Ich mochte Die Lügen meiner Mutter unheimlich gern und habe auch hier viel erwartet, weil ich die guten Bewertungen gesehen habe. Leider halte ich das Buch nicht aus. Die Protagonistin setzt sich mit einer Vielzahl an physischen und psychischen Erkrankungen auseinander, was in gewissen Maßen in Ordnung ist, aber es wird einfach viel zu viel, zu langatmig, zu eintönig....nicht mal meine 98 Jahre alte Großmutter in 2 verschiedenen Gefangenschaften von 8 Jahren hat so viel zu "leiden" und jammern gehabt. Klingt wie 5 alte Frauen im Wartezimmer, die ihre "Leiden" zusammentragen, nur dass hier eine Person die "Leiden" von fünf 80ig-Jährigen herunterleihert. Irgendwie unrealistisch und übertrieben. First World problems und Gejammere auf hohem Niveau nervt mich.... DNF nach 30 %
Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen, sowie auch der Aufbau. Allerdings hat mich das Thema mit den Krankheiten dieses Mal nicht so gepackt wie das Buch vorher. Auch konnte ich nicht so mit der Protagonistin mitfühlen, da ich eher manchmal genervt war 🙈
Ela ist krank. Wunderschön erzählt Dröscher von Körper&Geist über Krankheit, Heilung und eigene Selbstverantwortung
Ela ist krank. Das kurz vor der Verteidigung ihrer Promotion. Während alle ihr sagen, sie bräuchte einfach eine Pause. Will Ela nicht akzeptieren, dass ihr Körper sie (wieder) im Stich lässt. Für mich ging es in diesem Buch wenig um Krankheit und viel darum, wie man in eine Eigenverantwortung für sich selbst, seinen Körper, sein Leben gelangt. Ela ist geprägt von ihrer Familie und ihrer Herkunft und von vergangener Krankheit. Sie hat alles dafür getan all ihren Prägungen zu entfliehen und doch holen sie sie ein. Und erst ab dem Punkt, wo sie sich das eingesteht, kann sie heilen. Mehr als die Geschichte an sich hat mir dabei der Schreibstil gefallen. Wie wunderbar fügt sich bitte die Dissertation über einen Hochstapler ein, in Elas Hochstapler Syndrom, dass sie selbst zur Lüge greifen lässt, sie aber auch an Beziehungen und ihrem Urteilsvermögen über ihren Körper zweifeln lässt. Dröscher belässt es aber eben nicht bei der Selbstfindung der Protagonistin, sondern schreibt gleichzeitig eine Geschichte über Hilfe oder Care. Wer bekommt in unserer Gesellschaft überhaupt Hilfe zugesprochen? Lässt das Gesundheitssystem gerechte Hilfe zu? Gehen wir gut mit Helfenden um? Lasse ich mir helfen? Diese Thematik fließt immer wieder subtil in den Text ein, was mich zum nachdenken gebracht hat . Alles in allem eins meiner Highlights bis lang in diesem Jahr.
Lügen über meine Mutter hat mir sehr gut gefallen. Auch in diesem Buch ist der Schreibstil gut und es ist flüssig zu lesen . Jetzt kommt mein Aber : in diesem Buch dreht sich alles um ihre Krankheiten, dass hat mich auf Dauer doch leicht genervt . Der Schluss war gut, so dass ich da zumindest nicht mehr so genervt war und durchgehalten habe
Selten hat mich eine Protagonistin so genervt wie in diesem Buch, so dass ich in den mittleren 8/10 des Buches mehrmals kurz davor war, es einfach beiseite zu legen... Ich habe vor einiger Zeit "Lügen über meine Mutter" gelesen und war recht angetan, insofern bin ich ursprünglich positiv an die "Junge Frau..." herangegangen. Ela ist in den Endzügen ihrer Promotion, als sie auf einmal diverse körperliche Beschwerden befallen, angefangen mit Halsschmerzen über Herzbeschwerden, die ihr einen einwöchigen Krankenhausaufenthalt einbringen, möglicherweise allergische Symptome bis hin zur Diagnose einer Hashimoto-Erkrankung. Sie tigert von Arzt zu Arzt und ist durch ihre Beschwerden in der Beendigung ihrer Promotion stark eingeschränkt. Parallel ist ihre Mutter auf Pilgerreise in Polen, um ihre Fibromyalgie zu verbessern, und ihr in London wohnender Bruder bereitet seine Hochzeit vor. Ich muss ehrlich zugeben, dass Ela mich unfassbar genervt hat. Ja, Kranksein ist nicht schön, gerade wenn man wie Ela unbedingt nach der allumfassenden Erklärung sucht. Aber ich fand sie über weite Strecken so larmoyant, dass ich mich boshafterweise gefragt habe, wie sie erst abgehen muss, wenn sie wirklich schwerkrank in Richtung bösartiger Tumor, Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerer Unfall wäre. Allein schon das Drama, dass sie um die Einnahme der Tablette (ziemlich sicher L-Thyroxin, ein im Allgemeinen gut verträgliches Medikament) für ihren Hashimoto macht. Und dann wurde ich das Gefühl nicht los, dass Elas Geschichte auch eine Kritik an einem Medizinbetrieb sein soll, in dem Patientinnen immer noch benachteiligt sind - leider wirkt für mich eine Protagonistin, die noch am gleichen Tag mal eben so einen Termin beim Endokrinologen bekommt, bereits wenige Wochen Warten auf einen speziellen Facharzttermin als lang empfindet und die Ressourcen hat, fröhliches Facharzthopping zu betreiben, dafür denkbar ungeeignet, ich musste die ganze Zeit an first world problems denken. Trotz allem drei Sterne, da sich das Buch gut gelesen hat und ich einiges auch gelungen fand, gerade die Abschnitte, in denen es um das Verhältnis von Ela zu ihrer Mutter ging.
Das mochte ich sehr. Kommt nicht an „Lügen über meine Mutter ran“, aber war sprachlich fein und gab einen interessanten Blick auf kranke Körper und zeigt, wie schön Fürsorge füreinander und Solidarität zwischen Freundinnen sein kann.
Für mich zu langatmig.

Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher In dem Buch geht es um Ela, die mitten in ihrer Promotion steckt und eigentlich kurz davor ist, „fertig“ zu sein. Stattdessen macht ihr Körper komplett dicht: Beschwerden, Arztbesuche, keine klaren Antworten. Während sie versucht, trotzdem weiterzumachen, holen sie gleichzeitig alte Themen aus ihrer Kindheit und die Beziehung zu ihrer Mutter ein. Es geht viel um den eigenen Körper, um dieses Gefühl, nicht mehr zu funktionieren, obwohl man es unbedingt will und um ihre Beziehung zu ihrer Familie. Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden. Dieses Weitermachen, obwohl eigentlich nichts mehr geht. Dieses sich selbst nicht ernst nehmen, bis es irgendwann nicht mehr anders geht. Das war unangenehm ehrlich und genau deshalb auch gut. Manchmal hat es sich für mich ein bisschen gezogen, weil sich vieles wiederholt hat. Die vielen Symptome, Arztbesuche und Gedankenschleifen sind zwar wichtig fürs Thema haben den Lesefluss aber etwas ausgebremst, auch wenn es genau dieses Gefühl von feststecken ziemlich gut widerspiegelt. Für mich ist das eine Geschichte darüber, wieder auf sich selbst zu hören auch wenn man viel zu lange genau das ignoriert hat. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Puh....das Buch war gut aber ich bin jetzt dennoch froh, dass ich durch bin.
