2023 habe ich das Buch schon mal gelesen, allerdings im Nebel starker Medikamente. Nun wollte ich es nochmal lesen, parallel auf Reisen hören, denn die Geschichte verlangte danach. Wie wortreich und gleichzeitig stimmig dieses Buch ist und wie viel man sich selbsr und andere darin erkennen kann. Ich mag es und ich mag das hier aufgezeigte ausbrechen aus dem Rad der Hamster. Zu empfehlen.
"Ich seh uns beide, du bist längst zu schwer
Für meine Arme, aber ich geb dich nicht her
Ich weiß, deine Monster sind genau wie meine
und mit denen bleibt man besser nicht alleine
Ich weiß, ich weiß, ich weiß und frage nicht
Halt dich bei mir fest, steig auf, ich trage dich"
Ich fühle es noch wie heute: Ich sitze auf den Schultern meiner Jugendliebe und singe "Ein Elefant für dich" mit, mein Herz explodiert vor Glück, während auf der Bühne Judith Holofernes mit ihren Bandkollegen die Töne vorgibt. Wir Sind Helden waren unsere Helden. Doch so wie meine erste große Liebe verging, so endlich war auch das Bandleben eben jener. In "Die Träume anderer Leute" berichtet Judith Holofernes davon, wie die Helden an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheiterten, von ihrer Solokarriere und der verzweifelten Erkenntnis, das auch diese trotz aller Liebe nie im Popbusiness funktionieren wird. Und beim Lesen merke ich wieder, warum ich in ihre Musik immer so verknallt war: Sie schreibt einfach großartig, poetisch und doch unangestrengt. Ab und zu blitzen Nerdtum und Weirdness durch und genau das fühlte sich damals in den 2000ern schon so vertraut an. Und das tut es auch in diesem Buch wieder. Es ist eher, als würde man im Tagebuch einer Freundin lesen. Mir hat das sehr gut gefallen. Und ganz eventuell liegt ihr neuestes Buch "Hummelhirn" auch schon hier. 😍
Frau Holofernes wird sich vielleicht immer anfühlen wie eine Freundin. So wie einst, als ich ihr bei Twitter folgte.
"Ich hatte angefangen, jeden meiner Twitter-Follower mit Handschlag zu begrüßen: »Willkommen! Alle denken, ich bin ein Begrüßungs-BOT, ich bin es aber selbst. Ich will, solange ich es schaffe, alle mit Handschlag begrüßen. Copy/Paste zwar, aber liebevoll handgepastet nach freudiger Betrachtung des jeweiligen Profils. :-) Liebe Grüße, Judith«"
Eigentlich landete dieses Buch auf meiner Liste, weil ich mir ein Bild von Judith Holofernes als Schriftstellerin machen wollte. Ich war kein Helden-Fan, aber fand die Texte der bekannten Lieder ganz gut. Nach Holofernes Tiergedichten hatte ich bei "Die Träume anderer Leute" eher eine fiktive Geschichte und keine Autobiografie erwartet. Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen, der Schreibstil war angenehm, leicht amüsant, manchmal ergreifend, mit klugen Beobachtungen und durchaus informativ. Kurz gesagt: Dafür, dass ich ursprünglich gar kein Interesse am Inhalt hatte, fand ich es dann doch ziemlich interessant. Das Hörbuch gewinnt ganz deutlich durch Nora Tschirner, von der ich ab jetzt mehr hören möchte.
Offenherzig, ehrlich, achtsam, warmherzig, starrköpfig, smart, wertschätzend, humorvoll, hell & dunkel - Ein Buch über Erfolg, Scheitern, Kreativität, Kunst, Künstlerin sein, weitermachen, aufgeben, neue Wege finden und mutig beschreiten. Ein erwartungsvoller, aufgeweckter Realitätscheck ohne an der Realität zugrunde zu gehen. Jede Seite tat gut, jedes Wort war am richtigen Platz. Danke dafür! Und jetzt hör ich mir die Soloalben gleich viel bewusster an.
Offenherzig, ehrlich, achtsam, warmherzig, starrköpfig, smart, wertschätzend, humorvoll, hell & dunkel - Ein Buch über Erfolg, Scheitern, Kreativität, Kunst, Künstlerin sein, weitermachen, aufgeben, neue Wege finden und mutig beschreiten. Ein erwartungsvoller, aufgeweckter Realitätscheck ohne an der Realität zugrunde zu gehen. Jede Seite tat gut, jedes Wort war am richtigen Platz. Danke dafür! Und jetzt hör ich mir die Soloalben gleich viel bewusster an.
Als ich das Buch angefangen habe, konnte ich mit dem Namen Judith Holofernes relativ wenig anfangen. Ich kenne natürlich die Musik von Wir sind Helden, aber habe das Buch eigentlich eher aus Interesse daran gekauft, wie das Leben so für jemanden ist, dessen Leben so ganz anders ist als meins. Und das was Holofernes in wunderschönen Wörtern beschreibt, klingt am Ende dann doch gar nicht mehr so anders als das eigene Leben. Die äußeren Umstände sind natürlich völlig verschieden, aber irgendwie ist es doch auch schon zu wissen, dass wir am Ende alle an den gleichen Punkten hängen bleiben und über die gleichen Fragen verzweifeln. Wer bin ich und was will ich mit meinem Leben anfangen…
Man begleitet Judith Holefernes in Ihrem Leben als Künstlerin, Mama und Partnerin. Spürbar ist der Druck… Ich fand es sehr eindrücklich als Hörbuch… musste es auch kurz aufhören, als es mir selbst nicht gut ging, konnte aber in der wieder guten Zeit gespannt zuhören. Ein versöhnliches Ende ist dann auch spürbar.
