11. Apr.
Rating:3.5

Ein Buch, was ich gelesen haben wollte und was des Lesens durchaus wert war.

Dieses Buch war in meiner Kindheit so in aller Munde, dass ich es immer mal lesen wollte. Jetzt habe ich das getan und wurde nicht enttäuscht! Anders, als im Deutschunterricht, in welchem meiner Meinung nach zu abstrakt erklärt wird, wird hier an klaren Beispielen erarbeitet was klassische Fehler sind. So habe ich jetzt endlich den Unterschied zwischen "gewohnt" und "gewöhnt" verstanden. Und da war auch einiges bei, was mich überrascht hat. Dass zum Beispiel "Ich rufe zurück" ein Anglizismus ist und man früher sagte "Ich rufe wieder an" war mir so nicht bewusst. Letzteres hab ich noch nie gehört! Außerdem wurde offenbar auch 2003 schonmal über soetwas wie "Gendern" nachgedacht. Andererseits ist das Buch nun schon etwas älter... Als von der PDS geschrieben wurde, musste ich googlen (oder googeln?)... Außerdem sind da vermutlich einige Ausdrücke drin, über die sich heute wohl keiner mehr echauffiern würde. Begriffe wie "Erdloch" wurden wohl eine Zeit lang inflationär genutzt haben sich mittlerweile damit aber wohl auch abgenutzt. Was auch einen kleinen Abzug gibt ist, dass es nunmal Kolumnen sind. Die Kapitel lesen sich dadurch sehr locker, bildlich und ansprechend, sind aber auch manchmal echt in die Länge gezogen und mit sehr vielen Beispielen versehen. Das ist eben das Format und ist auch völlig okay, war für mich persönlich aber streckenweise etwas anstrengend.

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Todby Bastian SickKiepenheuer & Witsch
28. Juli
Rating:4

Kurz gesagt: Ich habe das Buch geliebt und selten beim Lesen so gelacht, was vor allem dem Schreibstil geschuldet ist. Abgesehen davon, dass es aus sprachwissenschaftlicher Sicht viele Schwachstellen gibt (insbesondere zur Kritik zum angeblichen „Sprachverfall“), ist es ein tolles Buch, um sich Klugscheißerwissen anzueignen und im Alltag ein wenig über die deutsche Sprache nachzudenken. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es auffällig viele Parallelen zu Empfehlungen des 9. Bandes des Dudens gibt, die hier in Geschichten verpackt als der Heilige Gral der deutschen Sprache dargestellt werden.

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Todby Bastian SickKiepenheuer & Witsch
26. Jan.
Rating:2

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, da ich bereits im Vorfeld einige Ausschnitte gelesen hatte, die mir wirklich gut gefallen haben. Außerdem mag ich die Rechtschreibung und Grammatik sehr gerne und hasse es, wenn Leute sagen "als wie" oder "wegen mir" oder so. Nunja, das Buch hat mich auf alle Fälle sehr interessiert. Leider bin ich jetzt, nach dem Lesen, ziemlich enttäuscht. Die einzelnen Episoden an sich sind gar nicht mal so schlecht und einige haben mich sogar sehr gut unterhalten können, jedoch hat es mir absolut nicht gefallen, das Bastian Sick alles von oben herab kommentiert. Ja, stellenweise mag es ja ganz lustig sein und auch angebracht, aber diese Sichtweise das ganze Buch lang durchzuziehen ist einfach nur nervig und macht ihn sehr unsympathisch. Anstatt beispielsweise aufzuklären, was denn der Fehler ist (der manches Mal nicht ganz offensichtlich war), wird einfach vorausgesetzt, dass der Leser es ja von Grund auf kann und natürlich nicht zu der "Fehlergruppe" gehört. Dann kann man natürlich das ganze Kapitel in diesem "Fehlerdeutsch" schreiben, der Leser amüsiert sich köstlich und am Ende ist natürlich jeder schlauer. Ähm nein, ist er leider nicht so und ehrlich gesagt hat mich das auch ziemlich genervt. Natürlich musste dann noch jeder absichtliche Fehler kursiv geschrieben werden, damit auch jeder Volltrottel sieht, wie toll er ja diesen Fehler die ganze Episode hinweg benutzen kann. Hinzu kommt noch, dass sich Bastian Sick leider des Öfteren widerspricht. Einerseits sagt er, Anglizismen wären doof und man müsse sich strikt an die Rechtschreib- und Grammatikregeln halten, andererseits behauptet er dann wenige Seiten weiter, dass man im Deutschen ruhig kreativ sein darf. Ja, schön, wenn sich der Autor so sicher ist. Außerdem schreibt er, wie eben erwähnt, dass Anglizismen ja unschön seien, allerdings benutzt er tausend andere, wenn auch französische, Fremdwörter. Er widerspricht sich also schon wieder. Natürlich gab es auch einige gute Episoden, aus denen ich auch einige Regeln mitnehmen konnte. Allerdings haben mich die oben angesprochenen Sachen einfach zu sehr genervt, als dass mich das Buch jetzt noch hätte überzeugen können. Gute Idee, leider war mir der Autor beziehungsweise seine Schreibweise und sein Darüberstehen ziemlich unsympathisch, weshalb mir das Buch nicht so gut gefallen hat.

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Todby Bastian SickKiepenheuer & Witsch