Wir waren Heldinnen ist weit mehr als ein Buch über den Frauenfußball. Es erzählt von einer Gesellschaft im Wandel, von hartnäckigen, überholten Denkmustern, die bis heute nachhallen und vom steinigen Weg zur Gleichberechtigung. Ich habe großen Respekt vor all den Frauen, die sich ihren Platz erkämpft haben. Die nicht aufgegeben haben, obwohl ihnen so vieles in den Weg gelegt wurde. Beim Lesen war ich oft fassungslos darüber, wie viel Widerstand ihnen entgegenschlug, wie selbstverständlich ihnen das Spielen verboten wurde. Gleichzeitig war ich tief beeindruckt von ihrem Mut, ihrer Stärke und dem festen Glauben an sich selbst. Dieses Buch hat mich berührt, inspiriert und begeistert. Es ist eine liebevolle und kraftvolle Würdigung all jener Frauen, deren Geschichten viel zu lange unsichtbar blieben. Danke für dieses Buch, das den Frauen endlich den Raum gibt, den sie verdienen. Möge es aber zugleich ein Anstoß sein, weiterzugehen, hin zu einer Zukunft, in der niemand mehr um seinen Platz kämpfen muss und wir den Spielerinnen mehr professionelle Möglichkeiten geben.

Als der Frauenfußball noch Rebellion war
Hab dieses Buch eigentlich nur aufgeschlagen, weil ich dachte, na gut, Frauen und Fußball – das kann ja heiter werden. Und zack, da hat mich Torsten Körner auch schon an den Ohren gepackt und mit Vollspann in eine Zeit geschleudert, in der es Frauen ernsthaft verboten war, gegen den Ball zu treten. Verboten! Da fehlen einem ja fast die Worte, aber zum Glück hat Körner dafür umso mehr – und was für welche! Sprachlich trifft er den Ball direkt in den Winkel: mitreißend, charmant, witzig, aber nie platt oder oberlehrerhaft. Die Geschichten dieser Fußballpionierinnen sind mal zum Lachen, mal zum Kopfschütteln, oft beides gleichzeitig – und immer so geschrieben, dass man meint, direkt mit auf dem Bolzplatz zu stehen. Mit Gänsehaut. Und Bierdurst. Ich hätte nicht gedacht, dass ich beim Lesen über Frauenfußball mehr Testosteron fühle als beim letzten Derby. Körner feiert die Heldinnen nicht mit weichgespülter Nostalgie, sondern mit einem Augenzwinkern und einer ordentlichen Portion Respekt. Das hier ist kein staubtrockenes Sachbuch, das hier ist ein Fest – für Fußballfans, Geschichtsnerds und alle, die glauben, dass Widerstand auch mit Stollenschuhen geht. Am Ende bleibt man sprachlos zurück. Nicht, weil es nichts mehr zu sagen gäbe, sondern weil man erstmal schlucken muss, wie lange sich manche Dinge ziehen, bis sie selbstverständlich werden. Dieses Buch tritt nach – aber auf die besten Arten: gegen Ignoranz, gegen Rückschritt, gegen alle, die glauben, der Fußball gehöre nur den Kerlen. Ganz großes Kino in Buchform. Pflichtlektüre für alle, die glauben, sie wüssten schon alles über Fußball. Und für alle, die’s nie so genau wissen wollten – bis jetzt.

