24. Jan.
Rating:3

Fake-Beerdigung, um zurück zum Leben zu finden

**** Mein Eindruck ****
Die Thematik dieses Buches ist mehr als skurril, die dahinterliegende Botschaft dafür umso lauter und direkter. Lange Zeit wurde ich mit den Protagonistinnen nicht ganz warm, konnte ihre inneren Konflikte nur schwer greifen und fühlte mich ihnen emotional nicht wirklich nahe. Und doch spiegelte die Geschichte die heutige Gesellschaft sehr treffend wider: Erfolg macht nicht glücklich – zumindest nicht zwangsläufig. Die durchgehende Melancholie der Erzählung drückte spürbar auf mein Gemüt; auf diese Schwere war ich durch den Klappentext in diesem Ausmaß nicht vorbereitet. Im Kern kreist das Buch um Schuld, Vergebung und die Frage nach dem eigenen inneren Glück, das sich nicht über andere definieren lässt. Trotz dieser inhaltlichen Tiefe plätschert die Handlung stellenweise dahin, wirkt in ihrer Kürze manchmal ziellos – und das, obwohl das Ende von Beginn an irgendwie absehbar erscheint. Die Grundidee mochte ich sehr, dennoch konnte mich das Buch emotional nicht wirklich mitnehmen, was vor allem an der Art der Melancholie lag, die für mich schwer zugänglich blieb. Auch der Weg zum Ende hinterließ mich nicht ganz erfüllt. Und doch bleibt etwas hängen – ein Nachhall, der über die innere Schwere hinausgeht und zum Nachdenken anregt. Vielleicht ist es ein Buch, das zur falschen Zeit bei mir gelandet ist. Zu einem anderen Zeitpunkt würde ich ihm dennoch gern eine zweite Chance geben – verdient hätte es diese auf jeden Fall. **** Empfehlung? ****
Ein ungewöhnlicher, nachdenklicher Roman mit starker Botschaft, der Zeit und die richtige Lesestimmung braucht. Für Leser:innen, die leise Töne, Melancholie und gesellschaftliche Fragen schätzen.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
18. Jan.
Rating:4

Das war ein richtig netter Roman, der sich flott lesen lässt und auch von der Thematik her sehr spannend ist. Wer lässt sich als Therapie denn schon lebendig begraben? Die Auswirkungen auf all jene Menschen sind super interessant und auch die beiden Hauptcharaktere ändern danach so einiges in ihrem Leben!

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
21. Dez.
Rating:4

Die Macht des Schicksals

Beworben wird das Buch mit dem Satz "... eine Liebeserklärung an den Neubeginn...". Diese Bemerkung ist m. E. etwas irreführend. Thematisiert wird eher die Macht des Schicksals und dass das Risiko sich darauf einzulassen, oftmals zum Erfolg führt. DF beschreibt das Hamsterrad des Alltags und die damit verbundenen Zweifel seiner Protagonisten eindrücklich und eher nüchtern. In diesem Buch gibt es keine Gefühlsduselei. Etwas mehr Empathie statt Sachlichkeit wäre zeitweise schön gewesen. Das Buch regt zum Nachdenken an. Sollte man öfter auf sein Bauchgefühl hören und Wege beschreiten, bei denen das Ziel ungewiss ist?!

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
30. Nov.
Rating:2.5

Ein Neuanfang durch eine besondere Methode

Als ich das Buch in der Buchhandlung gesehen habe, hat mich das Thema sofort angesprochen und ich war sehr gespannt, wie es umgesetzt wird . Meiner Meinung nach hätte man viel mehr aus dem Thema machen können. Es gab eine gute Grundlage, die Idee war gut leider fand ich die Umsetzung nicht ausgereift . Ich mochte die Charaktere nicht , ich konnte mich nicht gut in die Fake Beerdigungen reinversetzen und fand es eher schlecht rüber gebracht . Ich kann nicht mal genau sagen, was es war oder was mir gefehlt hat. Aber obwohl das Buch sehr kurz war, fand ich es anstrengend zu lesen . Es passierte einfach nichts . ich habe es nur nicht weggelegt, weil ich immer dachte es kommt noch mal was. Der Schreibstil gefiel mir auch nicht . Sehr schade weil die Idee echt gut ist .

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
25. Nov.
Rating:3

Spannende Idee

In Südkorea gibt es seit einigen Jahren sogenannte Scheinbeerdigungen. Interessierte können einen entsprechenden Kurs besuchen. Sie schreiben dann häufig ein Testament oder dergleichen. Danach gibt es eine Beerdigungszeremonie, bei der sich die Teilnehmer selbst in einen Sarg legen, wobei meist auch der Deckel kurz geschlossen wird. Der Sinn des Ganzen ist es, einen neuen Blick auf das Leben zu erhalten und dadurch eventuell einen Neuanfang zu ermöglichen. In Das glückliche Leben wird Eric zufällig Zeuge einer solchen Scheinbeerdigung. In ihm löst das etwas aus, er beginnt viele Lebensentscheidungen zu überdenken und seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Das Buch liest sich sehr angenehm und ich fand auch die Grundidee recht spannend, einfach anders als vieles, was man so kennt. Mir blieb die Geschichte jedoch teilweise zu oberflächlich.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
26. Okt.
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Rating:4

