La Lapiniére – der Kaninchenstall – so heißt eine heruntergekommene Wohnanlage in der fiktiven Industriestadt Vacca Vale in Indiana. Die Stadt ist vom wirtschaftlichen Niedergang geprägt und die meisten Menschen leben in Armut. Im Mittelpunkt des Romans steht die 18 Jahre alte Blandine Watkins. Sie lebt mit 3 jungen Männern in einer WG zusammen – alle 4 waren als Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien und bei allen hat das Pflegesystem nach und nach versagt. Trotz allem ist Blandine hochintelligent und von mittelalterlichen christlichen Mystikerinnen fasziniert. Im Roman wird aber nicht nur über wenige Tage hinweg Blandines Leben verfolgt, sondern auch die vieler anderer Bewohner der Wohnanlage. Und so treffen wir auch auf eine junge, überforderte Mutter oder einsame ältere Menschen. Zunächst wirkt der Roman daher ein wenig so, als ob sich lediglich einzelne Kurzgeschichten über die Bewohner aneinanderreihen. Allerdings merkt man bald, dass sich die Geschichten überschneiden, und letztendlich eint alle Figuren eine Sache: Sie sind Außenseiter und aus dem Gesellschaftssystem gefallen. Jeder Charakter ist in gewisser Art psychisch belastet, isoliert und von gesellschaftlicher Vernachlässigung geprägt. Die Handlung des Romans steuert schließlich auf einen gewaltsamen Höhepunkt zu – was schon gleich im ersten Kapitel vorweggenommen wird. Zugegeben, man muss sich schon ein bisschen darauf einlassen, den Roman zu lesen. Es ist keine klassische Unterhaltungslektüre und es gibt auch keine klassische Spannungshandlung. Die Personen im Roman wirken eher so, als würden sie gesellschaftliche Zustände verkörpern, als echte, greifbare Charaktere. Auch formal ist der Roman experimentell: Gunty springt zwischen Perspektiven, Neben- und Hauptfiguren, Erinnerungen, Monologen und Dokumenten. Manchmal war mir das etwas zu chaotisch. Letztendlich verbindet der Roman Sozialrealismus mit religiöser Vision und Satire. Viele gesellschaftliche Themen kommen zu tragen, wie Einsamkeit, Armut und das Scheitern sozialer Systeme, Gewalt gegen Frauen, Vernachlässigung oder das Versagen von Institutionen und Erwachsenen, wenn es darum geht, verletzliche junge Menschen zu schützen. Und über allem die Fragen, wie und ob Menschen in einer zerfallenen Gesellschaft miteinander verbunden bleiben. Die Sprache des Romans ist sehr außergewöhnlich und besticht durch ihre Symbolkraft, Vielstimmigkeit und Intellektualität. Manchmal war mir der Stil aber etwas zu gewollt kunstvoll und akademisch. In der Summe ein starkes Debut, das viele wichtige gesellschaftliche Themen anspricht und sprachlich und formal außergewöhnlich ist. Trotzdem ein Roman, auf den man sich einlassen muss und der mir etwas zu akademisch und experimentell war.
Gott aber hat bestimmte Menschen mit Einsicht betaut, damit der Mensch nicht gänzlich dem Gespött verfiel.
Ich glaube, ich benötige noch ein paar Tage, um dieses Buch überhaupt einordnen zu können... Ab Seite 1 ist das Buch spürbar anders geschrieben und beschrieben. Wir verfolgen das – teilweise wilde – Leben unterschiedlichster Menschen, deren Wege sich zeitweise überschneiden. Das Buch ist spannend, bewegend, verstörend, mitreißend und intensiv – und hinterlässt dabei einen bleibenden Eindruck, der noch lange nachwirkt. An manchen Stellen fehlt mir noch Kontext, aber vielleicht ist es auch meine fehlende Fantasie. Bei manchen Figuren hätte ich mir einen „Abschluss“ für meinen Seelenfrieden gewünscht. An einigen Stellen war mir das Buch zu weitläufig, und nichtsdestotrotz hat es ihm nicht geschadet. Ich wünsche an dieser Stelle allen Lesenden und natürlich meiner liebsten E. frohe Ostern und dicke Eier.

