Max Richard Leßmann malt mit seinen Worten Bilder und Menschen und ich hatte alles so unfassbar klar vor Augen.
Egal wie skurril, verrückt, normal oder teilweise auch nicht zwingend sympathisch und sich alle verhalten, wie lustig, oder auch abgrundtief traurig die Geschichten sind, immer spürt man die große Liebe die in seinen Worten steckt. Gerade dadurch, dass er das Hörbuch selbst liest, wird es natürlich noch mal schöner.
Ich hätte gern noch stundenlang den Anekdoten der Familie gelauscht!
Ein Buch das mich sehr bewegt hat!
Eine berührend, lustige Geschichte über Max’ Leben in einer großen Familie mit Lore und Ludwig als Bindeglieder
Durch die Sylter Welle werden alle Gefühle an die Oberfläche geschwemmt. Ich habe gelacht, als es um die urkomischen Rituale von Max‘ Familie ging. Habe meine Familie hier und da wieder erkannt. Habe um Jacob geweint. Hatte Mitgefühl mit Oppa Ludwig und feiere Lores einzigartige Art mit den Dingen ganz sachlich umzugehen. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der eigene familiäre Strukturen überdenken und durchbrechen möchte. Jedem, der über die „letzten Jahre“ der Großeltern und Eltern nachdenkt und überlegt, wie man diese nutzen kann. Und auch, wenn es in dem Buch nur kurzzeitig darum geht: Frage dich selbst „Würdest du deine Liebsten auch lieben, wenn sie nicht mit dir verwandt wären.“ - und muss man den Kontakt und die Liebe erzwingen, nur weil „Blut dicker ist als Wasser“.
Bin am Bahnhof in Westerland stehengeblieben, weil mich der Roman so gar nicht abholte.
Liest sich für mich nicht gut. Wenig authentisch und übertrieben, aber auf eine sehr gewollte und ungute Art. Nach der Terrormargarine auf Seite 44 war es für mich vorbei und ich habe abgebrochen. Eventuell wird’s später noch besser, aber ich quäle mich nicht weiter durch.
Ich bin irgendwie froh, dass mir dieses Buch nicht gefallen hat denn:
zum Glück kann ich mich weder mit einer einzigen Person in dem Buch identifizieren, noch ist beim Lesen irgendeine Form von Wiedererkennen beschriebener Familienstrukturen oder sonstiger Gegebenheiten aufgetreten.
Das furchtbare, selbstgerechte und egoistische Verhalten der Großeltern, wird (aus Nostalgie? oder familiärer Liebe?) übersehen und entschuldigt, aus Angst NICHTS angesprochen (man kann nicht mal sagen, dass man Würstchen nicht mag?!) und Ansichten jeglicher Familienmitglieder (Frau = Geburtsmaschine, Gewalt an Kindern normal, Tiere im Todeskampf ‚witzig‘) nicht eingeordnet oder kritisiert.
Ich hoffe sehr, dass eine solche Familie nicht die Norm dieser Zeit darstellte und wenn doch bin ich noch dankbarer für meine.
Habe es zwar bis knapp zur Hälfte gelesen, musste es aber dann abbrechen weil ich den Sinn im Weiterlesen nicht gesehen habe und mir die Zeit inzwischen lieber für wirklich gute Bücher nehmen möchte.
Jeder kann in diesem Buch seine Großeltern wiederfinden
Der Autor nimmt uns auf seiner Reise nach Sylt mit den Großeltern mit auf eine Reise voller Erinnerungen an selbige und seine Familie.
