19. Mai
Rating:5

On/Off

In vielen Kunstrichtungen begegnen uns Paare, die sich nicht gut tun und doch nicht voneinander lassen können. Ich frag mich dann immer, wie viel Seelenfrieden man opfern möchte, nur weil man einen Mann oder eine Frau besitzen will. Genau um diese Art Besessenheit geht es im neuen Roman von Dana von Suffrin Toxibaby liebt Herzchen und Herzchen liebt Toxibaby. Das wird uns schon direkt auf den ersten Seiten versichert. Am Ende weiß man, dass man eine der schlimmsten Liebesgeschichten aller Zeiten gelesen hat. Und ich hab’s geliebt! Denn die beiden pflegen ihre „On/Off“ Beziehung mit einer Obsession die Seinesgleichen sucht. Das ist nicht neu in der Literatur, aber selten wurde es mit so einer Deutlichkeit beschrieben. 13 mal haben sich die beiden getrennt und wieder versöhnt. Aus der Sicht von Herzchen erfahren wir, wie diese Eskapaden von statten gingen. Das Kennenlernen, die kleinen und großen Konflikte sowie die überzeugenden Argumente, die besonders Herzchen immer wieder zur Hand hat, fühlen sich an wie ein gelebter Beziehungs – Albtraum – für mich zumindest. Herzchen sieht das ganz anders. Zuckerbrot und Peitsche ist ihre Devise. Komm her und geh weg. Dabei schildert sie ihre Lügen und Tricksereien und wirkt dabei unglaublich reflektiert. Gleichzeitig merken wir, dass das eine der Schein ist, den sie für sich aufrecht erhalten möchte. Toxibaby hingegen gehört eher zu der Sorte „mega abgeklärt“. Er scheint zwar ein großes Suchtproblem zu haben, doch da Herzchen nicht gerade eine zuverlässige Erzählerin ist, kann man das und überhaupt alles, was sie über ihn schildert, infrage stellen. Somit ist relativ schnell klar, dass nicht unbedingt der Mann hier die toxische Person sein muss. Das spiegelt so ein bisschen die Erfahrung wieder, die man erlangt, wenn im engeren Freundeskreis die Trennung eines Paares passiert. Meist hört man nur eine Seite, kommt eine zweite dazu ist man eher verwirrt und am besten hält man sich aus allem raus. Das gelingt uns hier natürlich gut, denn auch wenn man die, die Protagonistin anschreibt, dass das jetzt wohl nicht Ihr Ernst sein kann, bringt das natürlich nicht durch die Buchstaben in die Geschichte. Niemand ist hier sonderlich sympathisch. Trotzdem möchte man Herzchen ab und zu in den Arm nehmen und ihr sagen: „Mädel, nimm deine Beine in die Hand und renn“ , ihre Therapeutin versucht es zumindest mal im Ansatz. Von Suffrin ist hier etwas gelungen, was ich selten erlebt hab. Der poetryslamartige Sound dieses Monologs hat mich vom ersten Satz an abgeholt. Die Ironie und die Süffisanz, mit der die Erzählerin auf Ihren Partner blickt, entbehrt manchmal jeder Logik und macht das Ganze zu einem großen Spaß. Natürlich ist eine Bitternis zwischen den Zeilen, die ich mir ab und zu ganz bewusst ins Gedächtnis rufen musste, damit ich sie noch wahrnehme. Denn schön ist das, was zwischen den Buchdeckeln passiert auf gar keinen Fall. Aber sprachlich ist es genau diese Art von Exzellenz, die ich sehr zu schätzen weiß - ausgefeilt und erfrischend anders, aber trotzdem zu jederzeit zugänglich! Ich habe das so gerne gelesen und das größte Vergnügen hatte ich, wenn ich mir die Zeit nahm und den Text laut vor mich hin zelebrierte. Ich liebe es, wenn ich das Gefühl bekomme, schlauer zu sein als die Menschen, die mir ihre Geschichte erzählen und das hat Herzchen mehr als einmal geschafft. Ich weiß, das zeugt von genau der Arroganz, die die Protagonistin hier selbst an den Tag legt. Aber vielleicht ist genau das der Punkt! Vielleicht sind wir beide Schwestern im Geiste. Wenn ihr also auch mal in ein Buch fallen möchtet, dass euch viel Raum für amüsiertes Kopfschütteln bietet und gleichzeitig sprachlich brilliert, dann empfehle ich euch dieses Buch wirklich sehr.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
26. Apr.
Rating:3