„Kaninchenstall“ von Tess Gunty ist für mich ein origineller, schräger und zugleich sehr trauriger Roman über Einsamkeit, Gewalt und das Leben in einer heruntergekommenen Wohnanlage – ungewöhnlich, scharf beobachtet und voller skurriler Bilder. .
Im Mittelpunkt steht eine trostlose Wohnanlage in Indiana, in der sehr unterschiedliche Menschen nebeneinander leben, ohne sich wirklich zu begegnen. Tess Gunty erzählt von Einsamkeit, von kaputten Familien, von Verletzlichkeit und von dem Gefühl, in einem System festzustecken, aus dem es kaum ein Entkommen gibt. Besonders auffällig ist die junge Protagonistin Blandine, deren Leben und Wahrnehmung den Roman immer wieder in seltsame, nachdenkliche und manchmal fast surreale Richtungen ziehen. Was mich an dem Buch beeindruckt hat, ist die Sprache: Gunty schreibt lebendig, frech, abrupt und oft sehr bildhaft. Der Roman springt zwischen Figuren, Perspektiven und Tonlagen, was ihn unruhig, aber auch spannend macht. Manchmal wirkt das absichtlich chaotisch, manchmal fast überladen, doch genau daraus entsteht eine ganz eigene Dynamik. Hinter dem Witz und der stilistischen Eigenwilligkeit steckt viel Melancholie, und immer wieder blitzen Momente auf, in denen die Verzweiflung der Figuren sehr deutlich wird. Für mich ist „Kaninchenstall“ kein leichter Roman, aber ein sehr besonderer. Er erzählt nicht geradlinig, sondern eher in Fetzen, Beobachtungen und Momenten, und gerade dadurch bleibt er im Kopf. Wer Bücher mag, die ungewöhnlich gebaut sind und nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine Atmosphäre und eine Haltung vermitteln, wird hier viel finden.
Ich weiß, dass ich es neulich schon behauptet habe, aber ich kenne kein Buch, das diesem ähnelt. Es hat mich gleichermaßen verwirrt und neugierig gemacht, es lässt gleichermaßen Fragen offen wie es Sinn ergibt und es hat mich es gleichermaßen gebannt lesen lassen wie eigentlich gar nicht viel passiert ist. Und gleichzeitig doch so viel. Wie die Geschichten der einzelnen Wohnparteien des Kaninchenstalls miteinander verweben, wird immer klarer, wie allgegenwärtig Leid und Schmerz und Grausamkeit sein kann - dass niemand davor gefeit ist, dass jede Person jemanden kennen könnte, dem es so geht, und wenn es eben die Nachbarin ist, und dass einige Personen noch vulnerabler für Leid und Schmerz und Grausamkeit sind. Auch wenn es nicht sichtbar scheint. Aber warum gibt es ausgerechnet zu diesem Buch kein Social Read? Ich muss darüber reden!
Ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte: Sprachlich brillant, inhaltlich dicht.
Mit großer Sensibilität widmet sich Gunty Fragen des menschlichen Zusammenlebens, wie sie in der amerikanischen Gegenwartsgesellschaft und kapitalistisch organisierten Gesellschaften entstehen. Wie lässt sich Gemeinschaft unter zutiefst ungleichen strukturellen Voraussetzungen und einem permanenten Konkurrenzkampf leben? Begegnen wir dem Anderen, um ihn zu erkennen, oder um ihn zu bewerten und für uns zu nutzen? Was bleibt, wenn Bewunderung schwindet? Und welchen Preis hat das Aufrechterhalten eines allgegenwärtigen Freiheitsversprechens? Präzise verwebt die Autorin individuelle Lebensgeschichten mit gesellschaftlichen Strukturen und macht deren wechselseitige Abhängigkeiten sichtbar. Sie hinterfragt die Erbstücke der Moderne ebenso wie ihre postmodernen digitalen Ausprägungen kritisch und fügt sie scheinbar mühelos in den Erzählfluss ein. In fast jedem Satz liegt ein Bild, das nachhallt. Halben Punkt Abzug gibt es für die Länge. Außerdem setzt das Buch einiges an Vorwissen voraus, sodass ungewollt jene klassistischen Strukturen reproduziert werden, die es eigentlich kritisiert.

