Die Geschichte über die Liebe zwischen Max und Anna und die Geschichte einer späten Liebe.
Alles kreist um die Frage, was Liebe eigentlich ist.: ein biochemischer Vorgang oder doch eine göttliche Macht? Sprachlich sehr schön und einfühlsam erzählt, packt der Autor doch etwas zu viel in das schmale Buch. Am Ende entsteht der Eindruck, dass die Geschichte etwas überkonstruiert ist
Das Buch wirkt überfrachtet und dadurch inkonsistent. Im Kern geht es um die Liebesgeschichte von Max und Anna, beide im Zeitpunkt ihres Kennenlernens schon über 60. Auf zwei Zeitebenen im Abstand von 10 Jahren wird diese sympathisch weit weg vom klassischen Liebesromanstandard erzählt. Einen Fremdkörper stellen dabei nur die ausführlich dargestellten Sexszenen dar. Die eingebauten Textnachrichten erinnern an "Gut gegen Nordwind", sind aber längst nicht so originell. Der Autor will aber weit mehr: Wie der Titel verspricht, macht er sich sich Gedanken über das Wesen der Liebe im Allgemeinen. Dazu baut er Zitate von Hegel und Fried in den Text ein. So richtig weiter kommt er dabei aber nicht. Auch Max' sehr speziellen Beruf des Ocularisten beschreibt er in aller Breite. Warum? Und schließlich wird auch noch Corona "verwurstet". Den vierten Stern bekommt das Buch von mir nur in der von Matthias Brandt und Martina Gedeck wunderbar eingelesenen Hörbuchfassung.
„Liebe“ erzählt die Geschichte einer Beziehung, die sich in feinen Zwischentönen, Blicken und unausgesprochenen Sehnsüchten entfaltet. Hettche begleitet seine Figuren durch stille, poetische Räume, in denen Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen. Das Buch zeichnet ein sensibles Bild zweier Menschen, die einander nah sind und sich anfangs immer wieder verlieren.
Thomas Hettche gelingt es, eine stille, fast schwebende Atmosphäre zu erzeugen, die lange nachhallt. Vieles bleibt unausgesprochen, und gerade dadurch entfaltet der Roman eine besondere Intensität — man fühlt sich den Figuren nah, spürt ihre Verletzlichkeit und ihre inneren Bewegungen. Die poetische Sprache macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Einziger Wermutstropfen: Das Ende kommt recht abrupt und lässt einen etwas unsanft aus dieser zarten Welt zurück. Trotzdem bleibt „Liebe“ ein eindringliches, feinfühliges Leseerlebnis, das sich einprägt.
Ich hatte beim Lesen von „Liebe“ gemischte Gefühle. Besonders das Ende hat mich eher ratlos zurückgelassen. Ich habe es ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden und es wirkte auf mich etwas abrupt bzw. unklar.
Interessant fand ich hingegen die kurze Passage am Ende über seine Arbeit als Okularist (spezialisierter Handwerker, der Augenprothesen herstellt). Dort hatte ich das Gefühl, dass das Buch kurz an Tiefe gewinnt und ein konkreteres Thema greifbar wird. Mit den Charakteren bin ich leider nicht warm geworden. Sie blieben für mich ziemlich blass und distanziert, sodass ich keinen wirklichen Bezug zu ihnen aufbauen konnte. Dadurch fiel es mir auch schwer, emotional in die Geschichte einzutauchen oder mit ihnen mitzufühlen.
Insgesamt ein Buch mit einzelnen interessanten Ansätzen, das mich aber vor allem durch sein schwer verständliches Ende und die wenig greifbaren Figuren eher enttäuscht zurückgelassen hat.
Liebe im Alter. Das ist in der Essenz der Inhalt dieses schmalen Büchleins.
Es ist keine revolutionäre Geschichte mit viel Handlung, es ist eher eine Geschichte von Verlangen und Begehren, vielleicht sogar von Verwunderung, zwischen zwei Menschen (Max und Anna), die sich nicht gesucht und doch gefunden haben – obwohl sie sich eigentlich nicht lieben dürften.
Sprachlich waren hier tolle Passagen drin, ich mochte auch das Thema an sich und die Tatsache, dass Max Okularist ist. Trotzdem war mir das Buch etwas zu kurz (aber hätte es länger sein müssen? Nein, eigentlich nicht).
“Die Angst, das nichts geschieht, ist die Dummheit der Jugend”