05/2026 Eine sehr ruhige Dystopie, die vor allem durch ihre Nahbarkeit besticht.
Wir befinden uns in einer Zukunft unserer Welt, die durch die Auswirkungen des Klimawandels zerstört wurde und kurz vor dem Ende steht. Im Kontrast hierzu stehen abgeschottete, fast schon paradiesische Dörfer, in denen sich Kunstschaffende und kreative Geister zusammengefunden haben, um ihrem fast schon zu ruhigen, zu geordneten und zu hoffnungsvollen Alltag in einer doch so kaputten Welt nachzugehen. Die Schilderungen der Hauptprotagonistin, eine Bewohnerin eines dieser Dörfer, sind aus meiner Sicht unfassbar skurril, für sie aber komplette Normalität. Vor allem dieses Paradoxon zwischen der Endzeitstimmung der Welt und der friedvollen, ausgeglichen Lebensweise in den Spes macht eine sehr bedrückende Stimmung auf. Für mich eine Dystopie, die sich vor allem auf eine Zukunft unserer Wertvorstellungen konzentriert. Sehr bedrückend, aber so nachvollziehbar und deswegen so erschreckend. Trotzdem hat es die Autorin durch ihren trockenen, pointierten und fast schon ins Absurde gehenden Schreibstil geschafft, eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte zu bringen. Hat mir total Spaß gemacht und trotzdem zum Nachdenken angeregt. Auf das wir alle niemals komplett die Hoffnung verlieren!