Schrill und verwirrend…
…beschreibt das Buch für mich am besten. Unmöglich den Inhalt des Romans kurz und einfach zu erklären.
Bizarr, sprunghaft, fragmentarisch, nachdenklich und manchmal auch ein bisschen lustig Ich weiß nicht ob ich verstanden habe worum es geht, aber eine geile Leseerfahrung war es in jedem Fall.
Verschiedene Leben, wunderschön verknüpft mit Exkursen über Hexen, Multiperspektivisch differenziert ausgearbeitet, Ende leider zu plötzlich und abrupt
Die Story ist eher außergewöhnlich und es werden viele verschiedene Personen mit ihren Geschichten vorgestellt die teilweise auch zusammenhängen. Durch die vielen Handlungsstränge ist es aber etwas schwer den Überblick zu behalten. Man wird direkt in die Geschichte "reingeworfen" und dadurch dauert es etwas, die Personen richtig kennenzulernen. Eigentlich ein ganz spannendes Buch, aber die Storyline ist echt etwas verwirrend.

Düster mit einem poetischen Schreibstil
Der Roman enthält teils düstere und groteske Szenen, die den Leser gelegentlich schockieren oder verwirren, aber dennoch dazu anregen, weiterzulesen, um zu ergründen, was da eigentlich vor sich geht. Tess Gunty streut immer wieder kleine „Easter Eggs“ ein, die aufmerksames Lesen belohnen. Die unterschiedlichen Perspektiven der Figuren, die alle im „Kaninchenstall“ leben, sind vielschichtig miteinander verwoben und führen am Ende zusammen, weshalb es sich lohnt dranzubleiben. Der Schreibstil ist insgesamt super kreativ und poetisch. Den Roman würde ich insgesamt unter weird girl fiction einordnen (muss man mögen).

„Der Kaninchenstall“ – mehr Chaos als Aussage
Ich habe das Buch beendet – und es war leider überhaupt nicht meins. Ich gebe 2 von 5 Sternen, weil ich den literarischen Aufwand sehe, den Tess Gunty sich gemacht hat, aber für mich hat die Geschichte schlicht nicht funktioniert. Obwohl ich am Ende nachvollziehen konnte, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammengeführt wurden, blieb für mich die Frage offen, was das Buch eigentlich erzählen will. Die vielen Nebenhandlungen wirkten willkürlich und ließen mich oft ratlos zurück. Es fehlte mir an einem roten Faden oder einem greifbaren Thema, das die Erzählung zusammenhält. Die Hauptfigur Blandine konnte mich emotional überhaupt nicht erreichen. Ihre Perspektive hat mich eher abgestoßen als interessiert – sie blieb für mich blass, teilweise überhöht und gleichzeitig schwer zugänglich. Insgesamt wirkte das Buch auf mich konstruiert und gewollt bedeutungsvoll, ohne dass sich dieser Eindruck für mich mit Leben gefüllt hätte. Ich verstehe, dass der Roman literarisch ambitioniert ist – aber er hat mich weder inhaltlich noch emotional überzeugt.
Vielschichtige Geschichte mit besonderem Erzählstil
Der Kaninchenstall“ ist ein literarisch anspruchsvoll geschriebenes Buch, das sich bewusst von klassischen Erzählstrukturen abhebt. Der Schreibstil wirkt experimentell und erfordert etwas Geduld, um sich vollständig einzufinden. Gerade zu Beginn fiel es mir schwer, den Überblick zu behalten und mich in die Erzählweise hineinzufinden. Die Geschichte selbst ist grundsätzlich schön, besonders weil sich nach und nach herauskristallisiert, wie die handelnden Figuren miteinander verbunden sind. Allerdings wird die Handlung aus wechselnden Perspektiven erzählt, was den Text einerseits vielschichtig, andererseits aber auch sehr sprunghaft macht. Diese ständigen Wechsel erschweren es, den roten Faden konsequent zu verfolgen. Spannung im klassischen Sinn kommt dabei eher selten auf, was das Lesen für mich streckenweise etwas langatmig erscheinen ließ. Der Roman lebt mehr von seinen Figuren und den leisen Tönen als von großen Wendungen oder einem durchgängigen Spannungsbogen. Fazit: „Der Kaninchenstall“ ist ein Werk, das Leserinnen und Leser fordert und wahrscheinlich besonders jene anspricht, die experimentelle Erzählformen schätzen. Wer einen klaren Handlungsverlauf und kontinuierliche Spannung bevorzugt, könnte es hingegen als zäh empfinden.
