Ich fand es zwischendurch verwirrend. Aber es ist hervorragend geschrieben und vermittelt Emotionen und Bilder.
Das Buch war voll meins, ich habe den Schreibstil sehr gemocht. Es war ein gutes Buch! 🥰
Er wollte zu viel
Den Anfang fand ich noch spannend und echt, aber ab dieser Passage im Urlaub, die leider auch 1/3 des Buches ausmacht, ging es heftig bergab. So viele möchtegern-philosophischen Vergleiche und Metaphern, bei denen ich echt oft die Augen rollen musste, denn kein Mensch spricht so. Die seichten als tiefgründig getarnten Überlegungen, ohne wirklich ehrlich mit sich selbst zu sein. Puh. Der Autor stellt es dar, als hätte er viel gelernt, aber als Leserin merke ich davon nichts. Aber man kann das Buch schnell lesen, langweilig ist es nicht. Und am Ende kam wieder etwas mehr von der Authentizität vom Beginn durch. Ich mochte auch den Aufbau mit den Briefen, aber bei den Passagen dazwischen hätte man zum Teil wirklich einen anderen Fokus legen können.

Mit „Brennen“ legt Daniel Donskoy sein literarisches Debüt vor – und es ist genau das, was der Titel verspricht: ein Roman voller Hitze, Rastlosigkeit und existenzieller Dringlichkeit. Das Buch erzählt von einem jungen Mann, der sich mit aller Kraft lebendig fühlen will – und dabei immer wieder an Grenzen stößt. Ausgangspunkt ist ein Brief. Zwölf Jahre nachdem sich die Wege des Erzählers D. und seines engsten Jugendfreundes Tyler getrennt haben, beginnt D. zu schreiben. Was folgt, ist kein linearer Lebensbericht, sondern ein literarischer Roadtrip durch Erinnerungen, Exzesse und Selbstbefragungen. London, Moskau, Tel Aviv, Berlin, New York, Kalabrien – die Orte wechseln, die Intensität bleibt. Der Roman ist stark autofiktional geprägt. Wie sein Autor ist der Erzähler jüdisch, russisch-ukrainischer Herkunft, Schauspieler, ein Suchender zwischen Kulturen, Sprachen und Erwartungen. Dreharbeiten im russischen Schnee kurz vor dem Krieg, eine bizarre Jagdgesellschaft in Sizilien, ein brennendes Filmstudio in der Nähe von Auschwitz – Donskoy reiht Episoden aneinander, die teils realistisch, teils fast surreal wirken. Realität und Imagination verschwimmen, wie Erinnerungen es eben tun. Thematisch kreist „Brennen“ um Identität, Zugehörigkeit, Herkunft und die Sehnsucht nach Verbindung. Was bleibt von Freundschaft, wenn Zeit und Schicksal dazwischengehen? Wer ist man, wenn man sich in unterschiedlichen Ländern, Szenen und Beziehungen immer wieder neu erfindet? Und was bedeutet es, Jude zu sein in einer Gegenwart, in der politische Spannungen und alte Ressentiments wieder offen zutage treten? Sprachlich ist der Roman unmittelbar, sinnlich, teilweise roh. Donskoy schreibt mit spürbarer Energie, oft atemlos, manchmal fast überbordend. Viele Passagen sind bildgewaltig und filmisch – man merkt, dass hier jemand erzählt, der Szenen denkt und fühlt. Gelegentlich wirkt der Stil bewusst auf Effekt gesetzt, manche Übergänge erscheinen lose oder fragmentarisch. Doch gerade diese Unruhe passt zur Figur: D. ist kein Erzähler der Ordnung, sondern einer des Rauschs. Besonders stark sind die leisen Momente: die Sehnsucht nach Tyler, das Nachdenken über eine prägende Nacht in Tel Aviv, die Reflexion über Scheitern, Übermut und Verletzbarkeit. Zwischen Exzess und Selbstüberschätzung blitzt immer wieder Unsicherheit auf. Das macht den Roman mehr als nur zu einer Abenteuergeschichte – er wird zur Innenreise. „Brennen“ ist kein stilles Buch für nebenbei. Es will gespürt werden. Es fordert Tempo, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf Brüche einzulassen. Wer Literatur als intensives Erlebnis begreift, wird hier fündig: ein kraftvolles Debüt über das Feuer in uns – und die Frage, wie man brennt, ohne zu verbrennen.
