26. Dez.
Rating:3.5

Nicht so gut wie die letzten

Es war nicht so gut wie das letzte, denn es hat mich zb wahnsinnig genervt, dass ständig Dinge und Informationen aus den älteren Büchern nochmal eingeworfen und besprochen wurden (mehrfach). Das hat das Buch künstlich lang werden lassen... Wenn man mehrere Teile schreibt, sollten die jeder dann am besten auch nicht erst bei Teil drei anfangen. Zudem war das Ende leider überhaupt nicht schlüssig für mich. Vermutlich darf man auf Teil vier warten? Schreibstil etc hat mir aber weiterhin gut gefallen und auch die Geschichte war Susanne, nur habe ich nur unter dem Ende etwas ganz anderes vorgestellt bzw das es überhaupt ein "Ende" geben würde. Viele bzw fast alle festen sind offen geblieben

Thanatopia
Thanatopiaby Tom HillenbrandKiepenheuer & Witsch
21. Okt.
Rating:3

Die beiden Vorgängerromane hatten mich total geflasht: die Ideen, die Welt, die Tom Hillenbrand gebaut hat und der Schreibstil, der mich mühelos in die Geschichte eintauchen ließ. Entsprechend voller Vorfreude war ich auf den dritten Band. Leider konnte dieser meine Erwartungen aber nicht erfüllen. Statt neuer Ideen oder anderer Perspektiven der aus den Vorgängerbänden bekannten Welt, gab es diesmal für mich zu viele parallel laufende Handlungsstränge, die mich eher verwirrt als in ihren Bann gezogen haben. Als Leser wurde ich zu oft im Dunkeln stehengelassen, und statt neuer Elemente gab es viele Verweise auf die ersten beiden Bücher. Die Grundidee, die der Autor in den Hologrammaticabüchern umsetzt, ist nichtsdestotrotz faszinierend und so hoffe ich auf einen vierten Band, der mich dann hoffentlich wieder mehr überzeugt.

Thanatopia
Thanatopiaby Tom HillenbrandKiepenheuer & Witsch
5. Okt.
Leider nicht so meins…
Rating:2.5

Leider nicht so meins…

Das Buch klang echt interessant, aber aufgrund der vielen nicht bekannten Begriffe, die hier vorkamen und die ich jedes Mal hinten im Glossar nachschlagen musste, ist der Leseflow echt verloren gegangen… . Außerdem habe ich nicht so wirklich verstanden, worum es genau in der Story geht und die einzelnen Handlungsstränge haben nicht so wirklich zueinander gepasst bzw. ich konnte diese nicht wirklich miteinander verbinden… . Leider nicht so meine Art von Thriller, die ich gerne lese…

Thanatopia
Thanatopiaby Tom HillenbrandKiepenheuer & Witsch
23. Aug.
Rating:3

Angesiedelt im Hologrammatica-Universum, aber ohne den üblichen Zauber der Vorgänger, fühlt Thanatopia sich an wie ein liebloser Tablesetter.

Als ich vor zig Jahren Hologrammatica gelesen habe, war ich fasziniert: von Idee, Prosa und einer dystopischen Zukunft, die einen unmittelbar in seinen Bann zog. Der Nachfolger Qube las sich ebenfalls flüssig und schnell, allerdings mit meiner Meinung nach offensichtlichen Anleihen aus anderen Sci-fi- und Cyberpunk-Werken. Mein nunmehr dritter Ausflug in dieses Universum lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück: Ich bin durch das Buch geflogen, aber von Inhalt ist wenig hängengeblieben, abgesehen von einem Gefühl der Falschheit. Fast so, als hätte ich die Simulation einer Welt besucht, in der alte Bekannte sich wie Abziehbilder ihrer selbst (Galahad, I‘m looking at you) und neue Charaktere wie belanglose Plot Devices gelesen haben. Die philosophischen Diskurse zwischen Menschen und einer unheimlichen KI haben wenig fürs Lesevergnügen getan, selbiges gilt für die Ermittlung unseres Wiener Kommissars. Einzig der Handlungsstrang der Thanatonauten brachte eine gewisse Spannung und Tempo in die Geschichte, der Rest plätscherte so vor sich hin, mit deutlichen Längen in der Mitte. Als Fazit bleibt zu sagen, dass Hillenbrand definitiv ein Händchen dafür hat, zeitgeistige Themen in interessante Geschichten zu gießen, Thanatopia hätte aber deutlich von mehr Klarheit und Wagemut profitiert.