Apartmenthochhaus im Rust-Belt USA, bewohnt von lauter schrägen Typen. Der Text lauter einzelne Kapitel in extravagantem Schreibstil und lausigster Übersetzung. Der Plot wirr und unzugänglich. Das Buch preisgekrönt, nicht nachvollziehbar warum, wahrscheinlich für einen ganz speziellen Leserkreis.
Sehr langatmig- hat mich nicht gefesselt und ich habs 180 Seiten lang versucht
Sprachlich ein hervorragendes Buch - aber ich konnte einfach keinen Zugang finden.
Verwirrend, aber gut 🤗
Für mich hat hier vieles gestimmt: die skurrilen Personenbeschreibungen, wie alles später zusammenkommt und welche Gedanken welche Figuren plagen. Andererseits schweift der Roman oft in einen so verwirrenden Strudel aus Nichtigkeiten ab, die manchmal unterhaltsam sind, aber genauso gut auch manchmal aufhalten und man sich fragen muss, ob man jetzt nur nicht klug genug ist, einen sinnstiftenden Zusammenhang zu erkennen. Ich fand Blandine eine nahbare Protagonistin trotz ihrer Seltsamkeit, während Moses für mich vollkommen irrelevant blieb. Joan war mir sympathisch und die drei Jungs bis zu einem gewissen Punkt auch. Die Storylines von der Mutter mit dem Baby und das alte Ehepaar habe ich nicht ganz durchdrungen – muss man aber vielleicht auch gar nicht? Fazit: Verwirrendes Buch, aber stellenweise sehr gut und auf den Punkt 🤗
Selten ist es mir sooo schwer gefallen ein Buch zu beenden…..Musste auch die Seiten mit den Tieren überblättern und hatte mir etwas anderes unter dem Text vorgestellt.
So ein abgefahrenes Buch
Mich hat es von Anfang an total gecatcht. Regelrecht erfrischend. Ich mochte die verschiedenen Personen und Handlungsstränge total und vielleicht muss man auch nicht alles verstehen aber mich hat es staunend und mit maximalem Leseerlebnis zurückgelassen.
“Weil Zorn Automobiles ein amerikanischer Traum war, konnte er nicht von Dauer sein.” Nicht mein übliches Genre, aber ein wirklich tolles Leseerlebnis. Der Roman hat sich zwischendurch wie ein Fiebertraum gelesen, genau wie die Figuren ihr Leben als Fiebertraum wahrgenommen haben. Die Einblicke in die Psyche der von Tess Gunty geschaffenen Figuren haben den Abgrund der menschlichen Seele eingefangen. Manchmal war ich genau so überwältigt von ihren Gefühlen, wie die Charaktere selbst. Ich habe bei weitem nicht alles im Roman verstanden, aber ich denke, dass das auch gar nicht nötig ist. Die Charaktere selbst haben sich nicht verstanden, auch wenn sie es noch so sehr versucht haben.
Ein ungewöhnliches Buch, mit interessanten Charakteren... wenngleich es seine Längen hat und die Passagen über Hildegard von Bingen mich eher verstörten und herausforderten. Es ist dennoch eine gute Geschichte mit vielen Facetten und Nuancen über die amerikanische Gesellschaft und menschliche Abgründe. Ich denke, in der Autorin schlummert noch eine Menge Potential.
Puh, ein schwer zu beschreibendes Leseerlebnis. Die ersten 100 Seiten haben es mir nicht so leicht gemacht, aber das Durchhalten hat sich gelohnt. Fantastischer Schreibstil, intelligente Beschreibungen und Metaphern. Es ist kein Buch, was man so nebenbei liest, man muss sich drauf einlassen. Die Bewohner des Kaninchenstalls haben alle ihr Päckchen zu tragen. Es geht um psychische Probleme, Machtmissbrauch, Einsamkeit, fehlende Anerkennung von den Eltern und so vieles mehr. Die vielen Sprünge zu den anderen Apparments und Nebencharakteren sind anfangs verwirrend, erwecken den Kaninchenstall aber erst richtig zum Leben. Sicher kein Buch, dass allen gefällt, mich macht es neugierig auf weitere Werke der Autorin.
