Wirklich gutes Buch. Am Anfang habe ich vieles neues erfahren und dazugelernt. Es wurde auch nicht zu kompliziert erklärt, sondern so, dass es jeder verstehen kann. Zum Ende hin konnte ich persönlich nichts neues lernen, aber es war natürlich trotzdem informativ. Schade fand ich nur das sich das ein oder andere wiederholt hat. Zusammenfassend aber trotzdem ein wirklich gutes Buch zu den Kipppunkten.
Das Buch bringt auf den Punkt, worum es geht und was zu tun ist, um den Klimakollaps noch abzuwenden.
Was passiert da eigentlich gerade mit dem Klimasystem der Erde? Welche Kipppunkte haben wir schon erreicht, was können wir noch tun, um diese Entwicklung aufzuhalten? Diesen Fragen nehmen sich Benjamin von Brackel und Toralf Staud in ihrem Buch „Am Kipppunkt“ an und – um eine gute Nachricht gleich am Anfang vorwegzunehmen – es gibt auch positive Kipppunkte, die wir erreichen können, um nicht in den Abgrund zu stürzen. Aber wir müssen uns beeilen, denn die Zeit läuft uns davon. Ein Überschreiten der Kipppunkte würde schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, die unser Leben auf sehr unangenehme Art verändern würden, die jetzigen Hitzewellen, Waldbrände und Überschwemmungen sind nur ein Vorgeschmack darauf. Ziel des Buchs ist, darüber aufzuklären, wo erste Kipppunkte drohen und was dann passiert und wie sich dieses Risiko noch vermeiden oder senken lässt. Wenn etwas kippt, kann es in zwei Richtungen gehen, entweder ins Positive oder ins Negative. Jede*r von uns kennt diesen Moment, wo die Stimmung kippt und aus einem Lachen ein Weinen werden kann. Das gibt es auch beim Klima. Zunächst wird die Entdeckung dieser Kipppunkte beschrieben und dann auf die einzelnen Systeme im Eis, in der Luft und in der Natur eingegangen, die gerade drohen umzukippen. Das Szenario, auf das wir gerade ungebremst zusteuern, ist das Gegenteil von gemütlich. Im dritten Teil geht es um positive Kipppunkte, die wir mit unserem Zutun erreichen können. Hier gehen die Autoren auf drei Entwicklungen ein, die Hoffnung machen: die weltweite Solarrevolution, den E-Auto-Boom und die Ernährungswende. Am Ende gibt es einen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien. Dieses Buch zu lesen, war für mich gesetzt und es hat sich gelohnt, auch wenn die ersten beiden Teil mich nach unten gezogen haben. In Teil III geht es zum Glück darum, aufzuzeigen, was möglich ist, wenn wir wollen. Die Autoren haben sich dafür Beispiele ausgesucht, die tatsächlich schon umgesetzt wurden und gut zusammen funktionieren, wie die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren und des E-Auto-Booms in den skandinavischen Ländern. Auch die Bedeutung von Änderungen im Verhalten und das Ändern von sozialen Normen ist Thema und wie positive gesellschaftliche Kipppunkte erreicht werden können. Hier wird Fleischesserland Dänemark als positives Beispiel genannt. Das Buch ist sehr lesenswert und hochaktuell.