Judith Holofernes , Frontsängerin von Wir sind Helden,schreibt über die Zeit nach den großen Erfolgen und nach dem Ende der Band.
Wie geht es weiter? Wie ist mein Leben als Künstlerin mit dem Familienleben zu vereinbaren?
Eine bewegende Biografie mit Hoch und Tief, authentisch und reflektiert geschrieben. Die Texte sind trotz der teils schweren Themen locker-flockig geschrieben und leben von Humor und der Leichtigkeit der Autorin.
Absolute Leseempfehlung!
Enttäuschend und anstrengend zu lesen
Leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugen. Der durchgehend weinerliche Grundton zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte und macht das Lesen zur Qual.
Der Schreibstil ist definitiv nicht mein Fall – zu verkünstelt und überladen. Die Autorin springt ständig von einer Metapher zur nächsten, ohne dabei wirklich substanzielle Inhalte zu vermitteln. Das wirkt gekünstelt und lenkt vom eigentlichen Geschehen ab.
Wer klare, direkte Erzählweise schätzt, sollte einen großen Bogen um dieses Buch machen. Schade um die verschwendete Lesezeit.
Vielleicht packe ich irgendwann noch meine Gedanken zum Buch hier hin, aber eigentlich sind sie dafür zu intim. Kann ja nicht jede*r Judith Holofernes sein und sich emotional nacktmachen und das dann auch noch so schön in Worte fassen.
Ich habe das Buch bei 40% abgebrochen. Der Anfang hat mir ganz gut gefallen, aber irgendwann fing es an mich zu nerven. Ich habe abgebrochen, wo J.H. sich (berechtigterweise) darüber auslässt, dass niemand ihren Mann danach frage, wie er Job und Familie unter einen Hut bekomme, dass man als Frau nicht dick sein dürfe, nur kurz, während der Schwangerschaft usw. Das nächste Kapitel startet dann damit, das sie selbstironisch ihren Körper basht und sich ärgert, nicht mehr cool und dünn zu sein. Ihre zwanghafte Beschäftigung mit sich selbst und ihrer Oberfläche, macht das ganze Buch oberflächlich - zumindest bis wohin ich gelesen habe. Es ist eine reine, ganz persönliche Nabelschau, die nicht reflektiert oder einordnet oder die Themen aus dem Persönlichen hinaus hebt. Es ist auch nicht neu, dass sich jemand über die Schwierigkeiten des Elternsein auslässt. Ich meine, alle Eltern wissen doch wie das ist, wie anstrengend. Ich finde wirklich, dass J.H.s Songtexte toll sind, dass sie eine großartige Lyrikerin ist, aber dieses Buch ist gar nicht meins
Sehr offen und emotional, in sehr besonderem Schreibstil berichtet Judith Holofernes von ihrem Leben und dessen Schwierigkeiten. Nicht leicht zu lesen, wenn man sich selbst in keiner guten Verfassung befindet, aber trotzdem ein tolles Buch! 🤗💫
Offenherzig, ehrlich, achtsam, warmherzig, starrköpfig, smart, wertschätzend, humorvoll, hell & dunkel - Ein Buch über Erfolg, Scheitern, Kreativität, Kunst, Künstlerin sein, weitermachen, aufgeben, neue Wege finden und mutig beschreiten. Ein erwartungsvoller, aufgeweckter Realitätscheck ohne an der Realität zugrunde zu gehen. Jede Seite tat gut, jedes Wort war am richtigen Platz. Danke dafür! Und jetzt hör ich mir die Soloalben gleich viel bewusster an.
Beeindruckend und wunderschön geschrieben!
Obwohl ich mich zuvor nie viel mit Wir sind Helden und deren Frontfrau Judith Holofernes beschäftigt hatte, war ich doch irgendwie neugierig auf dieses Buch und was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Kunst und das Durchhalten.
CW: Depressionen, Panikattcken, Essstörungen, Krankheit
Fühlt sich an, als säße man zusammen im Café und plaudert über den 'alltäglichen Wahnsinn' des Lebens.
Judith Holofernes schreibt mit lockerem Ton, als würde man sich gerade mit ihr unterhalten über die Zeit nach den Helden und wie sie versucht ihren Platz danach zu finden. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, denn trotz der gefühlt lockeren Schreibweise, findet man eine Tiefe in den Kapiteln und man hat auch später noch etwas, um darüber nachzudenken - vor allem auch über sich, seinen Platz oder die Suche nach dem Platz in der Welt, aber auch das Leben, das wir heute haben.
I ch mag keine Biografien, aber Judith überzeugt auf ganzer Linie. So nahbar, humorvoll und absolut ehrlich hat sie mich sehr für sich eingenommen!
Ich bin kein Biografien-Typ, lese ich doch sonst ausschließlich Romane. Aber Judith Holofernes‘ Buch wurde mir von einer lieben Freundin mit ähnlichem Buchgeschmack ans Herz gelegt… natürlich habe ich es gelesen!
Und ich hab es nicht nur gelesen, sondern auch echt gemocht. Judith berichtet so authentisch und ehrlich über ihr Leben nach den Helden, dass ich davor nur den Hut ziehen kann. Sie schönt nix und macht mich damit zur Freundin im Geiste. Ihre Gefühle, die Struggles werden klar und ähneln doch auch manchmal meinen, ganz ohne eine Künstlerin zu sein. Aber Kinder und Arbeit gleichzeitig wuppen zu wollen (und nie allen gerecht zu werden) ist mir wohlbekannt. Aber ich schweife ab. Will sagen, dass Judiths Buch fesselt ohne spannend im eigentlichen Sinne zu sein… Es lohnt sich auch für alle, die wie ich, Biografien eher öde finden. Und was für mich noch dazukommt, das Gelesene ist irgendwie auch tröstlich… Ich bin nicht allein, wenn selbst Judith Holofernes struggelt. Ihren Humor fand ich ebenfalls großartig.