„Das glückliche Leben“ von David Foenkinos Verlag: Kiepenheuer & Witsch Dies war mein erstes Buch von David Foenkinos und ich bin gut in die Geschichte hineingekommen. Der Schreibstil ist flüssig, leicht und sehr angenehm, die kurzen Kapitel halten den Lesefluss wunderbar aufrecht. Die Geschichte ist interessant und hat viele spannende Ansätze. Dennoch sind mir die beiden Hauptfiguren, Amélie und Éric, zunächst fremd geblieben. Ihre Emotionen wurden meines Erachtens nicht richtig herausgearbeitet. So war für mich zum Beispiel nicht nachvollziehbar, warum Éric seinen sicheren und gut bezahlten Job bei Decathlon aufgibt, um einen schlechter bezahlten Regierungsjob mit vielen Reisen, die ihm Unbehagen bereiten, anzunehmen. Das wirkte auf mich nicht ganz realistisch. Auch Amélie, die ihr Leben nach außen perfekt erscheinen lässt, während es innen bröckelt, bleibt etwas schematisch. Im weiteren Verlauf gewinnt die Geschichte, Éric wird sympathischer und seine Idee mit den Fake-Beerdigungen greift einen interessanten Zeitgeist nach der Pandemie auf. Die Aufarbeitung seiner schwierigen Beziehung zur Mutter ist einfühlsam und realistisch beschrieben und hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt jedoch bleiben viele Entwicklungen oberflächlich, die Figuren zeigen wenig Tiefe und die Handlung hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Vor allem im letzten Teil wirkte die Handlung für mich etwas vorhersehbar. Einige Entwicklungen wurden recht schnell erzählt und hätten nach meinem Empfinden mehr Tiefe und Zeit verdient. Trotz dieser Kritikpunkte bleibt es ein kurzweiliger Roman, den man gerne liest. Foenkinos schreibt charmant, locker und unterhaltsam über Veränderungen, Neubeginne und die Suche nach dem eigenen Ich. Die Idee mit der Fake-Beerdigung ist gelungen und zeigt auf, wie unterschiedlich der Weg zum Glück ist. „War das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit nicht der Schlüssel zur Gestaltung der Zukunft?“ (Seite 152) Die Story konnte mich gut unterhalten, der Autor überzeugt mit seinem lockeren Schreibstil.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
20. Okt.
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Rating:2.5

DAS GLÜCKLICHE LEBEN David Foenkinos ET: 4.9.25 Éric steht kurz vor einem Burnout, als ihn seine ehemalige Klassenkameradin Amélie überraschend für einen Job im Ministerium für Außenhandel gewinnt. Anfangs scheint alles bestens zu laufen – bis Éric gemeinsam mit Amélie zu einer Dienstreise nach Seoul aufbricht. Dort soll er eine entscheidende Präsentation halten, um einen koreanischen Konzern davon zu überzeugen, eine Niederlassung in Frankreich zu eröffnen. Doch Éric erscheint nicht zu dem Termin und Amélie ist nicht ausreichend vorbereitet, um kurzfristig einzuspringen. Der Kunde springt ab – und bevor Amélie ihre Enttäuschung äußern kann, kündigt Éric völlig unerwartet seinen Job, ohne eine Erklärung abzugeben. Was war geschehen? Bei einem Spaziergang durch Seoul, kurz vor dem entscheidenden Meeting, stieß Éric auf eine Möglichkeit, seinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben. Zurück in Paris wagt er einen Neuanfang – wie dieser aussieht, müsst ihr natürlich selbst herausfinden. Das glückliche Leben ist eine Geschichte, die Mut machen und zum Nachdenken anregen soll. Das Hörbuch ist wunderbar von Richard Barenberg gelesen und transportiert die Atmosphäre sehr stimmig. Allerdings liegt mir der Magische Realismus nicht besonders. Während mich die erste Hälfte des Romans fesseln konnte, hat mich die Wendung rund um die Inszenierung der eigenen Beerdigung leider verloren. Ich möchte nicht bestreiten, dass dieses symbolische Ritual für manche Menschen inspirierend sein kann – mir persönlich war es schlicht zu viel. Fazit: Ich bin überzeugt, dass dieses Buch viele Leserinnen und Leser finden wird – und das wünsche ich ihm von Herzen. Für mich als Liebhaberin realistischer Geschichten war es jedoch nicht ganz das Richtige. Allen, die Freude am Magischen Realismus haben oder Das Café am Rande der Welt mochten, kann ich Das glückliche Leben aber auf jeden Fall empfehlen.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
10. Okt.
Rating:5

