27. Sept.
Rating:1.5

Ab der Hälfte abgebrochen – Schreibstil und Perspektivwechsel haben mich rausgerissen.

Ich habe das Buch bis ungefähr zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen. Die Grundidee fand ich eigentlich interessant: zwei Halbschwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten – die eine träumt von Hollywood und Glamour, die andere versucht eher, den Alltag zusammenzuhalten. Dazu das Setting in den USA mitten in einer Zeit voller Umbrüche – das hätte viel Potenzial gehabt. Gefunden habe ich das Buch übrigens nur durch Zufall als Mängelexemplar – sonst hätte ich es wahrscheinlich auch gar nicht gekauft. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich dafür nicht den vollen Preis bezahlt habe. Leider hat mich die Umsetzung nicht wirklich überzeugt. Besonders der Schreibstil hat mir das Lesen schwer gemacht. Oft war es verwirrend, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird – mal Eva, mal ein auktorialer Erzähler, dann wieder Briefe. Diese ständigen Wechsel haben mich aus der Geschichte rausgerissen und es fiel mir schwer, einen richtigen Lesefluss zu entwickeln. Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr, weiterzulesen. Auch sprachlich konnte mich der Stil nicht packen. Mir hat eine gewisse Leichtigkeit gefehlt, stattdessen wirkte vieles sperrig und distanziert. Ich habe keine richtige Bindung zu den Figuren aufgebaut, obwohl sie eigentlich spannende Konflikte und Hintergründe haben. Insgesamt war Wir Glücklichen für mich ein DNF. Ich denke, wer sehr literarische, vielschichtige Familiengeschichten mag und sich nicht an ungewohnten Perspektivwechseln stört, könnte hier vielleicht eher auf seine Kosten kommen. Für mich persönlich war es aber leider nichts.

Wir Glücklichen
Wir Glücklichenby Amy BloomAtlantik Verlag