Die Farben des Covers haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Von Daniela Döschen habe ich bereits Lügen über meine Mutter gelesen. Das habe ich noch gut in Erinnerung. Und so war ich an diesem Buch ziemlich interessiert. Ela steht kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit. Das macht ihr Stress, ebenso ihr Gesundheitszustand. Sie hat Halsschmerzen und schnell kommen noch mehr Beschwerden dazu, so dass man sich schnell fragt, ob das psychpsomatisch ist. Bald erfahren wir von all ihren anderen Symptomen. Sie besucht viele Ärzte, die ihr nicht wirklich helfen können und sie probiert alles aus, um Hilfe zu bekommen. Auch in ihrer Familie dreht sich viel um Krankheiten und Genesung. Krankheit als Makel? Ist das so?, fragt sich unsere Ich-Erzählerin. Es ist interessantund sogar spannend, Ela auf ihrem Weg der Erkenntnis und Entwicklung zu begleiten, will man doch wissen, was es ist und ob es Lösungen für die Probleme gibt. Und es ist auch schön, dass erneut Elas Mutter vorkommt. Sprachlich gekonnt und garmonisch fließend. Anschaulich, modern, verständlich, einfühlsam. Es gelingt der Autorin, viel Mitgefühl aufkommen zu lassen. Leicht zu verfolgen und zu verstehen mit schönen Metaphern. Auch die Sprecherin hat es sehr gut und einfühlsam gelesen. Das hat mit gefallen. Inhaltlich nicht mein Thema. Daher ging mir die Protagonistin mit ihren ständigen Selbstbeobachtungen und Unsicherheiten bald auf die Nerven. Trotzdem ist mir nie langweilig geworden. Daniela Dröscher ist es gelungen Empathie für diese unsichere, einsame und kranke junge Frau zu wecken. Insgesamt habe ich diese Geschichte gern gehört, da ich auch erfahren wollte, wie die Autorin das Ende gestaltet. Obwohl mir die Protagonistin nicht so sympathisch war, hat mir das Buch besser als erwartet gefallen. Leseempfehlung!
fand es lesenswert und unterhaltsam
Eine berührend geschriebene Geschichte über die Reise zu sich selbst 🤍

Ein ehrlicher Roman, der zum Nachdenken über Selbstwahrnehmung und gesellschaftlichen Druck anregt.
In Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher geht es um eine junge Frau, die sich mit ihrem Körper, ihrem Selbstbild und den Erwartungen ihres Umfelds auseinandersetzen muss. Zwischen Beziehungen, Alltagsbeobachtungen und gesellschaftlichem Druck hinterfragt sie immer wieder ihren eigenen Platz in der Welt. Mit viel Fokus auf innere Gedanken – stellenweise etwas entschleunigt, aber insgesamt ein nachdenklicher Roman über Selbstwahrnehmung und Anpassung.

"Lügen über meine Mutter" war für meine Mama eines ihrer Lesehighlights aus ebenjenem Jahr - entsprechend war ich mehr als neugierig, als Daniela Dröschers neuer Roman "Junge Frau mit Katze" in den Briefkasten geflattert kam und auch dort eine Mutter-Tochter-Beziehung eine tragende Rolle spielt. Denn Ela wächst im Schatten ihrer Mutter auf, deren Körper vom Vater zur Ursache allen familiären Unglücks erklärt wird. Jahre später ist Ela erwachsen – und es ist ihr eigener, kranker Körper, der sie an ihre Grenzen bringt. Was sich kurz vor Abschluss ihrer Promotion als nervlicher Zusammenbruch ob ihrer Richtigkeit in der akademischen Welt anbahnt, äußert sich schon bald in multiplen körperlichen Symptomen: begonnen bei brennenden Halsschmerzen, gerät ihr Herz schon bald aus dem Takt und sorgt für Wartezimmer-Odysseen und wiederholte Krankenhausaufenthalte, stets begleitet von ihrer fraglich allergisch flammenden Haut. Einerseits mag sich das gedankliche Kreisen um ebenjenen anhaltenden Krankheitszustand, welcher den gesamten Alltag einnimmt und sukzessive mit sozialer Isolation und Einsamkeit einhergeht, stellenweise etwas langatmig anfühlen. Andererseits liegt genau in jener Beharrlichkeit die Stärke dieser autofiktionalen, psychologisch präzise erzählten Geschichte. Anstelle zu beschleunigen oder zu verdichten wird die Krankheit in ihrer Dauer ernst genommen. Wiederholungen, Schleifen und Detailgenauigkeit wirken dabei weniger wie erzählerische Mittel als wie ein Abbild des Erlebens selbst. Das Lesen passt sich dem Tempo des Körpers an – langsam, aufmerksam, manchmal fordernd in der anhaltenden Lethargie. Gleichzeitig handelt dieser Roman von Selbstzweifeln, Klassenzugehörigkeit und Selbstermächtigung inmitten der mütterlichen Abhängigkeit. Ela bewegt sich zwischen akademischem Anspruch und biografischer Prägung, zwischen Aufstieg und dem Gefühl, nie ganz dazuzugehören. Feinfühlig erzählt gewinnt man eingehende Blicke in Elas Seelenleben, spürt ihren inneren Kampf sowie die anhaltende Hoffnung auf Besserung.
Das war mein erstes Buch von Daniela Dröscher und es hat mich größtenteils sehr mitgenommen. Es ist ein langer und schmerzhafter Weg, den die Protagonistin gehen muss, um sich, ihren Körper und ihre Familie verstehen zu können. Man leidet mit ihr während ihrer Odyssee von Arzt zu Arzt bzw. auf ihrem Weg ins Leben zurück. Manchmal konnte ich mit den von ihr erfundenen Wörtern nichts anfangen und es gab einige Längen in Bezug auf die Entwicklung ihres Romans. Insgesamt gesehen, ein sehr eindrückliches und nachdenklich machendes Buch mit vielen Facetten und Gefühlen.
Tochter, Mutter - Körper und Seelen
Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher ist ein ruhiges, eher nachdenkliches Buch. Leider habe ich keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden. Vieles blieb für mich emotional auf Abstand, und die vielen Themen rund um Krankheit fand ich ziemlich bedrückend. Das Buch ist sicher gut geschrieben und behandelt wichtige Themen, für mich persönlich war es aber schwer zu lesen und hat mich nicht richtig mitgenommen.
Hat mich leider null abgeholt, fand alle Menschen in diesem Buch irgendwie unrelatable. Auch die verschiedenen Schriftarten der Kapitel und die Zitate zwischendurch waren mir ein bisschen zu prätentiös.
Reflexion?
Das Buch hat sich sehr schnell und gut weggelesen, war zeitweise sehr poetisch aber insgesamt fehlte mir ein wenig die Zartheit und Verletzlichkeit, die das Thema für mich gebraucht hätte. Die Protagonistin hat durch ihre Vorgeschichte verständlicherweise Angst aber ich würde mir ihr nicht warm. Für mich waren es zu viele wertfreie Verweise zu Heilpraktiken, ein zu oberflächliches Abhandeln der Geschichte ohne wirklichen Tiefgang und der Umgang der Protagonistin mit ihrer Freundin und gesamten Familie wirkte auf mich nur unsympathisch. Das Ende war für mich auch nicht wirklich versöhnlich. Ich glaube es gibt bessere Geschichten dieser Autorin.
Morgens mit Halsschmerzen aufgewacht, ein Jahr später immer noch im Diagnose-Marathon unterwegs - so geht es Ela, Protagonistin in Daniela Dröschers “Junge Frau mit Katze”. Die initial diagnostizierte Laryngitis treibt sie von Praxis zu Praxis und von Angstzustand zu Angstzustand. Sie ist gesundheitlich vorbelastet: Mit Anfang zwanzig wurde bei ihr ein Hirntumor operativ entfernt, seitdem sitzt die Sorge tief, dass er wiederkehrt. Sie sieht sich außerstande, gesundheitliche Entscheidungen selbst zu treffen und konsultiert jedes Mal ihre Mutter, auch wenn ihre Therapeutin ihr strikt davon abrät. Auch in anderen Bereichen ihres Lebens ringt sie um Selbstständigkeit: Wie selbstverständlich glaubt sie, sich nach ihrer Promotion einen Platz in der Wissenschaft erkämpfen zu müssen, lernt verzweifelt Japanisch, um ihre Prüferin zu beeindrucken und arbeiten weiter als Hilfskraft, auch als sie im Krankenhaus liegt. Und dann ist da ja auch noch O., ihr Kollege, für den sie immer komplizierter werdende Gefühle entwickelt. Dröscher schildert die Krankheits- und Leidensgeschichte einer Frau, die vor lauter Verunsicherung zu erstarren droht, die jedes Ziehen und jeden Druck in ihrem Körper als Bedrohung wahr nimmt und bis ins Detail zu erspüren versucht. Dröscher thematisiert die Verbindung von Körper und Geist, die Rebellion eines erschöpften Körpers gegen ein unnachgiebiges System und die Verzweiflung an einem Gesundheitswesen, das aufs Abarbeiten optimiert wurde. Der Transfer vom Persönlichen ins allgemein Gültige aber gelingt längst nicht immer und so verharrt die Geschichte, trotz gelungener Emanzipation am Ende, über lange Strecken im höchstpersönlichen Leiden.

