„Allerhand...“
Am Anfang habe ich gebraucht, um die Figur des Christopher Isherwood zu verstehen und damit die Sinnhaftigkeit des Romans. Nachdem ich dessen Rolle als Beobachter des Endes der Goldenen Zwanziger und der Weimarer Republik erfasst hatte, entwickelten die Geschichte/Tagebucheinträge eine Faszination, die ich am Anfang nicht erwartet hatte. Das Ende der ersten deutschen Demokratie steht bevor und die Zeichen der Zeit scheinen den Menschen egal zu sein bzw. erkennen sie diese, müssen sich allerdings zur Genüge um sich selbst und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse kümmern. Isherwood gelingt ein eindringlicher Roman, der zu Beginn stark von den Goldenen Zwanzigern geprägt ist und mit jeder neuen Seite und jeder neuen Geschichte die Nationalsozialisten ein stück weiter aus dem Schatten treten lässt und plötzlich auf den letzten Seiten klar zeigt, wir die Zukunft Deutschlands aussehen wird. Mit Hinblick auf die heutige Zeit ein wichtiger Roman, der uns zeigen sollte, dass das Erstarken von rechtsextremem Gedankengut und Kräften nicht hingenommen werden sollte, da uns sonst die Grundlage für jegliche Menschlichkeit und Lebensfreude abhanden kommen würde.