Wunderbar unterhaltsam 🌺
Ode an die Großeltern Max Richard Leßmann hat mit Sylter Welle seinen ersten Roman geschrieben. Er erzählt darin autobiografisch von seinen Erlebnissen bei seinen Großeltern, die gemeinsamen Urlaube auf Sylt, die Dynamik innerhalb der Familie, seine Großmutter als Matriarchin. Unterteilt ist das Buch in drei Kapitel, die jeweils drei Tage eines weiteren Urlaubes darstellen, die Max im Alter von jetzt fast 30 Jahren wiederholt. Nach und nach wird aufgedeckt, dass seine Großmutter nicht immer die harte Frau ist, die sie nach außen mimt, dass sie genauso verletztlich ist. Und auch, dass Großeltern eben vergänglich sind. Ich mochte die Sprache und die Beschreibungen, die Max Richard Leßmenn in seinem Roman benutzt sehr. Die Alltagsbeobachtungen haben mich teilweise zum Schmunzeln gebracht und gleichzeitig berührt. Dennoch habe ich mich im ersten Kapitel fast ein bisschen in den Rückblicken verloren. Auch wenn sie ein sehr genaues Bild von Max Großeltern gezeichnet haben, haben sie die Überhand gewonnen und ich habe ein wenig den Bezug zur Geschichte verloren. Gegen Ende hat mich Leßmann dann wieder ein bisschen eingefangen und gerade das letzt Kapitel war sehr schön und emotional. Alles in allem ist Sylter Welle ein kurzweiliger, gefühliger, aber auch alltagsnaher Roman, der einen kurz nach Sylt entführt und zeigt, wie wichtig Großeltern in der Familie sind.
"Sylter Welle" ist das Debüt von Max Richard Leßmann. Es ist eine berührende, manchmal melancholische, oft verspielte Hommage an seine Großeltern und an vergangene Sommer auf Sylt, gemischt mit dem Blick eines erwachsenen Ich-Erzählers, der erkennt, dass nichts bleibt, wie es war.
Die Geschichte beginnt damit, dass Oma Lore und Opa Ludwig Leßmann zu einem letzten Urlaub auf Sylt einladen – drei Tage, ein letztes Mal gemeinsam. Früher verbrachten sie die Sommer auf dem Campingplatz; inzwischen ist das Campen beschwerlicher geworden, vieles verändert. Leßmann nutzt diese drei Urlaubstage, um Erinnerungen wachzurufen: Kindheitserlebnisse, Eigenheiten der Großeltern, die Stillen Rituale der Familie. Oma Lore ist die strenge, kühle Großmutter, deren Liebe sich selten in Worten zeigt, sondern oft in Fürsorge und Tradition. Opa Ludwig bringt Humor, Schatten aus der Vergangenheit und die leisen Zeichen des Älterwerdens mit.
Der Stil ist persönlich und oft poetisch. Leßmann springt zwischen Gegenwart und Erinnerungen, mischt das Alltägliche mit Momenten echter Tiefe. Manche Szenen sind so lebendig, dass man glaubt, selbst neben dem alten Wohnwagen zu sitzen oder das Rauschen der Nordsee zu hören. Viele Rezensionen loben die Sprachmelodie, die liebevolle Charakterzeichnung und den Humor, der selbst in traurigen Momenten dazwischenblitzt - diesen Lob vergebe ich auch ✨
"Sylter Welle" ist kein dramatischer Roman, kein Thriller – aber ein gelungenes, warmes Familienporträt. Es richtet sich an Menschen, die Bücher mögen, in denen Alltag, Liebe und Vergänglichkeit im Vordergrund stehen und die sich Zeit nehmen, über Familie und Erinnerung nachzudenken. Ich fand den Roman wirklich schön in meinem eigenen Sylt Urlaub.
Ein schönes Buch über das Leben und familiäre Beziehungen.
Es gab ganz viele Stellen, bei denen ich schmunzeln musste. Mit viel Humor und einfühlsamer Art erzählt Max Richard Leßmann von seiner Familie. Die gesamte Geschichte geht nur über drei Tage, in denen der Hauptcharakter Kurzurlaub auf Sylt mit seinen Großeltern macht.
Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten dran zu bleiben, da es mir zu zäh erschien - immerhin erstreckt sich der erste von drei Tagen über mehr als die ersten 100 Seiten. Danach wurde es aber immer goldiger und herzlicher.
Ich mochte besonders den Schreibstil, die Wortwahl und die Syntax vom Autor. Weniger gut gefallen hat mir das weite ausschweifen und ständige Aufgreifen von Parallelgeschichten aus der Vergangenheit - das ist einfach nicht so mein Fall.
Wirklich nettes und emotionales Buch für Zwischendurch. Leider aber auch zu wenig Tiefgang, um mir länger im Gedächtnis zu bleiben.
