Nach dem Freitod ihres Mann bleibt sie mit der Wut zurück. Aber was steckt dahinter?
„Von hier aus weiter“ erzählt von Marlene, die nach dem geplanten Suizid ihres Ehemannes mit ihrer Wut zurückbleibt und weiterleben muss. Unfreiwillig begleitet wird sie dabei von mehreren sehr liebenswerten Nebencharakteren: dem Handwerker, ihrem ehemaligen Schüler Jack, der bei ihr einzieht, Ida, der Hausärztin, die vor Jahren die Praxis von Marlenes Ehemann übernommen hat, sowie den Söhnen ihres Mannes und deren Familien. Marlene und ich könnten wahrscheinlich kaum unterschiedlicher sein und im wahren Leben wären wir vermutlich eher keine Freundinnen geworden. Aber genau das finde ich an Büchern auch so spannend: andere Charaktere und ihr Innenleben kennenzulernen. Besonders berührt hat mich Marlenes Entwicklung und die allmähliche Auflösung ihrer Wut. Und Auflösung steht hier in zweierlei Bedeutung: Auflösung des Rätsels Warum ist die so wütend und das Sich-von-der-Wut-lösen. Am Ende des Buches ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Andere Charaktere hatten es dagegen leichter, einen Platz in meinem Herzen zu ergattern. Und ja, vielleicht sind einige von ihnen etwas zu glatt oder etwas eindimensional geraten, aber darüber konnte ich gut hinwegsehen, weil es insgesamt eine sehr berührende und herzliche Geschichte ist. Die Kritik in manchen Rezensionen kann ich durchaus nachvollziehen, mir persönlich hat die Geschichte aber sehr gefallen. Trotz der schweren Themen wie Krankheit, Suizid (hier finde ich tatsächlich das Wort Freitod passender), Tod und Trauer bringt das Buch eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit mit, die ich gar nicht richtig beschreiben kann – es ist eher ein Gefühl. Auch der Begriff „Bilanzsuizid“ ist mir als neues Wort hängen geblieben und hat mich beschäftigt. Als Hörbuch ließ sich die Geschichte sehr angenehm hören; Stimme und Erzählweise haben mir gut gefallen. Das (Hör-)Buch würde ich auf jeden Fall Menschen weiterempfehlen, die sich gern mit Themen rund um Tod, Trauer, ungewöhnliche Freundschaften und Lebenskrisen beschäftigen, dabei aber auch in schweren Themen eine gewisse Leichtigkeit suchen.

























































