Hmm das verstand ich schlichtwegs nicht 🤷🏼♀️
Ich mag Sophie Hungers Lieder, aber mit ihrem Buch Walzer für Niemand konnte ich leider wenig anfangen. Ich fand das Tempo zu hoch, fühlte mich gestresst und hatte Mühe, dem Inhalt zu folgen. Leider nichts für mich.
Man braucht eine Weile, bis man in die „Geschichte“ rein kommt.
Bis man versteht, um was es geht und wie die Autorin versucht es rüber zu bringen.
Es sind immer wieder einzelne Szenen, die von Erläuterungen der Autorin getragen werden. Dazwischen immer wieder der Bezug auf Walserinnen. Es lässt sich sehr flüssig lesen, aber es ist wie ein Puzzle, dass sich erst am Ende zu einem erkennbaren Bild zusammensetzten lässt, obwohl einem noch Teile fehlen.
Das Buch wird mich noch eine Weile in meinem Gedanken begleiten.
Bin durch den eigenwilligen Schreibstil nie wirklich in das Buch reingekommen, auch wenn es für Musikliebhaber wie mich eigentlich einige interessante Stellen und Passagen bereit hält. Wäre das Buch nicht derart dünn, hätte ich es vermutlich kaum zu Ende gelesen. Schade!
Sophie Hungers Musik berührt mich immer auf besondere Weise, also klar dass ich auch ihr Buch lesen musste. Das Buch ist auch berührend, aber auch beklemmend. Ich habe versucht, das drin zu finden, was ich bei ihren Konzerten gefunden habe, aber das habe ich nicht. Ich habe mich gefragt, wo im Buch ich die Musikerin finde, die ich glaubte zu kennen, und ich habe sie nicht gefunden.
Aber vielleicht ist es überhaupt ein Fehler, zu suchen. Ist nur schwer, wenn man die Künstlerin so mag und ihre Musik seit so vielen Jahren hört.
Ich mochte das Buch trotzdem, weil es an den richtigen Stellen verrückt ist und dabei so unprätentiös. Ich gehe im Herbst zur Lesung, vielleicht kommen da mehr Verbindungen zustande.
Trotzdem Empfehlung für alle, die auch Freude an experimenteller Literatur haben.
Wie der gleichnamige Song von Sophie Hunger, nur zwischen zwei Buchdeckeln: schön, leise, poetisches und traurig. Nichts für den schnellen Konsum, eher für den langsamen Genuss. Manche Sätze muss/sollte man ruhig zweimal lesen🥰
Sophie Hungers wunderbarer Debütroman. Irgendwie kann sie nichts falsch machen.
Als großer Fan ihrer Musik mit etlichen Besuchen ihrer Konzerte musste ich natürlich auch ihren ersten Roman lesen. Und alles transportiert sich. Ein eigener Stil, die schöne Sprache und viel Fantasie fließt aus den Seiten. Es ist eine Geschichte über das Erwachsen-Werden. Sie wird von klein auf begleitet von ihrem Freund Niemand, das gemeinsame Erleben ist essentiell für das Empfinden von Musik und Realität. Doch irgendwann muss er gehen.
Der Roman ist gespickt mit tollen Bildern, verwurzelt in den Sagen der Walserinnen, dem Urvolk der Frauen aus dem schweizerischen Wallis. Alles ist Eins. Alles wird gut. Tolles Buch.
„Aber etwas war zerbrochen. Anstatt dass sie uns entführten, hingen einzelne Songzeilen bewegungslos in der Luft, Rauch in einem sauerstoffarmen Raum. Erst nur Versteile, dann aber ganze Refrains. Sie kommentierten uns, ließen sich über uns aus.“ (S.155)
Sophie Hunger ist bekannt als Songwriterin und Musikerin und nun hat sie ihren ersten Roman geschrieben.
Beim Lesen könnte man sich die Frage stellen, ob der Roman autobiografisch ist; dies ist aber nicht so - es gibt einige Parallelen zur Protagonistin, aber der Roman ist rein fiktiv.
Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, der ein intensives Freundschaftsthema zugrunde liegt, und das Finden der Identität durch und mit der Musik.
Das Buch ist in der Du-Perspektive geschrieben, gerichtet an den „besten Freund“.
Der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich und einzigartig; Das Buch liest sich eher wie ein langer Songtext; poetisch, mehrdeutig, einem bestimmten Rhythmus folgend, Harmonien mit Dissonanzen, mal mitreißend, mal fremd, einen Sog entfaltend, mit einer gewissen Melancholie die unter Allem liegt. Es ist auf jeden Fall sehr speziell und man sollte in der Stimmung und offen für diese Art von Text sein.
Mir war der Text zunächst fremd, dann hat er mich aber auch fasziniert und nicht mehr losgelassen und vom Ende war ich regelrecht geschockt. Ich würde das Buch als eine „Erfahrung“ beschreiben, nicht als „klassischen Roman“. Wer etwas Außergewöhnliches sucht, ist hier auf jeden Fall richtig!
Ein wortgewaltiges Debüt, das mich wirklich mitgerissen hat. Manchmal etwas zu bruchstückhaft, die Energie verpufft dann kurz, kommt aber immer wieder.
Ich habe ja gewusst, worauf ich mich mit einem Werk Sophie Hungers einlasse, sei es mit ihrer Musik oder erst recht mit ihrem Buch. Bin ich jetzt klüger oder vielleicht irgendwie weiter? Ich weiß es noch nicht. Vielleicht werde ich es noch erfahren, vielleicht auch nicht. Möglicherweise ist es aber auch das, was Sophie Hunger will.