"Das glückliche Leben" von David Foenkinos ~~~ "Wenn man tot war, weiss man das Leben mehr zu schätzen" ~~~ Ein aussagekräftiges Zitat aus dieser nachdenklichen Geschichte mit viel Empathie und einer ungewöhnlichen Lebensveränderung für Eric, die mich während des Lesens abgeholt und mitgenommen hat. ~~~ Würde ich meine eigene Beerdigung begehen und wie Eric mein eigenes glücklicheres Leben finden? Ich weiss es nicht, vielleicht das eine oder andere verändern, aber diese Geschichte hat mich zum Grübeln, zum Innehalten gebracht und mich zum Nachdenken animiert. ~~~ Eine Hommage ans Leben, ans Glück, die Liebe, des Verzeihens und der inneren Zufriedenheit. ~~~ Dieses Buch hat sympathische Buchcharaktere und ist wunderbar leicht geschrieben. ~~~ Eine klare Leseempfehlung für noch ganz viele Leser*innen. ~~~ Inhalt: Éric macht auf einer Reise in Seoul eine so existenzielle Erfahrung, dass er daraufhin das Glück seines Lebens selbst in die Hand nimmt. Bestsellerautor David Foenkinos erzählt wie kein anderer vom Neubeginn, und warum wir ihn wagen sollten. Während einer Geschäftsreise läuft Éric Kherson müde und ausgebrannt durch die Straßen Seouls und landet in einem Happy Life – ein Ort, an dem das Self-Help-Ritual der eigenen Fake-Beerdigung angeboten wird. Éric lässt sich spontan darauf ein. Umgeben von Stille und Dunkelheit spürt er plötzlich, worauf es wirklich ankommt im Leben. Mit dem Ende vor Augen entscheidet sich der Vierzigjährige für den Neuanfang. Zurück in Paris kündigt Éric seinen Job, kümmert sich endlich um seinen Sohn, nimmt wieder Kontakt zu seiner Mutter auf und importiert das koreanische Ritual nach Frankreich. Das Geschäft boomt. So erfährt auch seine Ex-Chefin Amélie davon. Sie besucht Éric, weil sie endlich bereit ist für eine Veränderung. Es ist der Beginn einer zarten, neuen Liebe.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
9. Okt.
Rating:3.5

Eine Geschichte mit einer interessanten Grundidee. Ich kann mir vorstellen, dass so ein Ritual der nachgestellten eigenen Beerdigung das ein oder andere in einem wecken oder hervorrufen kann. Allerdings fällt es mir schwer, dass diese Inszenierung, eine solch grundlegende Veränderung in jedem Menschen auslöst, der dies praktiziert. Sicherlich mag es den ein oder anderen Denkanstoß dadurch geben aber eine Rundum Therapie für alle möglichen Probleme und psychischen Erkrankungen? Aber dennoch eine gute Geschichte die mich gut unterhalten konnte, auch wenn sie etwas zu überzogen auf mich wirkte.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
1. Okt.
Rating:4

Eric ist geschieden, seinen Sohn sieht er kaum noch. Er lebt so vor sich hin ohne große Höhe- oder Tiefpunkte. Beruflich ist er erfolgreich aber er ist ausgebrannt. Auf einer Geschäftsreise in Seoul entdeckt er einen Laden, der ihn neugierig macht. Dort werden Fake Beerdigungen angeboten als Therapie. Er probiert es aus und stellt dabei fest was ihm wirklich wichtig ist im Leben. Als er zurückkehrt, kündigt er und gründet so ein Institut in Frankreich. Er beginnt mehr Zeit mit seinem Sohn zu verbringen und auch seine Ex-Frau nimmt ihn ganz anders wahr. Ein warmherziger Roman, der den Leser Mut machen und inspirieren kann. Die Themen Burn-out und Sinnsuche finde ich ja super interessant. Diese Fragen nach dem warum und ob alles so bleiben soll wie es ist, stellen sich sicher viele Menschen im Laufe ihres Lebens. In der ersten Hälfte des Buches begleiten wir Eric erstmal durch sein Leben, da passiert noch nicht so viel. Ab der Fake Beerdigung nimmt das Buch dann Fahrt auf. Da ist es schön zu lesen wie es erste Veränderungen in seinem Leben gibt. Für meinen Geschmack fügte es sich oft zu problemlos. So einfach ist es im Leben oft nicht. Trotzdem ein Buch, das Trost spendet und Hoffnung gibt, wenn man sich mal verloren fühlt. Allen Lesern, denen es manchmal so geht, möchte ich dieses Buch empfehlen.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
23. Sept.
Rating:4

Wie kann man sich selbst neu erfinden?