Vorhersehbar, aber authentisch. Eine wirklich schöne Geschichte über chronische Krankheiten.
Ein wirklich toller Roman mit einer sehr witzigen, authentischen Figur, die sehr viel irrt und schließlich einen Weg findet. Ich habe jedes Problem und jeden Irrweg genossen. Und wirklich alles an Irrwegen konnte ich nachvollziehen, obwohl das Chaos schon deutlich vorher abzusehen war. Ein wenig vorhersehbar war es schon, aber das hat mich nicht wirklich gestört. Die Thematik hat mich einfach überzeugt. So oft habe ich keinen guten Roman über chronische Krankheiten gelesen.

Bei 'Junge Frau mit Katze' von Daniela Dröscher war ich zunächst hin- und hergerissen. Eigentlich wollte ich den Roman unbedingt lesen, gerade weil mir 'Lügen über meine Mutter' so gut gefallen hatte. Doch dann tauchten die ersten Rezensionen auf - und erst dadurch wurde mir bewusst, wie stark sich das Buch um Krankheiten dreht. Da ich jemand bin, der gerne ein bisschen zu viel in sich hineinhorcht, gleichzeitig aber - anders als Ela - Ärzt*innen eher meidet 😅, hatte ich meine Bedenken. Schließlich habe ich mich für das Hörbuch entschieden, weil ich wusste, dass ich so am ehesten dabeibleibe. Dieses Mal steht nicht die Mutter im Zentrum, sondern die Tochter Ela. Sehr schnell wird deutlich: Ela ist überfordert - und ihr Körper beginnt zu rebellieren. Alles nimmt mit einem Kloßgefühl im Hals seinen Anfang, doch mit jedem neuen Arztbesuch kommt ein weiteres Symptom hinzu. Ein regelrechter Ärztemarathon setzt ein. Besonders gut gefallen haben mir die Passagen über Elas Arbeit, ihr Umfeld und natürlich der Kater Sir Wilson, die dem Roman Wärme und ein Stück Leichtigkeit verleihen. Das Thema Krankheit war mir persönlich jedoch zu dominant, und ich bin mir bis heute nicht ganz sicher, worauf der Roman letztlich hinauswill. Sollen die zahlreichen Symptome vor allem Elas innere Zerrissenheit spiegeln? Oder ist sie tatsächlich körperlich krank? Diese Unentschiedenheit ließ mich etwas ratlos zurück. Trotzdem ist das Buch sehr kurzweilig, und das Ende mochte ich wirklich gern. Allerdings sollte man sich der Thematik unbedingt bewusst sein, bevor man zu diesem Roman greift. Für mich persönlich konnte 'Junge Frau mit Katze' nicht ganz an den Vorgänger heranreichen.
Sehr interessante Themen, aber so richtig konnte mich Daniela Dröscher dieses Mal nicht erreichen. Irgendwie fehlte mir die Verbindung.
„Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher ist eine feinfühlige Autofiktion über eine junge Frau, die durch Krankheit und Prägung herausgefordert wird. In ruhiger Sprache verhandelt der Roman Identität, Körperlichkeit und Herkunft.
Eventuell nicht ganz so gut zugänglich wie "Lügen über meine Mutter", da weniger relatable für Viele, aber erneut eine sehr präzise Beobachtung und Kritik.
Über den Neuling von Daniela Dröscher, "Junge Frau mit Katze" (Reziexemplar) hab ich mich in den letzten Wochen mit einigen Leuten unterhalten. Manche meinten, ihnen gefiele "Lügen über meine Mutter" deutlich besser, weil das insgesamt mehr systematische Gesellschaftskritik beinhalte. Das kann ich grundsätzlich nachvollziehen, weil die "Junge Frau" eine in Teilen nischigere Perspektive, nämlich die einer chronisch kranken jungen Doktorandin, fokussiert. Wenn man sich aber mit Ela, der Protagonistin, identifizieren kann, dann ist dieses Buch so schnerzhaft und ehrlich wie bitterkomisch. Und ja naja, als chronisch kranke Promovendin mit Katze hab ich schon vor dem Lesen gewisse Parallelen erahnt. Wenig überraschend war das deshalb ein Buch, das mich gleichzeitig zur richtigen und falschesten Zeit erwischt hat, d.h. mitten in einer Phase, in der ich mal wieder Academia hinterfragt habe. Im Buch steht Ela kurz vor Abschluss ihrer Promotion, als ihr Körper komplett dicht macht. Sie zieht von Facharzt zu Facharzt auf der Suche nach einer Ursache und da das Buch wie schon die "Lügen" autofiktional ist, verwundert es vermutlich wenig, dass Ela bei der Reflexion ihrer Autoimmunerkrankung auch die familiären Dynamiken ihrer Herkunftsfamilie beschäftigen, die wir schon aus dem früheren Buch kennen. Auch hier gibt es wieder eine gesellschaftskritische Ebene, denn Ela hat eine ziemlich geschlechtsspezifische Erkrankung und damit landen wir mitten im Problemfeld Gender-Medizin, Unsichtbarkeiten, nicht ernstgenommen werden. Weiblich gelesene und nicht binäre Personen wissen aus eigener Erfahrung, was das bedeutet und wie es zermürbt. Und während Ela also damit beschäftigt ist, ihrem körperlichen Leid auf die Spur zu kommen, bewegt sie sich als vielversprechende High-Performer-Jungakademikerin (ja, so nennt man sowas mittlerweile) in einem hoch kompetitiven Umfeld, das sich nichts schenkt, persönliche Selbstausbeutung zur Charakterstärke verklärt und strukturell auf diese angewiesen ist. Die Spielregeln sind so einfach wie - von außen betrachtet- absurd: Gib jeden Tag 150 Prozent, mindestens. Da du dich in Ausbildung befindest, bringen dir Krankschreibungen wenig, weil das nur heißt, dass du selbst das alles irgendwannn nacharbeiten musst. Du bist Teil der intellektuellen Elite, aber ob du später nen Job bekommst hat wenig mit Meritokratie zu tun, denn Jobs gibts eh kaum. Gerade wegen der Unsicherheit musst du natürlich extra performen.Und wenn du scheiterst, warst du halt nicht gut genug. Diese Mischung ist natürlich auch ohne chronische Erkrankungen quasi ein Garant für Gesundheitsprobleme (und wenn man sich Statistiken anschaut, zeigt sich genau das bei überdurchschnittlich häufigen mentalen Problemen unter Promovierenden und Postdocs). Aber wir erinnern uns, Ela hängt in diesem System, während ihr Körper sie im Stich lässt und sie zudem nicht ernstgenommen wird. Ja, ich verstehe, dass all diese Voraussetzungen gerade für Menschen außerhalb von Academia schwer nachzuvollziehen sind, denn wieso bitte tut man sich das an? Aber Daniela Dröscher zeigt mit ihrem Buch auch auf, wie spannend und erfüllend es ist, einer wissenschaftlichen Fragestellung nachzujagen, dass es das System ist, das kaputt ist und macht, nicht das wissenschaftliche Fragen an sich. Sie thematisiert im Roman Fragen von Herkunft und Ungerechtigkeit innerhalb von Academia, damit verbundenen Leistungsdruck und Versagensängste und hat mich damit wahnsinnig abgeholt und zugleich natürlich meine Academia-Glaubenskrise bestärkt. Der Humor des Buchs ist dementsprechend bitter, gleichzeitig aber ein wirkungsvolles Coping und ja, that's how we roll. Gibt ja Gründe für den Erfolg diverser Academia-Memepages. Ihr merkt also: Mich hat dieses Buch sehr abgeholt.