Viele Handlungsfäden, die schwierig zusammenkommen.
Amerika am Rande des Wahnsinns
In Vacca Vale, einem fiktiven Ort in Indiana, mitten im Rust Belt der USA, steht der „Kaninchenstall“, eine Wohnanlage voller illustrer Figuren, wie der 17jährigen Tiffany. Nach dem Ende einer enttäuschenden Affaire mit ihrem Musiklehrer nennt sie sich Blandine und eifert den katholischen Mystikerinnen, insbesondere ihrem Vorbild, der heiligen Hildegard von Bingen, nach. Als ehemaliges Pflegekind wohnt sie in einer Wohnung zusammen mit drei Jungs, die sich in sie verliebt haben und ihr auf originelle Weise imponieren wollen, was Blandine am Ende zum Verhängnis wird… Außerhalb der WG haben noch diverse Protagonisten ihre Gastauftritte mit zum Teil skurrilen, aber auch rührenden oder traurigen Geschichten. Was anfangs wirr und ohne Zusammenhang erscheint, fügt sich nach und nach zu einer stimmigen Geschichte mit unvermeidlichem Showdown. Tess Gunty packt viele Themen und viel Personal ihren Debut-Roman. Originell und sehr gut geschrieben, wenn auch hier und da etwas überbordend.
Sprachlich toll, sehr ausdrucksstark. Weirde Geschichte. Geschickt verflochten, bis es sich in einem schrägen Showdown entlädt.
Ich hab's wahrscheinlich einfach nicht kapiert. Es gibt trotzdem zwei Sterne, weil es aktuell und politisch ist.

Hm 🤔 hab ich dieses Buch nun verstanden?
Ein preisgekröntes Buch und ich habe es nicht verstanden? Das waren so ziemlich die ersten Gedanken nach dem Lesen dieses Buches. Ich hatte mich sehr darauf gefreut den Kaninchenstall kennenzulernen und ich hatte mich auf eine Reise eingestellt, die mir die Gegend und teilweise auch das Elend schildert. Genau das hat das Buch auch definitiv bedient aber wo war da der rote Faden? Ich schätze das er mir entweder unterwegs abhanden gekommen ist oder das ich einfach durch dieses ganze Durcheinander einfach nicht hinterher kam. Es war einfach merkwürdig. Positiv zu erwähnen, wäre allerdings der herausragende Schreibstil. Das war schon wirklich super gut und aufregend erzählt. Nichts desto trotz konnte ich dem Buch nur 3 Sterne vergeben, weil mir doch deutlich etwas gefehlt hat.
Ein Buch, das niemals enden soll
Selten kommt es vor, dass ich mir wünsche, dass ein Buch nie endet. Bei Tess Guntys „Kaninchenstall“ war es so und ich bin extrem beeindruckt von diesem Debut. Dabei ist es gar nicht so einfach, wiederzugeben, worum es in diesem Roman geht. Im Grunde begleiten wir Blandine Watkins und andere Bewohner oder Besucher von Vacca Vale, einer kleinen heruntergekommenen Stadt in den USA des 21. Jahrhunderts. Was dort und im „Kanichenstall“ -dem Wohnkomplex, in dem Blandine wohnt - passiert, ist traurig, komisch und einfach außergewöhnlich. Beeindruckt hat mich vor allem die sprachliche und inhaltliche Stringenz, mit der Tess Gunty ihren Text gestaltet hat. Obwohl wir dem roten Faden immer weiter in den Kaninchenbau folgen, handelt es sich doch um einen vollkommen einzigartigen Text, der von aberwitzigen Situationen und tragischen Zwiegesprächen nur so sprudelt. Insbesondere am Anfang habe ich teilweise Tränen gelacht, während es in der zweiten Hälfte wirklich emotional wurde. Hier ist nichts wie es scheint und doch alles so erstaunlich klar, dass ich am liebsten direkt noch einmal von vorne anfangen würde. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, mehr von Tess Gunty zu lesen.
