
Ich hasse Paul Dano (nicht)
Quentin Tarantino ist ein unsensibles Arschloch. Das ist zumindest durch seine neuesten Interviews klarer geworden als je zuvor. Und doch, er ist einer der einflussreichsten und... Ja besten Filmemacher aller Zeiten. Zu dem Status den er heute hat verhalf ihm vor allem eines: seine Dialoge. Reservoir Dogs ist ein Film in dem 90 Minuten fast nur geredet wird und es ist einer der unterhaltsamsten Filme der frühen 90ger. Wenn der Mann der wenig später den wohl bemerkenswertesten Dialog über Burger auf die Leinwand brachte 400 Seiten lang einen Monolog führt, was kommt dabei raus? "Cinema Speculation" beginnt als Biografie verwendet sich in reinster cineastischer Spekulation, nur um am Ende wieder die emotionale Klammer zu schließen. Als jemand der sich sehr für Filme interessiert und Filme liebt, erwartete ich viel altbekanntes in Tarantinos Erfahrungen wiederzufinden. Little did I know... In dem Tiefen der Kinokultur der (hauptsächlich) Siebziger Jahre, welche der heutigen deutlich überlegen war, verliert er sich in Filmen und Anekdoten, von denen man vermutlich selbst in den Siebzigern nur selten hörte. Es ist genau die Art auf die ich lernte Filme zu lieben, wenn mein Vater mir die gesamte Story vom "Herren der Ringe" erzählte, oder ich in irgendwelchen Podcasts das erste mal von "Pulp Fiction" hörte. Das ganze Programm also, nur im Stil von Quentin Tarantino. Wenn man mit seiner verurteilenden Art, das auszusprechen was alle (meistens jedoch nur er selbst) denken nicht umgehen kann, ist dieses Buch also nicht zu empfehlen. Doch wenn man genau das verstehen will und Einblicke will in die prägendsten Erfahrungen des Regisseurs, ist es ein Muss. Ich für meinen Teil freue mich jetzt schon darauf immer nach dem ich einen Film schaue der in "Cinema Speculation" erwählnt wird, das jeweilige Kapitel zu Lesen und mich kurz so zu fühlen, als könnte ich es selbst vom Videothekar zum Oskar-Gewinner schaffen