Eine Fortsetzung, die keine ist
Vor drei Jahren war Lügen über meine Mutter eines meiner absoluten Highlights. Als ich sah, dass Daniela Dröscher einen neuen Roman veröffentlichte, wollte ich diesen auch unbedingt lesen. Besonders reizte mich daran, dass er sich wie eine Fortsetzung von Elas Geschichte anhörte, der Protagonistin des anderen Buches. Nun, Junge Frau mit Katze ist eine Fortsetzung und ist es gleichzeitig nicht. Beide Bücher sind autofiktional, lesen sich also so, als könnten sie tatsächlich so im Leben der Autorin passiert sein. In Junge Frau mit Katze wurden jedoch einige Details geändert (Ela hat nun beispielsweise einen Bruder statt einer Schwester), wodurch ein stärkerer Abstand entsteht. Lügen über meine Mutter löste damals eine unglaubliche Wut in mir aus und die Handlung ist immer noch sehr präsent. Diesmal jedoch sprach mich das Buch emotional nicht besonders an. Ela tat mir zwar einerseits leid, wie sie von einem Arzt zum nächsten geht, dabei die unterschiedlichsten, oft widersprüchliche Diagnosen erhält. Andererseits war mir die Handlung zu sehr auf diese medizinischen Diagnosen beschränkt und wurde mir nach einiger Zeit auch ein wenig lästig. Daniela Dröscher schreibt gut lesbar, wodurch die etwa 300 Seiten wie im Flug vorbei waren. Dennoch blieb nicht wirklich etwas nachhaltig bei mir hängen.
Nachdem ich „Lügen über meine Mutter“ sehr stark fand, hatte ich hohe Erwartungen an dies Buch. Vielleicht zu hohe, so dass ich etwas enttäuscht wurde. Die Protagonistin Ela steckt in den letzten Zügen ihrer Promotion, als plötzlich ihr Körper streikt. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Ursprung der körperlichen und mentalen Probleme, irrt von der einen Arztpraxis zur nächsten. Das war alles sehr eindrücklich beschrieben, aber mir war es zu viel und die Auflösung war mir dann zu kurz abgehandelt. Die Beschreibung von Elas Situation und ihre verzweifelte Suche fand ich sehr realistisch beschrieben, war mir zum Lesen aber zu anstrengend.
Die Suche nach den Ursachen der körperlichen und seelischen Beschwerden zieht sich durch diesen Roman. Es wäre zu wenig, alles als Hypochondrie zu bezeichnen, es ist eher so, dass die Beschwerden und die langwierige Suche irgendwann dazu verleiten, nach vielfältigen Erklärungsansätzen zu suchen. Pharmazeutisch / medizinisch ist leider nicht alles korrekt und plausibel, ein sorgfältigeres Lektorat in der Hinsicht hätte einem Buch mit dem Thema gut getan. Auch die vielfältigen Literaturanspielungen habe ich in ihrem Sinn nicht alle verstanden. Was ich aber mitgenommen habe: An den Beziehungen zu anderen Menschen und dem Wandel der Beziehungen dran bleiben. Flexibel bleiben in den Lebenszielen und Plänen. Sich öffnen für die Suche nach komplizierteren Lösungen als dem, was immer am naheliegendsten scheint.
Junge Frau mit Katze" von Daniela Dröscher ~~~ Für mich wertschätzt dieses Buch die Literatur, die Bücher, die Geschichten und das Leben. Es ist auch wunderbar, präzise und klar geschrieben. Einzelne stimmige Zitate aus der japanischen Literatur verleihen dieser nicht ganz bequemen, sehr authentischen und nahbaren Geschichte etwas Besonderes, dass mich während des Lesens begleitete, aber nicht immer vordergründlich ist. ~~~ Begleitet habe ich diese "Junge Frau mit Katze" während ihrer Promotion in Literaturwissenschaften, ihren Prüfungsängsten, ihrer isolierenden Disziplin und ihrem völligem gesundheitlichen Zusammenbruch. ~~~ Angenommen habe ich mir während meiner Lesezeit das Bewustsein, nicht immer 100 % geben zu müssen, für andere immer perfekt zu sein, Dinge ins Leben zu lassen, die gar nicht passen, nur weil sie vernünftig sind und niemals aufzugeben, dabei für mich einzustehen. ~~~ Mitgenommen habe ich das Verständnis auf meinen Körper, meine Seele, mein Herz und meinen Bauch zu hören und zu achten, denn sie sind der Motor des Lebens, der Gesundheit und inneren Stärke. ~~~ Eine klare Leseempfehlung für dieses wunderbar und klar geschriebene Buch für noch ganz viele Leser*innen.

Meinung: Zeit ihres Lebens stand Ela im Schatten ihrer Mutter. Deren Körper, den der Vater als „zu dick“ und damit als Ursache allen familiären Unglücks brandmarkte. Nun, da Ela erwachsen ist, richtet sich der Blick auf ihren eigenen, von Krankheit gezeichneten Körper und dieser treibt sie in die Verzweiflung. Eigentlich sollte sie sich auf die Verteidigung ihrer Dissertation konzentrieren, doch stattdessen kreisen ihre Gedanken immer stärker um die Vielzahl von Symptomen, die scheinbar grundlos auftreten. Hals, Herz, Haut alles steht in Flammen. Mit jeder neuen Beschwerde wächst die Panik. Stück für Stück versucht Ela, den Ursachen auf den Grund zu gehen, und stößt dabei unweigerlich auf ihre Familiengeschichte und vor allem auf die schwierige Beziehung zur Mutter. Der Schreibstil ist einfühlsam, klar und leicht zugänglich. Zwar gerät die Handlung stellenweise ins Stocken, doch die Autorin versteht es, die komplexen Themen rund um Körper, Krankheit und familiäre Prägung sensibel und eindringlich zu entfalten. Besonders reizvoll ist die Struktur: Jedes Kapitel trägt den Titel eines bekannten Romans, klug gewählt und inhaltlich treffend gespiegelt. Eine leise, zugleich eindringliche Geschichte über Heilung, Selbstsuche und die Rückeroberung des eigenen Körpers. Ein Buch, das ich mit Freude gelesen habe mal was anders, wenngleich die Fülle an Krankheitssymptomen für manche Leserinnen und Leser etwas überfordernd wirken könnte.
Eine tolle und bewegende Fortsetzung. Nachdem ich Frau Dröscher auf einer Lesung kennenlernen durfte, kann ich auch nur begeistert sein. Wenn man die Autorin hinter den Wörtern kennt, liest es sich nochmal ganz anders. Vor allem, wenn die Autorin so sympathisch ist und man nähere Einblicke in den Entstehungsprozess und die Gedanken dahinter erhalten hat.
Es ist ein Buch für jene, die sich gerne mit fam. Prägung und Erkrankungen beschäftigen. Für ein rundes Leseerlebnis mangelte es mir persönlich schlussendlich an Leichtigkeit.