Zwischen Eisschollen und Regenwald – Eine Leseexpedition ins Herz der Klimakrise
Klartext: Dieses Buch ist eine absolute Klima-Achterbahnfahrt – und ich saß in der ersten Reihe! Am Kipppunkt von Benjamin von Brackel und Toralf Staud hat mich so gepackt, dass ich gefühlt in den Amazonas-Regenwald eingewickelt wurde, während mir gleichzeitig arktische Eisschollen um die Ohren flogen. Wer dachte, Kipppunkte wären nur so ein nerdiger Wissenschaftsbegriff, der wird hier eines Besseren belehrt – mit Schmackes. Die beiden Autoren schaffen es, komplexe Klimaphänomene in eine Art Detektivgeschichte zu verwandeln, bei der Sherlock Holmes vor Neid erblassen würde. Plötzlich wird einem klar, dass diese Kipppunkte keine Zukunftsmusik sind, sondern brandaktuelle Bedrohungen, die sich heimlich, still und leise anschleichen. Und genau das macht es so fesselnd. Trotz des ernsten Themas bleibt der Humor nicht auf der Strecke. Ich habe beim Lesen tatsächlich öfter gegrinst – was bei einem Buch über den drohenden Klima-Kollaps schon eine Kunst für sich ist. Die Reise zu den globalen Kippelementen ist gespickt mit Anekdoten, die so abgefahren sind, dass man sich fragt, warum das nicht längst alle wissen. Besonders genial finde ich, dass Brackel und Staud nicht in Weltuntergangsstimmung versinken, sondern auch die positiven Kipppunkte beleuchten – ja, es gibt Hoffnung! Technologien, gesellschaftliche Umbrüche, Menschen, die anpacken. Das Buch liefert keinen erhobenen Zeigefinger, sondern eher einen freundschaftlichen Klaps auf den Hinterkopf: "Komm, beweg dich, es ist noch was drin!" Was bleibt, ist eine Mischung aus Respekt vor der Natur, Wut über politische Trägheit und dem Gefühl, jetzt wirklich Teil dieses Wettrennens zu sein. Kurz: Wer wissen will, warum die nächsten Jahre entscheidend sind, sollte sich dieses Buch schnappen. Es liest sich wie ein Thriller – nur, dass wir alle mittendrin stecken.
Sehr interessant und lehrreich werden mögliche Kipppunkte im Klimawandel (sowohl negative, als auch positive!) beschrieben und wissenschaftlich eingeschätzt. Mitunter sehr komplex und ernüchternd, was bei dem Thema sicher nicht zu vermeiden ist. Gerade die zweite Hälfte macht aber auch Hoffnung. Ein sehr differenzierter Umgang mit der Thematik ganz ohne reißerische Aussagen oder einseitige Berichterstattung!
„Am Kipppunkt“ von Toralf Staud und Benjamin von Brackel ist ein hervorragend recherchiertes Sachbuch, das sich mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit auseinandersetzt: den Kipppunkten im Klimasystem. Die Autoren schaffen es, diesen komplexen und oft abstrakt wirkenden Begriff verständlich zu erklären und seine weitreichenden Folgen für das globale Ökosystem nachvollziehbar darzustellen. Das Buch beleuchtet nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen der Kipppunkte, sondern zeigt auch eindrucksvoll, welche Entwicklungen bereits im Gange sind und welche Kettenreaktionen drohen könnten. Dabei gelingt es den Autoren, ohne Alarmismus oder moralischen Zeigefinger zu schreiben. Stattdessen setzen sie auf eine faktenbasierte, nüchterne Darstellung, die dennoch eindringlich wirkt. Besonders wertvoll sind die vielen internationalen Best-Practice-Beispiele, die zeigen, dass Handlungsspielräume bestehen und Lösungen möglich sind. Dadurch wirkt das Buch nicht nur warnend, sondern auch motivierend. Für Leserinnen und Leser mit Vorkenntnissen ist es zudem ein Gewinn, weil es aktuelle Forschungsergebnisse übersichtlich zusammenfasst und viele sorgfältig dokumentierte Quellen an einem Ort zugänglich macht. Gleichzeitig eignet es sich auch für Einsteiger, da jedes Kapitel mit einer Einführung beginnt und durch eine Übersichtskarte Orientierung bietet. Wer querliest, findet sich schnell zurecht. „Am Kipppunkt“ ist ein informatives, gut strukturiertes und trotz des ernsten Themas hoffnungsvolles Buch, das sowohl aufklärt als auch zur Auseinandersetzung anregt. Eine klare Empfehlung. .