In einem sehr schön zu lesenden Stil wird die letzte gemeinsame Reise eines Enkels mit seinen Großeltern beschrieben. Rückblicke geben immer wieder Einblicke in die Dynamiken und zwischenmenschlichen Herausforderungen einer Familie. Immer wieder musste ich schmunzeln – doch zugleich regte mich die Geschichte auch zum Nachdenken an.
Ein schönes Buch, voller Erinnerungen einer Familie. Es packt einen & dann doch wieder nicht. Toller Schreibstil. Für mich war es manchmal zu ausschweifend und ich hatte erwartet, dass das Lyrische Ich mehr „philosophiert“, ob man seine Familie nur liebt, weil sie Familie ist oder nicht.
„Warum weint ihr?“
„Weil das manchmal alles ist, was man machen kann.“
„Oaah! Das ist doch langweilig.“
Max hat im Laufe der Jahre viele Sommer mit seinen Großeltern auf Sylt verbracht. In diesem Jahr haben sie angekündigt, ein letztes Mal auf die Insel zu fahren. Der erwachsene Max besucht sie für drei Tage. Dabei reflektiert er die Beziehung zu seiner Oma Lore und seinem Opa Ludwig. In welcher Hinsicht hat sich seine Rolle als Enkel verändert und was ist heute noch immer genau so, wie er es in Erinnerung hat?
"Sylter Welle" ist der erste Roman von Max Richard Leßmann und eine Autofiktion, zu welcher er inspiriert wurde, als er tatsächlich seine Großeltern auf Sylt besucht hat. Das Buch beginnt mit Max' Eintreffen auf der Insel, wo ihn seine Oma Lore zu Fuß abholt. Er erinnert sich daran, dass sie ihn früher immer mit einem Opel Vectra abgeholt hat, in dem es nach Apfelringen roch.
Die drei Tage auf Sylt sind der Rahmen für eine gedankliche Zeitreise, auf die Max sich begibt. Immer wieder taucht er in neue Szenen und unterschiedlich alte Erinnerungen ein. Dabei lernte ich Max' Großeltern als Charaktere kennen, die in ihrem Leben viel durchgemacht haben, ihre Gefühle dabei aber nie sonderlich stark nach außen getragen haben. Ihre Liebe zu Max und den anderen Familienmitgliedern drückt sich eher in Taten aus.
Viele Beobachtungen zeigen das grundsätzliche Spannungsfeld zwischen den Generationen auf, in denen ich mich teilweise auch wiederfinden konnte. Der Wandel der Rolle des Enkelkinds wird gelungen dargestellt. In mancherlei Hinsicht hören die Großeltern nicht auf, sich zu kümmern, doch es kommt vermehrt zu Situationen, in denen sich dies umkehrt.
Die Erinnerungen beschränken sich nicht nur auf Max und seine Großeltern, sondern beziehen auch seinen Vater und dessen Geschwister, sowie seine Mutter mit ein. Verschiedene Anekdoten über Vorfälle in Max' Familie oder die Reaktionen auf seine eigenen Verfehlungen ließen mich mal schmunzeln, mal stimmten sie mich nachdenklich. Das Beziehungsgeflecht der Familie mit seinen Allianzen und Konflikten wird im Laufe des Romans herausgearbeitet, denn was wäre eine Familie ohne sie? Es hat ein bisschen gedauert, bis ich warm wurde mit diesem Wust an Anekdoten und dem Erzählton, der wortgewandt jede Peinlichkeit zu einem Event pusht und sich manchmal in seiner Wortverliebtheit verläuft. Irgendwann erlag ich dem Charme dieser Hommage an Familie zwischen Liebe, Unverständnis und Humor.
Mit diesem ruhigen Roman, in dem Gegenwart und Vergangenheit so eng miteinander verwoben sind, dass die Grenzen beinahe verschwimmen, hat der Autor seinen Großeltern ein Denkmal gesetzt. Für mich hätten die Erlebnisse in der Gegenwart und Sylt als Handlungsort mehr Platz einnehmen dürfen. Insgesamt ist "Sylter Welle" für mich ein lesenswerter Roman über die Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern und deren Entwicklung im Laufe der Jahre. Ein Buch, das die ungeschönten familiären Verbindungen zwischen Generationen herausarbeitet, mit all ihren positiven, aber auch negativen Seiten.
