
Abstrus und anstrengend
"Wahrlich, bloß zur Lust leb' ich oben und aus Ekel am Unten (S. 99)." Der Luftschiffer Giannozzo bereist mit seinem Luftschiff den Himmel über Europa und wirft dabei einen sarkastisch bösen Blick auf die Städte und Menschen, die an ihm vorüberziehen. Des Öfteren landet er auch, um dies oder jenes zu tun, wobei er sich stets den Unmut der drunten Lebenden zu zieht und schnell wieder verschwindet. Seine Fahrten notiert er in seinem Seebuch. Jean Pauls (eigtl. Johann Paul Friedrich Richter 1763-1825) Seebuch über die Abenteuer des Luftschiffers Giannozzo war für mich trotz der nur 135 Seiten eine kleine Leseherausforderung. In Tagebuchform verfasst mit vielen Schachtelsätzen, altertümlichen Begriffen und ohne richtige Einleitung fiel es mir des öfteren schwer zu verstehen, was mir da geschildert wird. Zwar wurde es von Seite zu Seite allmählich leichter und hier und da habe auch ich den Witz der Geschichte bemerkt, so richtig warm geworden, bin ich mit dem renitenten Giannozzo dennoch nicht wirklich. Mein persönlich liebster Teil dieses Buches nennt sich die "Kleiderordnung für sämtliche Bücher unseres Landes", der mir dann doch einige Freude bereitet hat. Auch die Illustrationen von Jörg Hülsmann in dieser Ausgabe der Insel-Bücherei sind wirklich schön. Im Internet habe ich gelesen, dass der deutsche Schriftsteller Jean Paul seit jeher die Massen spaltet und ich gehöre da eher zu der Fraktion, die nicht so viel mit ihm anfangen kann. Vielleicht gefällt dieses Buch aber jemand anderem.