Während die erste Hälfte ein bisschen dahin plätschert, war ich für die zweite Hälfte komplett gefangen!
Ein mitreißender Roadtrip, der mich gefesselt hat. Empfehlung!
"Manchmal ist das Leben nur ein langer, stiller Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit. Ein Versuch, sich selbst zu verstehen, während man vom Sturm verschlungen wird." "Brennen" ist das literarische Debüt, das für mich so scheint, als wäre da ganz viel eigene Erfahrung vom Autor selbst drin. Ob das stimmt, weiß ich nicht und steht jetzt auch nicht explizit darauf, aber ja. Zurück zum Buch. Es war mitreißend und auch sehr einnehmend. Es geht viel über die Sehnsucht und über die Suche nach dem Sinn im Leben. Ein Roadtrip das an verschiedenen Orten spielt. Empfehlung!
Intensiv & ungeschönt - Hörbuch-Highlight
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, da der Autor das Buch selbst eingelesen hat - und das mit unglaublich fesselndem Enthusiasmus. Ich kannte ihn bereits als Schauspieler und Musiker und war sehr neugierig auf seinen Debut-Roman. Daniel Donskoy beschreibt in „Brennen“ den Lebensweg eines jungen Mannes, bei dem man sich permanent die Frage stellt, ob es sich hier vielleicht um eine (teil)biografische Geschichte handelt. Dabei lässt er wirklich nichts aus und so begleitet man den Protagonisten durch eine Achterbahnfahrt des Lebens. Es fühlt sich an, als wäre man selbst in einen Rausch geraten; erlebt Augenblicke des Staunens und Schreckens, aber auch sehr humorvolle und ekstatische Momente. Besonders das Ende hat mich sehr berührt. Ein Buch, dass definitiv nachwirkt und zum Nachdenken animiert. Große Empfehlung!
Brennen hat mich vor allem über seinen Stil abgeholt. Der Text ist stellenweise laut und schnell, dann wieder ruhig, weich und traurig. Diese Wechsel haben sich für mich sehr stimmig angefühlt und mich gut durch das Buch getragen. Die vielen Zeitsprünge und die fragmentarische Erzählweise haben mir gefallen. Es wirkt chaotisch, aber auf eine bewusste Art – frisch, lebendig und sehr passend zu Daniel Donskoy. Die einzelnen Geschichten sind mal witzig, oft skurril und dann wieder unerwartet traurig und nachdenklich. Besonders mochte ich, wie selbstverständlich Euphorie und Tiefe nebeneinanderstehen. Das fühlte sich nicht konstruiert an, sondern ehrlich, wie das echte Leben. Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn mich nicht jede Szene gleich stark berührt hat.
Ein Buch, das viel will (vielleicht zu viel) und sich auf dem Weg dorthin immer wieder selbst im Weg steht.