„Wieder einmal bin ich mir unsicher, ob ich meine Großmutter unmöglich oder genial finden soll, und entscheide mich für beides.“
Der Autor erzählt mit feinem Humor und persönlichem Blick vom letzten Urlaub mit seinen Großeltern und lässt dabei viele Erinnerungen an vergangene Familienmomente einfließen.
Die Erzählweise ohne Kapitel, dafür mit häufigen Zeitsprüngen, ist ungewohnt, aber stilistisch ansprechend.
Nicht alle Passagen haben mich gleich stark gepackt, doch gerade die Mischung aus Komik und Nachdenklichkeit bleibt im Kopf.
Ein Roman für alle, die sprachliche Nuancen schätzen.
Ein Roman über eine deutsche Familie, ihre Geschichten und Eigenheiten. Mit Humor und Ernsthaftigkeit wird hier die Liebe einer Familie erzählt, die nicht immer sofort sichtbar, am Ende jedoch immer da ist. Toller Vibe, melancholisch.
Was sollte das?
Es ist mir wirklich ein Rätsel, warum es dieses Buch gibt. Max Richard Leßmann erzählt Anekdoten über seine Familie, insbesondere seine Großeltern, was hätte interessant werden können. Wären seine Großeltern nicht solche Arschlöcher gewesen.
Wie soll ich mit Personen mitfühlen, die mir von Beginn an unsympathisch sind? Die Großmutter ist streng, kühl und empathielos. Außerdem ist sie, genau wie ihr Mann, homophob. Der Autor geht nicht weiter darauf ein, hinterfragt die Verhaltensweisen nicht. So sind eben die alten Leute. Im Norden ist man da soweiso härter.
Bullshit. Ich bin ungefähr in Leßmanns Alter und ebenfalls in Norddeutschland aufgewachsen. Meine Großeltern waren (glücklicherweise) nicht so.
Außerdem wird häusliche Gewalt, besonders das Schlagen von Kindern, schöngeredet. Der Autor erwähnt, dass sein Vater ihn "nur" einmal geschlagen habe, obwohl er es viel öfter verdient gehabt hätte.
Auf die Szene, in der ein Marder überfahren wird und dessen Todesschreie nachgeäfft wurden, hätte ich genauso verzichten können, wie auf den nervtötenden Gesang von Leßmann im Hörbuch. Über die häufigen HP-Erwähnungen werde ich gar nichts sagen, die sprechen für sich.
Der Schreibstil war nicht meins, aber ich kann verstehen, dass man die Art mag, wie Leßmann Geschichten erzählt. Ich persönlich fand es prätentiös, wie er die langweiligste Anekdote erzählt, als wäre es die krasseste Story, die jemals erzählt wurde. Ich hatte das Gefühl, der Autor hat eine dermaßen romantisierte Vorstellung seiner eigenen Kindheit, dass ihm die problematischen Dinge gar nicht mehr auffallen.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch wirklich nicht mochte und auch nicht verstehen kann, warum es überhaupt existiert.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es ist humorvoll geschrieben ohne flach zu sein. Stellenweise fand ich es ein wenig zu langatmig, aber das Geschmacksache. Auf jeden Fall habe ich jeden der Charaktere ganz schnell ins Herz geschlossen und war traurig, als das Buch beendet war! Eine ganz klare Leseempfehlung!
Ich finde es ganz toll geschrieben, sehr liebevoll ind nachvollziehbar. Vermutlich aber rührender, wenn man eine besondere Beziehung zu den Großeltern hat.
Klingt nach Sommerbuch, ist aber eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Erinnerungen. Sylt spielt leider nur eine Nebenrolle.
Mein liebster Satz: "Der Bahnhof als flackerndes Tor zum Raum-Zeit-Vakuum."
Wunderbares Debut vom talentierten Max Richard Lessmann. Lesenswert. Einfühlsam, humorvoll, tolle Sprache. Nur zu empfehlen.
Man möchte Teil der Familie Lessman sein mit all ihren Facetten. 12/10
Für mich banal und nichts sagend. Sprachlich schön, aber ansonsten konnte es mich nicht überzeugen. Eine Familiengeschichte wie die von Vielen in ein Buch gepackt. Aber ich muss auch dazu sagen, dass ich ohne Buddyread nie zu solchen Büchern greifen würde und meine Bewertung daher für klassische Roman-Liebhaber nicht allzu aussagekräftig sein dürfte 😄♥️
Eine sehr zusammenhangslose Erzählung über eine - aus meiner Sicht - nicht sympathische Familie, deren raue Sitten und Erlebnisse weder besonders eindrucksvoll noch lustig sind. Eigentlich ist das einzig Gute an dem Buch das Cover - welches leider aber keinen richtigen Bezug zum Inhalt des Buches hat.