Éric, ein Endvierziger, arbeitet mit enormem beruflichen Engagement im Ministerium für Außenhandel. Auf einer Dienstreise begleitet er seine Kollegin Amélie nach Seoul und nimmt dort spontan an dem koreanischen Ritual eines Scheinbegräbnisses teil. Als er die Endlichkeit so unmittelbar spürt, beginnt er zu hinterfragen, ob sein Lebensweg (noch) stimmig ist und vollzieht eine Wende. Auf der Suche nach einem glücklichen Leben und innerer Ruhe, reflektiert er, wie er sich selbst neu erfinden kann. Lange Jahre später kommt auch Amélie an den Punkt ihr Leben zu verändern und sich auf Wesentliches zu besinnen. Auch auf dem Buchcover macht sich das Paar sinnbildlich „auf zu neuen Ufern“. Foenkinos ist ein richtig guter Fabulierer, der nach einem gemächlichen ersten Drittel, der eigentlichen Handlung im weiteren Verlauf mehr Zug gibt und den Lesern trotzdem Raum für eigene Gedanken lässt. Eine insgesamt runde Geschichte, die Mut macht, einen Moment/ein Ereignis als Anlass für einen Neubeginn zu begreifen und loszulegen.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
22. Sept.
Ein Buch zum Innehalten.
Rating:3.5

Ein Buch zum Innehalten.

"Éric vermittelte den Eindruck, als hauste in seinem Herzen ein immerwährender November." Kennt ihr das Gefühl, als würde das Leben an einem vorbeilaufen und man selbst sitzt fest in einer Tretmühle aus immer gleichen Abläufen? So geht es Éric. In "Das glückliche Leben" erzählt uns der französische Autor David Foenkinos die Geschichte von Éric Kherson, der in seinem alten Job gefangen, das Jobangebot einer alten Schulkameradin im Ministerium für Außenhandel annimmt. In der Hoffnung, dass ihn das aus dem immerwährenden Trott rausreißt. Doch auch der neue Job ändert nichts an seinem Befinden und dem Gefühl sich und sein Leben verloren zu haben, denn auch hier dreht sich das Hamsterrad. Als er auf einer Geschäftsreise nach Seoul über das Reklameschild "Happy Life" stolpert, wird Éric neugierig und schaut es sich genauer an. Im ersten Moment irritiert von den dort veranstalteten Fake-Beerdigungen, ist die Neugierde dann doch so groß, dass Éric das Ganze spontan ausprobiert. Für ihn ist diese inszenierte Beerdigung der Schlüsselmoment, der sein ganzes Leben ändert ... "Er hatte den seltsamen, vagen Eindruck, immer auf diesen Moment gewartet zu haben. Es regte sich etwas Besonderes in ihm, das man spürt, wenn man in eine fremde Stadt kommt und sie einem gleich vertraut erscheint oder wenn einem eine Person zum ersten Mal begegnet und man im Nu eng mit ihr verbunden ist." Foenkinos erzählt diese Geschichte sehr ruhig und unaufgeregt, fast schon meditativ. Es gibt keine Dramatik, keine Spannung und keine großen Dialoge. Die Geschichte kommt schlicht und sehr still daher. Aber in dieser Stille liegt Hoffnung. Hoffnung auf Veränderung und den Mut diese Veränderung zu schaffen. Was mir jedoch sehr gefehlt hat und ich mir etwas mehr gewünscht hätte, wäre ein tieferer Einblick in Érics Gedankenwelt und seine Gefühle. Das kommt für meinen Geschmack viel zu kurz und daher konnte ich auch keine Nähe zu Éric aufbauen. Er blieb für mich irgendein Typ. Das ist vielleicht ja auch so gewollt, doch damit mich ein Buch wirklich berührt, brauche ich diese Nähe zu den Charakteren. Trotzdem regt diese Buch zum Innehalten und Nachdenken an. Es macht noch einmal bewusst, worauf es im Leben ankommt und dass Geld nicht alles ist. Dass das Leben zu schön ist, um nonstop nur das Hamsterrad zu bewegen.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
21. Sept.
Rating:3.5

