Ich glaube, es gibt Bücher, die nie an Aktualität verlieren...
Das Buch ist von '64, doch ich wurde tatsächlich erst jetzt durch meinen Algorithmus darauf aufmerksam. Den dazugehörigen Film kenne ich auch nicht, doch ich fand die Story sehr interessant. George, ein Universitätsprofessor Anfang sechzig, schwul in einer Zeit, in der es noch nicht erlebt war, lebt mit einem jungen Mann zusammen. Sein Mitbewohner, doch eigentlich sein Partner, und der verstirbt an einem plötzlichen Unfall... Der Leser erlebt einen Tag in Georges Leben. Einen Tag, in dessen Alltag, mit dem plötzlichen allein sein, mit der Leere, die entstanden ist und mit all seinen Gedanken dazu, und zu seinem eigenen Leben. Der Leser erfährt von seinen Gefühlen, von seinen Beobachtung der eigenen Umwelt gegenüber, von seinen Wünschen, und das auf eine so tiefgreifenden Art und Weise. Ich weiß auch nicht, aber mich erinnert der Sprach- und Ausdrucksstil, die Schreibweise wieder etwas an Hollinghurst und Greenwell, was ich überaus mag. Diese bildlichen Formulierungen und das Umschreiben der Ereignisse, Gedanken, Empfindungen und auch das Aussehen der Menschen, Orte und Vorgänge im menschlichen Körper. Alles wirkt so präzise, aber nicht verworren oder langatmig. Wie er zum Beispiel das ablaufen eines möglichen Herzinfarkts umschreibt ... selbst das klingt poetischen bei ihm. Ich empfinde diese ganze Art des Schreibstils, die Art wie Sprache genutzt wird, als irgendwie vornehmen. Liegt es daran, dass Isherwood auch Brite ist, wie Hollinghurst? Aber Greenwell ist Amerikaner? Ach, sei es drum, woran es liegt. Es tut immer mal gut, derartige Bücher zwischendurch zu lesen.