Beeindruckend, wie der Autor die Härte bzw. die Traumata seiner Großeltern thematisiert - da bleibt mir stellenweise die Luft weg aufgrund der schieren Unerträglichkeit
Ich hab’s in einem Rutsch gelesen und schon bei den ersten Zeilen eine wohlige Gänsehaut gehabt, weil mir klar war dieses Buch wird mir unter die Haut gehen.
Es reiht sich definitiv mit in meine Lieblingsbücher ein.
Max verbringt einen letzten gemeinsamen Urlaub mit seinen Großeltern Lore und Ludwig auf Sylt. Ein Urlaub, den sie in der Form schon tausend Mal gemacht haben, und auch dieses Mal ist alles wie immer, aber durch das fortschreitende Alter der Großeltern doch anders.
Im Wechsel zwischen Gegenwart und Retrospektive erzählt der Autor die Familiengeschichte aus seiner Sicht, was das ganze zum einen super witzig und unterhaltsam macht, zum anderen sehr bedeutsame und auch tragische Momente beinhaltet.
Max Richard Leßmann, der mir vor allem durch seine Trash-TV-Podcasts und seine Gedichte auf Instagram bekannt ist, schafft auch in diesem Roman die filigrane Balance zwischen Urkomisch und herzlich-melancholisch-sanft. Ein Buch wie ein ganz besonderes Familienfoto aus einem ganz besonderen Jahr, das man nicht nur an der Wand hängen hat, sondern immer auch im Herzen trägt.
CN: Krebs, T0d, Hom0feindlichkeit, Tierleiden, Depr3ssion, Kindst0d
Von diesem Buch bleiben mir ein wohliges Gefühl, leichte Traurigkeit und der Geschmack von Apfelringen auf meiner Zunge. Ob ich je wieder eine Wurst anschauen kann, ohne an Hundekot zu denken? Wer weiß?!
Ich als alte Cover-Käuferin konnte hier nicht widerstehen. Und ständige Erinnerung der Reado-App hat ihr Übriges getan…. Ich habe in letzter Zeit richtig Gefallen an dünnen Büchern gefunden. Buchsnacks sozusagen 😎
Drei Tage besucht Max seine Großeltern auf Sylt. Dort haben sie schon oft Urlaub gemacht, selbstverständlich auf dem Campingplatz, nun aber zum letzten Mal. Er fährt zu Oma Lore, der eiskalte Fels in der Brandung und Opa Ludwig, mit dem irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Max erzählt uns von seiner Familie und von vielen Geschichten aus der Vergangenheit, deren Wirkung bis in die Gegenwart reicht.
Ich muss zugeben, es hat etwas gedauert, bis ich in diesen Roman, der einer Liebeserklärung an die eigenen Großeltern gleichkommt, hineingefunden habe. Die Aneinanderreihung lustiger Sprüche und Begebenheiten waren mir irgendwie zu viel. Ich kam kaum mit. Und als ich schon dachte, ich mache vielleicht eine Pause mit dem Buch, hat’s mich doch noch kalt erwischt. Da war es nämlich alles andere als lustig. Und plötzlich hatte ich einen Zugang zu dieser eigenwilligen Familie gefunden. Verstand ihr Handeln.
Als es dann wieder lustig wurde und eine Anekdote die nächste jagte, war ich voll drin und konnte den Rest des Buchs genießen.
Zurück bleibt ein wohliges Gefühl, leichte Traurigkeit und der Geschmack von Apfelringen auf meiner Zunge. Ob ich je wieder eine Wurst anschauen kann, ohne an Hundekot zu denken? Wer weiß?!
Max fährt das letzte Mal mit seien Großeltern in den Urlaub nach Sylt. In diesen paar Tagen wird er mit dem immer Älterwerden seiner geliebten Großeltern konfrontiert und reflektiert seine Kindheit auf deutschen Campingplätzen im Sommer.