Von guten und schlechten Entscheidungen

Zu einem glücklichen Leben gehören für mich viele Begegnungen mit tollen Menschen. Die Einladung, die vom Kiwi Verlag ausging, ist zum Beispiel ein Ort der Begegnung gewesen, mit den Mitarbeiter*innen, mit vielen anderen Blogger*innen und mit dem absolut sympathischen Autor dieses Romans Éric ist ausgelaugt, und auch ein Jobwechsel bringt ihm keine Erleichterung. Obwohl er unter großer Flugangst leidet, reist er mit seiner neuen Chefin Amélie, die er schon aus Kindheitstagen kennt, geschäftlich nach Seoul. Dort wohnt er einem Ritual bleibt, dass die eigene Beerdigung simuliert. Danach ändert er alles. Wir erfahren, woran seine Ehe gescheitert ist, dass er eine Distanz zu seinem Sohn verspürt und das Verhältnis zu seiner Mutter sehr gestört ist. Wir dringen immer tiefer in seine Vergangenheit ein und auch zu den Wurzeln, die in der totalen Erschöpfung münden. Doch Éric krempelt sein Leben um und etabliert die Idee aus Südkorea in Frankreich. Parallel dazu gibt es in Kurzversion die Geschichte von Amélie, die in ihrem Job die Erfüllung sieht und alles andere vernachlässigt. Und dann kommt auch noch die Pandemie. Wie im Zeitraffer erzählt Foenkinos wie aus einer Idee, ein Geschäftsmodell und gleichzeitig die Erlösung für viele Menschen wird. Es braucht oft nur die richtigen Worte und Entscheidungen, die den Lebensweg in glücklichere Bahnen leiten. Auf einmal ist wieder Kraft da. Sich von Personen zu trennen, ist niemals leicht, doch auch hierfür ist der Roman ein Plädoyer. Dabei sind die Trennungen nie brutal oder endgültig, sondern führen oft zu einem besseren Verständnis zwischen Menschen, die sich vorher fremd wurden. Der Roman ist schnell und rast manchmal durch die Lebensgeschichten. Der Plot zeigt auf, wie vulnerabel wir Menschen geworden sind und wie wir oft viel zu lange zögern, uns aus dem Trott zu befreien, der uns unglücklich macht und uns zuerst die Kraft und später die Lebensfreude nimmt. Die Sprache ist leicht und anschaulich. Ich mag es wie der Autor, die Menschen beschreibt und mir die Emotionen zugänglich macht. Das fühlt sich sehr tief an, so als hätte Foenkinos einiges davon selbst erlebt. Mit Éric konnte ich fühlen, wie Verletzlichkeit entsteht. Amélie war mir nicht immer sympathisch, doch habe ich den Motor hinter ihrer Ausstrahlung schnell erfassen können. Ein wunderbarer kleiner Roman, der einem glückliche Stunden bereitet und eine Empfehlung für alle, die nach etwas leichtem suchen das Wärme ausstrahlt.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
20. Sept.
Ein kluges, atmosphärisches Buch über Scheitern, Sinnsuche und die Chance auf einen Neuanfang.
Rating:3.5

Ein kluges, atmosphärisches Buch über Scheitern, Sinnsuche und die Chance auf einen Neuanfang.

╰ 💭 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗟𝗘𝗦𝗘𝗘𝗜𝗡𝗗𝗥𝗨𝗖𝗞 David Foenkinos schreibt feinfühlig, fängt kleine Alltagsmomente so ein, dass sie mich oft zum Schmunzeln, manchmal aber auch zum Nachdenken gebracht haben. Besonders Éric Khersons, dem Protagonisten im Buch, Rastlosigkeit und Lebensmüdigkeit werden spürbar, ohne dass die Geschichte ins Melodramatische abdriftet. Die Zeitsprünge haben mich manchmal kurz aus dem Takt gebracht, doch sie passen eigentlich sehr gut zum Thema Zeit und Neubeginn. Einzig Érics innere Entwicklung hätte für mich noch mehr Raum verdient. Trotzdem hat mich die Atmosphäre im Buch berührt. Die feinen Beobachtungen, die leisen Töne und die existenziellen Fragen, die es aufwirft. Es bleibt nachklingend im Kopf, weil es eben nicht alles erklärt, sondern Raum für eigene Gedanken lässt und die Möglichkeit bietet im Bruch einen Neuanfang zu finden. ╰ 📌 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧 Ein kluges, atmosphärisches Buch über Scheitern, Sinnsuche und die Chance auf einen Neuanfang. ╰ 🌟 𝗠𝗘𝗜𝗡𝗘 𝗕𝗘𝗪𝗘𝗥𝗧𝗨𝗡𝗚 3,5 / 5 ⭐️ Liebste Grüße 📚📖 Jeanette

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
20. Sept.
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Kann man sein Leben wirklich neu beginnen indem man symbolisch eine Beerdigung für das Alte feiert? David Foenkinos, der bereits mit „Natalie küsst“ bekannt wurde, legt mit „Das glückliche Leben“ einen ruhigen, aber eindrucksvollen Roman vor. Er erzählt die Geschichte von Éric, Anfang 40, dessen Leben nicht so verläuft, wie er es sich erträumt hat. Er ist Vater, verheiratet und doch durch seine Arbeit bleibt kaum Zeit für den Sohn. Beruflich steht er im Schatten seiner Chefin Amélie, eine Workaholic, die spontan eine Geschäftsreise nach Seoul ansetzt. Durch einen ungeplanten Schwächeanfall bleibt der Geschäftstermin unerledigt und ihm bleibt doch die Zeit Seoul zu erkunden. In Seoul entdeckt Éric zufällig eine ungewöhnliche Zeremonie. Sogenannte Fake-Beerdigungen. Menschen inszenieren hier ihren eigenen Tod, um sich symbolisch vom alten Leben zu verabschieden und einen Neubeginn zu wagen. Diese Erfahrung beeindruckt Érik zutiefst so sehr, dass er beschließt, selber so ein Event zu buchen. Begleitet von Unsicherheit und Angst wie so eine Beerdigung ablauft und ob er tatsächlich in einen Sarg steigen muss, erfährt er durch dieses Ereignis eine vollständige Bewusstseinsveränderung. Nach seiner Rückkehr in Frankreich plant selbst solche Events. Er kündigt seinen Job, findet neue Erfüllung, hat mehr Zeit für seine Familie und beginnt, ein zufriedeneres Leben zu führen. Zwischendurch kreuzen sich seine Wege erneut mit Amélie und es entsteht eine zarte Liebesgeschichte. Doch im Mittelpunkt bleibt Eriks Transformation. Der Mut, einen klaren Schnitt zu machen und alles Belastende hinter sich zu lassen. Ein Roman voller positiver Gedanken und einer eindrucksvollen Botschaft. Unsere Gedanken bestimmen unser Leben. Wer wagt, loszulassen, kann neu anfangen. Die Geschichte ist ruhig erzählt, ohne übertriebenes Drama, und wirkt gerade dadurch authentisch. Ein Buch, das inspiriert, im Alltag innezuhalten und sich zu fragen. Was darf bleiben und was ist reif, verabschiedet zu werden? Ergänzung die französischen Cover seiner Romane finde ich auch sehr schön 🥰