💜🩷JUNGE FRAU MIT KATZE von Daniela Dröscher🩷💜, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, ET 14.08.2025, 320 Seiten Worum geht’s? Krankheiten, Mutter-Tochter-Beziehung, Japan, Angststörung Mein Leseeindruck: Daniela Dröscher kann schreiben, liebevoll, berührend und einfühlsam erzählt sie die Geschichte aus „Lügen über meine Mutter“ weiter. Nun steht Ela im Fokus und der Leser lernt, wie es ihr im Erwachsenenalter ergeht. Nach dem hochgelobten Vorgänger war ich mir sicher, das Buch muss gut werden! Schnell wurde mir klar, dass es im Buch nur um Krankheiten und eine Angststörung der Protagonistin geht. Japan nimmt auch einen großen Teil des Buches ein, da die Protagonistin sich beruflich damit beschäftigt. Die sehr bedrückende Grunddynamik bleibt durchweg bestehen. Abnabelung von einem vereinnahmenden Elternhaus (Elternteil), Unsicherheiten, Abhängigkeiten, Arztsuche, Leidensdruck, Themen und Probleme mit der Innen- und Außenwelt bei psychischen Erkrankungen, Vereinsamung etc. kommen hinzu. Für mein Empfinden war das Buch zu überladen damit, gerade die Arztbesuche und die immer neuen Symptome nahmen einen Großteil des Buches ein. Auf sachlicher Ebene hätte ich mir im Gegenzug gewünscht, dass es besser ausgearbeitet ist. Schön fand ich, dass die Katze stets an ihrer Seite ist, der Protagonistin Trost spendet und sich der Bruder und die Nachbarin um sie kümmern. Interessierte sollten wissen worauf sie sich einlassen (Triggerwarnung). Für ein rundes Leseerlebnis mangelte es mir persönlich schlussendlich an Leichtigkeit. Es ist ein Buch für jene, die sich gerne mit fam. Prägung und Erkrankungen beschäftigen. Cover und Einband modern, edel und mit Bändchen, Titel gut gelungen, die Kapitellänge angenehm. Hast du das Buch bereits gelesen? Wenn ja, wie hat es dir gefallen? Wie ist es dir ergangen? Eure, Claudia * Speichere dir den Beitrag für dein nächstes Buch Folge mir für gute Rezensionen, Buchtipps, Leseeindrücke, Inspiration
"Wir alle, dachte ich, steckten fest in dieser Verkettung der Fürsorge, die wir versuchten, füreinander zu leisten. Doch ging uns in dem Wunsch, einander so gut es ging unterstützend die Hand zu reichen, in entscheidenden Momenten immer wieder die Kraft aus." Daniela Dröscher hat nach “Lügen über meine Mutter” erneut einen autofiktionalen Roman geschrieben, diesmal mit Fokus auf die Protagonistin Ela, die Tochter - oder auch die junge Frau mit Katze. Ela sitzt an den letzten Zügen ihrer Promotion, als ihr Körper plötzlich nicht mehr mitspielt und sie zwingt, ihr Leben komplett zu pausieren. Während Ela mit etlichen Symptomen ringt, reflektiert sie viel über die Beziehungen zu ihrer Mutter, ihrem Bruder und anderen engen Vertrauten. Sie muss sich dem Gedanken stellen, ob sie überhaupt richtig ist in der akademischen Welt und sich fragen, wohin sie eigentlich will im Leben. Man kann das Buch auch unabhängig von Dröschers vorherigen Roman “Lügen über meine Mutter” lesen, ich empfehle aber, beide zu lesen. So werden die innerfamiliären Beziehungen noch verständlicher. “Junge Frau mit Katze” hat mich zudem neugierig gemacht auf Dröschers Buch “Der falsche Japaner”, da dessen Entstehungsgeschichte eine große Rolle spielt. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr, trotz viel Reflektion und weniger Handlung hat mich das Buch zu keinem Zeitpunkt gelangweilt oder sich für mich zäh angefühlt. Insbesondere die Thematik der chronischen Erkrankungen und des damit verbundenen Ärzte-Marathons fand ich sehr treffend beschrieben, da können sich bestimmt einige drin wiederfinden. Ein sensibles Buch über Selbstermächtigung, das mir gut gefallen hat!
Aus persönlichen Gründen abgebrochen
Sprachlich schön aber sehr ermüdend
Ich gehöre ja zu der Fraktion „Augen zu und durch“. Habe ich ein Wehwehchen oder eine ernstzunehmende Erkrankung,/ so kann ich das immer nicht so richtig glauben, dass mir das gerade wiederfährt. Symptome ignoriere ich erst mal, bevor ich mich zum Arzt bewege. Und so halte ich schwierige Situationen oft überproportional lange aus. Ich weigere mich, viel über Krankheiten und Schmerzen nachzudenken, bin aber trotzdem wachsam. Dementsprechend fehlt mir oft die Geduld mit Menschen, die andauernd irgendetwas haben, dass allen kund tun und – man möge mir verzeihen – wehleidig rüberkommen. Wenn ihr gleich lest, worum es in diesem Buch gibt, könnt ihr euch vorstellen, dass ich ein ums andere Mal all meine Selbstbeherrschung aufbringen musste nicht ständig genervt die Augen zu verdrehen. Ich wollte sie ernst nehmen, die ICH Erzählerin, besonders dann, wenn sie wieder irgendein Symptom an sich entdeckte und von Arzt zu Arzt reist, Ernährung umstellt, Einläufe ausprobiert oder andere Praktiken, die ihr Hoffnung auf Genesung verleihen, durchführt. Aber von Anfang an: Ela, die wir schon aus dem Buch „Lügen über meine Mutter“ kennen, ist erwachsen, lebt in Berlin und hat gerade ihre Doktorarbeit abgegeben, da beginnt ihr Körper zu rebellieren. Was mit Halsschmerzen anfängt, endet mit einer Reihe an Symptomen bis zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung. Hier ist irgendwas geschwollen, dort gibt es Magenschmerzen, Atemnot, Unverträglichkeiten und Allergien. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Durchfall, geschwollene Körperstellen wechseln sich ab und ständig kommt eine neue Mutmaßung oder Diagnose dazu. Ich hatte irgendwann den Eindruck, es gibt nichts, was Ela nicht zu schaffen macht. Natürlich ist mir bewusst, dass Psyche und Körper eng zusammen hängen , und dass der Geist Elas sich gegen irgendetwas auflehnt. Dass dies im Zusammenhang mit der mündlichen Verteidigung ihrer Promotion zu sehen ist, ihrer Vergangenheit, Druck, den sie sich selbst macht und den sie aufgrund ihrer Klasse spürt, war mir auch relativ schnell klar. Es gibt immer wieder kleine Rückblicke in ihre Vergangenheit, in das Verhältnis zu ihrem Vater und ihren Geschwistern sowie Einblick in ihre Lebenssituation. ihre Mutter taucht auch immer wieder mal auf und lebt ein für Ela neues Leben, welches sie misstrauisch beäugt. Vieles scheint normal, nicht perfekt doch aushaltbar. Schnell wird spürbar, dass unter der Schicht des Bekannten ein Gift brodelt, das jetzt auf ihren Körper übergeht. Ela beschäftigt sich in diesem Buch also in erster Linie mit sich selbst. Die sehr langen Analysen ihrer körperlichen Probleme und die Gedanken, die sie sich dazu macht, haben bei mir eine unwirsche Genervtheit hervorgerufen. Mir tut das ja wirklich leid, denn Menschen wie Ela sind schon zu bedauern - wer hat schon gerne ständig Schmerzen? Doch Mitgefühl wollte sich bei mir nur peripher einstellen, denn dieses Drehen um sich selbst, fand ich ermüdend. Ich hätte gar nicht so viel Zeit und gar keine Lust, mir ständig Gedanken darüber zu machen, warum ich jetzt schon wieder Bauchschmerzen hab. Dass das im Endeeffekt nicht gut ist, weiß ich – aber, wie ich unter professioneller Begleitung mühsam gelernt habt, ist auch vieles nur ein Gedanke, den man loslassen kann, um geistig zu gesunden und seinen Körper zu stärken. Der Plot war für mich also diesmal leider nichts. Was mir hingegen gut gefallen hat, ist die sprachliche Umsetzung. Daniela Dröscher hat die Gabe so zu schreiben, dass es sich für mich sehr gut anfühlt. Die Dramatik der körperlichen Situation von Ela steht ein feiner, ironischer Humor gegenüber, der im Kontext manchmal etwas merkwürdig erscheint, der Geschichte aber auch Schwung gibt. Die Sammlung wunderbarer Wortkonstruktionen („Lumpenzucker“😍) und die Auseinandersetzung mit der japanischen Sprache - hat dem Text viel Poesie verliehen. Die eingefügten Zitate der Autorin Yōko Tawada haben mich berührt und mein Interesse für ihre Werke geweckt. Das Ende soll versöhnlich sein hat aber die Anstrengung und Kraft die vom Text ausgeht abgeschwächt. Solltet ihr euch also gerade auch sehr mit eurem Körper beschäftigen, chronisch krank sein und ein Spiegelbild dazu suchen dann kann ich euch dieses Buch empfehlen.