“Toxibaby” von Dana von Suffrin beschreibt die zerstörerische Liebesgeschichte von Herzchen und Toxibaby, die nicht mit-, aber auch nicht ohneeinander sein können und beide toxisches Verhalten in ihrer Beziehung zeigen. Von einem unbestimmten Gegenwartspunkt aus erzählt Herzchen hin- und herspringend von den Anfängen der Beziehung, den vielen Trennungen, ihrer Kindheit usw. Mir fiel es sehr schwer, hier nicht den Faden zu verlieren. Ich habe es als Hörbuch gehört, gelesen von Inka Löwendorf, was mir einerseits gut gefallen hat, allerdings ist die Form ”Hörbuch” hier wahrscheinlich nicht geeignet, den oft komplexen Satzstrukturen und Zustandsbeschreibungen zu folgen, die sich sehr oft wiederholen, da die ganze Beziehung eine einzige Wiederholung ist. Ich musste oft zurück spulen, weil mir Teile der Erzählung unbekannt vorkamen, nur um dann festzustellen, dass ich an dieser Stelle schon dreimal gewesen bin. Der Schluss wird dann, nach dem sehr konsistenten Hauptteil, noch einmal interessant in seinen Wendungen. Dennoch kann ich, obwohl ich es erst gestern beendet und aufmerksam zugehört habe, jetzt schon nicht mehr sagen, was im letzten Teil genau geschehen ist, weil mein Hirn es sofort wieder vergessen hat. Ich wollte das Buch wirklich gern mögen, aber die umeinander kreisenden Gedankengänge haben mich leider nicht gepackt. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
18. Apr.
Rating:4

Was eine tragische On-/Off-Beziehung

Dana von Suffrin beschreibt eine tragische On-Off-Beziehung von Toxibaby und Herzchen, die nicht richtig zueinander finden können wollen. Aus der Perspektive von Herzchen schildert sie das Begehren nach Toxibaby, mit dem es alles kompliziert ist. Nach dem anfänglichen Gefühl, Toxibaby‘s Verhalten hindere die Beziehung der beiden, kippt es, und man merkt, wie Herzchen Toxibaby nicht aus ihrem Leben lassen kann und will - und fast schon etwas zwanghaft an ihm festhält. Zwischen den sehr langen, teilweise seitenlangen Sätzen, bleibt das Auge manchmal über schön geschriebene Metaphern, die mich ein wenig schmunzelnd lassen und über die Eleganz des jeweiligen Bildes nachdenken lassen!

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
17. Apr.
toxisch, klug, fesselnd. Toxibaby hat mich erwischt❤️‍🩹
Rating:5