Wie ging es euch damit? Oder habt ihr es noch gar nicht gelesen, weil ihr wie ich dachtet „was soll ich damit“?
"Guten Tag, Guten Tag... Ich will mein Leben zurück!"🎶🎸 * Wir sind Helden*
Das Buch "Die Träume anderer Leute", von Judith Holofernes, las ich mit sehr großem Interesse und wurde nicht nur überrascht, sondern auch sehr erstaunt.📖🥰
Judith Holofernes war die Frontfrau der ehemaligen IndieRock-Band "Wir sind Helden", gewesen. Zu meiner Jugendzeit war ich großer Fan von dieser Band und daher war ich überrascht, als ich in der Buchhandlung dieses Buch fand. 😄🤗😍
In diesem Buch beschreibt sie die letzten Jahre der (wie sie es nennt), "Heldenjahre" und der dazugehörigen Zeit danach. Eine sehr lange Zeit, sich neu im Alltag einzufinden, den alten Ruhm irgendwie hinter sich zu lassen, aber irgendwie auch nicht. Und aber auch sich neu zu erfinden und auf dieser neuen Reise jegliche Herausforderungen, innerlich und äußerlich, irgendwie zu trotzen. Während das Umfeld einen guten Blick für die Dinge hat, die man selber vlt. nicht wahrhaben möchte. Sowie die Warnsignale der Seele und vom Körper gänzlich komplett zu ignorieren, aber irgendwie auch nicht. Ja, Judith Holofernes beschreibt genau das!🥰
Wie es so manchen Star erging und auch ihr, als der große Erfolg kam und was danach passiert, wenn die restlichen Erfolge ausbleiben. Weil man etwas Anderes machen möchte, die Reaktionen darauf zusehen und es trotzdem durchzuziehen. Sie beschreibt auch wie hart die Musikbranche arbeitet und wie der Kapitalismus mit Künstler/-innen umspringt und gibt einen tiefen Einblick in das Hintergrundgeschehen dieser Branche. Gleichzeitig gibt sie sehr private Eindrücke mit ihrer Familie und wie auch ihr Ehemann Pola (Drummer von Wir sind Helden) zu kämpfen hatte nach der "Heldenzeit".
Beim Lesen merkt man Judith Holofernes künstlerische Ader. Kreativ, poetisch, leicht und kunstvoll formulierte sie Satz für Satz in diesem Buch und das mit ihrem ganz eigenen Charme und eigenen Art von Witz. Sehr sympathisch kam sie mir beim Lesen rüber. An manchen Stellen fühlte ich mit ihr mit und musste bei anderen Textpassagen lachen und schmunzeln. 🥰
Ein außergewöhnliches, charmantes Buch von einer außergewöhnlichen Künstlerin und Autorin, auf ihre ganz eigenen Art und Weise geschrieben. Ich kann es sehr empfehlen 🎶🎸❤️🔥
So ehrlich, so (selbst-)kritisch, so sprachkunstvoll, und einfach so schön. Habe aber auch nix anderes erwartet.
Hörbuch auch sehr toll gelesen von Nora Tschirner (auch wenn der Onleihe-Player mir mal wieder sehr das Hörerlebnis verpatzt hat)
Wie ich auf das Buch gekommen bin? Weil es im Rookhus ausliegt, unserem Lieblings Familien Urlaubs Domizil. Und weil ich die Helden mochte. Hatte ich große Erwartungen an das Buch? nein. Aber es war eins ehr unterhaltsames Buch. Frau Holofernes hat einen sehr kurzweiligen und gut zu lesenden Schreibstil. Und gesprochen von Nora Tschirner wirkt es auch ziemlich glaubwürdig. Also man kann es lesen und hören, gleichermaßen gut und kurzweilig.
Viele der Szenen kann man gut nachvollziehen. Ist es jammern auf hohem Niveau? Ja ist es, aber das streitet Frau Holofernes nie ab. Es war ihr Traum, nicht der anderer Leute, aber sie musste sich eingestehen, dass dieser Traum nicht zu anderen Träumen und letztlich nicht zu ihr passte und sie und ihre kleine Familie krank machte. Sie ist nun mit weniger zufrieden. Hat es sich trotzdem gelohnt? Bereut sie ihre Entscheidungen? Nicht wirklich.
Vieles sind Fragen und Kompromisse, die sich jede kleine Familie auf andere Weise stellt. Ich hatte keine Ahnung, was sie in den Jahren während und nach den Helden durchgemacht hat und wie schlecht es um ihre Psyche stand. Aber letztlich sieht man doch immer wieder, dass der hohe Bekanntheitsgrad immer Spuren bei den Künstlern hinterlässt. Kaum einer geht da unbeschadet heraus oder schafft würdevoll den Absprung, ob aus Krankheit, Alter und nach lassendem Erfolg. Vieles zerstört. Und das war dennoch spannend zu lesen, Einblicke auch in das dahinter zu bekommen.
Von mir eine klare Kaufempfehlung.
Ehrlich und reflektiert, schreibt die Heldin über sich.