Gute Themen, aber ich kam nicht so sehr in den Lesefluss
…wie beim Vorgängerroman „Lügen über meine Mutter“, den ich extra vorher gelesen hatte und wirklich gut fand. Darin wird in wunderbarem Schreibstil die Kindheit von Ela in den Achtzigerjahren beschrieben. Vor allem aber geht es da um ihre Mutter, die unter starkem Übergewicht und Gesundheitsproblemen leidet - vor allem aber unter dem gesellschaftlichen Druck und ihrem Mann, der eine Frau zum Vorzeigen wünscht und sie mies behandelt. In „Junge Frau mit Katze“ nun geht es ebenfalls um Ela - nun als erwachsene Person - die mit ihrer eigenen Gesundheit und großem Stress rund um ihre Promotion kämpft. Immer noch ist die Mutter eine viel zu wichtige Person in Elas Leben, die alles beherrscht, obwohl sie physisch gar nicht anwesend ist, ja sogar abgenommen und sich getrennt hat und eigene Wege geht. Ela aber sucht noch den Platz im Leben, losgelöst von ihrer Mutterfigur. Nicht einfach, wenn zahlreiche Krankheitssymptome auftauchen und man mit Anfang 20 einen Tumor hatte und nun bei jedem Signal des Körpers in Alarmbereitschaft ist. Elas Reise durch die Arztpraxen, ihre Suche nach den Ursachen für ihre zahlreichen Symptome und die Suche nach ihrem Platz in der Welt der Wissenschaft ist teilweise anstrengend zu lesen. Ich kam nicht so in die Lesefluss wie beim Vorgänger. Allerdings gibt es auch hier wunderbar formulierte Passagen und Sätze zum Anstreichen. die Arztgespräche spiegeln sehr gut wieder, wie wenig ernst Frauen in der Medizin oft behandelt werden - gerade wenn sie leicht hypochondrische Züge haben, wie Ela. Indem sie den Signalen des Körpers und ihrem eigenen Gefühl mehr und mehr folgt, erobert sich Ela ihr Leben immer mehr zurück. Am Ende bin ich traurig, dass ich nicht mehr von Elas neuem Leben erfahren werde, in dem es vielleicht weniger „ruckelig“ und zerfasert zugeht.

Wird nicht zwingend allen gefallen
„Denken hatte mich schon immer gerettet. Immer.“ Meiner Meinung nach sollte man unbedingt vorab „Lügen über meine Mutter“ lesen, andernfalls fehlen einem wichtige Informationen und man wird die Protagonistin nicht so greifen können. In Daniela Dröschers neuem Buch begleiten wir wieder Ela, die kurz vor der Promotion steht. Kaum konnte sie durch Therapie einen besseren Umgang mit dem Erlebten (schwierige Beziehung der Eltern) finden, rebelliert nun ihr Körper. Die Besuche bei verschiedenen ÄrztInnen werden zu einem Spießrutenlauf. Ich liebe den Schreibstil der Autorin, für mich kann sie nichts falsch machen. Dieses Buch ist etwas leichter und humorvoller als der Vorgänger. Aber die Themen bleiben schwerwiegend. Ich habe sehr mit Ela mitgelitten und fand die Geschichte wieder sehr spannend und mitreißend. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Sternebewertung fiktiv
Der Einstieg in Daniela Dröschers „Frau mit Katze“ war für mich schwierig. Ich kenne den letzten Roman der Autorin nicht. Hier wird wohl die Mutter Tochter Beziehung thematisiert. Klar versteht man diese Geschichte auch so, aber im Nachhinein denke ich, wäre mir der Einstieg leichter gefallen. Das erste Drittel habe ich ernsthaft überlegt abzubrechen. Zu viele Details zu Krankheiten, zu viele Einzelheiten, zu viel Trigger. Diese ausufernden Beschreibungen konnte ich bis zum Schluss nicht wirklich nachvollziehen, sie haben mich eher belastet als getragen. Nach einer langen Pause habe ich mich dennoch entschieden, weiterzulesen. Und das hat sich gelohnt. Besonders die Beziehung zwischen Ela und ihrem Bruder ist innig, einzigartig und wertschätzend. Trotz der räumlichen Entfernung nimmt er ihre Ängste ernst, begleitet sie durch Gespräche aus ihren Tiefen und wird so zu einer verlässlichen Stütze. Ganz anders das Verhältnis zur Mutter: schwierig, ambivalent, von Abhängigkeit geprägt. Eine liebevolle Kindheitserinnerung gibt es kaum, stattdessen wird die Mutter als undiszipliniert, maßlos und letztlich als Ursache für das Scheitern der Ehe beschrieben, zumindest aus Sicht des Vaters. Wir begleiten Ela nicht nur zu ihren erfolglosen Arztbesuchen, wir erleben auch wie sie verzweifelt versucht sich selber zu helfen, nicht nur ihren physischen Leiden auf den Grund zu gehen, sondern auch ihrem Inneren. Der Schreibstil gewinnt im Verlauf deutlich an Spannung. Vor allem das letzte Drittel hat mich überzeugt. Die Aufklärung der Familiendynamik, das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis und die tiefe Geschwisterbindung. Weniger gelungen fand ich die Episode um die Tochter der Freundin, ein Kleinkind, dass einfach nach London fliegt, das wirkte für mich konstruiert, um das Mutter-Tochter-Thema künstlich zu verstärken. „Frau mit Katze“ ist ein thematisch starkes Buch über Krankheit, Familie und Abhängigkeit. Mich persönlich haben die vielen Krankheitsdetails überfordert und teilweise abgeschreckt. Umso mehr hat mich der zweite Teil überzeugt, in dem die familiären Strukturen, Konflikte und Bindungen klarer hervortreten. Ein Buch, das polarisiert, aber gerade deshalb Gesprächswert hat.
Es geht um eine junge Frau in einem Konflikt zwischen ihrem Job, ihrem Körper und ihrer Familie. Die Handlung an sich entsprach nicht wirklich meinem Geschmack, der Roman ist jedoch sehr kurzweilig geschrieben und durchaus unterhaltsam. Manch philosophischer Gedanke erschloss sich mir nicht, das mag aber auch an mir liegen.

Wichtige Themen, die hier besprochen werden
Ela hadert mit ihrem Körper. Immer wieder aufs Neue. Weil er krank ist. Mal hier, mal da. Ständig sind da neue Leiden, neue Symptome. Daneben ist da noch ihre Promotionsarbeit, deren Verteidigung vor der Tür steht und ihre übergewichtige (ich erwähne das, weil es zentrales Thema im Vorgängerroman war) Mutter, für die sie sich seit ihrer Kindheit seltsam verantwortlich fühlt, da diese stets dem Unmut und der Wut des Vaters von Ela ausgesetzt war. Wir begleiten Ela, wie sie immer mehr ins Schlingern gerät, wie alles zu viel wird und ihr Körper nicht mehr mitspielt. Ela tingelt von Arzt zu Ärztin, doch so richtig ernst genommen fühlt sie sich nicht und eine Diagnosefindung scheint auch kein allzu leichtes Unterfangen zu sein. Als weibliche Patientin gesehen und verstanden zu werden ist leider schwierig in unserer Welt und so probiert Ela vieles aus, um dem Rätsel ihres Krankseins auf die Spur zu kommen. Sie bugsiert sich aber auch immer wieder selbst in komplizierte Situationen, zum Beispiel als sie auf der Arbeit nicht klarstellt, dass sie kein Japanisch spricht und dann versucht schnell mal eine so komplexe Sprache zu erlernen. Ihr Stress ist also zum Teil auch hausgemacht und man merkt beim Lesen einfach so sehr, dass Ela eine Pause braucht, um sich selbst zu finden und sich einfach mal rauszuziehen, aus diesem Leben mit den viel zu vielen Baustellen. Die Themen, die dieser Roman behandelt (berufliche Überlastung im universitären Umfeld, ein falsches Verantwortungsgefühl gegenüber der Familie, das Nichternst-genommen-werden als weibliche Patientin) finde ich so, so wichtig und daher war schnell klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Nicht zuletzt, weil ich „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher sehr, sehr stark fand. „Junge Frau mit Katze“ kam da für mich aber tatsächlich nicht ganz ran. Ich habe Ela irgendwie nicht so richtig zu packen bekommen. Sie ist so sehr am struggeln und irgendwie reitet sie sich zum Teil auch immer mehr rein, anstatt einfach mal auf die Bremse zu treten und sich zu lösen von ihrem Balast. Sie geht irgendwann in eine für mich richtige Richtung, doch bis dahin war es zeitweise etwas anstrengend für mich, Ela zu folgen. Die komplizierten Familienverflechtungen (zu Mutter, Vater und Bruder) hätten für mich gerne etwas präsenter sein dürfen - der Fokus lag jedoch eher auf ihrer Krankheitsgeschichte. Nichts desto trotz ist „Junge Frau mit Katze“ eine lesenswerte Geschichte, nicht zuletzt, weil Daniela Dröscher ihr Handwerk, das Schreiben, wirklich beherrscht.
