einen Tatsachenbericht. Ein Roman über Liebe, der ohne die Wörter "vermissen", "lieben" und "sehnen" auskommt. Gänzlich ohne Kitsch. Das kann gut sein, kann wunderbar funktionieren. Für mich hier leider nicht.
Wir wären alle gerne eine USM
Geht nur für gen x oder junge Boomer, oder wer kennt denn sonst Carter USM? Halber Stern Abzug, Skunk Anansie und Sisters dissen geht gar nicht. Und beinahe hätte er noch was gegen Faith No More gesagt, die Kurve hat er noch gekriegt. Aber ansonsten: Liebesschmerz geht so, selbst wenn das aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Ich meine, Harald Schmidt und Harry Rowohlt haben Zitate auf dem Buchrücken, was erwartet ihr denn?
Benjamin von Stuckrad-Barre schafft es in seinem Roman „Soloalbum" die Gefühle des Protagonisten wie Liebeskummer, Frustration und Verzweiflung so gut zu übermitteln, dass das man sie als Leser mitfühlt, was das Lesen mehr als anstrengend gemacht hat. Ich war noch nie so zwiegespalten über ein Buch, weil auf der einen Seite der Protagonist total anstrengend ist, weil er sich entweder für den Allergeilsten hält oder sich in Selbstmitleid ertränkt, und auf der anderen Seite wird mithilfe des Protagonisten und seiner Entwicklung über das Buch ein einzigartiges Portrait von der Gesellschaft und ihrer Oberflächlichkeit gezeigt. Im Grunde ist Soloalbum ein Buch, dass eine Geschichte so überzeugend erzänit, dass man es gleichzeitig hasst und liebt.
Ich fand, dass das Buch sehr lustig und ehrlich geschrieben war. Leider hat mir der Plot nicht so gut gefallen, aber ich bin schön in meinem kleinen 24 stunden Readathon mein SuB abbauen zu können.
Nach ca. 10 % des Buches habe ich überlegt es einfach abzubrechen. Der Protagonist versinkt von der ersten bis zur letzten Seite in Selbstmitleid. Spoiler: er ist selbst Schuld, dass SEINE Katharina ihn verlassen hat. Ich würde dem Protagonisten neben einer Schuldnerberatung eine Psychotherapie nahelegen. (Aber das war wohl Ende der 90er noch nicht so ein Thema.)
Es geht um einen Typen der von seiner Freundin verlassen worden ist und nicht über sie hinweg kommt. Bis er in eine andere Stadt zieht.
Sehr viel Wortwitz, eloquente Ausdrucksweise. Mir ging jedoch der rote Faden schnell verloren und das Buch hatte mir zu wenig Inhalt.
Späte 90er Jahre Nostalgie
Stuckrad-Barre schreibt dem Zeitgeist entsprechend. Das Buch erschien 1998 und das liest man auch. Ganz viel Oasis, Lady Di stirbt, Kassetten und CDs sind das musikalische Mittel der Wahl. Anrufbeantworter statt WhatsApp Nachricht, Briefe schreiben statt Facebook Kontakte sammeln. Wer Filme wie "Schule" oder "Feuer, Eis und Dosenbier" mag, wird das hier sicher gerne lesen. Der Humor ist seicht bis bissig. Der Protagonist ist frisch getrennt und durchlebt wohl alle Phasen des Liebeskummers. Dabei stellt er sich tollpatschig an, hasst sich selbst, schimpft auf andere, ist unzufrieden, bekommt sein Leben gerade so hin und versucht dabei seine Ex zu vergessen. Wenn man die 90er als Teenager erlebt hat, wird die Nostalgie fühlen. Für alle anderen könnte es ein wenig aus der Zeit gefallen und somit befremdlich sein.
Unfassbar anstrengender Protagonist, der sich selbst für den geilsten hält und gleichzeitig dauerhaft in Mitleid suhlt. Hat anderen Menschen permanent eine so unfassbar herablassende Art - bodyshaming, slutshaming, lustig machen über Obdachlose, die ganze Bandbreite. Ganz ehrlich? Ich möchte das Buch gerade einfach nur so weit wie möglich von mir entfernen. Verstehe überhaupt nicht den Hype hinter ihm als Person.
Zurück in die Zeit als Britpop noch der neue heiße Scheiß war. In "Soloalbum" trifft den Leser der Zeitgeist der 90er mit der vollen Breitseite: damals, als man noch gefaxt hat, und übers Festnetz telefoniert und es noch Jobs für Germanisten gab! Dazu: ein weinerliche, Mitt-Zwanziger, bei dem ich mich nicht so recht entscheiden konnte, ob das nun ein Paradebeispiel für einen unzuverlässigen Erzähler ist oder ob es damals noch cool war, alles hässlich, scheiße kacke und doof zu finden. Der Protagonist ist ein Edgelord par excellence und es war für mich ein Wunder, wie es Katharina überhaupt länger als zwei Minuten mit ihm ausgehalten hat. Wie das überhaupt irgendjemand konnte. Er ertrinkt sich in Selbstmitleid und wird nicht müde zu erwähnen, wie viel besser sein Musikgeschmack ist als der aller anderen, wie fiese seine Katharina und wie viel cleverer er als die meisten Menschen ist. Das einzig Clevere am Buch bleibt aber der halbwegs lustige Titel (weil er auch eben gerade solo ist. Das erste Mal, haha) und die stimmige Kapiteleinteilung nach einem Oasis-Album. Sonst kommt da nicht viel außer dem typischen Popliteratur-Geschwafel, das bedeutet: 500 Markennamen gemischt mit einem wehleidigen Schreibstil.