Über große Strecken wirkt der Roman für mich ziellos und unsortiert. Ein klarer roter Faden fehlt fast vollständig bis ungefähr Seite 250. Erst ab diesem Punkt entsteht so etwas wie eine greifbare Linie (Das Motiv des Feuers wird wichtig, der Titel beginnt endlich Sinn zu ergeben) und einzelne Szenen greifen spürbar ineinander. Das Ende war gut, vor allem bewegend und emotional. Davor fühlt sich vieles eher an wie ein loses Aneinanderreihen von Episoden, Gedanken und Gesprächen. Es wirkt roh, fragmentarisch, als hätte der Text sich erst spät gefunden. Die Gespräche wirkten auf mich stellenweise unnatürlich und konstruiert, mehr als würde hier jemand literarische Dialoge schreiben wollen, als dass echte Menschen miteinander reden. Ähnlich geht es mir mit dem Stil insgesamt, es gibt durchaus interessante Gedankengänge und Momente, in denen der Text zum Nachdenken anregt, vor allem zu Beginn und dann wieder im letzten Viertel. Gleichzeitig bleibt vieles oberflächlich und wirkt fast pseudo-philosophisch. Fast jede Seite, Passagenweise auch jeder Satz scheint unbedingt tiefgründig sein zu wollen, ohne diesen Anspruch immer wirklich einlösen zu können. Spannend fand ich die fantastischen Elemente gegen Ende (ohne Zuviel vorweg zu nehmen). Diese Mischung aus Realität und Halluzination hätte über das ganze Buch hinweg ein starkes erzählerisches Leitmotiv sein können. Stattdessen wirkt sie für mich eher wie ein spätes Experiment, das zu kurz kommt. Davor schwankt die Geschichte zwischen quasi autobiografisch/realistisch und übertriebenen Anekdoten, die mich teilweise an den typischen Onkel erinnert, der immer doch stark übertreibt beim Schwank aus seiner Jugend. Der Teil mit dem Urlaub war so absurd, dass ich mich zwingen musste zum weiterlesen. Der Erzählstrang rund um Tyler blieb für mich ebenfalls hinter seinem Potenzial zurück. Die Briefe allein reichen als roter Faden nicht aus, vor allem, weil außerhalb dieser Briefe kaum Bezug auf ihn genommen wird. Vielleicht hätten sich eingestreute Tyler-Passagen aus der Vergangenheit durch das Buch gezogen stimmiger angefühlt. Unterm Strich ist es ein Buch mit einigen guten, nachdenklich stimmenden Momenten, das aber strukturell und stilistisch oft überambitioniert, unentschlossen und langatmig wirkt.

Auf Daniel Donskoy bin ich durch Instagram aufmerksam geworden. Einige Monate vor ET hat der Autor so begeistert von seinem Buch gesprochen, dass ich neugierig wurde und ihm seitdem folge. Durch die Snippets und Teaser, die er bis zum Erscheinen immer wieder postete, wuchs meine Neugier stetig. Obwohl ich das Buch bestellt hatte, entschied ich mich letztlich dafür, das Hörbuch zu hören. "BRENNEN" ist ein Roadtrip der besonderen Art. Der Protagonist erzählt seinem besten Freund in Briefen, was in den zwölf Jahren passiert ist, seitdem er ihn zuletzt gesehen hat. In diesen Rückblenden berichtet er sehr direkt von seinen Erlebnissen in u. a. Berlin, London, New York, Russland, und Kalabrien. Diese Erlebnisse sind nicht immer schön, aber sie sind ehrlich. Erfolg und Misserfolg, Glück und Unglück, Liebe und Lust – alles liegt so nah beieinander. Das Buch ist eine emotionale Achterbahnfahrt, geprägt durch die Erlebnisse und Gedanken des Protagonisten. Der Autor hat immer wieder gesagt, dass er zwar nicht alles so erlebt hat, aber alles so gefühlt hat. Und genauso ging es mir beim Zuhören: Ich habe wirklich alles gefühlt. Mir hat die direkte, ehrliche und unverblümte Erzählweise unglaublich gut gefallen. Er beschönigt nichts, er verschweigt nichts, er nennt alles beim Namen. Und durch das Hörbuch, das der Autor selbst eingesprochen hat, wirkte alles noch viel intensiver. Es fühlte sich an, als würde er mir seine Geschichte persönlich erzählt. Fazit: Brennen unterhält. Brennen berührt. Brennen ist emotional. Brennen regt zum Nachdenken an. Brennen ist ein fantastisches Debüt!
Ich glaube dieses Buch wird noch lange bei mir nachhallen. Die Intensität mit der es geschrieben ist, reißt einen mit.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen - ich fand es teilweise sehr anstrengend und konnte keinen roten Faden finden. . Es gab zwar immer mal wieder Momente, wo ich die Story echt interessant fand, aber die waren, für mich, relativ wenig vorhanden… . Das Ende jedoch hat mich tatsächlich sehr berührt und emotional ziemlich mitgenommen💔

Die Geschichte eines jungen Mannes auf der Suche nach ... Ja wonach eigentlich? Liebe? Geborgenheit?