Daniela Dröscher nimmt uns wieder mit in ihre Welt. Nachdem wir im letzten Buch noch hauptsächlich über ihre Mutter gelesen haben, wie ihr Gewicht ihr jahrelang das Leben schwer gemacht hat, lesen wir jetzt von Daniela selber. Stark autobiografisch ist der Roman. Was genau weiß nur die Autorin selbst, die Symptome sind allerdings die ihren. Sie ist stark angespannt, hat Stress. Kurz vor Abschluss ihres Studiums bekommt sie Halsschmerzen. Später kommen noch Herzprobleme dazu und auch ihre Haut reagiert. Der Körper rebelliert und keiner weiß warum. Keine Zeit zum nachdenken, dafür viele Besuche beim diversen Ärzten. Jeder hat gefühlt eine andere Meinung, so richtig helfen kann ihr keiner. Ein berührender Roman über Angsterkrankung und wie der Körper reagiert, wenn irgendetwas im Ungleichgewicht ist. Von ihrer Mutter hat Ela gelernt sich hinter der Arbeit zu verstecken. Da kann man sich prima ablenken und davonlaufen. Wie aber stellt sie sich ihrer Angst? Wie findet sie heraus was sie eigentlich will? Bedrückend empfand ich all die Arztbesuche und immer neuen Symptome. Das ist schon sehr kräftezehrend für die Betroffenen, war es für mich auch als Leser. Ganz klar und emphatisch wird hier erzählt und wir begleiten Ela durch ihre Odyssee, hoffen und bangen mit. Die Abschnitte mit ihrem Kater fand ich sehr süß. Ela ist einsam, nur der Kater ist immer da. Ein insgesamt doch recht bedrückender Roman, authentisch und einfühlsam. Ich fand ihn richtig gut und empfehle ihn sehr gern weiter. Interessierte sollten aber wissen was sie erwartet.
Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher ist nach Lügen über meine Mutter der zweite Roman der Autorin, den ich gelesen habe. Auch dieses Buch habe ich gern gelesen. Elas Mutter ist diesmal ein Nebencharakter, das Buch ist aus der Perspektive der erwachsenen Tochter geschrieben Ela steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion über die japanische Schriftstellerin Yoko Tawada. Sie lebt in Berlin mit ihrem Kater Sir Wilson, ihr Bruder lebt in London, mit ihrer Mutter, die sich endlich aus der toxischen Beziehung von ihrem Mann befreit hatte, telefoniert sie fast täglich. Oft unterstützt sie ihre Freundin Leo bei der Betreuung ihrer fünfjährigen Tochter Henny. Als Kind wurde aus Elas Gehirn ein Tumor entfernt, eine Narbe ist die einzige Spur, die die Operation hinterlassen hatte. Trotzdem hat Ela panische Angst davor, dass der Tumor nachwächst. Eines Morgens erwacht sie mit einem Kloß im Hals und Atemproblemen. Eine Ärzteodyssee beginnt – Hausarzt, Neurologe, Endokrinologe. Dank Beziehungen zu einem Chirurgen wird bei ihr auch sofort ein MRT und ein EEG gemacht. Viel Raum nimmt die japanische Sprache ein. Aufgrund eines Missverständnisses glaubt Elas Professorin, dass Ela Japanisch spricht – also nimmt diese sich vor, bis zur Prüfung in sechs Wochen Japanisch zu lernen. Das ist an sich schon unmöglich, und bei Ela kommt noch hinzu, dass sie mit etlichen Krankheitssymptomen zu kämpfen hat. „Je mehr ich versuchte, in das Innere dieser Sprache zu gelangen, desto mehr erschien sie mir wie eine verschlossene Schatzkiste. Als funkelnd und schön empfand ich das, was ich wie durch einen gepanzerten, gläsernen Deckel hindurch sehen konnte, jedoch ungemein bewacht von Tausenden von komplizierten Gesetzmäßigkeiten.“ (S. 187) Während Ela einen Arzt nach dem anderen aufsucht und auch vor Kinesiologie nicht haltmacht, lebt ihre Mutter auf. Trotz ihrer Fibromyalgie macht sie eine Wallfahrt in Polen, und das in netter Begleitung :-; Elas Bruder lädt sie zu seiner Hochzeit nach London ein. Lange überlegt sie, ob sie hinfliegt, denn es gibt so vieles, das dagegen spricht: Ihre Flugangst, ihre Krankheit, die Arbeit an der Promotion und last but not least ein Wiedersehen mit Mutter UND Vater. Das Ende mit der Familienzusammenführung in London hat mir gut gefallen, es weckt Hoffnung, dass sich das Leben für alle doch noch zum Besseren wenden könnte. Junge Frau mit Katze empfehle ich allen, die sich für Krankheiten interessieren, aber auch Japanliebhaber*innen. Die Autorin bringt uns die japanische Sprache nahe. Ich mag den Schreibstil sehr, die Handlung enthält für meinen Geschmack zu viele Beschreibungen von Krankheiten und Arztbesuchen, weswegen ich einen Stern abziehe.
sehr gut geschrieben- kurzweilig- sehr zu empfehlen

Zwischen Familienfluch und Selbstfindung: ein Roman wie Chili im Kopf
Würde jemand behaupten, Erwachsenwerden sei ein Spaziergang, müsste er Ela kennenlernen – und wahrscheinlich nach drei Seiten das Handtuch werfen. Denn was Daniela Dröscher hier auftischt, ist eine wilde Mischung aus Familiengepäck, akademischem Druck und einem Körper, der gleichzeitig Rebellionstanz und Pyrotechnik betreibt. Hals brennt, Herz rast, Haut glüht – klingt nach einer Rockshow, ist aber der ganz normale Wahnsinn von Ela. Der Ton ist dabei erstaunlich leichtfüßig, obwohl der Stoff schwer ist. Genau das macht die Lektüre spannend: Man schwankt zwischen Lachen über die absurden Situationen und Mitleid mit einer Frau, die irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort in sich selbst feststeckt. Es ist, als ob Dröscher den inneren Schweinehund mit einem Clownskostüm verkleidet und auf die Bühne schickt. Tragisch, komisch, grotesk – und verdammt ehrlich. Natürlich geht es um mehr als eine Doktorarbeit oder eine übergriffige Mutter-Tochter-Dynamik. Hier steht ein Leben auf der Kippe, ein Selbst, das nicht weiß, ob es überhaupt existieren darf, solange es nur aus Erwartungen und Schuld gebaut ist. Die Autofiktionalität macht die Sache zusätzlich reizvoll: Man liest und fragt sich ständig, wie viel davon direkt aus dem Leben der Autorin tropft und wie viel kunstvoll überhöht ist. Ganz klar, das Buch hat Biss. Aber manchmal beißt es sich auch selbst in den Schwanz. Stellenweise wiederholt sich die Körpermetaphorik so penetrant, dass man versucht ist, Ela einen Eimer Eiswürfel hinzustellen, damit endlich Ruhe einkehrt. Trotzdem: Wer Lust auf literarisches Kopfchaos hat, das so brennt wie scharfer Chili im Rachen, wird hier bestens bedient. Vier Sterne, weil leichtes Stolpern nicht alles kaputtmacht – aber den fünften Stern hat Ela leider selbst in Flammen gesetzt.
Krankheiten
Nachdem ich „Lügen über meine Mutter“ absolut stark fand, war ich gespannt auf das neue Buch. Ab Seite 150 war ich gelangweilt und irritiert. Die Protagonistin scheint überzeichnet, hat ein Symptom nach dem anderen. Läuft von Arzt zu Arzt, misstraut allen und arbeitet doch weiter. Auch ihre Freundschaft zu Leo ist seltsam, das Verhältnis zur Mutter auch. Ich mochte das Buch leider gar nicht.