Ich weiß gar nicht, warum ich das Buch ausgewählt habe. Es war eine spontane Entscheidung und man war die gut!
Es ist so toll geschrieben. So liebevoll! Und am Ende kam mir auch ein Tränchen
Ein sehr schöner Mix aus Ernst und Komik. Habe viel lachen müssen, aber war auch manchmal tief berührt. Ein perfektes Buch für alle Millennials und Gen-Z, die einen engen Kontakt mit ihren Großeltern hatten oder sich das gewünscht hätten.
Lerge, Lerge, hat mich dieses Buch mitgenommen, lieber Ambrosius! Ich bin ja irgendwie davon ausgegangen, dass ich ein Retrogefühl vermittelndes Büchlein lese, bei dem man über die Marotten der Großeltern schmunzelt und sich irgendwie zu Hause fühlt. Ist es irgendwie auch, aber es ist noch viel mehr
Leßmann erzählt uns nicht mehr und nicht weniger als die Geschichte seiner Familie und was diese ausmacht. Zugegeben, sehr gerafft und mehr zwischen den Zeilen als schwarz auf weiß, aber ich hab’s so gefühlt!
Max fährt noch einmal zu seinen Großeltern, die seit 40 Jahren auf Sylt urlauben. Eigentlich mit dem Camper doch zum letzten Mal haben sie sich lieber ein Apartment gemietet. Sie sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.
Wir folgen Lessmann auf die Insel, und gleichzeitig in die Vergangenheit. Dabei springt er hin und her zwischen Ereignissen, die die Familie verbindet und spaltet. Gemeinsame Urlaube auf Sylt ziehen an einem vorbei, der Beef zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter, die Fluchtgeschichte seines cholerischen Großvaters Ludwig und die große Liebe zu seiner Lore, die sich wenig liebevoll zeigt.
Hier ist nichts Friede, Freude, Eierkuchen, und trotzdem ist es eine Familie. Eine die zusammenhält obwohl man manchmal den Eindruck hat, dass sie gar nicht zusammengehört.
Nach und nach puzzelt sich ein Bild von einem Kosmos zusammen, der sowohl hinter Fassaden von Einfamilienhäusern als auch Fenstern von 3-Zimmerwohnungen im Plattenbau vorzufinden ist. Familie - von ihren Mitgliedern geduldet und belächelt, geliebt und ausgehalten. Manchmal spleenig, leider auch häufig brutal. Und wie so oft gibt es den einen Kitt, der alles zusammenhält, und fällt der weg, merkt man erst, wie brüchig das Verwandtschaftsgefüge sein kann.
Leßmann war kein einfaches Kind. Ich kenne solche Jungs, die um Aufmerksamkeit kämpfen und gefangen sind in ihren eigenen Gefühlen, die sie nur schwer reguliert bekommen. Ganz schön anstrengend für die Erwachsenen und auch für sich selbst, und wenn man ihm auf Insta folgt, dann weiß man, dass er es bis heute nicht leicht hat mit seinen Emotionen.
Oma Lore ist immer eine Bank! Hart, klar und deutlich, berechenbar und deshalb Sicherheit gebend! Wie heißt es so schön im Buch: „Manchmal muss man sich entscheiden was man haben möchte, Mitgefühl oder Recht!“ Ersteres hat Lore selten . Aber in manchen Momenten kracht die harte Schale auf, und es blitzt durch, dass sie es auch nicht immer packt. Mit sich selbst, mit ihren Gefühlen. Ganz wie ihr Enkel!
Lustig ist das Buch an manchen Stellen auch, doch schwingt immer etwas Bittersüßes mit. Es gibt zu viel Unausgesprochenes, als dass man hier befreit auflachen könnte. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Fluchterfahrung des Großvaters prägend für das ganze Familiengefüge war. Man nimmt sich eben überall mit hin, egal vor, was man wegläuft.
Die Kindheit von Leßmann lag in den 90ern, das Lifestyle Gefühl, das ich beim Lesen hatte, war aber mehr eins der späten 70er frühen 80er! Wahrscheinlich waren die Großeltern dort geschmacklich stehen geblieben.