toxisch, klug, fesselnd. Toxibaby hat mich erwischt❤️‍🩹

Toxibaby ist für mich ein Buch, das gleichzeitig leicht wirkt und trotzdem richtig tief trifft. 🖤 Dana von Suffrin erzählt von einer Beziehung, die erst nach großer Liebe aussieht, aber immer mehr von psychischer Gewalt, Abhängigkeit, Schuldgefühlen und Selbstverlust geprägt ist. Herzchen und Toxibaby stürzen sich sofort ineinander, ziehen zusammen, adoptieren einen Hund und trotzdem funktioniert zwischen ihnen eigentlich gar nichts. Was als intensive Liebesgeschichte beginnt, wird immer mehr zu einem Kampf um Nähe, Macht und Selbstbehauptung. Das war stellenweise schmerzhaft ehrlich und erschreckend gut beobachtet. Besonders mochte ich, dass der Roman nicht streng linear erzählt ist, sondern sich aus Momenten, Anekdoten und kleinen Beobachtungen zusammensetzt. Dadurch fühlt sich alles unglaublich nah an, fast wie eine sehr kluge, sehr ehrliche Sprachnachricht einer Freundin. 📖✨ Die Sprache ist dabei gar nicht überladen, sondern gerade in ihrer Einfachheit richtig stark. Für mich ist Toxibaby der schlimmste Liebesroman, den man sich vorstellen kann und genau deshalb so gut. Schonungslos, zärtlich, klug und mit einer ganz eigenen Mischung aus Witz, Schmerz und kaputtem Glanz. 💔 Wenn du Bücher über toxische Beziehungen, komplizierte Figuren und literarische Gegenwartsliteratur mit emotionaler Wucht magst, solltest du dir dieses Buch unbedingt anschauen.✨

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
6. Apr.
Rating:4.5

Bitterböse, zärtliche Abrechnung

Der Roman hat mich mit seinem ganz eigenen Sound und einer herrlich gemeinen Ich-Erzählerin überzeugt. Am witzigsten fand ich, wie sie über ihre eigene Arbeit ablästert. Gleichzeitig wäre es natürlich interessant, die Beziehung aus der anderen Perspektive geschildert zu bekommen. Der Roman war für mich ein kurzweiliges großes Vergnügen, nur in der Mitte gab es ein paar Längen.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
1. Apr.
Rating:4

Am Anfang kam ich sehr schwer rein, aber nach einer halben Stunde hören ging es dann. Ich glaub das Buch könnte dem ein oder anderen die Augen öffnen, wenn sie sich in so einer Beziehung befinden, das es nicht so toll ist und es auch nicht so sein muss. Empfehlung für alle die es gerne kompliziert mögen Inhaltsangabe (Quelle Amazon) Der schlimmste Liebesroman, den man sich vorstellen kann »Toxibaby« ist ein schonungsloser, zugleich zärtlicher Roman über die Suche nach Liebe, die uns heilt – und die uns zerstören kann. Dana von Suffrin erzählt von einer Beziehung, die alles will: Rettung, Erkenntnis, Erlösung. Mit scharfem Witz und großer erzählerischer Kraft seziert sie die Beziehungsunfähigkeit einer ganzen Generation. Herzchen liebt Toxibaby und Toxibaby liebt Herzchen, die zwei ziehen sofort zusammen und adoptieren einen Hund – und trotzdem funktioniert überhaupt nichts. Herzchen ist die gefeierte Millennial-Schriftstellerin, die alles hat, noch mehr will, und doch unglücklich ist, Toxibaby ist Anfang vierzig und meint, die Last der gesamten Welt auf seinen Schultern zu tragen. Doch für Herzchen ist er der Mann, der ihr alles bedeutet und der ihr alles nimmt. Er ist schön, brillant, wütend auf die Welt – und auf sie. Was als rauschhafte Liebe beginnt, wird zu einem Kampf um Nähe und Selbstbehauptung, ein Spiel aus Hingabe, Abhängigkeit und intellektuellem Kräftemessen.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
30. März
Post image

