16. Okt.
Rating:4

Sehr aufmerksam und liebevoll geschrieben

Auf keinen Fall möchte Heather so werden wie ihre Mutter - deswegen ist ihre Wohnung minimalistisch und ordentlich. Aber da ist dieses eine Zimmer in ihrer Wohnung, in dem sie kistenweise Dinge weggeschlossen hat, die ihre Mutter ihr vermacht hat und eine Kommode in der Heather ihre ganz eigene Sammlung verbirgt. Ein Wasserrohrbruch zwingt sie dazu, sich mit dem Zimmer und seinem Inhalt auseinanderzusetzen und so tauchen plötzlich verdrängte Erinnerungen auf, die nun endlich verarbeitet werden wollen. Ein Stöberfund - wie sollte es anders sein - ist „Die Sammlerin der Erinnerungen“ von Fiona Lucas (Übersetzung: Claudia Feldmann). Das Cover und der Klappentext haben mich zum Kauf verleitet und ich muss sagen, dieser Roman hat es in sich. Heather hat viel erlebt und durchgemacht, es aber nie verarbeitet. Ihr Leben ist unglücklich, ihre Beziehungen zu anderen Menschen sind schwierig und eigentlich hat sie sich daran gewöhnt. Es war nicht so leicht, sich mit Heather gemeinsam ihrer Vergangenheit zu stellen und es hat mir stellenweise das Herz gebrochen. Unvorstellbar, was alles passiert ist. Und doch war es mir stellenweise zu emotionslos, der Kontext ein wenig zu verschwommen. Ich kann nur sagen, dass diese Story tief berührt, sie spricht eine Thematik an, von der ich bisher noch nicht so gelesen habe und es ist sehr spannend, frustrierend, aufrüttelnd und erschreckend - eingebettet in eine emotional anspruchsvolle Geschichte, die sich manchmal etwas schwer anfühlte, aber immer super interessant erzählt war. Mal was ganz Anderes, sehr gelungen und sehr liebevoll und aufmerksam geschrieben. Für mich ein Roman, der überraschend, aufrichtig und intensiv daherkommt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Sammlerin der Erinnerungen
Die Sammlerin der Erinnerungenby Fiona LucasInsel Verlag