Ein Roman über Körper, Geist und der heilsame Weg des Schreibens. Gerne gelesen. Pageturner 👌
Ich mochte Die Lügen meiner Mutter unheimlich gern und habe auch hier viel erwartet, weil ich die guten Bewertungen gesehen habe. Leider halte ich das Buch nicht aus. Die Protagonistin setzt sich mit einer Vielzahl an physischen und psychischen Erkrankungen auseinander, was in gewissen Maßen in Ordnung ist, aber es wird einfach viel zu viel, zu langatmig, zu eintönig....nicht mal meine 98 Jahre alte Großmutter in 2 verschiedenen Gefangenschaften von 8 Jahren hat so viel zu "leiden" und jammern gehabt. Klingt wie 5 alte Frauen im Wartezimmer, die ihre "Leiden" zusammentragen, nur dass hier eine Person die "Leiden" von fünf 80ig-Jährigen herunterleihert. Irgendwie unrealistisch und übertrieben. First World problems und Gejammere auf hohem Niveau nervt mich.... DNF nach 30 %

Daniela Dröscher erzählt die Geschichte von Ela, einer jungen Frau Anfang 30, die nach ihrer Promotion eigentlich am Ziel ihrer jahrelangen Anstrengungen stehen sollte – und genau da bricht ihr Körper zusammen. Herzrasen, Hautausschläge, Atemnot, Panikattacken: Symptom reiht sich an Symptom, ohne dass eine Diagnose greifbar wäre. Man spürt beim Lesen förmlich, wie sehr Körper und Seele hier miteinander im Clinch liegen. Dröscher schreibt dabei nicht schwer oder verkopft, sondern intensiv, manchmal komisch, oft schonungslos ehrlich. Sie zeigt, wie es sich anfühlt, wenn man in die Mühlen des Gesundheitssystems gerät, von Arzt zu Arzt rennt und doch keine Antwort bekommt. Und gleichzeitig erzählt sie eine zutiefst persönliche Geschichte über Herkunft, die enge und schwierige Beziehung zur Mutter und den langen Weg, Verantwortung für das eigene Leben und Glück zu übernehmen. Mich hat besonders beeindruckt, wie Dröscher Sprache einsetzt: präzise, klar, und doch voller Zwischentöne. Sie erzählt intensiv, klug und erstaunlich leichtfüßig, mit Humor an den richtigen Stellen und einer Sprache, die tröstet, auch wenn sie schmerzhafte Wahrheiten ausspricht. Zwischen den Krankheitsbeschreibungen finden sich immer wieder kleine Momente der Leichtigkeit, humorvolle Beobachtungen, manchmal fast absurde Szenen – das macht die Schwere des Themas lesbar und nahbar. Was am Ende bleibt, ist nicht nur die Geschichte einer Frau, die sich gegen Krankheit und Überforderung behauptet, sondern auch eine stille Ermutigung, auf den eigenen Körper zu hören. Ela erkennt schließlich, dass es nicht darum geht, Erwartungen zu erfüllen oder sich in eine akademische Laufbahn zu pressen, sondern darum, das eigene Leben zurückzugewinnen. „Junge Frau mit Katze“ ist ein kluges, eindringliches, manchmal schmerzhaft ehrliches Buch über Krankheit, Selbstfindung und die Kraft, sich nicht länger selbst zu verlieren. Daniela Dröscher hat mich damit wieder einmal tief beeindruckt und auf eine ganz eigene Art tief berührt. Große Empfehlung!
Absolut lesenswert- konnte mit so vielen Themen der Protagonistin relaten.

Warum die Junge Frau mit Katze und ich keine Freunde wurden Spoiler: es lag nicht daran, dass ich ein „Hundemensch“ bin! Ich habe mich, nachdem „Lügen über meine Mutter“ ein Highlight für mich war, sehr aufs Lesen gefreut. Dann stolperte ich auf S.77 über folgenden Absatz: „Bei einem kurzen Anfall heimlicher nächtliche Recherche an meinem Laptop hatte ich herausgefunden, dass man gegen eine ganze Gruppe von Schmerzmitteln allergisch sein konnte, die so genannten NSAR, nicht steroidale Antirheumatika. Durch meine Mutter kannte ich die Liste dieser Präparate. Codein, Fentanyl, Tramadol. In dem Halsspray hatten sich einige dieser Wirkstoffe befunden.“ Nein! NSAR sind unter anderem Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac oder ASS. Codein, Tramadol und Fentanyl sind dagegen Opioid-Analgetika, Fentanyl unterliegt sogar dem Betäubungsmittelgesetz. Opioid-Analgetika gibt es nicht in einem Halsspray. Zumal einige Seiten vorher noch stand das Halsspray wirke antibiotisch. Auf Seite 105 … in einem Abschnitt in dem es um die Dosierung eines Schilddrüsenhormon-Präparates ging hieß es dann „Wir beginnen mit 25 mg, eventuell müssen wir hoch auf 50 mg.“ Diese Präparate werden aber nicht im Milligramm- sondern im Mikrogramm-Bereich dosiert, und sind in der genannten Stärke daher überhaupt nicht erhältlich. Ich bin halt Apothekerin und mich ärgern solche Fehler einfach kolossal. Anderen fällt das wahrscheinlich nicht mal auf, aber meine Wahrnehmung des Romans war danach so verschoben, dass mich auch das Verhalten der Protagonistin in so vielen Momenten gestört hat, für mich nicht nachvollziehbar war und mir der Fokus auf die Krankheiten dann einfach zu viel wurde. Auch die „Auflösung“ in dieser Thematik hat mich nicht überzeugt. Etwas versöhnt haben der wirklich imponierende Schreibstil, die klare und genaue Sprache und die Handlung in den letzten Kapiteln, als es um Elas berufliche Orientierung und das Verhältnis zur Familie ging.

Ela ist Anfang 30 und bereitet sich gerade auf die Verteidigung ihrer Doktorarbeit in Literaturwissenschaften vor, als sie plötzlich unerklärliche Halsschmerzen plagen. Ein Gang zur Ärztin verschafft ihr ein antibiotisches Spray, doch anstatt einer Besserung kommen ein allergischer Schock und Herzprobleme hinzu. Sie wandert fortan von Arzt zu Ärztin, ihre Symptome werden immer rätselhafter, eine Diagnose kann nirgends gestellt werden. Währenddessen versucht sie weiter, im akademischen System zu arbeiten, was ihr aus gesundheitlichen Gründen immer schlechter gelingt. Als durch einen unglücklichen Zufall auch noch fälschlicherweise angenommen wird, Ela könne fließend Japanisch sprechen, droht ihr Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen. In "Junge Frau mit Katze" erzählt Daniela Dröscher Elas Geschichte aus "Lügen über meine Mutter" weiter. Während Ela in "Lügen über meine Mutter" noch ein kleines Kind ist und überwiegend von ihrer Mutter berichtet, ist sie in Dröschers neuem Roman eine junge Frau, die von Leistungsdruck und Krankheiten geplagt wird. Um Elas Mutter geht es nur noch am Rande, auch sie ist krank und versucht zu heilen. Obwohl Daniela Dröschers neuer autofiktionaler Roman keine leichte Lektüre ist, musste ich dank des wunderbaren Humors der Autorin sehr oft beim Lesen schmunzeln. Es ist schlimm, wie sehr Ela vom Gesundheitssystem im Stich gelassen wird, dass sie eine Ewigkeit ohne klare Diagnose in der Luft hängt und ihr der Druck in ihrem akademischen Umfeld immer mehr die Luft raubt. Trotzdem findet sie immer wieder Trost, in Freundinnenschaften, in ihrer treuen Katze, in einer zarten Liebe, die sich anbahnt und letztlich einer Entscheidung für sich selbst. Dass Ela eine Krankheit hat, die ich auch habe, hat mich natürlich sehr mit ihr verbunden. "Junge Frau mit Katze" hat mich thematisch nicht ganz so sehr angesprochen wie der Vorgänger-Roman, ich mag Dröschers Art zu schreiben aber so gerne und habe auch dieses Buch wieder mit Genuss gelesen. Eine tolle Autorin, von der ich einfach alles lesen möchte!















