Ich liebe die Musik der „Helden“, bin Fan der ersten Stunde und war schon ein bisschen geknickt, als sie sich entschieden haben zu “pausieren“. Ich mochte Judith Holofernes immer besonders. Wegen ihrer Integrität, ihrer Art, ihre Meinung zu äußern. Überhaupt ist die Art, wie sie redet, wie sie schreibt so angenehm und tut in der scheinheiligen Welt prominenter Menschen einfach gut.
Da war doch von Anfang an irgendwie klar, dass ich ihr Buch auch lesen muss. Es hat mein Bild von ihr verändert und gleichzeitig bestätigt.
Die Darstellung ihrer Wahrheit beginnt mit dem Ende der Helden. Ein wenig erfährt man noch, wie es dazu kam und wie sich die Band verstand, man geht mit auf Tour und erlebt, wie mit Veränderungen umgegangen wurde. Dabei wird schnell klar, dass körperlich gerade bei Judith Holofernes einiges auf der Strecke bleibt. Im Großen und Ganzen ist das Thema das gepflegte Scheitern von jholo
Ich sehe scheitern hier allerdings nicht als Tiefpunkt, sondern als wachsen an ihren eigenen Hürden. Als durchwandeln von Tälern um Berge zu erklimmen. Das Leben eben.
Einzig ihr Wirkungskreis unterscheidet sie von mir oder vielen anderen Menschen. Sie wird gekannt und auch manchmal noch erkannt. Denn sie war mal eine „Heldin“. Und ganz sicher auch deshalb schreibt sie dieses Buch.
Große Kräfte schlummert in ihr, so meinte sie zumindest. Die Kinder auf Tour mitnehmen? Kein Problem! Kreative Texte schreiben, singen und Solokarriere? Warum nicht…! Immer gut drauf sein, freundlich zu allen Fans, ihnen zuhören und dankbar sein? Aber natürlich, um den Körper kümmern wir uns später!
Man muss Judith Holofernes zugute halten, dass sie die Zeichen wohl immer erkannt hat. Entsprechend zu handeln ist um ein vielfaches schwerer aber auch das hat sie im Endeeffekt geschafft.
Sehr ehrlich schreibt sie in ihrem Buch von diesen Veränderungen, die mit ihr und ihrem Umfeld stattfanden.
Es war interessant, das alles zu lesen. Reflektiert bietet sie mir eine hohe Möglichkeit zur Identifikation. Das Kapitel über ihr Körpergewicht hat mich fasziniert und mehrfach nicken lassen. Sie spart nicht mit Kritik an sich selbst und fällt die ein oder andere falsche, manchmal auch unbequeme Entscheidung. Anderen gibt sie nicht die Schuld. Das hat mir besonders gefallen. Dabei ist sie literarisch sicher. Gute Sätze fließen hier einfach so aus dem Stift und bereiteten mir für eine Biografie einen erstaunlichen Lesegenuss.
Ich habe große Achtung vor Judith Holofernes Entscheidung, sich dem Rampenlicht zu entziehen und mit weniger glücklich zu werden-wobei weniger hier echt relativ ist.
Ich mag sie jetzt noch ein bisschen mehr!
Was bleibt mir denn anderes übrig, als so einem offenherzigen, ehrlichen, ergreifenden und darüber hinaus hervorragend geschriebenen Buch die vollen Sternenzahl zu geben? Da kann ich mich über Judith Holofernes noch so aufregen über manchen Passagen ihres Lebens nach den Helden, über Widersprüche in ihrem Denken und Handeln, über ihr Selbstbild, am Ende muss ich mich selbst fragen: Wer bin ich, dass ich darüber werten kann? Wir sind alle so fehlerbehaftet wie die nach außen selbstbewusste und starke Frontfrau einer der coolsten Gruppen dieses Jahrtausends. Ich hatte die Frau, die reklamierte, dass sie ihr Leben zurück haben möchte und Dr. Best und seinem Sohn mit ihrer Konsumkritik in den Arsch getreten hatte, eigentlich als brave Superpunkheldin idealisiert. Und dann schreibt sie diese Biografie über die Zeit nach den Helden, die ihr zeigte, dass der Ruhm nicht konserviert werden kann. So wie es vielen Solokarrieren von Mitgliedern großer Bands ging. Wer kann hier aus dem Stegreif fünf Songs von Mick Jagger oder Paul McCartney nennen? Das ist halt der Laufe der Dinge in einer Branche, in der es schwer ist, den Erfolg zu halten. Doch letztlich geht es auch Holofernes nur um Verkaufszahlen. Sie braucht lange bis sie den Weg ändert, und ich denke, dass sie jetzt glücklich ist mit Tiergedichten, Patreon und Bücher schreiben. Ich würde es ihr wünschen, denn sie kann nicht nur gute Lieder texten, ihre Prosa weckt die Freude, dass sie dem Schreiben treu bleibt. Ich habe ihren Werdegang sehr gerne gelesen, aber eine Kritik muss am Ende doch sein: sie hat nicht den Traum anderer Leute geträumt, sie hat lange Jahre ihren Traum gelebt, der bestimmt am Anfang nicht der Auftritt auf dem Rock am Ring war. Aber da ist sie hereingewachsen und hat es auch geliebt. Sie ist widersprüchlich, ein eitler Punk. Die meisten von uns, deren Beruf nicht ihre Berufung ist, leben die viele Stunde des Tages den Traum anderer Leute zum Broterwerb. In diesem Punkt ist sie schon privilegiert und trotz aller Klagen während des Buchs, kommt es am Ende dann doch heraus, dass sie das Leben geschätzt hat, dass sie als Künstlerin bisher lebte. Das gab mir dann auch ein sehr warmes und wohliges Gefühl, nachdem die letzte Seite gelesen war. Alles Gute, Judith Holofernes, ich würde mich freuen, wieder von dir zu hören, irgendwann, nicht nur zu lesen.