Eine sehr besondere Geschichte
Eins der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Poetisch, weise, abgefahren. Die Geschichten und ihre Fäden miteinander verwoben und so viel Symbolik, dass es eine Pracht ist.
Smart
Dieses Buch ist einfach anders. Es ist sehr interessant konzipiert, sprachlich extrem gut und die Figuren wahnsinnig toll geschnitten. Es ist aktuell, politisch, provokant, nachdenklich und bisweilen urkomisch. Es ist unbequem, anrührend, mitreißend. Ein kleines Erlebnis. Es ist toll!
Sprachlich so hervorragend!!! Auch der Plot war einfach mal anders.

Durchhalten lohnt sich - die Handlungsstränge verlaufen zu Beginn etwas wirr, aber durch einige Turningpoints nimmt die Geschichte dann richtig Fahrt auf - auch wenn ich vom Ende ein My enttäuscht war 😃
Wortgewandte Sozialstudie mit interessanten Charakteren
Vacca Valley, eine Stadt mit hoher Arbeitslosenquote und einer Rattenplage, welche die Einwohnerzahl mit 30.000 Exemplaren übertrifft. „Die Kriminalität steigt stetig an: Allein im letzten Jahr wurden 319 Morde und fahrlässige Zötungen, 21.068 Diebstähle, 14.472 Einbrüche, 907 Vergewaltigungen und 644 Brandstiftungen registriert." (S. Pos. 526) Und mittendrin steht der La Lapinière Affordable Housing Complex, kurz Kaninchenstall genannt. Papierdünne Wände lassen jegliche Geräusche der Nachbarschaft zu und doch könnte man sich fremder nicht sein. Tess Guntys Debut mit Längen, erfordert ein gewisses Maß an ungeteilter Aufmersamkeit. „Der Kaninchenstall" ist eine ungeschönte Sozialstudie und könnte sich zu jeder Zeit, in jeder Stadt so ereignen. Die voranschreitende Gentrifizierung würfelt Menschen jeglicher Herkunft und jeglichem Niveau zusammen. Spannungen bleiben nicht aus. Wir lernen • Blandine alias Tiffany, die junge Märtyrerin kennen • ihren verheirateten Lehrer James Yager, der Blandine der seine Schülerin sexuell benutzt • eine Mutter, welche Angst vor den Augen ihre Babys hat • Joan Kowalski, die misophone Mitarbeiterin bei RESTINPEACE.com • Der fürchterliche Leuchtemensch alias Moses Robert Blitz • Blandines männliche Mitbewohner Malik, Todd und „ich“, die gerne Tiere quälen. All diese zusammengewürfelten Leben aus dem „Kaninchenstall“ spielen eine Rolle im Gesamten und halten der heutigen morbiden Gesellschaft den Spiegel vor und macht schmerzhaft bewusst, wie fragil wir Menschen sind. Und wieviel Ungesehenes in unmittelbarer Nähe passieren kann! Ein ungewöhnlicher und lesenswerter Episodenroman, mit Sogwirkung.
Los geht’s im Kaninchenstall. Einem Wohnkomplex in einer amerikanischen Stadt und wir erfahren Apartment für Apartment über die dort wohnenden Menschen. Es startet aufregend und man wird in einen mysteriösen und schnellgeschwindigen Plot gezogen. Die Sprache (in der deutschen Übersetzung) ist teilweise wirklich sehr schön, der gesamte Text ist sehr experimentell, modern und innovativ (es wird zum Beispiel mit Formatierung, Zeichnungen, Emojis, verschiedenen Textquellen wie zB Zeitungsartikeln und Onlineforen) gearbeitet. Es gibt immer wieder sehr kluge und eindringliche Beobachtungen über moderne Probleme und das Innenleben und Gefühlszustände von Menschen im 21. JH. Aber, und jetzt kommt das große “Aber”, es trifft am Ende einfach nicht den Punkt. Viele Plots werden einfach nie wieder aufgegriffen (und das nicht in a good way), der Schluss ist irgendwie vergleichsweise lahm, und abschließend bleibt alles einfach ein wenig zu bizarr (und ich liebe eigentlich bizarre Geschichten). Bizarr ist dann aber wahrscheinlich doch nur gut, wenn es irgendeine Bedeutung oder irgendeine Verbindung gibt.