Daniel Donskoy der Schauspieler und Musiker hat ein Buch geschrieben. Brennen. Sein erstes Buch. Dabei scheint er ein bisschen aus seinem eigenen Leben zu erzählen. Das steht aber nicht explizit in dem Klappentext. Aber kaum, dass der Leser in dem Buch Kontakt zu dem Icherzähler aufgenommen hat, steckt er in dem Buch fest. Eine wilde und atemlose Geschichte beginnt. Es ist eine Geschichte, von einem jungen Mann, der sich selber spüren möchte, seine Freiheit genießt und die verlorene Freundschaft vermisst. Dabei spielt Feuer immer wieder eine Rolle. Als müsste etwas brennen, damit der Erzähler sich spürt. Brennen, der Roman von Daniel Donskoy Der Icherzähler Daniel beschreibt, wie er eine Kariere als Schauspieler ansteuert und wie schwer es ihm fällt, sich auf die gewichtige Schauspiellehrerin in einer Londoner Schauspielschule einzulassen. Diese traktiert den jungen und überschwänglichen Mann. So hatte er sich das nun wirklich nicht vorgestellt! Eine Lösung findet sich bald und der Erzähler zieht weiter nach New York, um dort an einer anderen Schule Schauspiel zu lernen und der Gewichtigen den Mittelfinger zu zeigen, zu beweisen, dass doch etwas aus ihm werden kann. Die nächste Station ist in Russland und wie man als Nichtrusse zu einer Arbeitserlaubnis kommt. Merkwürdige Begebenheiten nach dem Filmdreh werden in den blumigsten Worten beschrieben, damit der Leser einen Film vor Augen hat, der nicht loslassen wird. Weiter geht's mit einem Urlaub mit einem Kumpel in Kalabrien. Dieser endet in einem Chaos und einem Blutbad. 12 Jahre begleitet der Leser den jungen Mann, der nichts auslassen wird. Weder Drogen noch Sexorgien und sich doch immer wieder nach seinem besten Freund Tyler sehnt, ihm Briefe schreibt, die voller Liebe und Erinnerungen sind. Ich habe lange über das Gelesene nachgedacht. Daniel, der Erzähler, hat russische Wurzeln, ist in Deutschland und Israel groß geworden und hat Israel vor dem letzten Krieg schon wieder verlassen. Aber die Sehnsucht nach seinem Freund Tyler lässt ihn einfach nicht los. Ich wusste wirklich nicht, wie ich diese Exzesse in dem Buch beurteilen sollte. Wie nah sind sie an der Wirklichkeit? Und doch hat der Autor einen guten und mitreißenden Schreibstil.
Eine Achterbahnfahrt durch das Leben. Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. So wild und frei geschrieben, als würde der Autor einem seine Lebensgeschichte abends in geselliger Runde einfach ohne Pause, ohne Punkt und Komma erzählen. Die Sprünge zwischen den Orten und den Geschehnissen haben einen Moment zum Umdenken gebraucht und gerade nach dem prompten Ende in Kalabrien hätte ich ihn im wahren Leben sofort zum Weitererzählen bis zum Ende aufgefordert. Ein wunderbares Buch über das Leben eines Menschen, der sich nie wirklich zugehörig fühlt und das Brennen im Körper bestimmt schon oft gefühlt hat.
Überwältigend...too much
Das Buch hat mich emotional völlig platt gemacht. Es ist gut und wichtig, zumal der Autor eine Sichtweise hat, die involvierter ist, weil er näher dran ist an den aktuellen Katastrophen. Einige Passagen passten meiner Meinung nach aber nicht in dieses Buch. Aufgrund der emotionalen Dichte hätte er vier Bücher daraus machen können. Mich hat der Spice nicht gestört und auch die verschiedenen Geschichten nicht ... wie gesagt, da hätte jede für ein eigenes Buch gereicht. Ich durfte den Autor auf der Buchmesse erleben. Er ist mega sympatisch und eine emotionale Naturgewalt. Und so ist auch sein Buch. Den halben Stern Abzug gibt es wegen der Rechtschreibfehler und der teilweise etwas chaotischen Struktur. Ich bin dann auf das Hörbuch umgestiegen (vom Autor selbst gelesen) und das war ein Erlebnis. Wenn man das Buch zuende gelesen hat, hat man plötzlich eine merkwürdige Stille im Kopf, wie nach einem Sturm. Und...man macht sich Sorgen um den Autor. So sensible und emotionale Geschöpfe laufen Gefahr, irgendwann an der Realität zu zerbrechen.