Passend zum Erscheinen des Taschenbuches in diesem Monat zeige ich euch meine Hardcover-Ausgabe von "Die Träume anderer Leute", die seit ungelogenen Ewigkeiten auf meinem Stapel ungelesener Bücher lag. Warum? Keine Ahnung!
Judith Holefernes berichtet autobiografisch vom Erfolg zu Zeiten von "Wir sind Helden" und dem Danach. Der Suche nach einem eigenen Weg. Authentisch, reflektiert und mit vielen ehrlich-warmen Worten für ihre Wegbegleiter schildert sie das Auf und Ab der Kreativschaffenden, die begrenzte Vereinbarkeit vom Leben als Familienmitglied und Mutter mit der Karriere im harten Musikgeschäft. Und letztlich auch vom Weg zurück in einen ganz eigenen, freien Lebensentwurf .
Bestechend sympathisch!
Judith Holofernes gibt mit diesem Buch einen interessanten Einblick hinter die Kulissen des Musikbusiness
Ihre Gedanken zu Erfolg, äußerem und innerem Druck, der Vereinbarkeit von Familie und Karriere und vielen weiteren wichtigen Themen waren sehr eindrucksvoll und ich konnte viel daraus mitnehmen. Die humorvolle und ihr ganz eigene Schreibweise haben mich gut durchs Buch geführt und begeistert zurück gelassen. Wer sich für eine neue Sichtweise auf das Musikbusiness sowie Judith und ihre Geschichte interessiert ist hier auf jeden Fall richtig.
Ich hatte vor diesem Buch keine Ahnung von Judith Holofernes, aber Bücher über das Musikbusiness interessieren mich immer. Das Buch ist definitiv gut geschrieben und interessant, aber durch den fehlenden Bezug zur Künstlerin hat sich auch keine Begeisterung eingestellt. Durch die Buchbeschreibung hatte ich mir auch noch etwas mehr Einblick in die Branche erhofft. Aber schreiben kann sie auf jeden Fall und es war kurzweilig zu lesen.
Was bleibt mir denn anderes übrig, als so einem offenherzigen, ehrlichen, ergreifenden und darüber hinaus hervorragend geschriebenen Buch die vollen Sternenzahl zu geben? Da kann ich mich über Judith Holofernes noch so aufregen über manchen Passagen ihres Lebens nach den Helden, über Widersprüche in ihrem Denken und Handeln, über ihr Selbstbild, am Ende muss ich mich selbst fragen: Wer bin ich, dass ich darüber werten kann? Wir sind alle so fehlerbehaftet wie die nach außen selbstbewusste und starke Frontfrau einer der coolsten Gruppen dieses Jahrtausends. Ich hatte die Frau, die reklamierte, dass sie ihr Leben zurück haben möchte und Dr. Best und seinem Sohn mit ihrer Konsumkritik in den Arsch getreten hatte, eigentlich als brave Superpunkheldin idealisiert. Und dann schreibt sie diese Biografie über die Zeit nach den Helden, die ihr zeigte, dass der Ruhm nicht konserviert werden kann. So wie es vielen Solokarrieren von Mitgliedern großer Bands ging. Wer kann hier aus dem Stegreif fünf Songs von Mick Jagger oder Paul McCartney nennen? Das ist halt der Laufe der Dinge in einer Branche, in der es schwer ist, den Erfolg zu halten. Doch letztlich geht es auch Holofernes nur um Verkaufszahlen. Sie braucht lange bis sie den Weg ändert, und ich denke, dass sie jetzt glücklich ist mit Tiergedichten, Patreon und Bücher schreiben. Ich würde es ihr wünschen, denn sie kann nicht nur gute Lieder texten, ihre Prosa weckt die Freude, dass sie dem Schreiben treu bleibt. Ich habe ihren Werdegang sehr gerne gelesen, aber eine Kritik muss am Ende doch sein: sie hat nicht den Traum anderer Leute geträumt, sie hat lange Jahre ihren Traum gelebt, der bestimmt am Anfang nicht der Auftritt auf dem Rock am Ring war. Aber da ist sie hereingewachsen und hat es auch geliebt. Sie ist widersprüchlich, ein eitler Punk. Die meisten von uns, deren Beruf nicht ihre Berufung ist, leben die viele Stunde des Tages den Traum anderer Leute zum Broterwerb. In diesem Punkt ist sie schon privilegiert und trotz aller Klagen während des Buchs, kommt es am Ende dann doch heraus, dass sie das Leben geschätzt hat, dass sie als Künstlerin bisher lebte. Das gab mir dann auch ein sehr warmes und wohliges Gefühl, nachdem die letzte Seite gelesen war. Alles Gute, Judith Holofernes, ich würde mich freuen, wieder von dir zu hören, irgendwann, nicht nur zu lesen.
Judith Holofernes ist einfach gut darin Gedanken und Gefühle schön in Worte zu verpacken. Alle die Wir sind Helden gehört haben, wissen das. In diesem Buch berichtet sie über ihre Zeit bei den Helden und vor allem, wie es danach weiter ging. Judith Holofernes spricht offen über Erfolg, Misserfolg, Selbstzweifel und Überforderung - immer begleitet von der Liebe zur Musik und zur Bühne. Sie spricht offen darüber, wie es ist nicht an alte Erfolge anknüpfen zu können und auch wie es ist als Frau im Musikbusiness zu sein. Wie erstaunlich viele Frauen reflektiert sie aber meist nur ihre eigenen Selbstzweifel, nicht die Branche und ihren Sexismus. Hier hätte ich teilweise klarere Worte erwartet.