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
19. Sept.
Rating:4

Alles hängt miteinander zusammen

Beide haben sie eine großartige Karriere hingelegt, bei beiden ist es die Arbeit die ihr Leben definiert. Doch trotz bester Vorraussetzungen sind, die ehemaligen Schulkameraden, Éric und Amélie in ihrem arbeitsreichen Leben nicht glücklich. Schließlich sind es Burn-out, Enttäuschungen, der Wunsch nach innerer Ruhe und nicht zuletzt ein skurriles Ritual aus Korea, bei dem die eigene Beerdigung simuliert wird, die sie dazu bringen, sich neu zu erfinden, einen Neuanfang zu wagen und das Glück zu finden. Das glückliche Leben ist mein erster Roman von David Foenkinos. Wirklich charmant und geschriebener Leichtigkeit, widmet er sich grundlegend dem Thema „Was bedeutet es glücklich zu sein und wie kann ich es erreichen“. Dabei befasst er sich zudem mit den Fragen der Schuld, Identität, Selbstzweifel, Verlust, sowie Versöhnung. Erzählt wird abwechselnd aus Érics und Amélies Perspektive, was die Idee dahinter, bzw. den Lösungsvorschlag „Perspektivwechsel“ nochmals betont und nachdenklich macht. Impulse vermittelt hat der Roman auf jeden Fall, mein Herz berührt leider nicht, dafür war mir der Einstieg schon zu sachlich, zu business-like. Meine anfängliche Antipathie gegenüber den Hauptcharakteren konnte ich zwar, wenn auch schwerlich, revidieren und doch keine rechte Verbundenheit mit ihnen empfinden. Auch das Ende, nachdem alle den Umbruch bringenden Neuanfang gewagt haben und zu der Erkenntnis gelangt sind, dass alles miteinander zusammenhängt, erschien mir ein wenig zu sehr nach „Friede, Freude, Eierkuchen“. Fazit: Für mich ein überaus lesenswerter, wenngleich auch recht kurzweiliger Roman, der mein Herz zwar nicht vollends ergreifen konnte, jedoch über einen tollen Schreibstil, sowie eine grandiose Grundidee verfügt.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
19. Sept.
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Kann man sein Leben wirklich neu beginnen indem man symbolisch eine Beerdigung für das Alte feiert? David Foenkinos, der bereits mit „Natalie küsst“ bekannt wurde, legt mit „Das glückliche Leben“ einen ruhigen, aber eindrucksvollen Roman vor. Er erzählt die Geschichte von Éric, Anfang 40, dessen Leben nicht so verläuft, wie er es sich erträumt hat. Er ist Vater, verheiratet und doch durch seine Arbeit bleibt kaum Zeit für den Sohn. Beruflich steht er im Schatten seiner Chefin Amélie, eine Workaholic, die spontan eine Geschäftsreise nach Seoul ansetzt. Durch einen ungeplanten Schwächeanfall bleibt der Geschäftstermin unerledigt und ihm bleibt doch die Zeit Seoul zu erkunden. In Seoul entdeckt Éric zufällig eine ungewöhnliche Zeremonie. Sogenannte Fake-Beerdigungen. Menschen inszenieren hier ihren eigenen Tod, um sich symbolisch vom alten Leben zu verabschieden und einen Neubeginn zu wagen. Diese Erfahrung beeindruckt Érik zutiefst so sehr, dass er beschließt, selber so ein Event zu buchen. Begleitet von Unsicherheit und Angst wie so eine Beerdigung ablauft und ob er tatsächlich in einen Sarg steigen muss, erfährt er durch dieses Ereignis eine vollständige Bewusstseinsveränderung. Nach seiner Rückkehr in Frankreich plant selbst solche Events. Er kündigt seinen Job, findet neue Erfüllung, hat mehr Zeit für seine Familie und beginnt, ein zufriedeneres Leben zu führen. Zwischendurch kreuzen sich seine Wege erneut mit Amélie und es entsteht eine zarte Liebesgeschichte. Doch im Mittelpunkt bleibt Eriks Transformation. Der Mut, einen klaren Schnitt zu machen und alles Belastende hinter sich zu lassen. Ein Roman voller positiver Gedanken und einer eindrucksvollen Botschaft. Unsere Gedanken bestimmen unser Leben. Wer wagt, loszulassen, kann neu anfangen. Die Geschichte ist ruhig erzählt, ohne übertriebenes Drama, und wirkt gerade dadurch authentisch. Ein Buch, das inspiriert, im Alltag innezuhalten und sich zu fragen. Was darf bleiben und was ist reif, verabschiedet zu werden?