Mit ihrem Roman „Toxibaby“ liefert Dana von Suffrin ein ebenso bitterböses wie kluges Porträt moderner Beziehungen. Das Buch erzählt von einer Liebe, die gleichzeitig berauschend und zerstörerisch ist – und stellt dabei die Frage, warum Menschen an Beziehungen festhalten, die ihnen offensichtlich nicht guttun. Im Mittelpunkt stehen Herzchen und Toxi, ein Paar, das sich leidenschaftlich liebt und gleichzeitig immer wieder aneinander zerbricht. Schon früh ziehen sie zusammen, adoptieren einen Hund und versuchen, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Doch schnell wird klar: Diese Beziehung funktioniert nicht. Herzchen ist eine erfolgreiche Millennial-Schriftstellerin mit großen Ambitionen, während Toxi, Anfang vierzig, ein intellektueller Weltverweigerer ist, der sich weigert, gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Was zunächst wie eine große Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einer zermürbenden On-Off-Beziehung voller Streit, Abhängigkeit und emotionaler Machtspiele. In drei Jahren trennen sich die beiden dreizehnmal – und finden doch immer wieder zueinander zurück. Genau darin liegt die tragische Dynamik des Romans: Beide wissen, dass ihre Beziehung ihnen schadet, und können sich trotzdem nicht voneinander lösen. Besonders beeindruckend ist Dana von Suffrins Erzählstil. Die Autorin schreibt mit scharfem Witz, hohem Tempo und einer präzisen Beobachtungsgabe für zwischenmenschliche Abgründe. Lange, rhythmische Sätze treiben die Handlung voran und spiegeln gleichzeitig das emotionale Chaos der Figuren wider. Dabei gelingt es ihr, die Beziehung zwischen Herzchen und Toxi gleichzeitig tragisch, komisch und erschreckend realistisch darzustellen. Thematisch geht der Roman weit über eine einzelne Liebesgeschichte hinaus. „Toxibaby“ zeichnet ein Bild einer Generation, die zwischen Selbstverwirklichung, Perfektionsansprüchen und emotionaler Unsicherheit gefangen ist. Die Figuren bewegen sich in einer Welt, in der Beziehungen fast wie Konsumgüter erscheinen – austauschbar, verfügbar und doch sehnsüchtig gesucht. Herzchen verkörpert dabei die Rolle der Retterin, die glaubt, Toxi verändern zu können, während Toxi zwischen Selbstinszenierung, Weltverachtung und innerer Unsicherheit schwankt. Gerade diese widersprüchlichen Charaktere machen den Roman so glaubwürdig – und manchmal auch schmerzhaft nah an der Realität. „Toxibaby“ ist ein bissiger, intelligenter und oft auch erschreckend ehrlicher Roman über toxische Liebe und emotionale Abhängigkeit. Dana von Suffrin gelingt es, eine Beziehung zu zeigen, die gleichermaßen faszinierend und verstörend ist. Wer sich für moderne Beziehungsdynamiken interessiert und literarischen Witz mit gesellschaftlicher Analyse schätzt, findet hier einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklich stimmenden Roman.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
22. März
Rating:3

Toxi und Herzchen führen eine On-Off-Beziehung und machen sich gegenseitig das Leben schwer. Mehr lässt sich im Grunde kaum zum Plot sagen. Wir lesen Szenen aus der Beziehung, sowie Gespräche und Gedankengänge über die Beziehung. Dabei wird, was Zeiten und Handlungsorte betrifft, immer wieder gesprungen, so dass ich manchmal einen Moment brauchte, um mich zu orientieren. Mir hat sehr die Schonungslosigkeit gefallen, mit der das Buch geschrieben ist. Auch dass Toxi und Herzchen, mit diesen sprechenden Nichtnamen durch den Roman geschickt werden, hat was für sich. Erwartet hatte ich von der Geschichte, dass sich eine Frau von einem toxischen Mann lösen muss, aber tatsächlich wird sehr schön gezeigt, wie sowohl Mann als auch Frau ihre Anteile haben. Es gibt keinen "schuldigen" an der Misere, bzw. beide haben ihre deutlichen Anteile am Elend, über das wir in dem Buch lesen. Mich hat es stellenweise angestrengt das Buch zu lesen, aber ich nehme an, das muss bei so einer Story auch so sein. Es ist eben keine fluffige Lovestory, die sich angenehm lesen lässt, sondern ein Einblick in mögliche Lebensrealitäten, mit denen Menschen in heutigen Beziehungen häufig zu kämpfen haben. Empfehlenswert für alle, die Lust haben, sich auf diese Art Geschichte einzulassen.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
13. März
Rating:4

