Ein Hoch auf Buchclubs
Ein Buchclub zum Verlieben von Lucy Gilmore ist ein ruhiger, warmherziger Wohlfühlroman über Einsamkeit, Verlust, zweite Chancen und die besondere Verbindung, die Bücher zwischen Menschen schaffen können. Im Mittelpunkt steht die introvertierte Bibliothekarin Sloane, die sich seit Jahren mehr zwischen Büchern als unter Menschen zuhause fühlt. Als der grummelige Stammgast Arthur plötzlich nicht mehr in der Bibliothek auftaucht, beginnt eine Geschichte, die viel mehr ist als nur ein klassischer Buchclub-Roman. Besonders gefallen hat mir das gemütliche Bibliotheks-Setting und diese ganz besondere Kleinstadtatmosphäre. Der Buchclub entwickelt sich nach und nach zu einem Ort, an dem verlorene Menschen wieder Anschluss finden — und genau dieses Found-Family-Gefühl macht das Buch so liebenswert. Sloane mochte ich mit ihrer ruhigen, vorsichtigen Art sehr gern, aber auch Arthur war für mich eine der stärksten Figuren. Hinter seiner schroffen, oft bissigen Art steckt unglaublich viel Einsamkeit und Verletzlichkeit. Besonders die Dynamik mit seinem Enkel Greg fand ich schön eingebaut. Zwischen den beiden spürt man die Distanz vergangener Jahre, aber auch dieses vorsichtige Annähern, das dem Buch zusätzliche emotionale Tiefe gibt. Gerade diese generationsübergreifenden Beziehungen machen die Geschichte besonders. Auch die Nebenfiguren bringen viel Wärme in die Handlung und sorgen dafür, dass sich der Buchclub mit der Zeit wirklich wie eine kleine Familie anfühlt. Man sollte bei diesem Buch allerdings keine große Spannung oder dramatische Wendungen erwarten. Die Geschichte lebt vielmehr von leisen Momenten, Gesprächen und Charakterentwicklungen. Zwischendurch hatte die Handlung für mich dadurch auch einige Längen und manche Entwicklungen waren recht vorhersehbar. Gerade im Mittelteil hätte das Tempo etwas stärker sein dürfen. Trotzdem vermittelt das Buch ein unglaublich schönes Gefühl von Geborgenheit. Lucy Gilmore zeigt sehr liebevoll, wie Bücher Menschen verbinden können und wie selbst die einsamsten Menschen wieder einen Platz finden können, wenn jemand beginnt zuzuhören. Für alle, die cozy Geschichten mit Bibliotheksflair, emotionalen Figuren, Found Family und einer sanften Wohlfühlatmosphäre mögen, ist dieses Buch definitiv eine schöne Empfehlung. ⭐️ 3,5





