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
18. Sept.
Rating:3.5

Das Leben reflektieren Zum Inhalt Der melancholische Éric, der mit seinem Leben gerade nicht sehr zufrieden ist, wird von einer ehemaligen Klassenkameradin, Amélie angeschrieben. Sie arbeitet für die Regierung und bietet Éric kurzerhand einen Job mit Reisetätigkeit an. Éric nimmt diese neue Herausforderung (trotz Flugphobie) zwar an, steigt dann aber mitten auf einer Geschäftsreise nach Seoul zum Ärgernis für Amélie ohne Erklärung wieder aus. Ein Schlüsselerlebnis in Korea, bei dem es um eine Scheinbeerdigung ging, durch die man neuen Lebensmut erlangen sollte, hatte ihn diesen radikalen Schritt gehen lassen. Er setzt fortan ganz neue Prioritäten in seinem Leben und kommt dem Wunsch glücklich zu sein ein Stück näher. Auch bei Karrieristin Amélie setzt irgendwann ein Umdenken ein, ( wir nehmen zeitlich auch die Pandemiezeit mit ), und ein Wiedersehen mit Éric ist auf einmal nicht mehr undenkbar sondern folgerichtig. Fazit: Ich wusste vor dem Lesen nicht, dass es sich bei „Das glückliche Leben“ von David Foenkinos um einen fast schon philosophischen Roman handeln würde. Mit Lebensratgeberbüchern und esoterischen Texten kann ich in der Regel wenig anfangen. Dieses Buch war dann aber sehr charmant und unterhaltsam geschrieben ohne großen Plot aber mit einigen guten Gedanken und viel Humor. Ich mochte es ganz gern. Es las sich schnell weg, war aber kein Highlight für mich.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
4. Sept.
Rating:3

Ein spannendes Thema, leider ohne Tiefgang im Buch.

Werbung | Rezensionsexemplar | 3 S Der französische Bestseller "Das glückliche Leben" beschäftigt sich mit dem Tod. Nicht mit dem endgültigen, sondern mit jenem, nach dem man den Sargdeckel wieder öffnet und weiterlebt. Éric Kherson ist ein Hustler. Er hat sich nach oben gekämpft, liefert in seinem Job Spitzenleistung – und auch in der Regierung, wo ihn eine Freundin unterbringt, brilliert er. Für ein Buch von knapp 220 Seiten nimmt dieser Lebensabschnitt erstaunlich viel Raum ein, sodass der eigentliche Kern erst spät einsetzt. Denn auf einer Geschäftsreise nach Seoul begegnet Éric dem Tod – seinem eigenen. Bekannt ist, dass die Koreaner für außergewöhnliche Ideen und Erfindungen offen sind. Ihr Mindset unterscheidet sich stark von unserem. So faszinierend wie fragwürdig wirkt daher das Konzept, Menschen ihren Tod „durchleben“ zu lassen, um sie mit den wirklich wichtigen Fragen zu konfrontieren. Was wünschen sich diejenigen, die in ihren eigenen Sarg steigen, vom Leben? Ist es tatsächlich der Job, der zählt? Das Geld auf dem Konto? Dass Nahtoderfahrungen Denkweisen verändern können, ist bekannt – aber dass man dieses Gefühl künstlich erzeugen kann, war auch für mich neu. Érics Leben nimmt dadurch eine Wende, und er kehrt nach Paris zurück, um die Idee zu importieren. Als Gegengewicht tritt Amélie auf, jene Freundin, die ihn einst in die Regierung holte. Auch sie lebt für die Arbeit und bildet damit einen starken Kontrast zu Éric. Durch diese Gegenüberstellung bleibt der gesellschaftliche Bezug erhalten: Neue Ideen stoßen selten sofort auf offene Arme, sie müssen sich erst durchsetzen. Allerdings hätte ich mir mehr Reflexion von Éric gewünscht. Zwar gibt es zwei Schlüsselmomente, in denen seine Wandlung sichtbar wird, doch ein tieferes Nachdenken über Gesellschaft und Werte fehlt. Auch ein direkter Vergleich mit Südkorea hätte dem Buch gutgetan. Spannend waren immerhin die Einblicke in Suizidraten und Arbeitsmoral des Landes. Ein eher stilles Buch. Interessant, aber ohne Erleuchtung.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
4. Sept.
Happy Life im Lesesessel – warum dieses Buch mich beerdigt und auferstehen lässt
Rating:5