Am Anfang war ich recht verzaubert, zwischendrin dann etwas gelangweilt, am Ende dann doch recht zufrieden und glücklich über die gewonnenen Eindrücke, die ehrlichen Worte und schön formulierten Gedanken.
Fühlt sich an wie Zeit mit einer guten Freundin verbringen
Judith Holofernes, das ist doch die von Wir sind Helden! Ganz genau, sie ist aber noch viel mehr als das. Zwei Soloalben hat die Künstlerin nach dem Aus der beliebten Band veröffentlicht, aktuell finanziert sie sich über Patreon, schreibt und hat einen Podcast.
Dass sie einen beeindruckenden Umgang mit Sprache hat, war bereits zu Helden-Zeiten klar (mein persönliches Highlight 'Elefant für dich'), dennoch hat es mich zu Beginn der Lektüre überrascht, wie geschmeidig und kreativ Holofernes Sprachbilder schafft.
In ihrem autobiographischen Buch schreibt sie über die Zeit nach dem Aus der Band: wie es ihr danach erging, welche Pläne sie hatte, welche Probleme, wie sie sich mit vielen Hindernissen versuchte, eine neue, zweite Karriere aufzubauen - und auch immer wieder scheiterte. Holofernes ist dabei stets sehr reflektiert und ehrlich mit sich selbst. Sie geht offen damit um, wenn es ihr psychisch oder physisch schlecht ging, wenn sie an sich selbst oder den Meinungen ihr nahestehender Personen zweifelte. Sehr interessant sind dabei auch die Einblicke in die Musikindustrie und Konzertwelt.
Judith Holofernes spart nichts aus. Sie erzählt, wie ausgebrannt sie war, wie sie manchmal scheiterte und manchmal auch nicht. Und auch über die Depressionen ihres Mannes, ebenfalls ehemaliges Bandmitglied von Wir sind Helden, spricht sie transparent. Neben ihrer Liebe zur Musik, die allgegenwärtig ist, ist auch die Vereinbarkeit von Karriere und Familie immer wieder ein Thema. Sie legt u.a. offen, wie Mütterfeindlich die Musikbranche ist und wie S3xismus Teile ihres Lebens bestimmt hat.
Nicht nur aus nostalgischen Gründen hat sich das Lesen für mich sehr gelohnt, weil ich einige Helden-Songs sehr geliebt habe (und es immer noch tue), sondern auch, weil Judith Holofernes einen sehr besonderen Schreibstil hat und einen heilsamen Blick auf das Leben. Ihr Buch macht Lust auf mehr und gibt mir das Gefühl, Zeit mit einer sehr schlauen, liebevollen und begeisterten Freundin verbracht zu haben.
CN: B0dyshaming, Ageism, T0d, Krankheit, z.B. Allergien, Meningitis, Krebs, Depr3ssionen, Burn0ut, Ess$törung
zuerst schreibt sie die hits von generationen und dann eine biografie die voller emotionen, kämpfe, musik, politik und mut ist. so wunderbar.
"ich war im übrigen ziemlich sicher, dass es bezeichnend ist für den kapitalismus, dass niemand direkte gewalt ausüben muss, definitiv aber gewalt im spiel ist"
Das Buch hatte hier und da ein paar Längen und hätte für mein Gefühl ein strengeres Lektorat gebraucht. Ich war nie ein Heldenfan, aber das Buch war trotzdem interessant, weil es um eine Frau geht, die zwischen Familie und Job aufgerieben wird. Außerdem geht es um Krisen und den Umgang mit sich selbst. Hier und da hab ich mich wiedererkannt: man muss funktionieren, komme was wolle. Kein guter Ansatz. Der Druck als Popstar ist bestimmt noch ein ganz anderer, aber dafür sind es auch die Privilegien. Der Blickwechsel hat mir manchmal etwas gefehlt. Aber ich nehme mit, wie wichtig es ist, auf seine Bedürfnisse und Gefühle (da stimmt was nicht) zu hören!
Judith Holofernes gibt in ihrem autobiographischen Buch tiefe Einblicke in das Leben nach den Helden, nach vier unglaublich erfolgreichen Studioalben, nach Touren mit zwei Kleinkindern, nach Interviewmarathons, Promowahnsinn, aber auch Fanliebe, Bühnenrausch und beinahe uneingeschränkter künstlerischer Freiheit. Als sie nur noch mit Schmerzmitteln und im Sitzen aufgrund eines kaputten Beins spielen kann, muss sie die Reißleine ziehen und nimmt uns im Buch mit auf ihre mühsame, mit Hürden und Fallen versehene Reise des Herausschälens aus einem abgeschlossenen Lebenskapitel, des sich als selbständige Künstlerin und gleichzeitig als Mutter Suchens und Findens, des immer und immer wieder in alte Muster Abdriftens.
Die frisch gebackene Buchautorin führt hier das sprachliche Niveau weiter, was ihre grandiosen Songtexte versprechen und ist vor allem: Ehrlich und selbstkritisch. Sie begibt sich einerseits auf Spurensuche - was war schief gelaufen, welche Dynamiken muss sie ihrer Gesundheit zuliebe loswerden? - und vorsichtigen Schrittes auf neue Wege. Mal zaghaft, mal mit Überschwang, mal geschlagen hebt sie die entscheidenden Wendepunkte und Erkenntnisse der letzten 10 Jahre hervor und beleuchtet dabei auch Themen, bei denen auch Nichtmusiker*innen, auch Menschen ohne Ruhm und Vermögen relaten können. Nebenbei habe ich sehr viel über die Musikindustrie gelernt, über Manager, Verlage, Touren und Produktionen. Judith Holofernes macht den Fachterminus für jedermann zugänglich.
