18. Apr.
Rating:3

Julian Barnes ist zweifelsohne ein toller Autor, deshalb 3 Punkte, Abschiede hat mich aber eher irritiert als überzeugt

Der Inhalt ist eher ein Geplauder über verschiedene Themen, zB ein ganzes Kapitel lang über den Proust Effekt, der besagt, wie ein Geruch oder Geschmack eine Erinnerung hervorrufen kann. Der Autor erzählt über Krankheiten und über die Beziehung zweier Jugendfreunde, in der er eine Schlüsselrolle zu haben glaubt. Ich habe durch positive Rezensionen und die Inhaltsbeschreibung etwas anderes erwartet und deshalb das Buch auf Seite 102 abgebrochen.

Abschied(e)
Abschied(e)by Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
6. Apr.
Weniger die Handlung als das Nachdenken über den Tod und uns als Menschen steht hier im Vordergrund.
Rating:5

Weniger die Handlung als das Nachdenken über den Tod und uns als Menschen steht hier im Vordergrund.

Ein nachdenkliches Buch über Erinnerung und Vergessen sowie die Frage, wie sehr beides unsere Identität prägt. Was wir erinnern und wie wir es erinnern, entscheidet darüber, wer wir sind. Erinnerungen sind dabei flüchtig, selektiv und oft unzuverlässig. Der Einstieg gelingt hier besonders gut: Mit anregenden Fragen zieht Barnes einen sofort in seine Überlegungen hinein. Reizvoll für mich war die doppelte Ebene des Buchs: Einerseits folgt man den persönlichen Gedankengängen des Ich-Erzählers (die mehr oder weniger denen des Autors entsprechen), andererseits entfaltet sich die Geschichte um seine Freunde Stephen und Jean, deren Beziehungsgeflecht in die Thematik eingeht. Insgesamt regt das Buch an vielen Stellen zum Nachdenken an; was macht mich zu „mich“? Wie erinnern sich andere an dieses „mich“ und ich mich an andere? Antworten muss dabei logischerweise jede:r selbst finden. Dass er „Abschiede“ als sein letztes Buch ankündigt, während es für mich das erste ist, verleiht dem Text eine zusätzliche Tiefe. Ich bin gespannt darauf, seine literarische Reise rückwärts anzutreten.

Abschied(e)
Abschied(e)by Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
10. März
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Rating:4

Für mich war das Buch von Julian Barnes kein klassischer Roman sondern eine Reise durch sein Leben, das zum nachdenken anregt. Zugleich verabschiedet er sich in diesem Buch und zeigt auf was bleibt wenn wir sterben. Für mich eine klare Leseempfehlung vor allem für diejenigen die mal hinter die Kulisse des Lebens blicken wollen.

Abschied(e)
Abschied(e)by Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
26. Feb.
Rating:4

Ein Meister seines Fachs verabschiedet sich von seinem Publikum. Ich bin sehr froh über dieses Buch, da man dadurch der Persönlichkeit des Autors nahe kommt - man fühlt sich wie im Dialog mit ihm. Die persönliche Seite, welche er hier offenbart, ist so ganz anders als viele seiner (für mich) eher steifen Werke. Auf den länger ausgeführten Teil über zwei seiner Freunde, welche im Alter wieder zusammenfinden und ihr Glück nicht sehen wollen, hätte ich gut verzichten können. Ansonsten besticht das Buch durch viele kluge Beobachtungen und Gedanken, den Sprecher Frank Arnold kann man für seine pointierte und empathische Lesung nicht genug loben. Ich werde Julian Barnes‘ Bücher ab jetzt mit ganz anderen Augen lesen.

Abschied(e)
Abschied(e)by Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
15. Feb.
Rating:4

Ein für mich sehr lohnendes Büchlein über das Leben, den Tod und welche Worte Menschen nach unserem Tod einfallen, wenn sie an uns denken. Alles verwoben in eine Geschichte, in der Julian Barnes selbst eine große Rolle spielt, dennoch aber unklar bleibt, was Realität und was Fiktion ist. Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe

Abschied(e)
Abschied(e)by Julian BarnesKiepenheuer & Witsch
21. Jan.
Wenn das Leben leise Bilanz zieht
Rating:4

Wenn das Leben leise Bilanz zieht

Ein Buch wie ein leises Innehalten, irgendwo zwischen Atemzug und Abschied. Julian Barnes schreibt hier nicht gegen die Zeit an, sondern schaut ihr ruhig ins Gesicht. Die Nachricht einer möglichen tödlichen Krankheit wird zum Ausgangspunkt für einen Text, der tastend, klug und erstaunlich sanft fragt, was vom Leben bleibt, wenn man beginnt, es von hinten zu betrachten. Erinnerungen erscheinen dabei nicht als verlässliches Archiv, sondern als bewegliches Material. Was war wirklich prägend, was wurde im Rückblick größer oder kleiner erzählt? Beim Lesen entsteht das Gefühl, einem sehr privaten Denkprozess beizuwohnen, der sich nie aufdrängt, sondern Raum lässt. Gerade diese Zurückhaltung macht den Text so eindringlich. Zwischen autobiografischen Passagen und einer fiktiven Geschichte verschwimmen die Grenzen, und genau darin liegt die literarische Stärke dieses Buches. Getragen wird Abschied(e) von einer ruhigen Melancholie, die weder pathetisch noch kalt wirkt. Barnes erlaubt sich Zweifel, Unsicherheit und auch Widersprüche. Nicht jede Passage berührt gleich stark, manches bleibt bewusst fragmentarisch, doch insgesamt entsteht ein ehrlicher, würdevoller Blick auf das Älterwerden, das Schreiben und das mögliche Ende. Zurück bleibt ein stilles Nachhallen, das lange begleitet und mehr Fragen stellt, als es Antworten gibt.

Abschied(e)
Abschied(e)by Julian BarnesKiepenheuer & Witsch