Fake-Beerdigung, um zurück zum Leben zu finden
**** Mein Eindruck **** Die Thematik dieses Buches ist mehr als skurril, die dahinterliegende Botschaft dafür umso lauter und direkter. Lange Zeit wurde ich mit den Protagonistinnen nicht ganz warm, konnte ihre inneren Konflikte nur schwer greifen und fühlte mich ihnen emotional nicht wirklich nahe. Und doch spiegelte die Geschichte die heutige Gesellschaft sehr treffend wider: Erfolg macht nicht glücklich – zumindest nicht zwangsläufig. Die durchgehende Melancholie der Erzählung drückte spürbar auf mein Gemüt; auf diese Schwere war ich durch den Klappentext in diesem Ausmaß nicht vorbereitet. Im Kern kreist das Buch um Schuld, Vergebung und die Frage nach dem eigenen inneren Glück, das sich nicht über andere definieren lässt. Trotz dieser inhaltlichen Tiefe plätschert die Handlung stellenweise dahin, wirkt in ihrer Kürze manchmal ziellos – und das, obwohl das Ende von Beginn an irgendwie absehbar erscheint. Die Grundidee mochte ich sehr, dennoch konnte mich das Buch emotional nicht wirklich mitnehmen, was vor allem an der Art der Melancholie lag, die für mich schwer zugänglich blieb. Auch der Weg zum Ende hinterließ mich nicht ganz erfüllt. Und doch bleibt etwas hängen – ein Nachhall, der über die innere Schwere hinausgeht und zum Nachdenken anregt. Vielleicht ist es ein Buch, das zur falschen Zeit bei mir gelandet ist. Zu einem anderen Zeitpunkt würde ich ihm dennoch gern eine zweite Chance geben – verdient hätte es diese auf jeden Fall. **** Empfehlung? **** Ein ungewöhnlicher, nachdenklicher Roman mit starker Botschaft, der Zeit und die richtige Lesestimmung braucht. Für Leser:innen, die leise Töne, Melancholie und gesellschaftliche Fragen schätzen.