Ich liebe dieses Buch
Leute… dieses Buch hat mich echt gegrillt. Im besten Sinne. Donskoy schreibt, als würde er dir nachts um drei seine Lebensgeschichte erzählen,direkt, roh, echt, ohne Filter. Ich hab gelacht, so richtig laut, und ein paar Seiten später hatte ich Tränen in den Augen. „Brennen“ ist wild. Emotional. Chaotisch. Und einfach menschlich. Es geht um Freundschaft, Selbstfindung, Schmerz, Liebe, Verlust,und um dieses verdammte Brennen, das man manchmal einfach nicht loswird. Die Sprache? Hammer. So frei, so lebendig, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu stehen. Ich liebe Bücher, die nicht glattgebügelt sind, und das hier ist genau so eins. Es knallt, es kratzt, es tut weh, aber es fühlt sich an wie Leben pur. Wenn du Geschichten magst, die dich packen, zum Lachen bringen und dir dann kurz das Herz brechen, lies das! Alle habe ich ins Herz geschlossen, ja, auch Heinrich. Dieses Buch werde ich nochmal lesen.
Bis zu einem gewissen Punkt stark..
Die Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird, hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Es ist lt. meiner Recherche teilweise autobiografisch und das hat mir besonders zugesagt. Ab ca. Seite 200 allerdings ging es ein ganzen Stück für mich bergab. Die Erfahrungen im Urlaub in Kalabrien waren ein wenig drüber und im Gegensatz zu den restlichen Erzählungen, hatte ich bei dieser das Gefühl, dass diese so nicht passiert ist. Wissen kann ich es natürlich nicht, für mich war es allerdings ein Ausreißer, der etwas drüber wirkte. Aber davon mal abgesehen, haben mich die Ereignisse und Gedankengänge sehr zum nachdenken angeregt und die Geschichte im Ganzen hat mich sehr berührt. Eine Empfehlung geht an der Stelle an alle raus, die sich mit den Fragen der eigenen Identität und Zugehörigkeit beschäftigen.
Was für ein Bilderrausch
Wortgewaltige Bilder zogen an meinem inneren Auge vorbei, mehr als einmal musste ich hart schlucken, Tränen aus den Augenwinkeln reiben. Ein fulminantes Debut eines Menschen, der, wenn auch autifiktional, die Zerrissenheit eines jungen Mannes, eines Juden, mit russisch-ukrainischen Wurzeln, beschreibt. Nicht zu wissen, wo man wirklich herkommt oder hingehört. Überall "fremd" zu sein. Und in all dem diese Freundschaft mit Tyler, die Briefe, die das Buch in greifbarere Abschnitte gliedert. Lediglich Kalabrien hätte aus meiner persönlichen Sicht in Kalabrien bleiben sollen
Ein brennendes Debut - intensiv, emotional, unerwartet - erstaunliche Twists. Daniel Donskoy fackelt so einiges ab, lässt seine Leser atemlos zurück & trifft nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle wirklich MITTEN ins Herz. Ich lieb‘s!
Eine wahrhaft verrückte Reise
Abgefahren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Daniel Donskoys Debütroman legt ein Tempo vor, bei dem einem fast schwindelig wird. Die Briefe an Tyler, den Freund des Erzählers D. dienen als Bindeglied zwischen verschiedenen Orten und Zeitpunkten. Ob London, Moskau, Kalabrien (was für eine skurriele Urlaubserfahrung!), New York, Berlin oder Tel Aviv - der Lesende reist mit D. durch die Zeit und es verschwimmt Realität und Fiktion. Der Roadtrip nimmt immer mehr an Geschwindigkeit zu. Die Bilder formen sich vorm inneren Auge, auch wenn die Sprache manchmal holbrig und konstruiert erscheint, ist am Ende alles stimmig. Und so emotional! Für mich ein gelungenes und lesenswertes Erstlingswerk eines beeindruckenden Menschen.



