So sollte Liebe NICHT sein

Der schlimmste Liebesroman, den man sich vorstellen kann. Herzchen liebt Toxibaby und Toxibaby liebt Herzchen, die zwei ziehen sofort zusammen und adoptieren einen Hund - und trotzdem funktioniert überhaupt nichts. Der Typ meint, die gesamte Welt sei gegen ihn, wird wütend, wenn sie nicht seiner Meinung ist, lebt auf ihre Kosten. Sie machen immer wieder Schluss und kommen wieder zusammen. Doch sie findet diese Art Beziehung aufregend und liebt ihn heiß und innig. Es is ein bisschen ein intellektuelles Kräftemessen, ein Kampf um Selbstbehauptung und Abhängigkeit voneinander. Die Geschichte hat keinen linearen Erzählstrang, sondern baut mit Anekdoten das Bild zweier kaputter Psychen. Die Sprache ist wunderschön, aber nicht, weil die Autorin besondere Worte und Formulierungen verwenden würde, sondern durch die Reihenfolge, in der sie sehr einfach gebaute Sätze aneinanderreiht. Es ist nicht über die Maßen spannend, es plätschert eher so dahin. Ich fand es etwas repetitiv, man hat irgendwann die Dynamik zwischen den beiden verstanden und bräuchte nicht noch mehr Beispielszenen.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch
11. März
Rating:4.5

dvs‘ schreibstil mag ich unglaublich gerne, vor allem ihre langen schachtelsätze, die mit herzchens leidenschaft zum lesen beginnen, zu den cameo-auftritten ihrer mutter in form eines nazi-offiziers in ihren eigenen texten übergehen und plötzlich enden in der frage an toxibaby, was die „einfachen dinge“ seien, die er ihr niemals geben könne. die geschichte von toxi und herzchen zeigt uns, dass toxi (stellvertretend für diesen einen typen, den so viele von uns kennen und selbst versorgen durften) natürlich ein berechenbar unsicherer, flüchtender, sich selbst überschätzender, machtgieriger, gemeiner, abhängiger und verletzender partner ist — aber für die dargelegte art von beziehung braucht es auch ein gegenstück, das irgendwann zur komplizin dieses widersprüchlichen und problematischen verhaltens wird. herzchen füllt diese rolle mit einer hingabe aus, die sich dank ihrer selbstreflexion und ihrer selbstironie und dem immerzu fehlenden letzten gedankenschritt (wenn alles schrecklich, dann sollte ich gehen), ihrer neurotischen angewohnheit, toxi bis ins kleinste detail durchdringen und analysieren zu wollen, als würde das irgendwas verbessern oder sonst wie ändern können, und ihrer weirden liebenswürdigkeit sehr unterhaltsam liest. sie geht erfrischend ehrlich mit sich ins gericht, wo andere viel zu verschämt wären, ihre „schwächen“ und ihr unreifes, trotziges verhalten vor sich selbst zuzugeben. ihre familie ist dysfunktional, sie ist es, toxibaby ist es und wir dürfen zeug*innen von all dem wahnsinn sein. herzchens freundinnen (stellvertretend wiederum für all diese freundinnen, die eine aus ihrem kreis begleiten durch eine zeit maßlos blinder vermeintlicher liebe) verdienen respekt, sie bleiben treu an herzchens seite, no matter what, dafür gewinnt man sie sehr lieb. und dann ist da noch babka, die ahnungslose hündin, die dummerweise genauso verliebt in toxi ist wie herzchen selbst. das ist wirklich eine ganz furchtbare liebesgeschichte, irre, nah, witzig, anstrengend — und an einigen stellen tut sie dann doch ganz ernsthaft weh.

Toxibaby
Toxibabyby Dana von SuffrinKiepenheuer & Witsch