Eigentlich gut, sehr wirr. Mal haben mir Kapitel sehr gut gefallen, oft gar nicht. Der Anfang war vielversprechend. Meins war es aber leider nicht.
Puh, was für ein Buch! Leider gar nicht meins und doch sehr faszinierend. Es ist genau wie es auf der Klappe steht, jedes Kapitel ist eine Geschichte für sich und eröffnet eine neue Welt. Gesellschaftskritisch, Brutal, verstörend. Mir war das Buch zu unruhig, zu unzusammenhängend.
Nach einem vielversprechenden Beginn verließ nicht nur eine der Figuren ihren Körper, sondern auch die Geschichte den Kaninchenstall und macht Jagd auf skurrile, schräge, bissige, innovative, aber auch überambitionierte Protagonisten und Handlungen und überforderte mich schlichtweg mit überdrehten und übersteigerten Dialogen, Inhalten, Sex und toten Tieren.
Dieses Buch ist auf jeden Fall anders, man muss sich erstmal darauf ein lassen. Von der Sprache, den Ideen und den originellen Figuren her hat mir 'Der Kaninchenstall' sehr gut gefallen, doch der Plot war mir etwas zu wirr, zu fragmentiert, so dass man am Ende gar nicht mehr weiß, um was es eigentlich ging.
Es ist schräg, es hat Charme, aber ich glaub, ich hab's nicht verstanden.
Tess Gunty schreibt über das unbeschreibliche Nebeneinander von Menschen, Tieren und Gebäuden - ein Buch, das mir unter die Haut ging.

Sehr gut ausgearbeitet, hat mich aber leider nicht erreichen können
Der Kaninchenstall 🐇 Tess Guntys Debütroman "Der Kaninchenstall" gewann 2022 den National Book Award. Tess Gunty ist, wie ich 1993 geboren und die jüngste Preisträgerin des Awards, das finde ich sehr faszinierend. In ihrer Danksagung schreibt Gunty "Es hat fünf herausfordernde Jahre gedauert, diesen Roman zu schreiben; [...]" und die Arbeit, die darin steckt, merkt man dem Geschriebenen und in ihren Worten darüber an. Gunty erfindet in "Der Kaninchenstall" die fiktive Stadt Vacca Vale, die sich an ihrer Heimat in Indiana, USA orientiert. Es ist eine ausgemergelte Stadt, einst florierend durch den inzwischen leeren Sitz einer Autofabrik. Auf der "Top Ten der sterbenden amerikanischen Städte" vom 'Newsfeed' steht Vacca Vale auf Platz 1. Ein Stadtplaner wird auf Vacca Vale aufmerksam und beschließt, die Stadt neu zu beleben. Im Wohnkomplex mit dem wohlklingenden Namen "La Lapinière Affordable Housing Complex", der gemeimhin "Der Kaninchenstall" genannt wird und namensgebend für den Roman ist, leben die verschiedensten Menschen Wand an Wand. Da ist Joan, die auf einer Website für Nachrufe für Verstorbene anstößige Inhalte löscht. Ganz in der Nähe eine sich vor den Augen ihres Babys fürchtende Mutter. Eine alte Dame, die ein Maus-Attentat auf ihre lauten Nachbarn plant. Und eine WG, bestehend aus drei Teenager Jungs, alle verliebt in ihre vierte, einzig weibliche Mitbewohnerin. Blandine, die früher Tiffany hieß, nimmt diese kaum wahr, lebt in ihrer eigenen Welt aus dunklen Erinnerungen an ihren Missbrauch durch einen Theaterlehrer, Glauben an alte Mystikerinnen, besonders Hildegard von Bingen und ihren Plan, die Revitalisierungspläne von Vacca Vale zu sabotieren. Im Dunstkreis schwebt noch der Sohn einer weltberühmten Schauspielerin, jüngst verstorben, mit seinen aus fehlender Mutterliebe resultierenden Störungen. Tess Gunty schreibt in schnörkelloser Sprache umso kantigere Figuren und einen Handlungsstrang der Zick-Zack läuft. Wie anfangs geschrieben, das Buch ist perfekt ausgearbeitet und nagt am Zahn der Zeit. Und doch hat sich mir seine