21. Dez.
Rating:4

Ein berührendes Werk legt Rose Tremain hier vor. Von der Autorin hatte ich bereits viel Positives gehört, aber bisher noch kein Buch von ihr gelesen. Dieses Werk hier führte mir vor Augen, weshalb die Autorin so viele positive Rezensionen erhält. The Gustav Sonata ist eine wundervoll konstruierte Geschichte, die eine charakterzentrierte Handlung mit einem gut recherchierten historischen Hintergrund verbindet. Wir erfahren, was die Schweiz während des Zweiten Weltkrieges umtrieb, während wir beobachten, wie die Charaktere wachsen, sich verändern, ihren Lebensweg zu finden suchen. Tremain schafft es, diese Verbindung sehr harmonisch zu gestalten. Es passt einfach alles, das Bild ist perfekt gelungen. Die Figuren wirken echt, lebensnah, für mich wurden sie mit jeder Seite lebendiger. Auch jene, die man nicht mag, oder die es einem schwer machen, sie zu mögen. Es ist ein Werk mit viel Emotion, die aber an keiner Stelle erzwungen wirkt. Der Leser kann selbst entscheiden, wessen Ansichten ihm eher zusagen. Auch die geschichtlichen Details sind nicht mit dem Fingerzeig geschrieben oder gar mit einem Erziehungsauftrag, sondern ist der Hintergrund, vor dem unsere Charaktere sich wiederfinden. Die Zeiten prägen die handelnden Figuren, die wiederum ihre nächsten Bezugspersonen prägen. So erleben wir mit, wie Traumata vererbt werden können. Aber eben auch überwunden. Auch wenn dies vielleicht Zeit braucht. Wert ist es das allemal. Wert war es mir auch, dieses wundervolle Buch zu lesen.

Und damit fing es an
Und damit fing es anby Rose TremainInsel Verlag
22. Apr.
Rating:4.5

Über weite Strecken, die ersten beiden Teile, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Nur der dritte Teil hat mich nicht ganz so gepackt. Ich fand den Sprung von den beiden Kindern des ersten Teils zu den Mittfünfzigern des letzten Teils etwas weit. Insgesamt mochte ich den ruhigen unaufgeregten Erzählstil und wie über die einzelnen Personen nicht geurteilt wurde. Da ich mich gerade sehr mit Erziehungs- und Mütterratgebern beschäftige und stark mit der Mutterrolle auseinandersetze, fand ich die Figur der Emilie besonders interessant, die ich für psychologisch sehr gut ausgearbeitet halte.

Und damit fing es an
Und damit fing es anby Rose TremainInsel Verlag
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