Insgesamt ein sehr lesens- und liebenswertes Buch, ein großartiges Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben und das Einstehen für die eigenen Träume - im Gegensatz zu dieser Formulierung ganz ohne Kitsch oder Klischee ;-).
Außerdem im Hörbuch wunderbar eingelesen von Nora Tschirner - noch nie habe ich mich so auf Autofahrten gefreut. Ein Traum!
„if the day and the night are such that you greet them with joy, and life emits a fragrance like flowers and sweet-scented herbs, is more elastic, more starry, more immortal - that is your success.“
„Dass man um etwas trauern kann, ohne es wiederhaben zu wollen, ist ein Konzept, das sich nicht vielen Leuten erschließt.“
Empfehlung für alle Wir sind Helden-Fans und für alle, die sich selbst hinterfragen
"Gib mir ein leichtes Schwert
Für meine schwere Hand
Eins das führt, wenn ich folge
Und folgt, wenn ich führe
Ein leichtes Schwert für meine müde Hand
Eins das tanzt wie ein Schmetterling
Tanzt wie ein Schmetterling
Tanzt, tanzt, tanzt" - Ein leichtes Schwert
🎶🎵🎶
Judith Holofernes berichtet ehrlich und offen über ihr Leben als Musikerin und Mutter, ihre Höhen und Tiefen, sowie die Schattenseiten des Musik-Business.
Eine Empfehlung für alle Wir sind Helden-Fans und für alle, die sich selbst hinterfragen.
Es gab Teile in diesem Buch die ich verschlungen habe und unglaublich gerne gelesen habe. Und dann wieder Teile die mich sehr gelangweilt und ermüdet haben. Der technische Teil des Musikbusiness hat mich einfach nicht interessiert. Das wird anderen sicherlich anders gehen. Auch das oft Namen, oder nur Vornamen fallen die man nicht in Verbindung bringen könnten haben es für mich schwierig gemacht dieses Buch rundum zu mögen.
Ihr müsst kein Helden-Fan sein, um dieses Buch zu LIEBEN. Bitte. Danke.
„Denkmal“ von „Wir sind Helden“ ist für mich eine Hymne und weckt in mir unzählige Erinnerungen. Ich war daher sehr gespannt auf „Die Träume anderer Leute“ von Judith Holofernes. Der Frau, die all diese wunderbaren Songs geschrieben hat. Und dass sie eine famose Sprachkünstlerin ist, hat sie mit ihrem Buch erneut bewiesen. Aber hallo. Trotz knapp über 400 Seiten bin ich förmlich durch das Buch geflogen. Getragen von Holofernes herrlich klugen, humorvollen und scharfsinnigen Sprache. Voller Warmherzigkeit und Poesie, mit Mut und Verletzlichkeit. Und dabei so verdammt ehrlich und selbstreflektiert, dass es schmerzt. Holofernes schreibt nicht nur über die guten, bunten und lauten Zeiten. Sondern eben auch über den dunklen und schweren Zeiten. Und damit trifft sie direkt ins Herz. Ich wage zu behaupten, dass jede*r Leser*in etwas für sich aus diesem starken Buch mitnimmt – Inspiration, Hoffnung, Mut, Zuversicht, Stärke, Mitgefühl. Sucht euch etwas aus.
Vielen Dank für diese Reise liebe Judith. Herzensempfehlung für dieses Buch! 💙
Hab’s als Hörbuch gehört • hat mir richtig gut gefallen als alter Helden-Fan. Fand’s sehr spannend Hintergründe und etwas über diese spannende Frau zu erfahren. Auf jeden Fall eine Empfehlung, wenn man sich fürs Künstler*innen-Leben oder Touren mit Kindern interessiert oder eben Fan war/ist :)
Manchmal liest du ein Buch und hast das Gefühl, die Autorin sieht dein Herz, dein Echolot. Du denkst, du bist das Chaos, ein Nichtsnutz, ein Wrack und dann kommt jemand wie Judith Holofernes daher, baut sich mit ihrem Buch selbst ein weiteres Denkmal und auf einmal weißt du: du bist eine Havarie, wirst manchmal riesengroß, ein Elefant gar, obwohl so viel kaputt ist, aber so vieles eben auch nicht.
"Die Träume anderer Leute" ist ein Freund mit weiten Armen, der mich nach Hause gebracht hat. Wenn die Zeit mal wieder alle Wunder geheilt hat und nur noch Narben da sind, wo mal Wunder waren, wenn du hier nichts mehr wieder erkennst, weil alles müde und alt ist, dann hebt dieses Buch dir die Arme und du wirst sehen, dass die warme Nachtluft dich trägt. @jholofernes sieht, dass du denkst und denkt, dass du fühlst und nach der Lektüre ist man geneigt zu sagen: Gib mir das, ich kann es halten; ich weiß, es ist kein leichtes Schwert, aber das ist eben Liebe, das ist Liebe, jetzt erst recht.
In "Die Träume anderer Leute" fand ich ein Zuhause für meine wilden Träume, endlich einen Grund zur Panik, ein Zuhause für all das Unerklärte. Ja, es ist so viel kaputt,aber zwischen der Glut, zwischen Asche und Trümmern ist irgendwas eben immer auch gut und irgendwo darunter sind wir alle seltsam o.k, beinah unversehrt unter allem, was weh tut. Und Judith auch. Und das zu wissen ist unglaublich schön. Das heilt. Judith, you’re like a mixtape I would like to follow, since 2000.