Thanatopia
Thanatopiaby Tom HillenbrandKiepenheuer & Witsch
29. Juli
Rating:3

Tom Hillenbrand ist ein Autor, der weiß, wie man Themen der Zukunft mit den Fragen der Gegenwart verknüpft. Seine Romane sind hochintelligent, formal versiert und oft mit einem fast unverschämten Sinn für realitätsnahe Spekulation ausgestattet. Thanatopia, der dritte Band im Hologrammatica-Kosmos, will genau das wieder leisten: große Gedanken in ein erzählerisches Gewand kleiden, das nach Science-Fiction aussieht, aber im besten Sinne Gesellschaftsroman ist. Und doch bleibt man beim Lesen dieses Bandes eigenartig unbeteiligt, beinahe wie ein Zuschauer im eigenen Bewusstsein – was, zugegeben, gut zum Thema passt. Hillenbrand entfaltet auch hier wieder ein Panorama, das technologische Fragen mit metaphysischen Mysterien verwebt: Thanatonauten erforschen die Grenze zwischen Leben und Tod, eine abgetauchte Super-KI mischt sich erneut ein, und ein Kult philosophiert über das Jenseits, während in Wien Leichen auftauchen, die aussehen, als seien sie geklont worden. Das liest sich klug, durchaus unterhaltsam – und doch wirkt vieles wie der Wiederhall eines Echos, das man aus den Vorgängerbänden bereits kennt. Wer sich durch Hologrammatica und Qube gelesen hat, wird hier mehr Wiedersehen als Neuentdeckung erleben. Der Roman ist – um im Duktus der Serienwelt zu sprechen – eher Füller als Gamechanger. Was Hillenbrand zweifellos beherrscht, ist das Schreiben selbst: sprachlich ist Thanatopia elegant, pointiert, rhythmisch präzise. Die Dialoge sind lebendig, das technologische Vokabular nie bloße Kulisse, sondern konsequent durchdacht. Nur: Der Plot zieht sich. Das Erzähltempo schwankt, besonders der Mittelteil wirkt zäh, beinahe schläfrig. Es fehlt an narrativem Druck. Selbst philosophisch interessante Gedankenspiele – etwa zur Kopierbarkeit des Selbst oder zur digitalen Unsterblichkeit – bleiben Andeutungen, keine Zumutungen. Und das ist schade. Denn gerade Hillenbrand könnte es besser. Am Ende stellt sich eine gewisse Ermüdung ein. Nicht wegen der Qualität der Prosa – die ist makellos –, sondern wegen der dramaturgischen Halbherzigkeit. Ein gutes Buch, keine Frage. Aber keines, das sich in den Schaltkreisen des Gedächtnisses festbrennt. Thanatopia liest sich, als hätte Hillenbrand selbst gespürt, dass er nicht alles sagen will, was er sagen könnte. Es ist ein Roman, der sich zwischen die Stühle setzt: zu vertraut für echten Innovationsreiz, zu unentschlossen für narrative Wucht. Ich habe ihn gelesen, nicht ohne Gewinn – aber auch ohne das Gefühl, dass hier etwas auf dem Spiel stand. Ob das reicht? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber wenn Hillenbrand in einem vierten Band wieder an die Schärfe von Qube anschließt, bin ich gerne erneut dabei. Nur bitte: keine Füllkapitel mehr, auch wenn sie noch so gut formuliert sind.

Thanatopia
Thanatopiaby Tom HillenbrandKiepenheuer & Witsch