Happy Life im Lesesessel – warum dieses Buch mich beerdigt und auferstehen lässt

Mitten in Seoul in einer Fake-Beerdigung liegen, die Augen zu, der Sargdeckel geschlossen – und zack, plötzlich kapiert man, dass man sein Leben komplett gegen die Wand gefahren hat. Genau da packt mich David Foenkinos mit Das glückliche Leben. Dieses Buch ist so herrlich verrückt, dass man beim Lesen fast selbst Lust bekommt, die eigenen Beerdigungsklamotten aus dem Schrank zu ziehen – nur um danach wie Phönix aus der Asche aufzusteigen. Éric ist ein Typ, der alles hat: Job, Stress, Müdigkeit, kaputtes Familienleben. Dann stolpert er in Seoul in ein Ritual, das einem zeigt, wie wenig Zeit man eigentlich hat, um das Wichtige zu leben. Und genau das hat mich erwischt. Zwischen den Zeilen flimmert so viel Leichtigkeit, Charme und auch Humor, dass man immer wieder grinst, obwohl es eigentlich um ein ziemlich ernstes Thema geht: den Mut zum Neuanfang. Foenkinos schafft es, dass man sich nicht belehrt fühlt, sondern eingeladen. Da schwingt keine nervige Esoterik mit, sondern eine freundliche Ohrfeige, die sagt: „Mach schon! Trau dich!“ Ich habe beim Lesen permanent genickt, manchmal gelacht, manchmal geschluckt – und am Ende gedacht: verdammt, vielleicht sollte ich auch mal meine Routinen beerdigen. Die Liebesgeschichte mit Amélie? Zucker, ohne Kitsch. Die Szenen mit seinem Sohn? Echtes Herzklopfen. Und dass das Ganze in Paris und mit einer Prise koreanischer Weisheit serviert wird, macht es noch runder. Für mich ein Buch, das gleichzeitig unterhält, inspiriert und anfeuert, sich nicht mit dem Mittelmaß abzufinden. Kurz gesagt: Wer nach dem Lesen nicht wenigstens einen kleinen inneren Neustart hinlegt, hat wohl heimlich geschlafen. Ich feiere dieses Buch – und bin froh, dass man sich dafür nicht wirklich in einen Sarg legen muss.

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch
24. Aug.
Rating:5

Was macht dein Leben lebenswert?

Éric ist ausgebrannt und müde. Er hat sich 20 Jahre bei Decathlon hoch gearbeitet und arbeitet jetzt für die Politik. Er ist dafür mit seiner Chefin Amélie auf Dienstreise in Seoul. Dort macht er eines Vormittags einen Spaziergang und kommt an einem Geschäft mit dem Namen „Happy Life“ vorbei. Die Überschrift macht ihn neugierig und er findet sich kurz drauf auf seiner eigenen Beerdigung wieder. Ein Geschäftsmodell in Korea, da die Selbstmordrate aufgrund Burnout dort sehr hoch ist. Eine Therapieform, die Menschen zeigt, warum es sich lohnt zu leben. Éric geht aus dieser kurzen Session als anderer Mensch heraus. Er kündigt seinen Job, kümmert sich um die Beziehung zu seinem Sohn und seiner Mutter und eröffnet nach Corona einen ersten Laden in Frankreich mit genau diesem Geschäftsmodell. Es boomt und über die Jahre eröffnet er 10 neue Filialen. Eines Tages trifft Éric in einer seiner Filialen seine alte Chefin Amélie. Beide stehen an einem anderen Punkt im Leben als damals, die Beiden kommen sich näher. „Nichts ist so kompliziert wie eine Definition von Glück.“ Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil geht es um den Job, der sowohl Èric als auch Amélie die Lebenskraft zieht. Man begleitet die Beiden eine Weile bei ihrer Arbeit und es endet mit Èric’s Erlebnis der eigenen Beerdigung. Im zweiten Teil erlebt man Éric als Mensch, der sich verändert hat. Der seinen Wünschen nach geht, die Coronazeit positiv nutzt und danach seine erste Filiale eröffnet. Im dritten Teil begegnen sich Amélie und Éric wieder. Ein relativ kurzweiliges Buch, was sich sehr flüssig hat lesen lassen. Es kommen nicht so wirklich Emotionen hoch bzw. man spürt eine gewisse Distanz, da das Buch einen sachlichen Schreibstil hat. Mir hat vorallem die Idee mit den eigenen Beerdigungen gefallen und was daraus für ein Roman entstanden ist. Es zeigt die hohe Anteilnahme der Therapieform bei der Menschheit. Ich denke, das wäre in der wahren Welt auch so… „Um das Leben richtig zu lieben, muss man seine andere Seite kennenlernen: den Tod“. Ich weiß nicht, ob es immer der Tod sein muss, aber es braucht oft einen Moment / ein Erlebnis, das einen dazu führt zu merken, dass man nur das eine Leben hat und dies nicht verschwenden sollte mit Dingen, die einem nicht gut tun. Ein glückliches Leben is ein gutes Leben. Schönes Buch :)

Das glückliche Leben
Das glückliche Lebenby David FoenkinosKiepenheuer & Witsch