Ich gehe für immer Rüssel an Schwanz hinter dir her, denn du hast mich gelehrt, dass ich hier nicht dazugehören muss, sondern suchen, was zu mir gehört, dass ich nicht tanzen muss, aber mein Herz bewegen. Und dafür bin ich dir für immer unendlich dankbar. The Geek shall inherit the earth!
Und wer diese fast-Rezension jetzt nicht verstanden hat, dem sei sie hier zusammengefasst: Das war ein wundervolles Buch. Unendlich ehrlich und echt. Berauschend schöne Sprache, was bei dieser Autorin nicht verwundert. Markierungen auf jeder Seite. Lieblingszitate überall. Viel geweint. Viel berührt. Ein Highlight, ein Für-Immer-Buch. Ihr solltet das unbedingt alle lesen. Vertraut mir!
Selbstgekauft und keinen Cent bereut
📌 "Sooft ich es auch hin und her drehte, ich sah keinen Weg, Kinder zu haben und dieses Rockstarleben am Laufen zu halten. Es schien unvereinbar, unversöhnlich, und ich hatte das Gefühl, mir daran das Herz auszurenken." (S. 26)
Ich bin eigentlich kein Leser von autobiographischen Büchern, dieses hier habe ich tatsächlich gewonnen und ganz ehrlich, ich fand das Cover schön - an dem Gewinnspiel habe ich aber wegen einem anderen Buch teilgenommen #sorrynotsorry.
Leider musste ich dieses Buch dann auch nach ca. 100 Seiten abbrechen, denn insgesamt und schlussendlich hat es mir den Puls in die Höhe getrieben. Viel zu viel Gejammer und der Grund dafür war mir teilweise einfach nur unverständlich.
Ist es nicht logisch, dass man mit zwei kleinen Kindern gestresst ist, gelegentlich überfordert und keinen geregelten Schlafrythmus hat.
Ich möchte behaupten, das geht jedem Nicht-Popstar genauso.
Aber es war dann wirklich auch noch ganz fürchterlich, als beide Kinder Kotzgrippe hatten und die Babysitterin ebenfalls deswegen ausfiel. Da brauchte man dann noch eine zweite Babysitterin auf die man zurückgreifen konnte.
Wie privilegiert man doch durch Ruhm und Reichtum ist.
Wenn mein Kind nämlich Kotzgrippe hat, muss ICH mich krankmelden und habe einen Verdienstausfall zu beklagen. Geld für zig wohltuende Massagen hab ich dann leider keines mehr.
Noch Fragen?
Ich könnte mich noch mehr aufregen, aber ich lass es. Mir hat es nicht gefallen. Punkt.
Aber das Cover finde ich wirklich schön.
Ich habe das Hörbuch gehört.
Toller Einblick hinter die Kulissen einer in der Öffentlichkeit stehenden Person (= Holofernes selbst) und einzigartig gelesen von Nora Tschirner, obwohl ich von Tschirner eigentlich so gar kein Fan bin.
Anfangs war ich sehr gebannt, allerdings verlor das (Hör-)Buch zur Mitte hin sehr viel Spannung und wurde für mich langweilig. Das zog sich leider bis zum Ende durch…
Kann man lesen/ hören, aber ist definitiv (!) kein Muss.
3/5
Schon immer hat mich diese Frau fasziniert. Damals bei Wir sind Helden, später alleine. In diesem Buch spricht sie so unglaublich offen über die eigenen Schwierigkeiten als Musikerin, als Mutter, als Frau, als Mensch mit dem Musikbusiness und der Welt als solches.
Wir alle kennen wahrscheinlich noch die Band "Wir sind Helden" und erinnern und an deren selbstbewusste, quirlige Frontfrau Judith Holofernes. Genau diese erzählt uns nun von ihren letzten Jahren und den zahlreichen Aufs und Abs die sie dabei durchlaufen hat.
Die Gründung einer Familie parallel zum Tourstress, die Trennung der super erfolgreichen Band, eine Solokarriere, die nicht immer so lief wie erhofft und die Erkenntnis, dass man selbst vielleicht ganz andere Hoffnungen und Träume hat als die anderen Menschen. Judith Holofernes erzählt sehr einfühlsam ihre Geschichte und gibt uns dabei tiefe Rinblicke in ihr Seelenleben und das, was sie die letzten Jahre beschäftigt hat. Sie beschreibt, wie sich der Stress, alles auf einmal schaffen zu wollen und der Druck, der von außen aber auch von den eigenen Ansprüchen kommt, auf die eigene Gesundheit niederschlagen kann und wie wichtig es ist, diese Zeichen früh genug zu erkennen und Dinge im Leben zu ändern.
Ich denke, die meisten Leser:innen werden sich in einigen Punkten selbst erkennen und so kann Judiths Geschichte uns vielleicht sogar ein wenig als Augenöffner dienen. Denn auch wenn man keine erfolgreiche Musikkarriere hingelegt hat, gibt es immer andere Leute, deren Vorstellungen wir mit unseren eigenen Lebenswegen nicht bedienen können und dabei ist es wichtig, sich das selbst auf keinen Fall zum Anspruch zu machen.
Judith hat (zumindest für den Moment) einen Weg gefunden, der ihr und ihrer Familie guttut, auch wenn dieser für andere Leute vielleicht schwer zu akzeptieren ist, weil diese sich vielleicht so sehr ein Comeback von "Wir sind Helden" wünschen würden. Und so sollte jeder von uns seinen Weg zum eigenen Glück suchen und im besten Falle finden. Denn diese Aufgabe im Leben kann uns niemand abnehmen.