Magie nicht entfaltet, nur wenig Emotionen ausgelöst. Ich hab viele Rezensionen gelesen, in dem Wunsch, den Zauber zu finden, der an mir vorbei gegangen ist, da ich mir sicher war, dass es an mir liegt. Aber ich hab ihn leider einfach nicht gefunden. Es gibt viele Stimmen, die diesen Roman bejubeln, also lasst meine Meinung nicht das Zünglein an der Waage sein, wenn ihr überlegt es zu lesen- Lest einfach rein! Und vielleicht lässt es euch so begeistert zurück, wie die Jury des National Book Awards. Herzlichen Dank @kiwi_verlag für das Rezensionsexemplar! Zu finden auf meinem Instagramblog @marschmaedchen.liest
Sprachlich sehr stark, aber am Plot mangelt es
Dieses Buch, von der Kritik als innovativ und frisch gefeiert und geschrieben von einer Autorin, die als jüngste National Book Award Gewinnerin, seit Philip Roth gilt, wollte ich unbedingt lesen, hörte sich der Plot doch wirklich interessant an. Vacca Valley, eine Stadt in Indiana, verrottet, seit die Industrie, die sie aufgebaut hat, überflüssig geworden ist. Ein Apartment Haus, (Ist es sozialer Wohnungsbau? Oder eher was für die Allgemeinheit? So genau weiß man es nicht…) Wird von Menschen bewohnt, die im Leben alle einen Punkt des Scheiterns erleben oder erlebt haben. Man nennt es „Kaninchenstall“ Hinter seinen Fenstern lernen, wir Schicksale kennen, die bei mir sofort ein bleiernes Gefühl ausgelöst haben. Die alleinstehende Joan z.B., die Chats von Traueranzeigen überwacht, drei Jugendliche, die aus der sozialen Unterstützung gewachsen sind und in einer WG Leben, eine junge Mutter, die Panikattacken bekommt, wenn sie die Augen ihres Neugeborenen sieht. Und dann ist da Blandine, eine ätherische junge Frau, die sich für Mystikerinnen des Mittelalters interessiert und im besonderen Hildegard von Bingen verehrt. Davon ausgehend, dass die Einzelschicksale sich miteinander verweben und man den Gebäudekomplex im Ganzen inhaltlich, menschlich und sozialkritisch inhaliert, kniete ich mich in den Text hinein und wappnete mich auf ein Gewirr das sich zu entflechten lohnte. Hat es das? Ich weiß es nicht… Sprachlich ist dieser Roman wirklich sehr besonders. Und tatsächlich finde ich ihn gut lesbar und überraschend anders. Der Plot allerdings fühlt sich an wie ein verfilztes Wollknäuel, dass man mühevoll entwirren muss. Die Kapitel sind mal kurz mal lang und erzählen nach und nach Vergangenheit und Gegenwart der einzelnen Protagonisten. Ich suchte nach Zusammenhängen, fand sie teilweise, aber so schnell ich sie entdeckte waren sie wieder weg und es ging zur nächsten Person. Zunehmend wurde mir das Lesen anstrengender. Mir fehlt der wirkliche rote Faden. Natürlich hängen manche Beziehungen mehr zusammen als andere und nehmen Einfluss aufeinander. Aber die Motivationen erschließen sich mir nicht, es sei denn, ich nehme die Depression des sozialen und ökologischen Untergangs als Grundlage für das Handeln. Klar, es wurde Einigen übel mitgespielt und das hat natürlich Auswirkungen, die wir auch hier in unserem Land hinter jeder Haustüre finden könnten. Aber ist es denn interessant, das nur kurz zu erzählen? Die Autorin hätte besser aus jeder Geschichte einen einzelnen Roman gemacht ( erzählen kann sie ja), aber dann wäre es natürlich nicht mehr besonders gewesen. Ich konnte das Buch zu Ende bringen,da es mich sprachlich bei Stange gehalten hat. Der (nicht vorhandene) Plot lässt mich allerdings unzufrieden zurück.










