Mich hat das Buch sehr berührt. Es handelt vom Sein und vom Vergehen und beinhaltet einige sehr traurige Szenen, bei einer habe ich Rotz und Wasser geheult. Und wer mich kennt weiß, dass Bücher die das schaffen, die guten Bücher für mich sind. Am Ende wollte ich mich am liebsten neben Max setzen, einen Arm UM und meinen Kopf AN seine Schulter legen und ihm sagen: Solche Familien wie deine gibt es wie Sand am Strand von Sylt! Deshalb sind sie so einzigartig . Große Lese Empfehlung für melancholische Abende!
Da ich MRLs Gedichte sehr mag, war ich sehr gespannt auf seinen ersten Roman, den ich als Hörbuch innerhalb von zwei Tagen gehört hatte.
Zum einen finde ich die Bezeichnung Roman nicht ganz gerechtfertigt, da es sich mehr wie eine autobiographische Erzählung der Lebensgeschichte der Familie von Max anfühlt.
Die Geschichten an sich erzählt er gut und mit viel Witz, wahrscheinlich hat das eigene Erzählen in Hörbuchform den Eindruck noch verstärkt. Trotzdem sind mir einige Dinge etwas zu unreflektiert geblieben, es geht um die Großeltern, die zum Teil homophob sind und dies dann mit naja, sie sind halt alt, abgetan wird. Genauso die Gewalt, die den Söhnen, also Max Vater u. a. Angetan wurde, wird mir etwas zu sehr relativiert und nicht kritisch genug beleuchtet.
Alles in allem mochte ich den Schreibstil gerne, aber meine Erwartungen konnten nicht ganz erfüllt werden und die unreflektierte Herangehensweise an manche Themen lassen mich dann nur 3 Sterne vergeben.
Diese Woche wurde Max Richard Leßmanns Debütroman #sylterwelle veröffentlicht. Ich hab das Buch an wenigen Tagen verschlungen und am Ende ziemlich viele Tränen geweint. Es ist nicht nur eine Ode an Max's Oma Lore und Opa Ludwig, sondern an all unsere Großeltern. Ich jedenfalls habe mich und die Beziehung zu meinen, in so vielen Momenten wiedergefunden.
Max besucht Lore und Ludwig in deren Urlaub auf Sylt. Dabei nimmt er die Leser:innen nicht nur mit in den Urlaub, sondern vor allem mit in seine Erinnerungen an all die Familienurlaube und Besuche bei seinen Großeltern zuvor.
@maxrichardlessmann stellt die Frage, ob wir unsere Familie auch lieben würden, wenn es nicht unsere Familie wäre. Und dann beschreibt er ganz großartig, seine Liebe zu sauren Apfelringen. Wie es sich anfühlt auch mit Ü30 für Oma und Opa einfach nur Enkelkind zu sein. Die Hilflosigkeit sobald man realisiert, dass die Großeltern immer älter werden und nicht unsterblich sind. Und er erzählt von dem Schmerz, der unsere Herzen verkrampft, wenn wir uns am Ende eines Besuchs von Oma und Opa verabschieden, weil es sie einfach nicht mehr so leicht gibt: Die Sicherheit auf ein Wiedersehen.
Auf der Frankfurter Buchmesse wurde ich vom Verlag auf das Bloggerevent eingeladen. Dort wurde das Buch des Autoren vorgestellt und ich fand die Einblicke in die Geschichte sehr cool.
Mal wieder ein Buch außerhalb meiner Komfortzone.
In der Geschichte werden viele Anekdoten aus der Vergangenheit erzählt, die ein oder andere Geschichte hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht.
Ich glaube zwar, dass die einzelnen Geschichten bei mir nicht so stark in Erinnerung bleiben, aber die Message hinter dem Buch, dass man nicht gleicher Meinung sein muss um sich zu lieben, fand ich sehr stark.
Auch wie der Protagonist mit seinen Großeltern in seinem Erwachsenenalter umgegangen ist, fand ich sehr herzlich und so schön.
„Sylter Welle“ hab ich gern gelesen - locker flockig auf den ersten Blick, zwischen den Zeilen jedoch durchaus tiefgründig. Die Geschichte eines Enkels, der seine Großeltern besucht, die ein letztes Mal Urlaub auf Sylt machen. Ein bisschen witzig, ein bisschen melancholisch - ich mochte es!